"große Toiletten" - Fremdwörter

Hallo zusammen, die Herkunft des Wortes Toilette (Morgentoilette, schlussendlich das Tuch, auf dem die Kämme liegen) ist mir bekannt.

Ich las jüngst einen französischen Krimi von Boileau/Narcejac “Tote sollen schweigen” von 1952.

Es heißt: “Sie war zwar nicht gläubig, aber schließlich ist sie immer in die Messe gegangen - am liebsten zum Hochamt. Schon wegen der Orgelmusik und der großen Toiletten.”

Ich bin mir nicht 100%-ig sicher, was mir der Übersetzer mitteilen will. Eventuell die Beflaggung?

Danke.

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Hallo,

siehe Duden - Bedeutung 1. b):

Damenkleidung, besonders für festliche Anlässe

Gruß
Kreszenz

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Servus,

zur Ergänzung noch, wie das Wort bei Nachbars, wo es herstammt, zur heutigen Verwendung gekommen ist - im „Petit Robert“ recht hübsch beschrieben:

Wörtlich ist (verkleinert von toile = Stoff, Tuch) eine toilette ein kleines Stück Stoff, das zum Einpacken (und auch darauf Ausbreiten und Zeigen) von Waren von Hausierern und Markthändlern verwendet wurde. Ende des 16. Jahrhunderts wird daraus der Bestand an Schminksachen und Schmuck abgeleitet, der im Kabinett einer Dame auf einem Tischchen auf einer toilette ausgebreitet liegt, und dann auch das Tischchen selbst; im 18. Jahrhundert dann nicht nur das Schminken, sondern auch insgesamt das Anziehen und die Art, wie sich eine Dame kleidet (eine Verzweigung des Worts) und im 19. Jahrhundert - abgeleitet von dem Kabinett, in dem das Schminktischchen steht, von dem man eben grade noch „sprechen darf“ der Bade- und Waschraum und von dort aus dann auch die Toilette im heutigen Gebrauch, eine von unzähligen Umschreibungen im Zuge der Tabuisierung von allen intimen Angelegenheiten.

So kommt es, dass ein Abendkleid und ein Klosett auf das gleiche Stück Stoff zurückgehen.

Schöne Grüße

MM

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Wie einst → hier in diesem Brett schon einmal dargestellt, ranken sich um das Boudoir (= der private Raum der Hausherrin), sein Interieur und seine Requisien auch allerlei etymologische bzw. rhetorische Kunststücke. Insbesondere eben die regelrechte Kaskade von Metonymien - genauer: Synekdochen - um das besagte kleine Tüchlein, la toilette. Das sind übrigens alles keine etymologischen „Ableitungen“ (wie im „Petit Robert“-Zitat von @Aprilfisch) , sondern Beispiele für eines der ältesten rhetorischen Stilmittel: Das Tüchlein Synekdoche für den Tisch. Dann der Tisch für den Raum. Dann Raum plus Tisch für die Angelegenheiten der Lady darin und daran: Schmuck, Requisiten, Makeup, Parfum (l’eau de toilette), das Ankleiden selbst (faire sa toilette). Dann der Raum für die exquisite Form der Kleidung als solcher. Dann die Kleidung für das gesellschaftliche Ritual z.B. in Oper und Theater: „la grande toilette“.

Zu den Synekdochen und Metonymien aus dem Boudoir trugen nicht nur französische Traditionen bei: engl. „closet“ ist der Kleiderschrank im Boudoir. In diesem Fall darüberhinaus nicht als Metonymie verwendet, sondern als Periphrase für das „Klo“. Denn auch der dazugehörige „Stuhl“ befand sich oft im Boudoir. Der „vanity table“ ist der Toilettentisch, zu dem unverzichtbar, sogar als Hauptbestandteil, der „vanity mirror“ gehört, der Toilettenspiegel. Beides wesentliches dramturgisches Mittel in der frühen Filmhistorie (auch dazu mehr im o.g. Link).

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  • Heiligsblechle, jetz sag i niats meh.

Grand chapeau!

MM