Grippewelle

Hallo,

man kann jedes Jahr darauf warten, bis wieder in der Presse oder in sonstigen Medien vor der heranziehenden Grippewelle gewarnt wird.
Meine Frage ist, wo sich jedes Jahr verläßlich diese „Grippewelle“ immer entwickelt und weshalb?? Liegt es nur am Winter mit den kalten Minusgraden? Verändert sich der Entstehungsherd jedes Jahr regional? Momentan wird es scheinbar im Norden entspannter und zieht in den Süden.
Ich kann mich nicht erinnern (oder nicht mehr), daß man vor 25 oder 30 Jahren jedes Jahr vor einer Grippewelle gewarnd wurde. Natürlich gab es schon immer Grippe, aber in dieser bedrohlichen Größe glaube ich nicht. Wird überreagiert? Danke für die Antwort!

Grüsse fuerte

Hi

Letztens haben sie im Radio gesagt, dass amerikanische Forscher herausgefunden haben, dass sich die Viren wohl besonders lange in relativ trockenen, geheizten Räumen (ca 40% Luftfeuchtigkeit) halten können. Und eine sehr hohe Luftfeuchtigkeit (100%) wäre auch gut, und deswegen gäb es in den tropischen Regionen zur Regenzeit eine Grippewelle.

Ich frage mich, wie es mit diesen Faktoren steht, ob sie einen Einfluss haben:

  • trockene Luft = trockene Schleimhäute = häufiger krank
  • Immunsystem runter wegen Vitaminmangel (z.B. Vitamin D), daher auch häufiger Magendarmgrippe-Wellen im Winter
  • dauernder Wechsel zwischen warmer und kalter Umgebung bzw. Stubenhockersyndrom = Immunsystem schwach

Was es jetzt genau ist bzw. welche Kombination … keine Ahnung…

Grüße

Karana

Das liegt daran, dass es vorher keine verlässlichen Daten gab.

Die Arbeitsgemeinschaft Influenza (AGI) nahm erstmals zum Winterhalbjahr 1992/93 nahm sie ihre Arbeit auf und
begann, die Verbreitung und die Auswirkungen der Influenza in
Deutschland zu beobachten. Nach einer dreijährigen Aufbauphase
hatte das Netzwerk im Herbst 1995 die angestrebte Größe von 600
Meldepraxen erreicht. Damit entstand Deutschlands größtes und
zugleich das erste bundesweite Beobachtungssystem, das sich auf
Sentinelpraxen stützt.

Die regionalen Verteilungen in den einzelnen Jahren kannst Du Dir ab 2002/2003 sogar animiert anschauen:
http://influenza.rki.de/Saisonbericht.aspx

Schöne Grüße, Bernhard.

Ahoi.

Meine Frage ist, wo sich jedes Jahr verläßlich diese „Grippewelle“ immer entwickelt und weshalb??

Das kann überall passieren.
Grippeviren haben eine hohe Mutationsrate, und sobald sich irgendwo ein Mutant entwickelt, gegen den der menschliche Körper aus den „Erfahrungen“ der letzten Jahre kein funktionierenden Antikörper hat, bricht sie aus.
Wenn sie dann noch hochinfektiös ist (wie schnell kann man sich anstecken), dann wird aus der Welle eine Epidemie. Und je nach Schwere/Folgen der Erkrankung kann es auch eine Seuche werden.

Liegt es nur am Winter mit den kalten Minusgraden?

Nein, der macht den Viren die Sache nur einfacher, weil sich dann mehr Menschen in engen (beheizten) Räumen aufhalten, was die Ansteckungsgefahr erhöht. Beispielsweise weil viele Radfahrer doch lieber den Bus benutzen.

Ich kann mich nicht erinnern (oder nicht mehr), daß man vor 25 oder 30 Jahren jedes Jahr vor einer Grippewelle gewarnd wurde.

Das dürfte auch daran liegen, das sich durch Heilmethoden bei anderen Krankheiten der Fokus verschiebt.

Ein blödes Beispiel, aber mir fällt grade nichts besseres ein:
Denk dir eine Kleinstadt mit drei großen Kreuzungen. An der ersten gibt es 10 Unfälle im Jahr, an der zweiten 50 und an der dritten 200 Unfälle pro Jahr. Natürlich finden alle, das die dritte Kreuzung unheimlich gefährlich ist, und das man dringend was tun müsste. Also baut man eine Ampel und ist eine kurze Zeit über den Erfolg glücklich.
Aber früher oder später fangen die Leute an zu maulen, das an der zweiten Kreuzung unheimlich viel Unfälle passieren und dort Handlungsbedarf besteht - obwohl die Unfallzahlen genauso hoch liegen, wie früher - nur das man früher von der schlimmeren Kreuzung abgelenkt wurde.

In meinem Bereich (Lebensmittel) sehe ich eine ähnliche Entwicklung. Durch verschärfte Hygiene, Auflagen und strengere Gesetze spielen Lebensmittelvergiftungen durch Salmonellen mittlerweile kaum noch eine Rolle. Und daher sind jetzt die Listerien in den Mittelpunkt gerückt, obwohl die heute keinen Deut gefährlicher sind als früher. Und sobald wir die im Griff haben (geschätzt: noch zwei bis drei Jahre) wette ich meine linke Socke gegen eine Flasche Champagner, das der Camphylobacter, den jetzt noch kaum jemand kennt, in den Mittelpunkt rückt.

Natürlich gab es schon immer Grippe, aber in dieser bedrohlichen Größe glaube ich nicht. Wird überreagiert?

Ich denke nicht.
Grundsätzlich hat jede Grippe-Welle das Zeug zu einer Seuche, die Millionen Menschen töten könnte. siehe http://de.wikipedia.org/wiki/Spanische_Grippe
Heute würde so eine Epedemie durch die schnellere Verbreitung durch modernen Massenverkehrsmittel um ein vielfaches schlimmere Folgen haben.

Wenn du mal in der Videothek bist, leih dir mal den Film „Contagious“ aus, der ist erschreckend dicht an der Realität dran.

Die Frage ist nicht, ob das passieren kann - die Frage ist, wann es passieren wird.

Dazu kommt eine kaum beachtete „Nebenwirkung“.
Ich hab vor einigen Jahren irgendwo mal einen Artikel gelesen, in dem Forscher der Meinung waren, das bei einer Seuche mit einer Mortalitätsrate von „nur“ 15% die Gefahr des Zusammenbruchs unserer technisch orientierten Zivilisation bestünde. Nur durch die Tatsache, das an einzelnen Schlüsselpositionen Fachleute mit kaum ersetzbaren Spezialwissen wegsterben würden.
Stell dir nur mal vor, das Internet wurde komplett ausfallen. Was das für Folgen für Logistik, also Versorgung mit Lebensmitteln, Strom, Gas und Medikamenten hätte. Und das wird in Zukunft immer enger werden, die sind ja gerade dabei die „Ersatzleitungen“, also das Telefon abzuschaffen, weil immer mehr auf IP-Telefonie, also letztlich auch Internet, umgestellt wird.

Einen vollständigen Zusammenbruch bezweifle ich zwar, aber an den Nachwehen so einer extremen Seuche könnten durchaus mehr Menschen sterben als an der Seuche selber. Und es könnte uns um Jahre, wenn nicht Jahrzehnte zurückwerfen.

Also kein, ich glaub nicht, das da überreagiert wird.

Schönes WE (ohne Grippe)
mabuse

Hallo,
schau mal hier:

http://www.sueddeutsche.de/gesundheit/influenza-grip…

Die fast vorhersehbare Regelmässigkeit ist sicher auch auf den Fortschritt in der Medizin zurückzuführen, die Vernetzung der Informationsquellen durch das Internet und die rasche Übertragung über Kontinente hinweg hat sicherlich etwas mit der Globalisierung, der schnellen Beweglichkeit der Menschen zwischen den Metropolen zu tun.

Viele Grüße

Also kein, ich glaub nicht, das da überreagiert wird.

Hi

Der Unterschied zwischen den Epidemien früher und den möglichen bevorstehenden heute ist doch, dass wir heute über den Übertragungsweg Bescheid wissen, oder nicht?

Ich habe aber erst dieses Jahr das erste mal in der Presse davon mitbekommen, das empfohlen wird, einen Mundschutz zu tragen, wenn man trotz Grippe nach draußen muss.

Also ich finde, in Sachen Impfstoff wird total überreagiert (Lobby??) und in den wirklich einfachen Vorsorgemethoden sträubt sich das Volk noch gegen das hässliche Aussehen…

Sagen die Ärzte einem eigentlich, wenn die Grippe nachgewiesen wurde, wie man sich zu verhalten hat, damit man möglichst wenige andere Menschen ansteckt? Dürfte doch kein Problem sein oder?

Grüße

Karana

Sagen die Ärzte einem eigentlich, wenn die Grippe nachgewiesen

wurde, wie man sich zu verhalten hat, damit man möglichst
wenige andere Menschen ansteckt? Dürfte doch kein Problem sein
oder?

Hallo,

ich, 42 jahre alt, hatte bisher zweimal in meinem Leben eine Grippe.

einmal mit 21 bei der Bundeswehr, und einmal im Alter von 36 Jahren.

Mir brauchte kein Arzt zu sagen, wie ich mich verhalten musste, weil man sich gar nicht „verhalten“ kann.
Mann kann nur liegen und hoffen, daß es vorbei geht!

Seit dem glaube ich, daß eine Grippe für alte, schwache und „vorgeschädigte“ Menschen, absolut tödlich sein kann.

Liebe Grüße
Michael

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Ahoi!

Der Unterschied zwischen den Epidemien früher und den möglichen bevorstehenden heute ist doch, dass wir heute über den Übertragungsweg Bescheid wissen, oder nicht?

Ja… und?
Dafür ist die Besiedling erheblich dichter, die sozialen Kontakte wesentlich häufger und intensiver und es gibt aureichend Verkehrsmittel, die eine tödliche Krankheit potentiell in wenigen Tagen, wenn nicht Stunden rund um die ganze Welt verbreiten können.

Ich habe aber erst dieses Jahr das erste mal in der Presse davon mitbekommen, das empfohlen wird, einen Mundschutz zu tragen, wenn man trotz Grippe nach draußen muss.

Lässt eigentlich tief blicken, das sowas erst in der Presse kommen muss, oder? Das die Grippe per Tröpfcheninfektion verbreitet wird, ist (/sollte sein) Allgemeinwissen seit… 20? 30? 40? Jahren.
Natürlich ist ein Mundschutz eine elementare Maßnahme, um andere nicht anzustecken - wenn man niessen muss, bläst man nicht den ganzen Rotz meterweit durch die Luft. Bedauerlich, das unsere Intelligenz nicht ausreicht, um da alleine drauf zu kommen.

Also ich finde, in Sachen Impfstoff wird total überreagiert (Lobby??) und in den wirklich einfachen Vorsorgemethoden sträubt sich das Volk noch gegen das hässliche Aussehen…

Sag, hast du eine Versicherung? Hausrat, Rechtsschutz, Haftpflicht, Gebäude?
Reagierst du da nicht etwas über (Lobby??) - wie oft passiert denn was?
Impfungen sind wie Versicherungen - lieber eine haben und keine brauchen als umgekehrt.

Und hinterher wird immer ein Schuldiger gesucht. Entweder hat er überreagiert und ist folglich ein Scherge der Pharmalobby, oder er hat zu spät reagiert und damit überhaupt an allem Schuld.

Sagen die Ärzte einem eigentlich, wenn die Grippe nachgewiesen wurde, wie man sich zu verhalten hat, damit man möglichst wenige andere Menschen ansteckt? Dürfte doch kein Problem sein

1.) Wieviele Menschen gehen denn mit einer Grippe zum Arzt? Die meisten trinken doch erst mal Milch mit Honig und gehen weiter arbeiten, bis es wirklich schlimm wird.
2.) Wieviele Menschen halten sich denn an die Empfehlungen vom Arzt? Wieviele Menschen können es sich erlauben, den Kontakt zur Außenwelt zwei Wochen lang auf ein Minimum zu reduzieren? Oder ganz elementar: wer hat denn überhaupt genug Lebensmittel im Haus, um zwei Wochen lang nicht rauszugehen?
3.) Konstruier einfach eine Grippe (oder beliebige andere Krankheit) mit langer Inkubationszeit. In der du eine oder zwei Wochen lang ansteckend bist, ohne das die Krankheit bei dir schon (voll) ausgebrochen ist. Der „Nachweis“ der Krankheit dürfte i.A. zu spät kommen.

Natürlich verdient die Pharmaindustrie gut daran - und zurecht, so ein Impfstoff wächst ja nicht am nächsten Baum.
Ich versteh auch nicht, warum da alle mit dem Finger draufzeigen. Die Allianz hat voriges Jahr übe 5 Milliarden netto verdient, das kratzt keinen.
Der Unterschied ist: ohne Versicherung steht du im Worst Case vor den rauchenden Trümmern deines Hauses und ärgerst dich. Ohne Impfung schwebst du im Worst Case über deinem eigenen Sarg und kannst dich nicht mehr ärgern.

Ich find das Geld für Impfstoffe recht gut angelegt.

lg, mabuse

Hallo,

Ich kann mich nicht erinnern (oder nicht mehr), daß man vor 25
oder 30 Jahren jedes Jahr vor einer Grippewelle gewarnd wurde.

Die Pharmaindustrie läßt grüßen. Hat sie bei der Schweinegrippe, vor der gewarnt wurde, damals versagt und ist den Impfstoff nicht losgeworden werden jetzt ein paar Todesfälle (es können alte und schwer kranke Menschen sein) zur Panikmache mißbraucht.

Natürlich gab es schon immer Grippe, aber in dieser
bedrohlichen Größe glaube ich nicht.

Ich sehe keine Bedrohung. Kann mir jemand Zahlen dazu nennen, wieviel tausende Tote es durch die sogenannte schwere Influenza jetzt schon gab?

Karin