Auch hallo
0. Bitte lösche doch die Teile des Postings, die nicht relevant sind.
Danke
1.) Hitler hatte sich nach der Maikrise entschlossen die
Tschechei zu Zerschlagen. Aber vorher nicht.
Ob das so ist, wird sich wohl niemals beweisen lassen, die Gedankengänge Hitlers sind wohl nur schwer nachzuvollziehen.
Während der
Maikrise ist Hitler gedemütigt worden. Er hätte gekniffen und
so, nachdem die Tschechei mobil gemacht haben. Dies hatte ihn
verletzt. Die Folge war, dass er gegen England
Kriegsvorbereitungen traf. Also: Was wäre wenn man ihn nicht
„verletzt“ hätte? Man sagt die Maikrise hätte direkt in den
Zweiten Weltkrieg geführt.
Ich verstehe den Sinn deiner Frage nicht.
Seit 1933 segelte die Deutsche Aussenpolitik sozusagen unter Falscher Flagge. Die Bestrebungen der Weimarer Republik nach einer Revision von Versailles wurden zielstrebig weitergeführt, nachdem die Reparationsfrage erkedigt war, ging es um die Grezrevision im osten. dazu zählte insbesondere der Anschluss Österreich und der Deutschsprachigen Gebiete der Tschechoslowakei, denen im frieden von versailles der Anschluss an Deutschland verweigert worden war. dies war natürlich eine eklatante verletzung des „selbstbestimmungsrechtes der Völker“. Die Britische Politik erwies sich dafür sehr empfänglich, man hoffte, durch die Beseitigung der real existierenden Spannungen den Kontinent zu befrieden und ein Eingreifen von GB auf dem Kontinent unnötig zu machen.
Aus diesem Grund waren die Proteste gegen den Anschluss Österreichs mehr als lau und Whitehall setzte die Tschechoslowakei massiv unter Druck, um der Deutschen Minderheit gleiche Rechte und Autonomiestatute einzuräumen, was diese auch im April/Mai 38 tat!
der Sudetenführer Henlein begann nun, verngesteuert von Berlin, die Krise bewusst anzuheizen, gleichzeitig wurde das Militär mobilisiert…
F, Gb und auch die SU kündigten an, im falle eines Angriffes auf die Tschechoslowakei nicht untätig zu bleiben, und sowohl das Volk als auch hohe Militärs überkam das kalte Grausen…
In dieser Situation bemühte sich Mussolini (!) um Vermittlung. Nachdem Hitler GB und F ein Angebot machten, welches er nicht ablehnen konnte, ohne gegenüber der eigenen Bevölkerung das Gesicht als „eigentlich den Frieden wollender“ zu verlieren, willigte er ein…
das war übrigens im September/Oktober 1938
Kommen wir nun zur Zerschlagung der Resttschechei.
Hätte Hitler an dieser Stelle innegehalten und zumindest versucht, die Wirtschaftslage zu konsolidieren, hätte es keinen Krieg gegeben.
Im März 1939 waren seine Pläne weit genug gediehen, dass die Resttschechei wie ein kartenhaus zusammenbrach, und durch die Besetzung von Böhmen und Mähren wurde den Regierenden klar, dass Hitlers Pläne weit über die Revision von Versailles hinausgingen. Damit war Schicht im Schacht.
2.)Hatte England nur einen „härteren“ Kurs als Alternative zu
der Appeasementpolitik?
Einen noch weicheren?
Heißt das, dass die Engländer von
Anfang an richtig gehandelt hatten?
Man muss immer die Motive der Aussenpolitik GBs einbeziehen. man war der Ansicht, dass das Ziel Hitlers die Territoriale Revision von Versailles war. man war bereit, dies zu dulden, um die Stabilität auf dem Kontinent zu bewahren. GB hatte ja auch massive Interessen ausserhalb von Europa, die es zu schützen galt.
Hätte man nicht früher
etwas tun können? Als Hitler noch nicht so stark war.
Wenn man damals die Pläne Hitlers durchschaut hätte, wäre bereits 1936 (Rheinland-Besetzung) ein Eingreifen möglich gewesen. Und bei der damaligen Überlegenheit der Truppen der Westalliierten wäre es eine ziemlich klare Sache geworden
Aber man hat es halt nicht erkannt oder nicht erkennen wollen.
Oder
wäre es wegen moralischen Gründen gegenüber der
Weltöffentlichkeit unmöglich gewesen?
Ein Krieg 1936 wäre zweifellos extrem unpopulär gewesen, und F, GB waren sich natürlich darüber im klaren, dass die Bestimmungen von Versailles eine ungeheuerliche belastung für alle Verhandlungen darstellte. Dass GB D „auf gleicher Augenhöhe“ begegnen wollte, war für Hitler der Anlass, zu glauben, dass die westalliierten „Knieweich“ wären
Was sich insbesondere gegenüber GB als schwerer Fehler herausstellte.
3.)Hatte Prag überhaupt keine Chancen? Hätte es denn zum
Erfolg geführt, wenn Prag eine sanftere Politik gegenüber
deutschen Minderheiten verfolgt hätte?
das ist jetzt politisches Kaffeesatzlesen…
Was hätte Hitler dann
gemacht? Wenn es diesen Angriffspunkt nicht gegeben hätte?
Das weiss wohl niemand… da kann man nur raten.
Eventuell wäre dann Polen der erste Angriffspunkt geworden, wg der Korridor-Frage.
Fakt bleibt:
Irgendwann vor dem April 1938 wurde die Entscheidung gefällt, mit der Deutschen Minderheit Tschechiens als Hebel die Tschechoslowakei zu erledigen. Dies führte deshalb zwingend zum Krieg, weil die Deutschen und insbesondere Hitler die Intention von GB völlig falsch einschätzten,
GB wurde als Schwach betrachtet, obwohl GB nur eine Politik „Weg von Versailles“ und hin zu einem „Deutschland auf gleicher Augenhöhe mit den anderen grossen Mächten“ verfolgte.
Gruß
Mike