Warum führt Griechenlands Finanzkrise zum einem niedrigerem Eurokurs?
Gibt es (außer psychologischen Einflüssen) einen funktionalen Zusammenhang, der den Euro schwächt?
Was mir klar ist:
a) Wenn der griechische Staat zahlungsunfähig ist,
b) sehen seine Schuldner, also alle Besitzer von gr. Staatsanleihen in die Röhre
c) Das sind auch viele europäische Banken, von denen ggfs die ein oder andere deshalb auch pleite gehen wird
d) die gr. Wirtschaft wird ebenfalls ruiniert, da die Staatsnachfrage ausfällt und auch sonst alles im Chaos versinkt
Aber wieso sollte dies dazu führen, dass das Ausland Euros auf dem Markt abstößt?
Der Haupgrund, warum der Euro wegen Griechenland fällt ist, dass beides zeitlich zusammen fällt ! Und da kein Wirtschaftsjournalist glauben mag, dass Währungen ohne weiteren Grund steigen und fallen können, muss ein Grund her !
Und jetzt mal voll Ernst : Jeder ( mit dem nötigen Kleingeld ) kann Milliardenweise Euro kaufen und verkaufen. Es gibt keinen zwingenden Grund für die Euroschwäche ( gab auch keine Grund für die Eurostärke 2008 ). Das ist alles „Meinung“ der Marktteilnehmer.
Aber wieso warnt und klagt jedes Blättchen und jeder Politiker davor, dass Griechenland eine Belastung, Gefahr, Feuerprobe etc. für das Eurosystem sei?
Wieso scheinen alle der Meinung zu sein, dass den Griechen geholfen werden müsste (dafür mag es ja vielerlei Gründe zu geben, mir geht es um die Argumentation, die ansonsten den Euro/Euroland gefährdet sehen)?
Aber wieso warnt und klagt jedes Blättchen und jeder Politiker
davor, dass Griechenland eine Belastung, Gefahr, Feuerprobe
etc. für das Eurosystem sei?
Weil es eine Belastung für den EUR ist. Die EU-Staaten und vor allem der geplante EWF werden Jahr für Jahr Mrd in den Staat pumpen und dort die Arbeitslosigkeit finanzieren. Griechenland kann sich zurück lehnen und sagen „Macht mal“. Die Gelder dazu werden geschöpft, indem der EWF Staatsanleihen von Griechenland kauft. Das Ganz ist ein perverses Spiel. Macht das Schule, steht als nächstes Italien oder Spanien oder Portugal auf der Matte. Zudem wird der Stabilitätspakt bewusst unterwandert, faktisch außer Kraft gesetzt. Jeder Staat kann nun wirtschaften wie er will, es kommt ja der EWS und rettet.
Wieso scheinen alle der Meinung zu sein, dass den Griechen
geholfen werden müsste (dafür mag es ja vielerlei Gründe zu
geben, mir geht es um die Argumentation, die ansonsten den
Euro/Euroland gefährdet sehen)?
Es scheinen nicht alle der Meinung zu sein. Die wohlwollenden Äußerungen der Kanzlerin lassen den Schluss zu, dass hier massiv versucht wird, Griechenland aus dem EUR (nicht aus der EU) zu entlassen. Die können dann ihre heimische Währung gegenüber dem EUR abwerten und werden so wieder günstiger und damit wettbewerbsfähiger. Andernfalls schleppen wir einen Klotz hinter uns her, dessen Waren und Dienstleistungen keiner kaufen will/kann, weil sie zu teuer sind.