Hallo „roughdiamond“,
dann im laufe der sendung gabs ein paar, von dem die frau die
augen verbunden bekam und „erraten“ musste, was andere leute
in der hand hielten, nachdem der mann ihr verschiedene sätze
sagte, die für sie eine aufforderung dazu war, dass sie jetzt
den begriff nennen sollte. beispiel: jemand hält einen schuh
hoch. der mann sagt was wie: „nenn mir bitte jetzt den
begriff!“ die frau sagt „schuh“. natürlich richtig.
wie geht denn so was alles bitteschön.
wie Du von Philipp schon erklärt bekommen hast, hat das dahintersteckende Know-How nichts, aber auch gar nichts mit „Magie“ oder „übernatürlichen Kräften“ zu tun. Es handelt sich einfach um einen Code, den zwei Personen perfekt eingeübt haben. Wenn der Code schlau konstruiert ist und man das Kunststück in so einer Show effektvoll darbietet, kann man das Publikum schon ganz schön beeindrucken.
Ich will aber noch einen anderen Aspekt ansprechen. Und zwar ging es ja darum, daß Leute aus dem Publikum darum gebeten werden, Gegenstände in die Hand zu nehmen. Frage: Was kommt alles dafür in Betracht? Unbestreitbar geht die Anzahl der Gegenstände, die so groß sind, daß man sie auf eine Handfläche legen kann, in die Millionen. Aber: Wieviele davon stehen jemandem aus dem Publikum einer solchen Show in dem betreffenden Augenblick zur Verfügung? Vielleicht ist man immer noch geneigt zu sagen „gewiß noch ganz schön viele!“, aber wenn man mal genau darüber nachdenkt, wird man zu dem Schluß kommen, daß die Anzahl gar nicht so groß, sondern im Gegenteil sogar recht begrenzt ist: Ein Schuh, ein Ring, eine Armbanduhr, ein Taschentuch, ein Schlüsselbund, ein Portemonnaie, ein Feuerzeug. In Frage käme vielleicht noch die Brosche, die Haarspange, die Halskette oder ein Ohrring der weiblichen Begleitung, aber dem steht schon eine gewisse Hemmschwelle entgegen. Ein Gebiß oder ein Hörgerät nimmt niemand heraus bzw. ab – die Hemmschwelle ist zu groß. Einen Knopf vom Anzug reißt sich auch niemand ab. Allenfalls wird jemand vielleicht noch auf die Idee kommen, die Brille von der Nase zu nehmen, oder die Krawatte auszuziehen. Aber damit hätten wir praktisch schon alles erfaßt, was ein Publikumsindividuum in diesem Moment die Hand nehmen kann! Es dürften summa sumarum nur 15 bis 20 Gegenstände sein. Eine so geringe Anzahl kann man jedoch mühelos in einen Code packen:
„Sagst Du mir [jetzt], was der Herr in der[seiner] Hand hält[hat]?“
„Bitte sag mir [jetzt], was der Herr in der[seiner] Hand hält“
„Bitte, was hält[hat] der Herr in der[seiner] Hand?“
„Was hält[hat] der Herr in der[seiner] Hand, bitte?“
„Was befindet sich in der[seiner] Hand?“
usw.
Zieht man zur Codierung auch Sprechpausen, Sprechgeschwindigkeit und Intonation heran, kann man die Methode so verfeinern, daß der Code von niemandem erkannt werden kann.
Ein schnelles Ende würde der „Spuk“ finden, wenn jemand etwa eine Zahnbürste, eine Glühbirne, einen Schraubenzieher oder eine Vogelfeder in die Hand nehmen würde, denn diese Gegenstände haben die „Hellseher“ wahrscheinlich nicht „im Repertoire“. Falls sie aber auch davor nicht kapitulieren, dann haben sie einen wirklich guten Code 
man bekommt ja richtig
angst, wenn man das sieht. selbst gedanken sind nicht mehr sicher.
Don’t panic 
Mit freundlichem Gruß
Martin