Grenzkapazitätsformel für Produktion wo ist Fehler

Ich bin in einer Firma mit einer schwankenden Linienfertigung (z. Zt. 6 Bauplätze hiereinander)(Produktstückpreis 200 Mio. $) tätig - wir bekommen von unserer Marketing Abteilung eine Jahresprognose (dies sind z.B. Produkt A = 10, Produkt B = 2 pro Monat).
der nächsten 7 Jahre und sollen daraus unsere Investitionsbedarfe für Fertigungsmittel (Spezielle Lehren, Druckgeräte, innerbetriebliche Bereitstellungswagen) ableiten Um verschiedene Konstelationen zu berechnen A=5 , B=3 etc. habe ich mir eine Grenzwertkapazitätenformel überlegt, die besagt, bei welcher Stückzahl der Grenzwert erricht ist und wir neue Fertigungsmittel kaufen sollen.

Die Formel hat folgende Werte:

  • AZT (Arbeitszähltage = reele Arbeittage proMoant)
  • Belegungsdauer (Dauer, die ein Femi gebraucht wird)
  • Versatz der Belegung (= Durchlaufzeit / Bauplätzen)
  • Anzahl der Tools (= Anzahl der Femis)

Als Formel habe ich folgendes gedacht:

Grenzkapazität = Anzahl der Tools * (AZT pro Monat- Versatz) / Belegungsdauer

Ist diese Formel so korrekt? Kennt jemand andere Formeln, wie ich aus einem Produktionplan direkt auf die Grenzkapazitäten von Fertigungsmitteln berechnen kann?

Danke schon mal,
Kai

Hallo Kai,

die Formel ist wohl nicht falsch, hilft aber nichts: sie besagt, wenn ich eine Schieblehre kaufe, kann ich damit 25 Tage/Monat messen, bei 2 sind es 50 usw. Das ist trivial, hat aber mit der Wirklichkeit nichts zu tun: kostet eine Schieblehre 100 EUR, kaufe ich für jede Station eine und habe kein Problem. Kostet sie dagegen 10 Mio EUR, kaufe ich eine einzige und organisiere die Arbeit so, dass sie optimal genutzt wird.

Merkst du was? Der Preis für die Fertigungsmittel kommt bei deiner Betrachtung garnicht vor, ist aber eine entscheidende Grösse. Ausserdem geht es nicht darum, wie lange eine Schieblehre benutzt werden kann, sondern ob sie dann verfügbar ist, wenn sie gebraucht wird. Das wird nur statistisch zu beantworten sein. Theoretisch könnte die Schieblehre den ganzen Monat herumliegen und dann an allen Stationen gleichzeitig 5 min gebraucht werden. Über solche Kollisionen sagt die Formel jedoch nichts.

In der Praxis müsste man einen umfassenden Netzplan aufstellen mit dem Ansatz, dass die teuersten FM nur einmal vorhanden sind, und dann die Optimierungsaufgabe lösen, wie mit möglichst wenig Kapitaleinsatz eine möglichst hohe Fertigungskapazität erzielt werden kann. Erschwerend kommt dazu, dass bei Kollisionen wie oben beschrieben möglicherweise Kosten entstehen durch verlorene Arbeitszeit.

Aus dem Netzplan lässt sich jeweils errechnen, welches FM die Kapazität begrenzt, von diesem muss also ein weiteres beschafft werden. I.A. ergibt sich dann ein anderes FM als begrenzender Faktor usw. Selbstverständlich ist die Aufgabe mathematisch unlösbar und muss mit Näherungsverfahren bearbeitet werden.

Ein Studium in Operations Research wär kein schlechter Einstieg.

Gruss Reinhard

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Hallo Kai,

Wie schon geschrieben wurde, musst du einen Netzplan erstellen.
Daraus ergibt sich dann der „kritische Pfad“ für die Herstellung eines einzigen Produkt. Hier kannst du dann mit der Optimierung ansetzen.

Wenn du dann mehrere Produkte verzahnst siehst du wo es nun anfängt zu klemmen.
In deinen Überlegungen fehlt noch, dass für das Produktionsmittel auch noch Rüstzeiten hinzu kommen werden.

Übrigens gibt es diverse Programme mit deren Hilfe man die Netzpläne erstellen kannst und direkt siehst wo der kritische Pfad liegt.

MfG Peter(TOO)