größeres Netzwerk einrichten

Hallo!

Ich will dieses Jahr noch ein mehr oder weniger großes Netzwerk errichten und hab da ein paar Fragen.
Ich würde ein LAN Kabel vom Router im Haus durch die Wiese in ein Nebengebäude legen (Entfernung 70-80 Meter). Dort einen Switch und einen WLAN Access Point montieren.
Vom Switch nochmals ein Kabel in das Haus Nummer 2 legen (Entfernung 70 Meter).
Nun. Ich werde mir 2, 100 Meter lange Kabeln kaufen, damit sie auch wirklich lang genug sind.
Was ist besser? CAT5e oder CAT6. Gibt es von den Steckern her keine Unterschiede zwischen den Kabeltypen (sind beide RJ-45 und mit jedem Switch kompatibel)?
Ist es möglich einfach normal über die Leitung surfen zu können?
Danke euch schon im Vorraus.

MfG
Stefan

Vom Switch nochmals ein Kabel in das Haus Nummer 2 legen
(Entfernung 70 Meter).

Und da dann noch weiter verkabeln…

Keine gute Idee, denn du könntest in die Nähe der maximalen Länge einer Broadcastdomäne kommen. Entweder Router dazwischen, oder nimm Glasfaser zum zweiten Haus und verbinde es mit dem Hauptstandort direkt. Besser wäre es sogar, für beide langen Strecken Glasfaser zu nehmen, der Meter Erdkabel mit 4 oder 8 Adern (brauchst nur zwei, aber Reserveadern sollte man unbedingt gleich mit einplanen!) kostet auch nicht die Welt und spleißen machen Firmen heute für wenig Geld.
Spätestens bei Gigabit oder 10-Gigabit-Netzwerken wir es mit Kupfer sowieso lustig, lieber gleich Glasfaser.

Keine gute Idee, denn du könntest in die Nähe der maximalen
Länge einer Broadcastdomäne kommen.

Warum? Die Specs nennen 100 Meter pro Strang, und die sind das Minimum (auch wenn ich nicht darüber hinausgehen würde). Sein Plan sollte aufgehen.

Über ein 10GB-Netz würde ich dann nachdenken, wenn es so weit ist.

Gruß,
Stefan

Keine gute Idee, denn du könntest in die Nähe der maximalen
Länge einer Broadcastdomäne kommen.

Warum? Die Specs nennen 100 Meter pro Strang, und die sind das
Minimum (auch wenn ich nicht darüber hinausgehen würde).

Du vergißt, daß es nicht nur auf die Länge eines Stranges ankommt, sondern auf die Gesamtlänge aller Stränge!
Die Strecke Host1 - Innenverkabelung - Switch - 70m - Switch - 70m - Innenverkabelung - Host2 darf nicht mehr als 205m ergeben, sonst steigt das RTD auf mehr als 5,12ms. Einige Host könnten also Probleme bekommen, miteinander zu kommunizieren, je nachdem wie viele Switches und Meter noch bei den Innenverkabelungen draufgehen. Wickelt er die 140m mit Glasfaser ab, hat der dank fast Lichtgeschwindigkeit der Übertragung einen wesentlich größeren Puffer.

Bist Du sicher, daß Du nicht broadcast domains mit collision domains verwechselst? Das RTD ist imho nur innerhalb einer collision domain relevant. Die Gesamtlänge aller Segmente spielt also nur eine untergeordnete Rolle, auch (insgesamt) mehrere hundert Meter sind da erfahrungsgemäß überhaupt kein Problem.

Bei seinem Setup würde übrigens sogar 10GE über Kupfer funktionieren.

Gruß,

Malte

Danke für die schnelle Antwort!

Ich weiss jetzt noch immer nicht ob ich CAT5e, CAT6 oder Glasfaserkabeln nehmen soll.

HILFE!

lg. stefan

Bist Du sicher, daß Du nicht broadcast domains mit collision
domains verwechselst? Das RTD ist imho nur innerhalb einer
collision domain relevant. Die Gesamtlänge aller Segmente
spielt also nur eine untergeordnete Rolle, auch (insgesamt)
mehrere hundert Meter sind da erfahrungsgemäß überhaupt kein
Problem.

Kollisionsdomäne - ja. Aber: Wenn man keine Router verwendet (womit Signallaufzeiten unwichtig(er) werden), müssen alle Endgeräte in einem Netz miteinander kommunizieren können, also die 512 Bitzeiten Slottime einhalten = 5,12µs bei 100Base-TX. Grob ausgerechnet:
Host1 100 Bits
Verkabelung im Haus1 - unbekannt, sagen wir mal 50m -> 55 Bits
Switch1 (Class-2 Repeater) - max. 92 Bits
Lange Verbindung1 70m - 77 Bits
Switch2 (Class-2 Repeater) - max. 92 Bits
Lange Verbindung2 70m - 77 Bits
Verkabelung Haus3 - unbekannt, sagen wir mal 50m -> 55 Bits
Host2 100 Bits
Macht zusammen: 100+55+92+77+92+77+55+100 = 648 Bits, was viel zu groß ist, max. sind 512 Bits erlaubt. Nun kann man natürlich argumentieren, daß moderne Switches weniger als 92 Bits verbraten, Hosts auch nicht mehr so lahm sind, man Vollduplex fährt usw. und man wird vermutlich unterhalb der 512 Bits landen, aber das ist dann doch eher im Bereich Glück.
Nimmt man aber Glasfaser (am besten gleich Singlemode) für die 140m, verringert sich die Bitzeit erheblich, da Glasfaser zum einen schneller ist und zum anderen ein Repeater dazwischen wegfällt. Außerdem ist man für 10GBit und 40GBit auch auf der sicheren Seite (Kupfer: 55m CAT 6e bei 10GE und 10m bei 40GE).

Und wenn ich mich verrechnet hab - hier sind 32°C…

Bist Du sicher, daß Du nicht broadcast domains mit collision
domains verwechselst? Das RTD ist imho nur innerhalb einer
collision domain relevant. Die Gesamtlänge aller Segmente
spielt also nur eine untergeordnete Rolle, auch (insgesamt)
mehrere hundert Meter sind da erfahrungsgemäß überhaupt kein
Problem.

Kollisionsdomäne - ja. Aber: Wenn man keine Router verwendet
(womit Signallaufzeiten unwichtig(er) werden), müssen alle
Endgeräte in einem Netz miteinander kommunizieren können, also
die 512 Bitzeiten Slottime einhalten = 5,12µs bei 100Base-TX.

Switch = Full Duplex = kein CSMA/CD = RTD irrelevant

Oder nicht?

Gruß,

Malte

PS: Ich würde - sofern finanzierbar - über solche Strecken auch stets Glasfaser bevorzugen. Allerdings halte ich Single Mode hier für Overkill und aufgrund der erheblich höheren Kosten (mindestens doppelt so teuer!) Multimodefasern und die entsprechenden Optiken für ausreichend. Wir reden ja über 100m, nicht 100km.

Switch = Full Duplex = kein CSMA/CD = RTD irrelevant

Oder nicht?

Ja, hab ich ja auch einschränkend gesagt, aber man weiß ja eh nie, was da so alles an ein Netzwerk geklemmt wird…
Irrelevant ist es aber nicht! Nur erhöhen sich die maximal möglichen Strecken erheblich, hab das letzt hier im Forum mal ausgerechnet, waren so Ecke 450m für 100Base-TX.

PS: Ich würde - sofern finanzierbar - über solche Strecken
auch stets Glasfaser bevorzugen. Allerdings halte ich Single
Mode hier für Overkill und aufgrund der erheblich höheren
Kosten (mindestens doppelt so teuer!) Multimodefasern und die
entsprechenden Optiken für ausreichend. Wir reden ja über
100m, nicht 100km.

Vorsicht. Bei 10GE und 40GE wird es mit Multimode schon wieder ziemlich eng, und Glasfaser verbuddelt man nicht alle paar Jahre neu. Mit 10GBase-LRM (Multimode, 1310 nm) sind das so Ecke 100m, bei Singlemode 10(LR)-40(ER)km, und Singlemode Erdkabel kosten echt nicht mehr viel, 1x4 9/125µ so Ecke 50 Cent/Meter + 150.- für 2x E2000 APC. Mit Spleißboxen kostet da eine 140m-Strecke unter 500.-
100MBit-Konverter sind auch nicht mehr so teuer, und bei GBICs kann man im OEM-Bereich (sind eh alle gleich…) auch kräftig sparen. Ich würde heute keine Multimode mehr verbuddeln, in house ist das noch was anderes.

PS: Ich würde - sofern finanzierbar - über solche Strecken
auch stets Glasfaser bevorzugen. Allerdings halte ich Single
Mode hier für Overkill und aufgrund der erheblich höheren
Kosten (mindestens doppelt so teuer!) Multimodefasern und die
entsprechenden Optiken für ausreichend. Wir reden ja über
100m, nicht 100km.

Vorsicht. Bei 10GE und 40GE wird es mit Multimode schon wieder
ziemlich eng, und Glasfaser verbuddelt man nicht alle paar
Jahre neu.

Mit 10GBase-LRM (Multimode, 1310 nm) sind das so Ecke 100m,

Laut Standard 220m. SR liefert bis zu 300m und ist AFAICS günstiger.

bei Singlemode 10(LR)-40(ER)km,

Du vergisst die ZR-Optiken (ja, kein Standard, de facto aber schon) mit ~80km Reichweite.

und Singlemode
Erdkabel kosten echt nicht mehr viel, 1x4 9/125µ so Ecke 50
Cent/Meter + 150.- für 2x E2000 APC. Mit Spleißboxen kostet da
eine 140m-Strecke unter 500.-

Das teure daran sind die Optiken, eine LR-Optik kostet wie gesagt ungefähr das doppelte einer SR-Optik.

Vom Fachsimpeln abgesehen entfernen wir uns aber damit schon arg weit von der Ursprungsfrage :smile: Realistisch wird dem Fragesteller wohl Kupfer reichen :wink:

Gruß,

Malte

Danke für die schnelle Antwort!

Ich weiss jetzt noch immer nicht ob ich CAT5e, CAT6 oder
Glasfaserkabeln nehmen soll.

HILFE!

Tja, das ist u.a. auch eine Budget-Frage. Wenn Du ein wenig Geld dafür in die Hand nehmen kannst, nimm Glasfaser. Wenn nicht, nimm Kupfer, dann aber Cat7 - ist auch nicht mehr wirklich teurer als Cat5e/Cat6, aber zukunftssicherer.

Gruß,

Malte

Moin,

Nun. Ich werde mir 2, 100 Meter lange Kabeln kaufen, damit sie
auch wirklich lang genug sind.

Es gibt für so etwas keine fertigen Kabel. Du musst Dir Meterware kaufen.

Was ist besser? CAT5e oder CAT6.

Je höher die Zahl hinter dem „Cat“, desto „besser“ das Kabel.

Gibt es von den Steckern her
keine Unterschiede zwischen den Kabeltypen (sind beide RJ-45
und mit jedem Switch kompatibel)?

Kaufe Dir Cat6 oder Cat 7 Erdkabel. An die jeweiligen Enden kannst du eh keine Stecker machen - da müssen Dosen bzw. Patchpanels dran.

Allerdings würde ich so was auch nur mit Glasfaser-Komponenten machen. Besonders die unterschiedlichen elektrischen Gebäudepotentiale können bei Kupferverbindungen Bauchschmerzen verursachen…

Und nebenbei würde ich das von jemand machen lassen, der sich auskennt und auch die entsprechenden Messgeräte hat. Alleine wenn ich mir vorstelle, einen 60cm tiefen Graben über fast 100 Meter ziehen zu müssen - viel Spaß!

Gruß
Stefan

Allerdings würde ich so was auch nur mit Glasfaser-Komponenten
machen. Besonders die unterschiedlichen elektrischen
Gebäudepotentiale können bei Kupferverbindungen Bauchschmerzen
verursachen…

Das sowieso, zwischen den Erdungen kann man wahrscheinlich 'ne Straßenlaterne betrieben… :wink:
Naja, nicht ganz, aber bis zu 60V hab ich da schon gemessen.

Tja, das ist u.a. auch eine Budget-Frage. Wenn Du ein wenig
Geld dafür in die Hand nehmen kannst, nimm Glasfaser. Wenn
nicht, nimm Kupfer, dann aber Cat7 - ist auch nicht mehr
wirklich teurer als Cat5e/Cat6, aber zukunftssicherer.

Weil CAT7 ja so billig ist… :smiley: Da kostet der Meter auch 'nen Euro, also sogar teurer als Singlemode. Und GBICs (LX/LC) von Finisar o.ä. werden bei eBay für wenig Geld verscherbelt.

Und wo steckst Du die GBICs rein? Entsprechende Geräte kosten ja auch wieder Geld.

.m

Und wo steckst Du die GBICs rein? Entsprechende Geräte kosten
ja auch wieder Geld.

Jede Mittelklasseswitch (D-Link etc.) hat heute mind. 2 Steckplätze, z.B.
http://www.dlink.com/products/?pid=324
Straßenpreis um die 200.-

Hallo!

Danke für eure Antworten!
Ob ich glasfaser oder Kupfer nehmen soll muss ich mir noch überlegen. Ich hab nur noch eine Frage zu CAT7: Ist der Typ mit den RJ-45 Steckern kompatibel oder muss ich mir da die entsprechenden Adapter dazukaufen.

Stefan

Ob ich glasfaser oder Kupfer nehmen soll muss ich mir noch
überlegen. Ich hab nur noch eine Frage zu CAT7: Ist der Typ
mit den RJ-45 Steckern kompatibel oder muss ich mir da die
entsprechenden Adapter dazukaufen.

Hö?

Keine Ahnung, was du nu genau meinst, aber versuch erst gar nicht, auf PIMF-Kabel 'nen Stecker draufzucrimpen…
PIMF/CAT-7 werden, wie alle anderen Verlegekabel auch, in entsprechenden Patchfeldern aufgelegt (LSA), notfalls tut’s natürlich auch eine AP-Dose o.ä.
Außerdem: Wenn schon buddeln, dann ein Leerrohr o.ä. legen oder mind. mal 2 Leitungen zwecks Redundanz ziehen.