Gründe, Psychologe u.ä. zu werden

Hallo!

Ich hoffe, ich habe jetzt nicht meine Suche versemmelt und einen bestehenden Artikelbaum dazu einfach nicht gefunden.

Mich würde mal interessieren, welche Beweggründe es so gibt, um z.B. Psychologe oder Psychotherapeut etc. zu werden. Gibt es dabei ‚gute‘ und ‚weniger gute‘ Gründe?

Gespannte Grüße,
Swantje

…gibts viele
hi,

gründe, psychologe zu werden, gibt es so viele wie es psychologiestudenten und psychologen gibt. gute gründe sind nach meiner ansicht nicht klar von weniger guten zu unterscheiden. das wichtigste ist sowieso, wie hilfreich ein psychologe mit bestandener ausbildung für menschen sein kann oder wie prägnant und verständlich ein wissenschaftlicher psychologe erkenntnisse vermitteln kann.

ob das gelingt, hängt eher vom verlauf der ausbildung und weniger von den gründen für die ausbildung ab.

eine klare kontraindikation für ein psychologiestudium ist, nicht den unterschied zwischen „psychologie lernen“ und „psychologisch therapieren“ zu kennen.

das vorurteil, dass psychologen selbst alle einen „hau“ haben, reiht sich in die vorurteile über alle anderen berufe ein. mein damaliger oberarzt in meiner klinikzeit als therapeut in einer psychiatrie sagte aber manchmal zu uns profis: „hey leute, ihr wißt ja: keiner von uns ist hier ohne grund!“ …also irgendwo liegen auch gründe in der eigenen biographie. wie günstig diese sind kann man nur herausfinden, denke ich.

Hallo Swantje,

Mich würde mal interessieren, welche Beweggründe es so gibt,
um z.B. Psychologe oder Psychotherapeut etc. zu werden. Gibt
es dabei ‚gute‘ und ‚weniger gute‘ Gründe?

da gibt es sicher einen Grund, den andere Medis auch häufig haben, nämlich den Drang, helfen zu wollen.
Eigene Probleme sind sicher auch für den einen oder anderen ein Grund, aus eigener (sicher nicht objektiver) Anschauung ist der Anteil nicht gering.
Ich kenne einige Physis, wo der einzige Unterschied zu ihren Patienten ist, daß sie einen Schlüssel zur Klinik haben.
Interesse an der Materie ist sicher nicht spezifisch, ich interessiere mich schließlich auch für Chemie und Naturwissenschaften.

Gandalf

Hi Swantje,

Mich würde mal interessieren, welche Beweggründe es so gibt,
um z.B. Psychologe oder Psychotherapeut etc. zu werden. Gibt
es dabei ‚gute‘ und ‚weniger gute‘ Gründe?

Ob Gründe mehr gut oder schlecht sind, liegt m. E. im Auge des Betrachters. Selbst wenn jemand mit der Idee rangeht, damit „viel Kohle bei wenig Arbeit“ zu machen, dürfte das für ihn/sie ein guter Grund sein.

Böse Zungen …
Daag, Swantje,
böse Zungen behaupten, dass der hauptsächliche Beweggrund für das Studium der Psychologie die Hoffnung sei, eigene seelische Probleme in den Griff zu bekommen.
Ich stehe nicht an, diese Behauptung zu werten.
Totziens
Eckard

Hallo Swantje,

Mich würde mal interessieren, welche Beweggründe es so gibt,
um z.B. Psychologe oder Psychotherapeut etc. zu werden. Gibt
es dabei ‚gute‘ und ‚weniger gute‘ Gründe?

Naja, zwischen Psychologe und Psychotherapeuth besteht selbstredend ein gewaltiger Unterschied, immerhin reden wir über gänzlich verschiedene Ausbildungen.

Psychologie durchzuhalten, um die eigenen Probleme bewältigen zu können (falls dies die Kernthese ist), ist hart: die klinischen Aspekte lernt man nur im Hauptstudium und zumeist nur in einem Fach der Psychologie kennen.

Gute Gründe ein Fach zu studieren sind für mich persönlich immer primär ein gesteigertes Interesse an den vermittelten Inhalten.

Viele Menschen haben am Lernen an sich gar kein Interesse - sie wollen nur ein Diplom und dann Geld. Für mich ist das kein guter Grund.

Wenn man sich aber für Menschen und menschliches Verhalten interessiert, für Biologie und Anatomie, sowie für wissenschaftliche Methoden und Mathematik, dann sind dies ausgezeichnete Gründe, ein Psychologiestudium zu beginnen.

Lieben Gruß
Patrick

Nunja,

ich kenne einige, die dies so getan haben.

Es ist aber der falsche Ansatz. Ich studiere nicht Theologie, um Gott zu finden und nicht Psychologie, um mich selbst zu finden. Genau so wwenig wie ich Englisch studiert habe, um Englisch zu lernen: Das konnte ich da schon. :smile:

Liebe Grüße,
Nike

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frei nach der these …
… psychotherapie sei die krankheit, für deren behandlung sie sich hielte :smile:

schönste grüße
ann

Das Original ging so
Karl Kraus glänzte seinerzeit mit dem Aphorismus:
„Psychoanalyse ist jene Geisteskrankheit, für deren Therapie sie sich hält.“

Falls du dich wunderst, dass gerade ich den zitiere - erstens find ich ihn witzig, zweitens wissen wir ja, dass bei Aphorismen der Wahrheitsgehalt nicht ganz so hoch sein muss wie die Spritzigkeit.
Gruß,
Branden

Selbst wenn jemand mit der Idee rangeht, damit
„viel Kohle bei wenig Arbeit“ zu machen, dürfte das für
ihn/sie ein guter Grund sein.

Dann wird man doch aber Orthopäde, oder? :wink:

Hi,

Dann wird man doch aber Orthopäde, oder? :wink:

ich dachte Radiologe?!

Gandalf

Hallo,

die klinischen Aspekte lernt man nur im Hauptstudium und zumeist
nur in einem Fach der Psychologie kennen.

in Diagnostik ja auch noch, und bei den Psychiatern und KJPlern konnten wir uns auch reinhocken und schließlich eine Prüfung ablegen. Es war/ist eine Frage der individuellen Schwerpunktlegung, wieviel Zeit man für welche Inhalte im Hauptstudium aufwendet.

Grüße,

Oliver Walter

ich dachte Radiologe?!

Beides soll zur Zeit noch immer gut laufen. :wink:
Gruß,
Branden