Griech. Mythologie-Achilleus

Hallo.

Hhm, wo gehören eigentlich Fragen die Mythologie betreffend hin? Naja, ich hoffe ich bin hier richtig.

Die Frage lautet: War Achilles der Prinz von Thessalien oder von Phthia?

Kurz zum Hintergrund meiner Frage: Ich habe neulich „Troja“ gesehen und in der ersten Szene soll Achilles eine Schlacht zwischen Agamemnon und dem König von Thessalien in einem Zweikampf entscheiden. Soweit so gut. Nun behauptet aber ein Freund von mir, dass das Quatsch ist, denn Achilles sei der Prinz von Thessalien und würde demnach gegen seinen Vater, seines zeichen König von Thessalien, zu Felde ziehen. Ich wiederum behaupte, dass Achilles der Prinz von Phthia ist, denn sein Vater Peleus ist der König von Phthia (was allerdings in Thessalien liegt). So bestünde kein Widerspruch in der Tatsache, dass Achilles gegen den König von Thessalien kämpft.
Wer hat nun recht.

Für eine fundierte Aussage wäre ich dankbar.

mfg Dirk

Hallo, Saruman,
Phthia liegt im südlichen Thessalien.
Bei Achilleus’ Streit mit Agamemmnon ging es um die Kriegsbeute, das Mädchen Briseis, die eigentlich Achilleus erbeutet hatte, ihm aber von Agamemmnon weggenommen wurde. Achilleus schmollte deshalb und weigerte sich, weiter unter Agamemmnons Befehl am Krieg teilzunehmen.
Von einem Kampf zwischen den beiden habe ich nichts gelesen, wohl aber von einem Streit.
Dieser wurde schließlich beigelegt, als Agamemmnon Briseis zurückgab und Achilleus es seinem Freund Patroklos gestattete mit seiner Rüstung in den Kampf gegen die Troer zu ziehen, wobei jener ums Leben kam.

Kann man alles bei Homer, Ilias nachlesen :smile:
Grüße
Eckard

Hallo !

Hollywood!!!

Achilles. (Gr. M.) Der Held der Ilias, Sohn der Thetis und des Königs Peleus Fig. 2, Fig. 3, Fig. 4. Die Göttin tauchte ihn in die Styx, um ihn unverwundbar zu machen, aber die Ferse, an welcher sie den Knaben hielt, ward nicht benetzt und blieb somit verwundbar. Der Centaur Chiron war sein Lehrer, und Phönix unterrichtete ihn in der Heilkunde, der Musik und im Reiten. Als der trojanische Krieg ausbrach, sollte er daran Theil nehmen, weil der Seher Calchas verkündet hatte, dass ohne ihn Troja nicht erobert werden könnte. Thetis wusste, dass er dort seinen Tod finden würde, und verbarg ihn in Mädchenkleidern an dem Hofe des Königs Lycomedes auf der Insel Scyros, woselbst er unter dem Namen Pyrrha mit den Töchtern dieses Königs erzogen wurde, und mit einer derselben, Deïdamia, den Pyrrhus erzeugte. Ulysses aber entdeckte den Verborgenen. Er war als Kaufmann an den Hof gekommen, und bot den Mädchen Schmuck und Waffen an. A. griff nach dem Schwert, ward daran von dem schlauen Ithaker erkannt und zur Theilnahme an dem Kampfe beredet. Seine Thaten füllen die Bücher der Ilias, in welchen er als der Tapferste und Schönste der Griechen erscheint. Er führte 50 Schiffe nach Troja, zerstörte mit seinen Myrmidonen 23 Städte, und ward bei allen seinen Unternehmungen von Pallas Athene (Minerva) und Hera (Juno) geschützt. Nur wenn er im Kampfe war, siegten die Griechen. Agamemnon hatte ihn dadurch erzürnt, dass er ihm die schöne Briseïs genommen; A. zog sich vom Kampfe zurück, und nun raffte unter Hectors Anführung die Feldschlacht der Griechen Tapferste dahin; Patroclus, A. vielgeliebter Freund, ging an der Spitze der Myrmidonen, in A. Rüstung, dem Trojanerheer entgegen, ward aber von Hector erschlagen und der Waffen beraubt. Nun erwachte die wildeste Rachsucht in A. Brust; Thetis brachte ihm neue Waffen, von Vulcan selbst geschmiedet; er versöhnte sich mit Agamemnon, und führte bei der nächsten Schlacht seine Völker selbst zum Kampf. Nur Rache an Hector, suchte er, warf sich mit seiner ganzen Stärke auf diesen, tödtete ihn und schleifte seinen Leichnam, mit den Fersen an seinen Wagen gebunden, um die Mauern von Troja. Auf die Bitten des vor ihm knieenden Greises Priamus, gewährte er gegen unermessliche Geschenke die Auslösung und die Bestattung des Feindes. So weit Homer. Nach Späteren verliebt sich A. nachher in eine Tochter des Priamus und wirbt um sie, indem er verspricht, Troja an Hectors Stelle zu vertheidigen, wenn man ihm Polyxena zum Weibe gäbe. Im Tempel des Apollo vor dem Altar stehend, um seine Vermählung zu feiern, tödtete ihn Paris durch einen Pfeil, den Apollo selbst in die verwundbare Ferse lenkte.
Ueber seine Todesart sind die Meinungen sehr verschieden; dass Homer von seiner Unverwundbarkeit nichts gewusst hat, geht daraus hervor, dass er ihn verschiedene Male verwundet werden lässt. - Nach Anderen soll ihn im Tempel des Thymbräischen Apollo, wohin er sich begeben hatte, um über den Besitz der Polyxena zu unterhandeln, Deïphobus wie in voller Freude umfasst, Paris ihm aber ein Schwert durch den Leib gerannt haben. So fanden ihn Ulysses und Ajax noch lebend; er erzählte den Freunden, was sich begeben, und verschied, während Ajax ihn zum Lager der Griechen zurück trug. Sein Körper sollte, nach des Paris Willen, unbeerdigt ein Raub der Vögel werden, doch die Griechen lösten ihn mit so viel Gold aus, als man für den Körper des Hector gezahlt. Die Musen und Nymphen beweinten den schönsten der Helden, den Liebling der Götter; die Griechen stellten ihm prächtige Leichenspiele an und begruben ihn am sigeïschen Vorgebirge bei Patroclus. Nach der Eroberung der Stadt soll, als die Griechen heimkehrten, sich aus dem Grabe eine Stimme haben vernehmen lassen, welche Theil an der gemachten Beute verlangte. So ward beschlossen, ihm die gefangene Polyxena zu opfern, welches Opfer sein Sohn, der rauhe Pyrrhus, vollzog, indem er die schönste Jungfrau des zerstörten Troja auf dem Grabe seines Vaters durchstach. - Eine Insel im schwarzen Meer, Leuce, ward nach ihm Achillea genannt; dort sollte er mit anderen Lieblingen der Götter, selbst ein Gott, ein seliges Leben führen. In ganz Griechenland wurde er als Heros verehrt, und ihm nicht nur an den meisten Orten ein Heroon, sondern auch in einer und der andern Stadt ein Tempel gebaut, wie in Lacedämon; dieser ward von allen Jünglingen der Lacedämonier, sobald sie sich in der Führung der Waffen zu üben begannen, besucht, A. um Beistand angerufen und ihm jährlich geopfert, wie diess auch von den Frauen zu Elis, jederzeit vor Anfang der olympischen Spiele, geschah. Auch Alexander der Grosse erwies ihm grosse Ehre, indem er mit allen seinen Heerführern sein Grabmal umwandelte und ihm Trankopfer brachte. - Die alte Kunst hat sich mit diesem hochgefeierten Heldenbilde in vielfachen Darstellungen beschäftigt, wovon wir einige Nachbildungen geben: wie er den gefallenen Patroclus beweint; wie ihm Briseïs von Agamemnon zurückgegeben wird; wie er den Pfeil aus seiner verwundeten Ferse zieht.
[Wörterbuch der Mythologie: Achilles. Wörterbuch der Mythologie, S. 292 (vgl. WdM, S. 5 ff.)]

mfgConrad

Hallo Conrad.

Danke für deine Mühe, aber die war vergebens, denn meine Frage ist dadurch leider noch nicht beantwortet.

Ich weiß, dass die Ilias nicht gerade exakt umgesetzt wurde, aber das interessiert in dem Fall auch gar nicht. Interessant war nur, und das unabhängig von dem was Hollywood produzierte, die Frage War Achilles der Prinz von Thessalien oder von Phthia?

mfG Dirk

Hallo, Dirk,

die Frage War Achilles der Prinz von Thessalien oder von
Phthia?

Zunächst zu Peleus, dem Vater des Achilles:

Peleus
Vater des Achilleus
Der Sohn des Äakus und Vater des Achilleus. Er gewann die Hand der Nereide Thetis, nachdem er sie in einem Ringkampf bezwungen hatte.
Da er und sein Bruder Teleamon ihren Halbbruder Phokos absichtlich aus Missgunst mit einem Diskuswurf töteten, wurden sie von Aiakos verbannt. Peleus wurde von dem König Eurytion in Phthia entsühnt und heiratete dessen Tochter Antigone. * Mit Eurytion nahm er an der „Kalydonischen Jagd“ teil, wobei er ihn versehentlich tötete. Nun floh Peleus nach Iolkos zu Akastos. Aber auch diesen tötete er mitsamt Gattin, weil sie ihn, als er ihre Liebe nicht erwiderte, bei ihrem Gatten verleumdete und dieser Peleus nach dem Leben trachtete. Peleus wurde nun in feierlicher Hochzeit, zu der alle Götter (außer Eris) erschienen waren, die Göttin Thetis zur Frau gegeben. Geschenke waren unter anderem die unsterblichen Pferde Xanthos und Balios und eine von Hephaistos verfertigte Rüstung. Ihr Sohn war Achilleus.

*Damit war er wohl zum König von Phtthia geworden; und Achilles wäre demzufolge der Prinz von Phthia.

Wie Eckard schon sagte, liegt Phthia in Thessalien, also könnte man Achilles auch den Prinz von Thessalien nennen.
Sein Volk waren die Myrmidonen, aus Ameisen entstandene Menschen, so dass er auch der König der Myrmidonen genannt werden kann.

Soviel finde ich, kann man zur Herkunft des größten Helden vor Troja sagen.

Fritz

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Hallo Fritz,

danke für deine Antwort. Ich habe inzwischen das gefunden:
Phthia was the capital of Phthiotis, a region on the west shore of the Pagasaean (Thessalian) Gulf. Phthiotis was sometimes called Achaea.[…] Generations later, the exiled prince and hero, Peleus settled in Phthia, with his followers known as the Myrimidons from the island of Aegina. Peleus married Antigone, daughter of King Eurytion of Phthia. During the Calydonian Boar Hunt, Peleus accidentally killed his father-in-law. Peleus was exiled for one year (he went to Iolcus, entertained by Acastus), before returning to Phthia and became their king.

Das deckt sich mit deiner Quelle.

Wie Eckard schon sagte, liegt Phthia in Thessalien, also
könnte man Achilles auch den Prinz von Thessalien nennen.

So wie ich das nach eingehender Lektüre glaube verstanden zu haben, gliederte sich Thessalien in der Mythologie in zahlreiche Regionen, von denen jede scheinbar ihren eigenen König besaß. So z.B. Phthiotis (Hauptstadt Phthia), Iolcos, Malis, etc. Man sollte die Könige daher wohl eher als Fürsten bezeichnen.
Ich bleibe nun allerdings bei „Prinz“ von Phthia.

mfG Dirk

Man sollte die Könige daher wohl eher als
Fürsten bezeichnen.

Hallo, Saruman,
das Merkmal des alten Griechenland war die Kleinstaaterei, und selbst dieses Wort ist noch eine Übertreibung. Jedes Haupt selbst einer kleinen Ansiedlung nannte sich βασιλευς also „König“. Man darf sich das nicht so vorstellen, als hätte es da eine festgefügte Hierarchie gegeben.

Ich bleibe nun allerdings bei „Prinz“ von Phthia.

Das bleibt dir unbenommen, jedoch ist er mit sicherheit als Held von Troia besser bekannt.
Gruß
Eckard

Hallo Eckard.

das Merkmal des alten Griechenland war die Kleinstaaterei, und
selbst dieses Wort ist noch eine Übertreibung. Jedes Haupt
selbst einer kleinen Ansiedlung nannte sich
βασιλευς also „König“.
Man darf sich das nicht so vorstellen, als hätte es da eine
festgefügte Hierarchie gegeben.

Ja, das habe ich nun auch mitbekommen, es ist äußerst verwirrend:smile: Bisher hatte ich mich nicht so tief mit der griech. Mythologie beschäftigt.

Ich bleibe nun allerdings bei „Prinz“ von Phthia.

Das bleibt dir unbenommen, jedoch ist er mit sicherheit als
Held von Troia besser bekannt.

Das ist mir sehr wohl bekannt. Allerdings drehte sich meine Frage nicht darum:wink:

mfg Dirk

Sein Volk waren die Myrmidonen, aus Ameisen entstandene
Menschen, so dass er auch der König der Myrmidonen genannt
werden kann.

Soviel finde ich, kann man zur Herkunft des größten Helden vor
Troja sagen.

Hallo,
das ist die eine antike Erklärung für die Herkunft der Myrmidonen.
Die andere:
Myrmidon, der Ahnherr der Myrmidonen, ist der Sohn der Eurymedusa und des Zeus, der ihr in der Gestalt einer Ameise (zu) nahe kam.
Vielleicht handelt es sich aber umgekehrt in Wirklichkeit in beiden Fabeleien nur um die gleiche Erklärung für den Namen des Volkes der Myrmidonen:
Im alten Griechisch heißt die Ameise „myrmex“ (selten auch „myrmos“), so dass dann diese ganzen Zeus-und-Ameisen-Geschichten als eine Art aitiologische, also Ursprungs-, Sage aufzufassen wären, die sich um den Namen ranken. Wer weiß?
Beste Grüße!
H.

Hi Dirk,

soweit ich - Grieche und aus Thessalien - weiss, stammt Achilles aus Thessalien, bin also einer seiner Nachfahren.
Film Troja war Hollywood-like zugeschnitten, hatte wenig mit der wahren Geschichte zu tun. Die schöne Hellena ist auch nicht freiwillig nach Troja…wie in dem Fim zu sehen war…es heisst in der Mythologie „i arpagi tis ellenas“ was soviel wie die „Entführung der Hellena“ heisst.
Würden tausende von Griechen so ne Reise u. Schlacht unternehmen, wegen einer Frau die fremdgeht? Ich glaube nicht.
In diesem Sinne…Hellas!
Grüsse

Hi,

soweit ich - Grieche und aus Thessalien - weiss, stammt
Achilles aus Thessalien, bin also einer seiner Nachfahren.
Film Troja war Hollywood-like zugeschnitten, hatte wenig mit
der wahren Geschichte zu tun. Die schöne Hellena ist auch
nicht freiwillig nach Troja…wie in dem Fim zu sehen
war…es heisst in der Mythologie „i arpagi tis ellenas“ was
soviel wie die „Entführung der Hellena“ heisst.

man kann aber auch jemandem mit seinem Einverständniss entführen!!!
foglich ist entführung nicht zwangsläufig mit unfreiwillig verbunden!

Würden tausende von Griechen so ne Reise u. Schlacht
unternehmen, wegen einer Frau die fremdgeht? Ich glaube nicht.

nein, dass wohl wirklich nicht, aber es ist eben ein Unterschied zwischen der „Illias“ und der (echten) Zerstörung Trojas.
schönen Tag noch,
servus
PS.: Griechenland is toll, insbesondere Kreta.

Hellenen, Helena, Ilias und Troja

soweit ich - Grieche und aus Thessalien - weiss, stammt
Achilles aus Thessalien, bin also einer seiner Nachfahren.

Seltsam! Ich habe mir sagen lassen, dass die Bevölkerung des heutigen Griechenlands so viel mit den alten Helenen - sorry: Hellenen zu tun hat, wie die Bevölkerungen der anderen europäischen Lander mit Römern, Franken, Sachsen, Iberer etc.
Da sollen doch Kelten und Goten, Hunnen, und Slawen und Keuzfahrer und Osmanen und andere Orientalen und was weiß ich noch mitgemischt haben.
Sollen die Hellenen nicht einmal blond gewesen sein?
Wie viele blonde Griechen gibt es heute noch?

Film Troja war Hollywood-like zugeschnitten, hatte wenig mit
der wahren Geschichte zu tun.

Ja, freilich! Denn die „wahre“ Geschichte kennt man nicht, sie gab es vermutlich gar nicht. Die „Geschichte Trojas“ ist ein Reflex eines Kampfes zwischen „indoeuropäischen“ Völkern und „semitischen“ um die Vorherrschaft an der wichtigen Durchfahrtsstelle zwischen Mittelmeer und Schwarzem Meer.

Die Ilias aber ist Dichtung!

Die schöne Hellena ist auch nicht freiwillig nach Troja…wie in dem Fim zu sehen war

Das würde ich nochmals nachlesen, vor allem die Schreibung: Helena!

Ich erspare dir die Mühe des Suchens:

Die Vorgeschichte ist klar. Paris hatte Aphrodite den Apfel der Schönsten gereicht und dafür versprach ihm Aphrodite die schönste Frau.
Schwab, der seine Nacherzählung nicht nur auf die Ilias stützt, erzählt, dass Paris, der als Gesandter Sparta kam, dort Helena zuerst im Artemistempel erblickte.

_Als er die eintretende Fürstin bemerkte, sanken ihm die zum Gebet erhobenen Hände herab, und er verlor sich im Staunen, denn er meinte, die Göttin Aphrodite selbst wieder zu erblicken, wie sie ihm als Hirten erschienen war. Der Ruf ihrer Schönheit hatte zwar auch ihn erreicht, doch meinte er die Frau, die ihm die Göttin der Liebe verheißen, müsse viel schöner sein, als die Beschreibung von Helena lautete.
Auch dachte er bei der Schönen, die ihm versprochen war, an eine Jungfrau und nicht an die Gattin eines anderen. Jetzt aber, wo er die Fürstin von Sparta vor Augen sah und ihre Schönheit mit der Schönheit der Liebesgöttin selbst wetteiferte, wurde ihm plötzlich klar, dass nur sie es sein könne, die Aphrodite ihm verheißen hatte. Der Auftrag seines Vaters, der Zweck des Feldzuges schwand in diesem Augenblick aus seinem Geist; es schien ihm, als wäre er mit seinen Tausenden Bewaffneter nur dazu ausgesendet, Helena zu erobern. Während er so in ihre Schönheit versunken dastand, betrachtete auch die Fürstin Helena mit Wohlgefallen den schönen asiatischen Königssohn mit dem langen Haar, mit orientalischer Pracht in Gold und Purpur gekleidet. Das Bild ihres Gemahls entschwand ihrem Geiste, und an seine Stelle trat die reizende Gestalt des jugendlichen Fremdlings.
Dennoch kehrte Helena nach Sparta in ihren Königspalast zurück, suchte das Bild des schönen Jünglings aus ihrem Herzen zu verdrängen und wünschte ihren noch immer auf Pylos verweilenden Gatten Menelaos zurück. Statt dessen erschien Paris selbst mit seinem erlesenen Geleit in Sparta und bahnte sich mit seiner Botschaft den Weg in die Halle des Königs. Die Gemahlin des Fürsten Menelaos empfing ihn mit der Gastfreundschaft, die sie dem Fremden, und mit der Auszeichnung, die sie dem Königssohn schuldig war. Da betörten seine Saitenkunst, sein einschmeichelndes Gespräch und die heftige Glut seiner Liebe das unbewachte Herz der Königin. Als Paris ihre Treue wanken sah, vergaß er den Auftrag seines Vaters und Volkes, und nur das trügerische Versprechen der Liebesgöttin stand vor seiner Seele. Er versammelte seine Ge- treuen, die bewaffnet mit ihm nach Sparta gekommen waren, und verführte sie durch Aussicht auf reiche Beute, in den Frevel einzuwilligen, den er mit ihrer Hilfe ausführen wollte. Dann stürmte er den Palast, bemächtigte sich der Schätze des griechischen Fürsten und entführte die schöne Helena, die ihm widerstrebend und doch nicht ganz wider Willen folgte. _

„Illias“

So auch hier: Ilias!

Verzeih die korrigierenden Anmerkungen, aber in manchen Sachen bestehe ich auf Genauigkeit. :wink:

Gruß Fritz

„Illias“

So auch hier: Ilias!

Verzeih die korrigierenden Anmerkungen, aber in manchen Sachen
bestehe ich auf Genauigkeit. :wink:

da hast du allerdings vollkommen recht!!!
peinlich, peinlich :o(
danke für die Korrektur!
schönen Sonntag noch,
servus

Sollen die Hellenen nicht einmal blond gewesen sein?

Wie denn? Klima und Sonne wirken dem entgegenwirken, blonde Gene können da nicht bestehen. In den Breitengraden ist das üblich,
je weiter Richtung Süden desto dunkler ist von Natur aus der Mensch. Blond war in der damaligen Zeit was Fremdes, ne Selten- und Besonderheit. Viel. wurden dadurch die Dichter inspiriert, ihre Helden blond zu schreiben.

Wie viele blonde Griechen gibt es heute noch?
Es gibt sie, wie gesagt…Melatonin. Aber auch das mit dem Mischen unter den Völkern stimmt. Griechen waren u.a. Reisende, Händler, Auswanderer. Der Kontakt mit anderen Völkern war an der Tagesordnung.

Die schöne Hellena ist auch nicht freiwillig nach Troja…wie in dem Fim zu sehen war

Das würde ich nochmals nachlesen, vor allem die Schreibung:
Helena!

Ich musste die Homer-Werke in der Schule 3 Jahre im Original-Altgriechischen von Homer pauken und übersetzen. Das war gar nicht lustig. Helena wurde „geraubt“…so schreibt es der blinde Homer.
Grüsse

Vielleicht wurden dadurch die Dichter inspiriert, ihre Helden blond zu schreiben.

Ich hoffe, durch meine Formulierung deutlich gemachtzu haben, dass ich kein absolutes Wissen in diesem Punkt für mich beanspruche. Ich gebe Gelesenes wieder.

Man hat ja versucht, auch Jesus zu einem Arier zu stilisieren. Davon bin ich weit entfernt. Das ist albern.

Helena wurde „geraubt“…so schreibt es der blinde Homer.

Er wird es diktiert haben. :wink:

Zudem: Bei Homer ist nur ein sehr kurzer Abschnitt des Trojanischen Krieges erzählt. Nur der Zorn des Achilles bis zum Tod Hektors. 51 Tage, wenn ich recht weiß. Die Ereignisse vorher und nachher muss sind bei Homer nur en passant erwähnt und zum Teil widersprüchlich. Man muss auch die Odyssee zu Rate ziehen.
Und die vielen anderen Epen und Kleinepen und Kompilationen.

Und zu dem „geraubt“ sollte man auch die Reden der Helena bei Homer im dritten Buch zur Kenntnis nehmen. Das klingt nicht nach einer vergewaltigten Frau. Da du das in der Schule alles gelesen und übersetzt hast, sollte man dich daran nicht erinnern müssen.

Und noch einmal sei daran erinnert: Das ist alles Literatur!

Gruß Fritz

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Wie denn? Klima und Sonne wirken dem entgegenwirken, blonde
Gene können da nicht bestehen. In den Breitengraden ist das
üblich,
je weiter Richtung Süden desto dunkler ist von Natur aus der
Mensch. Blond war in der damaligen Zeit was Fremdes, ne
Selten- und Besonderheit.

Also es gab wohl doch damals einige blonde; wenn mich nicht alles täuscht soll Cäsar blond gewesen sein, und woher die Myrmidonen kommen, weiß wohl keiner so genau, deshalb könnten die durchaus auch blond gewesen sein, trotz Süden und Sonne.
auch wenn es keine gelben/blonden Ameisen gibt, oder… ;o)

Die schöne Hellena ist auch nicht freiwillig nach Troja…wie
in dem Fim zu sehen war

Welchen Film meinst du??? Den neuesten über dieses Thema?!
da ist aber da durchaus freiwillig mit!

Ich musste die Homer-Werke in der Schule 3 Jahre im
Original-Altgriechischen von Homer pauken und übersetzen. Das
war gar nicht lustig. Helena wurde „geraubt“…so schreibt es
der blinde Homer.

oh, noch ein Leidensgenosse (dabei könnte das (Alt-)Griechisch doch so schön sein; wenn man´s könnte *g*)!!!
Im übersetzt dass gerade im moment, und dass Helena gerbaut wurde, heißt doch noch lang nicht, dass es unfreiwillig war: sie wurde dem Menelaos geraubt, und dabei soll die H. doch ganz unglücklich verheiratet gewesen sein!!
Ob´s „Homer“ geschrieben hat, is sowieso so eine Sache, aber die habt ihr ja sicher auch ausgiebig im Unterricht behandelt (wir ja jetzt auch schon nach 1/4 Jahr), „blind“ könnte er auch nur des Image´s halber gewesen sein ;o)

Grüsse

zurück,
servus

oh, noch ein Leidensgenosse

Sooo, habe ich den Griechischunterricht nicht in Erinnerung. Aber wir haben Homer nur beispielhaft an wenigen markanten Stellen behandelt.
Anfang, Schilderung des Schildes des Achilles!

Thukidides hat mir gut gefallen, obwohl schwer; Xenophon lief flott: entauden exelaunein parasanges treis … :wink:

Aber Plato war mein Liebling, hat mich auch später im Studium weiter begleitet.

(dabei könnte das (Alt-)Griechisch doch so schön sein; wenn man´s könnte *g*)!!!

Du sprichst ein großes Wort gelassen aus; ohne Lexikon geht bei mir gar nichts mehr. ;-( Vom Latein ist mehr hängen geblieben. ;-}

Im übersetzt dass gerade im moment,

??Ich übersetze das gerade im Moment??

Homer ist, so Nietzsche, ein Qualtätsurteil! Keine fassbare Person!

Gruß Fritz

halb off Topic

oh, noch ein Leidensgenosse

Sooo, habe ich den Griechischunterricht nicht in Erinnerung.
Aber wir haben Homer nur beispielhaft an wenigen markanten
Stellen behandelt.
Anfang, Schilderung des Schildes des Achilles!

nein, ist schon ganz lustig, wir werden ihn wohl auch nur (noch) an einigen Stellen anlesen, sind bis jetzt nicht über die 3. Seite Anfang hinausgekommen.

Thukidides hat mir gut gefallen, obwohl schwer; Xenophon lief
flott: entauden exelaunein parasanges treis … :wink:

Aber Plato war mein Liebling, hat mich auch später im Studium
weiter begleitet.

stimmt, bei Platon lernt man exakt die Einbalsamierung der ägyptischen Leichen (sehr appetitlich) und dass Frauenentführung an der Tagesordnung war ;o)

(dabei könnte das (Alt-)Griechisch doch so schön sein; wenn man´s könnte *g*)!!!

Du sprichst ein großes Wort gelassen aus; ohne Lexikon geht
bei mir gar nichts mehr. ;-( Vom Latein ist mehr hängen
geblieben. ;-}

ja letztes Jahr, ohne Lexikon, war das die reinste Hölle; jetzt muss man halt viel und schnell blätern können; in Latein ist das zwar nicht viel ander´s, aber durch 4 Jahre mehr Unterrich, ist eben doch mehr Wissen vorhanden.

??Ich übersetze das gerade im Moment??

ja genau, dass sollte es heißen! *g*

Homer ist, so Nietzsche, ein Qualtätsurteil! Keine fassbare
Person!

und was genau soll das jetzt heißen??
Homer=Qualität „ungleich“ wahre Person??

chairete

und was genau soll das jetzt heißen??
Homer=Qualität „ungleich“ wahre Person??

Nun, es gab sicher mehrere Dichter von Episoden des trojanischen Krieges und es gab einen oder mehrere Kompilatoren und einen oder mehrere Endredaktoren.

Und die haben aus all dem umlaufenden Material zu diesem Themenkreis gesammelt und das „Beste“ herausgesucht und zu einem Gesamttext gemacht.* Dabei legten sie wohl Qualitätskriterien an und alles, was diesen Kriterien entsprach, wurde einem fiktiven oder auch realen „Homeros“, der dem Klische des blinden Sehers und Sängers entsprach, zugesprochen.
Man muss ja da auch noch die Homerischen Hymnen dazurechnen.

Also all das, was im klassischen Griechenland dem hohen Qualitätsanspruch einiger oder eines Kenners entsprach, bekam den Ehrentitel: von Homer!

Gruß Fritz

* Eine ähnliche Textsammlung, der aber die vollendende, staffende und verdichtende Endbearbeitung versagt blieb, ist Mallorys Sammlung der Geschichten von König Arthus, wenn man nicht T. H. White als diese betrachtet.