Gründe Haushaltsdefizit 2003/2004

Hallo,
kann mir jemand die Gründe für das Hohe Haushaltsdefizit in Deutschland sagen?

Hallo,
kann mir jemand die Gründe für das Hohe Haushaltsdefizit in
Deutschland sagen?

Hallo,

Neue Schulden, Altschulden, Zinsen, keine Tilgung.

Zu wenig Steuereinnahmen, zu hohe Sozialausgaben, zu viele durch Gesezte auferlegt Zahlungsverpflichtungen.

Unfähige Politiker.

Such Dir was aus.

Gruss

Andreas

Ich nehme alles! Klingt plausibel :o)

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Hi,

Neue Schulden, Altschulden, Zinsen, keine Tilgung.
Zu wenig Steuereinnahmen, zu hohe Sozialausgaben, zu viele
durch Gesezte auferlegt Zahlungsverpflichtungen.
Unfähige Politiker.

ich erhöhe um unrealistische Planungen bzgl. Steuereinnahmen und Wirtschaftswachstum.

Gruß,
Christian

Hallo,

wenn wir als Laien das wissen - wissen die Politiker das nicht ? Und wenn sie es doch wissen, warum handeln sie nicht danach ?

Die Welt ist voller Rätsel.

Gruss

Andreas

Ich bezweifle, dass die Planungen unrealistisch waren, viel mehr wurde es eben wie immer der Öffentlichkeit auf eine andere Art dargestellt.

Im Jahr 2003/2004 wollte der Staat eben nicht durch Senkung der Staatsausgaben kurzfristig die Produktion weiter senken.
Sondern durch erhöhte Staatsausgaben, den Anpassungsprozess zum natürlichen Produktionsniveau zu beschleunigen.
Da dies mittelfristig keine Lösung ist (aufgrund der Neutralität des Geldes), werden momentan mittelfristig bis langfristige Reformen gestartet (wie z.B. Hartz 4) um das Budgetdefizit abzubauen und das natürliche Produktionsniveau zu erhöhen.

Und immer von der Unfähigkeit der Politiker zu sprechen, ist nicht richtig. Hinter jedem Minister stehen Ministerien mit vielen qualifizierten Beamten.

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Genau, du würdest das ja alles besser machen.

Einfach keine Schulden mehr machen, das ganze Sozialgesülze abschaffen, einfach mal kurz tilgen und allen Menschen einen Arbeitsplatz schenken.

Oder noch leichter! Warum druckt Deutschland nicht einfach noch 100 Milliarden € in Geldscheinen und verteilt sie unter den Bürgern, dann hätten alle genug Geld und die Wirtschaft würde (aufgrund der hohen Nachfrage) unendlich boomen. Diesen Multiplikatoreffekt könnte man nutzen um Deutschland zur leistungsstärksten Volkswirtschaft der Welt zu machen.

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Gruß,
Christian

Ich bezweifle, dass die Planungen unrealistisch waren, viel
mehr wurde es eben wie immer der Öffentlichkeit auf eine
andere Art dargestellt.

http://www.welt.de/daten/2002/06/20/0620de339394.htx

Also ich finde da schon ein paar unsittliche Annahmen.

http://www.welt.de/data/2004/06/22/295088.html

Im Jahr 2003/2004 wollte der Staat eben nicht durch Senkung
der Staatsausgaben kurzfristig die Produktion weiter senken.
Sondern durch erhöhte Staatsausgaben, den Anpassungsprozess
zum natürlichen Produktionsniveau zu beschleunigen.

Was zwar noch nie geklappt hat, aber anscheinend immer wieder einen Versuch wert ist.

Da dies mittelfristig keine Lösung ist (aufgrund der
Neutralität des Geldes), werden momentan mittelfristig bis
langfristige Reformen gestartet (wie z.B. Hartz 4) um das
Budgetdefizit abzubauen und das natürliche Produktionsniveau
zu erhöhen.

Was Hartz IV für die Staatskassen bringt, wird sich noch herausstellen. Es wäre nicht die erste Sparmaßnahme, die am Ende Geld effektiv kostet. Man denke nur an den letzten traurigen Versuch mit der Vermögensteuer.

Und immer von der Unfähigkeit der Politiker zu sprechen, ist
nicht richtig. Hinter jedem Minister stehen Ministerien mit
vielen qualifizierten Beamten.

Das habe ich lange Zeit auch gedacht. Inzwischen habe ich da aber ernsthafte Zweifel, denn wenn die alle so furchtbar qualifiziert sind, warum arbeiten die a) nicht dort, wo man Geld verdient und wieso kommt da b) in letzter Zeit soviel Murks bei raus? In dem Zusammenhang möchte ich nur an die völlig mißlungenen Senkung der Körperschaftsteuer 2000/2001 erinnern, die die Gemeinden aufgrund einer fehlenden Übergangsregelung 20 Mrd. Euro (oder waren es nur D-Mark…) gekostet hat. Ein anderer Knüller war die katastrophale Neuregelung des § 8a KStG http://www.systems-world.de/id/8224/CMEntries_ID/49961

Nur zwei Beispiele dafür, daß es mit der Qualifikation der zweiten, dritten und vierten Garde in Berlin auch nicht so weit her sein kann.

Gruß,
Christian

Hallo,

Und immer von der Unfähigkeit der Politiker zu sprechen, ist
nicht richtig. Hinter jedem Minister stehen Ministerien mit
vielen qualifizierten Beamten.

jetzt wirfst Du auf einmal Politiker und Beamte in einen Topf. Nach fast 30 Jahren im öffentlichen Dienst: viele ja, qualifiziert nein.

Wenn ich bedenke, dass es, nachdem endlich eine Vereinbarung zwischen den Gewerkschaften und unserer Landesregierung geschlossen und in Kraft gesetzt wurde (zum 01.01.2005), viele Wochen oder sogar Monate dauert, bis alle beim Land beschäftigten einen Internet- und Email-Anschluss erhalten, dann geht mir der Hut hoch. Und das ist nur ein winzig kleines Beispiel der öffentlich-rechtlichen Realität im Jahre 2005.

Mit qualifiziert zweifle ich nicht die Ausbildung an. Sondern dass die Beschäftigten kaum ihrer Befähigung entsprechend eingesetzt werden.

Da spielen Sympathien statt Können eine viel größere Rolle, Parteizugehörigkeit, Beziehungen. Zumindest ab einer höheren Besoldungsstufe.

Wer dies leugnet verkennt absichtlich die Realität.

Gruss

Andreas

@exc
Hallo,

also die Vermögenssteuer mit den Hartz 4 Reformen zu vergleichen ist ein bisschen unpassend. Das eine war eine zusätzliche Steuer, die Hartz Reformen sollen ja strukturelle Probleme lösen.

Du fragst dich, warum qualifizierte Arbeitskräfte Beamte werden - überlege doch mal wieviel Vorzüge diese heute noch haben.

Berufsvorstellungen
Hi,

also die Vermögenssteuer mit den Hartz 4 Reformen zu
vergleichen ist ein bisschen unpassend. Das eine war eine
zusätzliche Steuer, die Hartz Reformen sollen ja strukturelle
Probleme lösen.

ich weiß, und die Ökosteuer soll zu weniger Straßenverkehr führen. Daß ich nicht lache. Man denke allein schon an die Diskussion um den ersten Auszahlungstermin. Knapp 2 Mrd. Euro wollte man schon allein damit sparen.

Du fragst dich, warum qualifizierte Arbeitskräfte Beamte
werden - überlege doch mal wieviel Vorzüge diese heute noch
haben.

Die Leute, die heute in den Ministerien sind, sind dort nicht seit heute, sondern im Zweifel schon viele Jahre - woviel vorab. Damals wie heute jedoch bestand der Vorteil einer Tätigkeit vor allem darin, daß man seine Bezüge bis zum Lebensende durchkalkulieren kann und einen kündigungssicheren Job hat, der nicht ganz so hektisch ist, wie in der fiesen freien Wirtschaft (Einzelfälle natürlich wie immer ausgeschlossen).

Dies setzt wiederum eine gewisse Geisteshaltung voraus, die nicht unbedingt mit Qualifikationswillen deckungsgleich ist. Mir jedenfalls fällt wirklich überhaupt kein Grund ein, warum man in einer öffentlichen Verwaltung arbeiten wollen sollte. Dir?

Gruß,
Christian

Hallo,

Die Leute, die heute in den Ministerien sind, sind dort nicht
seit heute, sondern im Zweifel schon viele Jahre - woviel
vorab. Damals wie heute jedoch bestand der Vorteil einer
Tätigkeit vor allem darin, daß man seine Bezüge bis zum
Lebensende durchkalkulieren kann und einen kündigungssicheren
Job hat, der nicht ganz so hektisch ist, wie in der fiesen
freien Wirtschaft (Einzelfälle natürlich wie immer
ausgeschlossen).

Dies setzt wiederum eine gewisse Geisteshaltung voraus, die
nicht unbedingt mit Qualifikationswillen deckungsgleich ist.
Mir jedenfalls fällt wirklich überhaupt kein Grund ein, warum
man in einer öffentlichen Verwaltung arbeiten wollen sollte.
Dir?

Gruß,
Christian

auch wenn ich selbst im öffentlichen Dienst bin, wenn auch nur als kleiner Angestellter: nimm doch mal die Gesamtheit der im ÖD beschäftigten. Was glaubst Du, wie viele davon (in Prozent ausgedrückt) überhaupt für eine Tätigkeit in der freien Wirtschaft geeignert sind ?

Andererseits darf man nicht vergessen, dass der ÖD mit Absicht Menschen beschäftigt, die sonst im harten Alltagsleben keine Chance hätten. Natürlich wurden und werden da viele durchgeschleppt, das sehe ich seit 30 Jahren.

Nimm doch mal die ehemalige Bundesbahn oder Bundespost. Die ganzen kleinen Beamten, die engstirnig an ihren Zuständigkeiten festhielten und so flexibel waren wie ein Stahlträger bei Windstärke 1. Mit denen war eben doch Staat zu machen im Sinne von Verwaltung, aber welche Firma konnte die denn gebrauchen ? Das wäre doch Sozialfälle geworden, und so haben sie wenigstgen noch etwas getan.

Da mag jetzt der Eine oder Andere sehr böse werden, aber woher stammt denn das negative Beamtenimage ? Grade von diesen Leuten, die ihre Mitbürger drangsalierten, lange am Schalter warten liessen, weil die Vorschriften geprüft werden mussten, und und und.

Gruss

Andreas

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Moin Andreas,

auch wenn ich selbst im öffentlichen Dienst bin, wenn auch nur
als kleiner Angestellter: nimm doch mal die Gesamtheit der im
ÖD beschäftigten. Was glaubst Du, wie viele davon (in Prozent
ausgedrückt) überhaupt für eine Tätigkeit in der freien
Wirtschaft geeignert sind ?

(…)

Stahlträger bei Windstärke 1. Mit denen war eben doch Staat zu
machen im Sinne von Verwaltung, aber welche Firma konnte die
denn gebrauchen ? Das wäre doch Sozialfälle geworden, und so
haben sie wenigstgen noch etwas getan.

so habe ich das noch gar nicht betrachtet. :wink:

So oder so: Danke für Deine ehrlichen Worte. Wenn man als Außenstehender ähnliches behauptet, erntet man im Regelfall Haue.

Gruß,
Christian

Hallo,

So oder so: Danke für Deine ehrlichen Worte. Wenn man als
Außenstehender ähnliches behauptet, erntet man im Regelfall
Haue.

Gruß,
Christian

die Haue würde ich auch bekommen, wenn

a) mehr dieser Beamten hierher finden würden

b) dieses Thema ganz oben auf der Liste des Forum stehen würde

Gruss

Andreas

Ich möchte zu letzt aber darauf hinweisen, dass mein Vater von 8:00 bis 18:30 Uhr jeden Tag gearbeitet hat, viel u.a. auch am Wochenende reisen musste (öfters Ausland)und sehr oft mit öffentlichen Auftritten zurecht kommen musste - und er war Beamter.

Man sollte hier nicht Abteilungsleiter in Firmen mit A4-Amtsmeister vergleichen (nicht wertend gemeint).

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Hallo,

Man sollte hier nicht Abteilungsleiter in Firmen mit
A4-Amtsmeister vergleichen (nicht wertend gemeint).

Amtsmeister waren, was die Bezahlung betrifft, ganz arme Menschen. Ich weiss gar nicht, wann ich zuletzt von einem Amtsmeister gehört habe.

Die am schlechtesten Bezahlten in unserer Behörde sind Archiv-Mitarbeiter in den Vergütungsgruppen nach IX a oder b.

Gruss

Andreas

Hallo,
kann mir jemand die Gründe für das Hohe Haushaltsdefizit in
Deutschland sagen

Mein Versuch:

Einnahmenseite:
An Einnahmen steht dem Staat überwiegend das Steueraufkommen zur Verfügung. Daneben gibt es noch einige Tropfen auf den heissen Stein in Form von Veräusserungsgewinnen erzielt durch den Verkauf von Bundeseigenen Werten (=Tafelsilber).

Ausgabenseite:
Auf der Ausgabenseite stehen die einzelnen Ministerien als Kostenträger. Jedes Ministerium ist stark darauf bedacht, seinen Etat zu erhalten oder besser noch zu erhöhen denn mit der Höhe des Etats steigt das Ansehen des jeweils an der Spitze des Ministeriums stehenden Ministers. Dies ist eine Grund warum es schwierig ist den Etat eines Ministeriums zu kappen.

Aus einem ähnlichen Grund ist es schwer, Subventionen zu kürzen.

Konjunktureller Einfluss:
Die Einnahmeseite liefert geringe Steuereinnahmen wenn die Konjunktur schlecht läuft. In diesem Fall steigen dummerweise gleichzeitig die Ausgaben da eine schlechte Konjunktur einhergeht mit höheren Arbeitslosenzahlen die aus der Staatskasse finanziert werden müssen. Dieser Situation kann sich der Sozialstaat nicht entziehen; es sei denn wir verzichten auf unseren sozialen SIcherungssysteme und erlauben uns nicht Sozialhilfe- bzw. Arbeitslosengeldempfänger sondern echte Arme.

Übrigens steigen die Staatsschulden da wir schon sehr hoch verschuldet sind durch steigende zinsen noch weiter an da immer wieder frisches Geld durch den Staat am Kapitalmarkt zu dann höheren Zinsen aufgenommen wird.

Natürlich wird das Problem der Staatsverschuldung noch durch Misswirtschaft und Inkompetenz vergrössert. Meines Erachtens jedoch muss ein gewisses Mass an Verschwendung als kaum vermeidlich hingenommen werden.

Diese Gründe betreffen allerdings nicht nur das Jahr 2003/2004 sondern das Deutsche System im allgemeinen.

Sorry, dass ich sowenig polemisiert habe,

Udo