Grinsen synonym zu Lächeln?

Hallo!

Heute in unserer Tageszeitung ein Bericht über eine junge Frau, die im Sozialbereich tätig ist: “Nervös sei sie gewesen, gibt … zu und grinst.” Ein paar Zeilen darunter: “Aber es lief gut”, sagt … Wochen danach mit einem Grinsen im Gesicht.” Mich stört der Gebrauch des Wortes “Grinsen” in diesem Zusammenhang. Für mich hat es etwas Derbes, nicht unbedingt Negatives - man kann auch vergnügt grinsen -, aber in dem obigen Kontext finde ich es schlecht gewählt. KI belehrt mich hingegen: “Heutiger Sprachgebrauch: Im Alltag oder im Netzjargon oft einfach als Synonym für ein breites Lächeln oder Heiterkeit ohne bösen Nebensinn verwendet.” Für mich ist “grinsen” etwas anderes als lächeln oder vergnügt schmunzeln, grienen. Wie ist hier die Meinung?

Gruß
Eva

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Ich teile deine Meinung.
Im übrigen denke ich, dass der Sprachgebrauch im Journalismus immer weniger sorgfältig wird.

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Servus,

Grinsen heißt, die Zähne zusammengebissen bis weit hinten hin zu entblößen - für mich durchaus nicht mit Freundlichkeit verbunden - Triumph, Warnung, Überlegenheit, Hohn wird damit ausgedrückt.

Kann mindestens 10, vielleicht 15 Jahre her sein, dass mir das erstmals begegnet ist, ich war entsetzt und bin es bis heute. Das wird aber nicht mehr aus der Welt zu kriegen sein.

Gruß
Ralf

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„Grienen“ ist doch m.E. genau dasselbe. Kommt beides von greinen.

Es gibt aber auch ältere Ausnahmen, wo grinsen durchaus nett, aber wohl doch etwas verschmitzer als normales Lächeln gemeint ist:
„Du grinst wie ein Honigkuchenpferd“.

Hallo,

Das “Grinsen” ist für mich personifiziert in Jack Nicholson, was IMHO definiert, wie es gemeint ist oder verstanden werden sollte.

LG

SL99

„grinsen“ kann von sadistischer bösartigkeit bis freudiger erregung alles mögliche sein - hauptsache, die mundwinkel gehen hoch.

btw: wie nennt man die merzsche mundwinkel-am-hals-mimik?

e.c.

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Für mich:

lächeln: weicher, sanfter, freundlicher

ginsen: mit etwas mehr Druck, eher frech, schalkhaft,

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Servus,

das ist treffend formuliert.

Unvergessen die Katze aus „Alice im Wunderland“, die langsam sichtbar und unsichtbar werden kann, und von der einmal beschrieben ist, wie von ihr beim Unsichtbarwerden das „Grinsen ohne Katze“ noch ein Weilchen zu sehen ist:

Dass mit dem Grinsen regelmäßig nicht eitel Freundlichkeit verbunden ist, wird etwa auch beim „Umgang“ von Weiß Ferdl beschrieben, wo von den ebenfalls an der Prozession beteiligten Wittelsbacher Prinzen gesagt wird „jo wia die linsen - und freindlich grinsen - an jedan Gruaß zahl’s zruck mit Zinsen - des is bei Wittelsbauch halt so der Brauch“:

Schöne Grüße

MM

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Nein.

Das nicht mehr gebräuchliche Verb grinnen ist da offenbar mit grīnen verschmolzen, das unabhängig davon und erst eine Lautverschiebung später zu greinen wurde.

Hier, schau mal:

Schöne Grüße

MM

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Auch, wenn es hier und da eine geringfügige lokale Bedeutungsvarianten im Sprachgebrauch von „grinsen“ geben mag: Im Kontext einer Erzählung einer „jungen Frau“ halte ich das für eine abartige verbale Entgleisung.
Einzige Möglichkeit, wo es passen würde: Wenn sie von einem argen - und schließlich gelungenen - Streich erzählt hätte, den sie jemandem gespielt hatte,

Gruß
Metapher

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Danke an alle!
Gruß
Eva