Grenzen setzen

hallo,
mein freund hat eine tochter, sie ist 5 jahre alt. seit 1 Jahr lebt er von der mutter getrennt. aber wir waren vorher schon zusammen. offiziell, also alle wussten bescheid, er wohnte aus finanziellen Gründen noch mit ihr zusammen bis sie ihre ausbildung abgeschlossen hatte. die kleine kennt mich seit 3 jahren und weiß auch das ich die freundin vom papa bin. Wir verstehen uns eigentlich super, nur wird sie von ihrer mutter die 30 ist total antiautoritär erzogen. sie bekommt alles was sie will, sie macht was sie will und bekommt keine „strafen“ wenn sie was angestellt hat. seit ca. 1 jahr spricht sie sehr oft in einem befehlston mit uns und das ist natürlich sehr anstrengend denn wenn es dann nicht so läuft wie sie das gerne hätte dann ist theater angesagt. sie ist immer 3 tage bei uns und dann 3 tage bei der mama.
Ich bin echt am ende mit meinem Latein. ich will das kind ja nicht ständig frustrieren weil es bei uns halt andere regeln geben soll, auch den umgang miteinander betreffen, als bei ihrer mutter.

Ein weiteres problem ist das einschlafen. Sie braucht fast 2 Stunden um einzuschlafen, ohne ausnahme, und man muss immer neben ihr liegen bis sie schläft,da die mama jede nacht mit ihr in einem bett schläft.

habt ihr vielleich ein paar tipps und tricks wie man ihr beibringen kann das es bei uns halt anders ist?

Grüße lisa

Konsequenz…
Hi Lisa!
normalerweise haben Kinder eine Antenne dafür, was wo geht!
Seid in der Umsetzung Eurer Grenzen konsequent - das Kind merkt sich das i.d.R. recht schnell und erkennt den Unterschied zwischen den Wohnungen.

ein wenig Geduld - viel Konsequenz - dann klappt das auch mit der Umgewöhnung!

… und die Belohnung nicht vergessen!

viel Erfolg!
Ulli

Hallo

habt ihr vielleich ein paar tipps und tricks wie man ihr beibringen kann das es bei uns halt anders ist?

Das Wichtigste wäre meiner Meinung nach, ihr das zu sagen, und zwar mit möglichst wenigen Worten, und vor allem, was konkret bei euch anders ist (nicht mehr als 3 Sachen nennen).

Ich denke, so in dem Stil:

Bei uns ist es anders als bei deiner Mami.

  1. Wir machen nicht immer, was du sagst, und wir wollen keine Befehle bekommen.
  2. Bei uns kannst du auch einschlafen, ohne dass jemand mitschläft. Du bekommst eine Geschichte vorgelesen (oder was ihr da immer machen wollt, ca. 30 Minuten würde ich sagen), danach ist Erwachsenenzeit*).

* Erwachsenenzeit würde konkret so aussehen: Kinder dürfen zwar da sein, aber stehen nicht im Mittelpunkt und dürfen nicht stören. Das für den ja sehr wahrscheinlichen Fall, dass sie nicht einschlafen kann. Das müsste ihr natürlich auch erläutert werden.

Wichtig wäre, dass ihr das miteinander absprecht, und ihr beide anwesend seid, und dann auch immer darauf achtet. Wichtig ist, ihr zu mitzuteilen, dass sie damit leben kann, wenn sie das Gefühl hat, sie könne es keinesfalls so aushalten.

Sicher ist meiner Meinung nach, dass ihr ihr keinen Schaden zufügen, sondern ihr sehr viel damit helfen würdet, wenn ihr das so durchziehen würdet. Kinder, die immer alles dürfen, werden ja irgendwann unerträglich.

Die Durchführung würde wohl so aussehen, dass man immer, wenn sie im Befehlston redet, ihr sagt: Das war ein Befehl. und das dann nicht macht, was sie befohlen hat, sondern immer nur: Nein.

Man soltet ihr natürlich auch sagen, was sie denn tun könnte, damit ihr Wunsch eventuell erfüllt wird.

Vielleicht könntet ihr auch mal mit der Mutter über Erziehungsmethoden diskutieren, und euch schlau machen?

Viele Grüße

Hallo,

vielleicht irre ich gewaltig, aber irgendwie lese ich „zwischen den Zeilen“ Angst von dir, Angst dass du zu streng bist und das Kind nicht mehr zu euch kommen möchte.
Wenn dem so ist vergiss es.

Gebt beide(!!!) du und dein Freund dem Kind klare Regeln, schön langsam eins nach dem anderen, aber dann auch durchziehen.

Kinder können sehr konkret unterscheiden wo und bei wem sie sind und was sie dort dürfen. Aber sie werden immer probieren die Vorteile der anderen Partei, hier die Mutter, woanders die Oma, auch zu Hause sprich bei euch zu nutzen. Du brauchst viel Geduld und musst immer von neuem anfangen, wenn das Kind von der Mutter kommt. Das kostet Nerven aber es lohnt sich.

Viel Erfolg!

Gruß

Kati

Moin,

Ein weiteres problem ist das einschlafen. Sie braucht fast 2
Stunden um einzuschlafen, ohne ausnahme, und man muss immer
neben ihr liegen bis sie schläft,da die mama jede nacht mit
ihr in einem bett schläft.

Nur mal nachgefragt: Geht die Mutter denn jeden Abend zur gleichen Zeit ins Bett wie die 5-Jährige? Oder wie sieht zu Hause das „Zu-Bett-Geh-Ritual“ aus?

Gruß
Marion

Ja die Mutter geht jeden abend um 9! Uhr mit dem Kind in bett, das war mit ein grund warum die beziehung zwischen vater und mutter kaputt ging. Sie war in einer totalen sybiose mit dem kind und ist es heute noch.

Hallo Lisa,

sicher habt Ihr das schon erfolglos probiert, aber der Vollständigkeit halber möchte ich’s doch noch erwähnt haben: Habt Ihr denn schon versucht mit der Mutter „einheitliche“ Erziehungsrichtlinien zu erarbeiten?

So dass zumindest das „Grundgerüst“ gleich ist. Ich glaub, mich hätte das mit 5 Jahren ziemlich verwirrt, wenn ich bei Mama „alles“ darf und bei Papa „nix“. (Das „alles“ und „nix“ natürlich in der fünfjährigen Sichtweise, nicht objektiv betrachtet *fg*). Es muss ja nicht 100% alles gleich sein, aber so grundlegende Regeln wären schon schön, wenn die gleich wären.

Wie gesagt, ich gehe davon aus, dass Ihr das schon probiert habt und zu keiner Einigung kamt (zumindest deutet Deine zweite Antwort da etwas drauf hin - die Stelle mit der „Symbiose mit der Mama“). Aber vielleicht könnt Ihr ja zum Wohle des Kindes das nochmal versuchen?

habt ihr vielleich ein paar tipps und tricks wie man ihr
beibringen kann das es bei uns halt anders ist?

Ansonsten haben die anderen schon das gesagt, was mir auch dazu eingefallen wäre.

*wink*

Petzi

Moin,

Ja die Mutter geht jeden abend um 9! Uhr mit dem Kind in bett,
das war mit ein grund warum die beziehung zwischen vater und
mutter kaputt ging. Sie war in einer totalen sybiose mit dem
kind und ist es heute noch.

Soviel zum Thema „alle Mütter sind so tolle Kindererzieher“ *seufz*.

Ok, das macht es für euch nicht leichter.
Versucht mit dem Kind zu reden und vielleicht schrittweise vorzugehen. Was würde helfen? Vielleicht setzt sich erstmal nur jemand zum Kind ins Zimmer und liest beispielsweise still ein Buch. Als nächster Schritt alle Türen offen lassen, so dass das Kind euch hören kann, wenn es im Bett liegt, also sich euerer Anwesenheit jederzeit sicher sein kann. Vielleicht erstmal ein Nachtlicht anlassen? Vielleicht ein Photo der Mutter auf dem Nachttisch aufstellen?

Versucht herauszufinden, was dem Kind fehlt. Ist es die Mutter? Oder nur die Anwesenheit einer Person? Oder ist einfach die Umgebung noch etwas fremd?

Was den Umgangston angeht, so würde ich diese ebenfalls mit dem Kind direkt besprechen. Wenn wieder so ein Kommandoton kommt, dann sag dem Kind freundlich, dass du so einen Ton hier nicht möchtest. Übe mit dem Kind gemeinsam, wie man etwas freundlich sagen kann. Vor allem, gehe immer mit gutem Beispiel voran.

Was die „Grenzen“ angeht, müsstest du schon etwas konkretere Beispiele bringen. Was geht bei der Mutter, aber bei euch nicht?

Gruß
Marion

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Hi Petzi,

So dass zumindest das „Grundgerüst“ gleich ist. Ich glaub,
mich hätte das mit 5 Jahren ziemlich verwirrt, wenn ich bei
Mama „alles“ darf und bei Papa „nix“. (Das „alles“ und „nix“
natürlich in der fünfjährigen Sichtweise, nicht objektiv
betrachtet *fg*). Es muss ja nicht 100% alles gleich sein,
aber so grundlegende Regeln wären schon schön, wenn die gleich
wären.

Ein Kind ist doch kein Hund, den das verwirren würde. Ich wusste immer genau, was ich bei wem darf und wo was „anders“ läuft als zu Hause. So lernt man doch Sozialverhalten, indem man erfährt, dass das, was zu Hause läuft, wo anders eben manchmal anders ist.

Gruß,

Anja

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