Grips show vom 2004-02-29 auf rtl

hallo,

vorab, hoffe nicht, dass ich schon wieder verkehrt bin. in der sendung wurde aber gesagt, dass dies, was ich hier frage, mit psychologie zu tun hat.

habt ihr die sendung gesehn?

am anfang hat ein mann von vier personen „erraten“ welchen begriff sie davor niedergeschrieben haben. er sagte, dass die betreffende person an einen bestimmten buchstaben im wort denken soll, usw.
henry maske hat das wort „erleichterung“ niedergeschrieben und denkt an ein „e“. der mann sagt ihm, dass er „erleichterung“ geschrieben hat. noch besser: kai pflaume hat das wort „salz“ gewählt. der mann meinte, dass das wort salz oder salzstreuer ist. er fragte allerdings zusätzlich, ob kai pflaume noch an ein anderes wort gedacht hat, bevor er sich für „salz“ entschied. der meinte „ja“. der mann fragte, ob es sich dabei um „ring“ handeln würde. wieder richtig!

dann im laufe der sendung gabs ein paar, von dem die frau die augen verbunden bekam und „erraten“ musste, was andere leute in der hand hielten, nachdem der mann ihr verschiedene sätze sagte, die für sie eine aufforderung dazu war, dass sie jetzt den begriff nennen sollte. beispiel: jemand hält einen schuh hoch. der mann sagt was wie: „nenn mir bitte jetzt den begriff!“ die frau sagt „schuh“. natürlich richtig.

wie geht denn so was alles bitteschön. man bekommt ja richtig angst, wenn man das sieht. selbst gedanken sind nicht mehr sicher.

wers nicht gesehen hat, sollte unbedingt ne aufnahme besorgen.

wenn mir das einer erzählen würde, ich würde es nicht glauben, aber live zu sehen (wenn auch im tv), ist schon etwas anderes.

gruß

dann im laufe der sendung gabs ein paar, von dem die frau die
augen verbunden bekam und „erraten“ musste, was andere leute
in der hand hielten, nachdem der mann ihr verschiedene sätze
sagte, die für sie eine aufforderung dazu war, dass sie jetzt
den begriff nennen sollte. beispiel: jemand hält einen schuh
hoch. der mann sagt was wie: „nenn mir bitte jetzt den
begriff!“ die frau sagt „schuh“. natürlich richtig.

wie geht denn so was alles bitteschön. man bekommt ja richtig
angst, wenn man das sieht.

Das ist relativ klar und einfach zu erklären: Der Mann hat aufgrund seines Satzbaus, der Auswahl der Wörter und Betonung, Den Pausen zwischen den Wörtern und Buchstaben eine Art verschlüsselten Code an seine Frau übermittelt. Dieser Code lässt sich eindeutig den gezeigten Artikeln (Ring, Kugelschreiber, usw.) zuordnen.
Für alle möglichen Artikel haben die beiden so Codes vereinbart. Also kein Hexenwerk, aber dennoch eine beachtliche Gedächtnisleistung…

Philip

Hallo,

habt ihr die sendung gesehn?

nur den „Gedankenmagier“. War schon beeindruckend. :smile:

Dieser Mann hat erklärt, wie es geht, u.a. über nonverbale Signale. Deshalb meinte er auch, daß man es lernen könnte, was ich mir vorstellen kann, auch wenn es - wie er ja sagte - 10 Jahre dauern würde, bis man es so gut kann wie er.

Ich denke, daß die „Gedankenmagie“ mit folgendem etwas zu tun hat:
Vor 100 Jahren gab es ein Pferd namens „Der kluge Hans“. Das Pferd konnte zählen und rechnen, indem es so häufig mit seinen Hufen scharrte, bis es bei der richtigen Zahl war, wenn es z.B. 3 + 4 rechnen sollte. Natürlich konnte das Pferd nicht wirklich zählen und rechnen. Es hat einfach nonverbale Signale seines menschlichen Gegenübers „gelesen“ und daraus „geschlossen“, wann es aufhören mußte zu scharren. Ein Psychologe namens Otto Pfungst ist diesem „Trick“ der nonverbalen Signalübermittlung auf die Spur gekommen. Das schmälert aber natürlich nicht die Leistungen des Pferdes oder des „Gedankenmagiers“.

Gruß,

Oliver Walter

Hallo „roughdiamond“,

dann im laufe der sendung gabs ein paar, von dem die frau die
augen verbunden bekam und „erraten“ musste, was andere leute
in der hand hielten, nachdem der mann ihr verschiedene sätze
sagte, die für sie eine aufforderung dazu war, dass sie jetzt
den begriff nennen sollte. beispiel: jemand hält einen schuh
hoch. der mann sagt was wie: „nenn mir bitte jetzt den
begriff!“ die frau sagt „schuh“. natürlich richtig.

wie geht denn so was alles bitteschön.

wie Du von Philipp schon erklärt bekommen hast, hat das dahintersteckende Know-How nichts, aber auch gar nichts mit „Magie“ oder „übernatürlichen Kräften“ zu tun. Es handelt sich einfach um einen Code, den zwei Personen perfekt eingeübt haben. Wenn der Code schlau konstruiert ist und man das Kunststück in so einer Show effektvoll darbietet, kann man das Publikum schon ganz schön beeindrucken.

Ich will aber noch einen anderen Aspekt ansprechen. Und zwar ging es ja darum, daß Leute aus dem Publikum darum gebeten werden, Gegenstände in die Hand zu nehmen. Frage: Was kommt alles dafür in Betracht? Unbestreitbar geht die Anzahl der Gegenstände, die so groß sind, daß man sie auf eine Handfläche legen kann, in die Millionen. Aber: Wieviele davon stehen jemandem aus dem Publikum einer solchen Show in dem betreffenden Augenblick zur Verfügung? Vielleicht ist man immer noch geneigt zu sagen „gewiß noch ganz schön viele!“, aber wenn man mal genau darüber nachdenkt, wird man zu dem Schluß kommen, daß die Anzahl gar nicht so groß, sondern im Gegenteil sogar recht begrenzt ist: Ein Schuh, ein Ring, eine Armbanduhr, ein Taschentuch, ein Schlüsselbund, ein Portemonnaie, ein Feuerzeug. In Frage käme vielleicht noch die Brosche, die Haarspange, die Halskette oder ein Ohrring der weiblichen Begleitung, aber dem steht schon eine gewisse Hemmschwelle entgegen. Ein Gebiß oder ein Hörgerät nimmt niemand heraus bzw. ab – die Hemmschwelle ist zu groß. Einen Knopf vom Anzug reißt sich auch niemand ab. Allenfalls wird jemand vielleicht noch auf die Idee kommen, die Brille von der Nase zu nehmen, oder die Krawatte auszuziehen. Aber damit hätten wir praktisch schon alles erfaßt, was ein Publikumsindividuum in diesem Moment die Hand nehmen kann! Es dürften summa sumarum nur 15 bis 20 Gegenstände sein. Eine so geringe Anzahl kann man jedoch mühelos in einen Code packen:

„Sagst Du mir [jetzt], was der Herr in der[seiner] Hand hält[hat]?“
„Bitte sag mir [jetzt], was der Herr in der[seiner] Hand hält“
„Bitte, was hält[hat] der Herr in der[seiner] Hand?“
„Was hält[hat] der Herr in der[seiner] Hand, bitte?“
„Was befindet sich in der[seiner] Hand?“
usw.

Zieht man zur Codierung auch Sprechpausen, Sprechgeschwindigkeit und Intonation heran, kann man die Methode so verfeinern, daß der Code von niemandem erkannt werden kann.

Ein schnelles Ende würde der „Spuk“ finden, wenn jemand etwa eine Zahnbürste, eine Glühbirne, einen Schraubenzieher oder eine Vogelfeder in die Hand nehmen würde, denn diese Gegenstände haben die „Hellseher“ wahrscheinlich nicht „im Repertoire“. Falls sie aber auch davor nicht kapitulieren, dann haben sie einen wirklich guten Code :smile:

man bekommt ja richtig
angst, wenn man das sieht. selbst gedanken sind nicht mehr sicher.

Don’t panic :wink:

Mit freundlichem Gruß
Martin

hi,

Falls sie aber auch davor nicht kapitulieren,
dann haben sie einen wirklich guten Code :smile:

denkbar wäre ja auch buchstaben zu kodieren. es reichen die ersten paar buchstaben, um einen gegenstand, der auf eine handfläche paßt, eindeutig zu identifizieren. jemand eine idee?

gruß
datafox

Gruß an Jasmin
Hi Martin

schön erklärt. Aber dieses Codierungssystem so weit zu verfeinern, daß sogar weibliche Vornamen (von denen es ja mehr gibt als 20 *g*) vermittelbar sind, das ist schon eine gigantische Meisterleistung. Natürlich basiert es nicht nur auf unvorstellbarer quantitativer Gedächtnisleistung, sondern auch auf Tricks - das haben die beiden ja auch gesagt.

Am bewundernswertesten fand auch ich den Gedankenleser. Denn die Menge an Wörtern, die da in Frage kamen, ist ja unermeßlich groß.

Gruß

Metapher