meine Schüler möchten persönliche Briefe immer gerne so (oder ähnlich, aber mit „Greetings from…“) anfangen, ich aber eigentlich nicht. M.E. ist es entweder ein Germanismus oder steinaltes Englisch. Ich bringe es ihnen nicht bei, aber die sagen es trotzdem…
das hilft mir nicht wirklich weiter. Mir geht es v.a. um die
Greetings, und das als ersten Satz im Brief.
Am Anfang des Briefes ist das meines Wissens überhaupt nicht üblich, sondern als Abschlußgruß gedacht. Jedenfalls habe ich das von amerikanischen oder englischen Freunden im Brief noch nie als Einleitung gelesen.
Verwechseln deine Schüler das vielleicht mit den Weihnachtskarten-Grüßen, wo es meist nur heißt: Vorgedruckte Wünsche, Greetings from - Name und xxx? Engländer verschicken jedes Jahr so viele, daß für mehr die Energie oder Zeit wohl nicht reicht…
Regeln sind mir dazu nicht bekannt, aber ich glaube doch die Engländer würden erstaunt gucken, wenn der Abschiedsgruß schon am Anfang des Briefes steht…
so war auch mein Eindruck. Wobei ich nicht glaube, dass die Schüler das von Karten haben - die übersetzen einfach „Grüße aus xy!“ wörtlich ins Englische. Das erscheint ihnen „normaler“ als „Thank you for your last letter…“ oder ähnliches, denn Briefeschreiben kennen sie kaum noch aus der Praxis, und sie orientieren sich dann oft am mündlichen Sprachgebrauch oder Emails (die ja auch sehr mündliche Sprache verwenden). Das dann noch in Süddeutschland, wo man sich mit „Hi, griasdi“ begrüßt…
Wenn ich Briefeschreiben beibringe, gebe ich ihnen einfach die Ausdrücke, die richtig sind, und lasse Grenzfälle weg. Wen ich aber bewerte, muss ich mich dann schon entsheiden, ob es richtig oder falsch ist, und auf welcher Ebene es falsch ist.
Obwohl es natürlich auf die Art des Briefes ankommt, so ist doch üblich (formale Anrede) „Dear Mr.“ Müller oder „Dear Mrs.“ Müller zu schreiben.
Weitere Anreden in Briefen etc. wären auch ein schlichtes „Sir“, „Madam“
Auch im englisch sprachigen Raum ist es natürlich unhöflich, ohne Anrede mit der Tür ins Haus zu fallen. Hier gilt natürlich nicht der Grundsatz der Berliner Schnauze: Höflichkeit ist eine Zier, doch meistens geht es ohne ihr!