'Große' Kinder + Baby

Hallo,

unsere Kinder sind 6 und 10 Jahre alt, beide Mädchen. Wir möchten aber gerne noch einen oder auch zwei Kinder, bis jetzt fehlte irgendwie die Zeit. Jetzt zwar auch noch, aber in 2 Jahren könnte ich mir das gut vorstellen. Habt ihr Erfahrungen gemacht wie das ist mit so unterschiedlich alten Kindern? Die beide sind natürlich total begeistert, wenn wir davon sprechen, aber die stellen sich eher so ein Baby „zum Spielen“ vor, ist ja auch verständlich. Werden die in diesem Alter noch eifersüchtig, denn dann ist ja erstmal wieder Schluß mit einigen Veranstaltungen, die wir jetzt gerne unternehmen, man ist wieder in einigen Sachen „gebunden“ und auch die Zeit für sie wird knapper… Wie fühlt man sich als Eltern, wenn man „Kinderkriegen“ wieder von vorne anfängt? Ich meine, das ist so gut wie beschlossene Sache, trotzdem möchte ich ein paar Meinungen hierzu hören.

Danke für eure Erfahrungen
Gruß
ajlav

Hallo ajlav,

mein Bruder ist zwei Jahre älter, meine Schwester zehn Jahre jünger.

Also in etwa Deine Konstellation.

Probleme gabs eigentlich keine, zumal unsere Eltern uns eher selten als ‚Hilfserzieher‘ genutzt haben.

Was andererseits wohl passiert ist, war, daß meine Schwester mehr oder weniger ein Einzelkind wurde, mit uns großen Brüdern als ‚Onkel‘.
Wir beiden großen hatten völlig andere Interessen und erst seit wenigen Jahren sind meine Schwester und ich uns in dieser Hinsicht näher gekommen.

Wenn Du zwei weitere Kinder planst, kriegst Du wohl zwei ‚Fraktionen‘ die sich aber wahrscheinlich genausowenig zu sagen haben. (Onkel/Tante auf der einen Seite und Neffen/Nichten auf der anderen).

Gandalf

10 Jahre Unterschied
Hallo ajlav,

zu der Sechsjährigen kann ich nix sagen, aber unsere Große war 10, als Joshua kam (sie ist die Tochter meines Mannes aus erster Ehe, drum der Unterschied.

Das klappt wunderbar! Natürlich - echte „Geschwister“ sind die beiden nicht, eher eine kleine Mami. Das Geschwisterleben mit zanken und aneinander-wachsen ist nicht so da. Aber die beiden verbringen wirklich viel Zeit miteinander. Ja, der Kleine war für sie in der Babyzeit wie eine lebendige Babypuppe - aber wieso auch nicht?

Gebt den beiden altersgemäß so viel Verantwortung dfürs Baby, wie es nur geht. Wickeln, füttern, Spazierenfahren, rumtragen - je mehr, desto besser, desto mehr werden sie es als „ihr“ Baby erfahren.

Ich würde Anna heute jederzeit alleine mit Joshua lassen. Sie schmusen zusammen, sie liest ihm vor, sie spielen zusammen draußen - die beiden lieben sich innig.

Macht es! :smile:

Liebe Grüße,
Nike

Wie fühlt man sich als Eltern, wenn man
„Kinderkriegen“ wieder von vorne anfängt?

Mein Erleben: die positiven Emotionen gegenüber dem Baby sind im Vergleich zu früher nicht ganz so tief, die negativen kommen gar nicht.

Gruß

Pavel

Hallo,
ich kann aus beiden Blickwinkeln berichten.
Ich habe eine 10 Jahre jüngere Schwester. Ich habe sie geliebt, gerne mit ihr gespielt, auf sie aufgepasst. Allerdings sind wir beide als zwei Einzelkinder ausgewachsen, und erst seit einigen Jahren uns wirklich als Geschwister näher gekommen (seitdem auch sie eine Familie hat).
Meine Kinder haben auch einen Abstand von 11 Jahren. Allerdings kümmert sich hier der Große nicht so sehr um seinen kleinen Bruder (ob es am Geschlecht liegt?), es geht lieber seine eigenen Wege.
Als Mutter empfinde ich den Abstand als sehr stressfrei, man kann sich eben sehr intensiv um den Kleinen kümmern, weil der Ältere selbständig ist. Aber es war auch eine Umstellung für uns Eltern - nochmal die durchwachten Nächte, keine Freizeit für uns usw., es war alles nochmal von vorn und wie „neu“. Aber ich möchte es nicht missen!

Beatrix

Hallo ajlav,

unsere Kinder sind 6 und 10 Jahre alt, beide Mädchen. Wir
möchten aber gerne noch einen oder auch zwei Kinder, bis jetzt
fehlte irgendwie die Zeit. Jetzt zwar auch noch, aber in 2
Jahren könnte ich mir das gut vorstellen.

verstehe ich richtig, dass Deine Mädchen dann 8 un 12 Jahre sein werden?

Werden die in diesem Alter noch
eifersüchtig, denn dann ist ja erstmal wieder Schluß mit
einigen Veranstaltungen, die wir jetzt gerne unternehmen, man
ist wieder in einigen Sachen „gebunden“ und auch die Zeit für
sie wird knapper…

Ich kann zwar nicht aus solcher Familienkonstellation berichten, aber ab etwa 9 Jahren fing meine Tochter sowieso an, manches lieber mit Freundinnen zu machen als mit mir. Also sehe ich da wenig Gefahr, dass die Großen sauer auf die Kleinen sind wegen verpasster Veranstaltungen. Vielleicht sind sie sogar froh, wenn sie dann alleine dürfen , weil die Eltern mit den Kleinen so beschäftigt sind…

Gruß, Karin

Hallo!

Ich berichte hier als Sandwichkind:
Ich war 8, meine Schwetser 11, als mein Bruder geboren wurde (ungeplant, wir konnten unsere Meinung also vorher nicht äußern). Anfangs war es sehr niedlich, aber irgendwie kam ich dann nicht mehr damit klar. Zum einen fühlte ich mich immer benachteiligt, weil meine große Schwester alles zuerst tun durfte: Allein ins Ferienlager fahren, sich mit Freunden treffen, eher für die Schule lernen usw. Mein Bruder war das Nesthäkchen und der Stammhalter. Ich hatte immer das Gefühl, er darf einfach alles.
Besonders schlimm wurde es dann, weil wir eine belastende Zeit erlebten (familiäre Krankheiten, Hausbau, Arbeitslosigkeit etc.). Meine Eltern standen unter Strom, meine Schwester war auf dem Gym und brauchte Zeit zum Lernen, also musste ich immer zum Kiga, die Nachmittage zu Hause auf den kleinen aufpassen und so weiter. Dazu kam, dass ich ein sehr emotionales und leicht aus der Ruhe zu bringendes Kind (und vor allem Pubertierender) war - ich will nicht sagen, ich hätte es gehasst, aber ich hatte zu dieser Zeit meinen kleinen Bruder echt nicht so sehr gern. Wohl doch die Eifersucht.
Aber als er dann selbst in die Schule kam, seine eigenen Freunde hatte, ich auch aufs Gym ging und dann auch abends öfter wegging, hat sich das alles entspannt.
Jetzt sind meine Schwester und ich schon längere Zeit ausgezogen und haben ein super Verhältnis zu unserem „Kleinen“ (der mittlerweile 14 und einiges größer ist als wir). Außenstehende sagen, er werde aufgezogen wie ein Einzelkind, was ich auch meinen Eltern nicht verdenken kann, schließlich sind wir anderen weit weg von zu Hause. Allerdings kommt er uns in den Ferien besuchen, ruft uns an, fragt um Rat, freut sich, wenn wir da sind. Ich glaube, er ist ganz zufrieden mit der Situation ;o)
Was er mir vielleicht genützt hat ist, dass meine Eltern nie auf die Idee gekommen sind, sich an mich zu klammern, als es daran ging, dass auch ich direkt nach der Schule ausziehe. Ich hoffe für meinen Kleinen, dass auch er diesen Stress, wie ihn viele Jüngste erleben, nicht erleben muss. Aber vielleicht kommt ja doch noch einmal unverhofft Nachwuchs? Denn ich glaube, der Gedanke, dass kein Kind mehr im Haus rumrennt, gefällt meinen Eltern gar nicht. Oder warum fragen die uns ständig, wann sie denn endlich Großeltern werden!?! *ggg*

So, das waren meine Ausführungen. Ich denke heute, dass mich meine Eltern nicht wirklich benachteiligt haben. Ich denke, dass ich ein sehr verantwortungsvoller Mensch dadurch geworden bin und mir Sachen wie Pünktlichkeit und Organisationsfähigkeit wesentlich näher gebracht wurden. Aber wenn ich jetzt mit Abstand von einigen Jahren darüber nachdenke, tut mir fast mein Brüderchen leid, wie er manchmal unter mir leiden musste. Ich glaube, ich muss mich mal entschuldigen…

Grüße und viel Glück!

Hallo,

ich selbst bin 11 Jahre jünger als mein Bruder. Meine Eltern hatten sich bewusst für diesen Altersabstand entschieden, weil sie der Meinung waren, nur so jedem von uns genug Aufmerksamkeit widmen zu können.

Als es darum ging, einen Namen für mich auszusuchen, durfte mein Bruder entscheiden. Na ja, d.h., meine Eltern hatten ein Vetorecht, von dem sie auch Gebrauch gemacht hatten *gg*, aber alles in allem durfte er da halt durchaus mitentscheiden.

So wirklich kann ich mich an meine Kleinkindzeit nicht mehr erinnern. Es war wohl so, dass mein Bruder schon das eine oder andere Mal auf mich aufpassen, mich spazieren führen etc. musste, immerhin waren meine Eltern ohne Unterbrechung Vollzeit tätig. Aber er hatte halt auch sehr viele Freiheiten und ich glaube nicht, dass ihn meine Anwesenheit zu sehr eingeschränkt hat.

Als ich schon etwas älter war, fand ich ihn ziemlich nervig, weil sein „Humor“, mich durchzukitzeln oder mir ein Bein zu stellen (er hat mich dabei festgehalten, dass ich nicht hinfalle) u.ä. nicht so ganz mein Ding war. Aber das hängt wohl auch damit zusammen, dass wir vom Charakter her sehr unterschiedlich sind.

Später, als ich in der Pubertät war, fand ich es ganz toll, dass er mich ab und zu mit seinen Freunden, die allesamt älter als ich waren, mitgenommen hat, wenn sie was unternommen hatten.

Heute hat er seine eigene Familie, ich besuche ihn ab und zu, verstehe mich sehr gut sowohl mit ihm als auch mit seiner Frau, frage auch mal um Rat oder helfe bei der Kinderbetreuung aus (so schließt sich der Kreis :wink:). Alles in allem verstehen wir uns sehr gut.

Liebe Grüße,
Anja

Vielen Dank für eure Berichte…
… also doch durchaus positive Erfahrungen

Gruß
ajlav