Gründung eines Bestattungsunternehmen

Hallo allerseits,

ich hoffe sehr, dass mir jemand bei dieser außergewöhnlichen Frage eine Antwort geben kann.

Ich möchte ein Bestattungsunternehmen gründen, mich also selbstständig machen. Brauche ich dafür eine gesetzlich vorgeschriebene Ausbildung wie sie zum Beispiel ein Tischler (Meister) braucht?

Wo finde ich nähere Informationen zu diesem Bereich? Ich wohne in der Region Hannover.

MFG, Michael

das ist im wahrsten Sinne des Wortes eine sterbende Branche.

Gruß
®ichard

das ist im wahrsten Sinne des Wortes eine sterbende Branche.

Gruß
®ichard

Wie kommst du denn darauf? Menschen sterben ja nach wie vor.

Solche Antworten verstehe ich einfach nicht: Der Poster hat um Infos und nicht um Meinungen gebeten.

Gruß
M.

Ich möchte ein Bestattungsunternehmen gründen, mich also
selbstständig machen. Brauche ich dafür eine gesetzlich
vorgeschriebene Ausbildung wie sie zum Beispiel ein Tischler
(Meister) braucht?

Meines Wissens: Nein. Bestatter kann jeder werden.

Wo finde ich nähere Informationen zu diesem Bereich? Ich wohne

Bei Deiner Industrie- und Handelskammer. Am besten Du fragst gleich mal nach einem Existenzgründungsseminar.

Hallo Michael,

die Aussiechten sind gut, denn die geburtenstarken Jahrgänge sind im kommen. Der Markt ist da, auch wenn die Menschen immer älter werden. Da wir uns das Gesundheitsystem nicht mehr lange leisten können und durch aktive Mithilfe von Mc Do, Pizza Wagner und Coca Cola gehst Du guetn Zeiten entgegen.
Ein Bekannter von mir hat den Versuch vor ca. 10 Jahren gestartet und brauchte ziemlich lange, bis er sich als Quereinsteiger etabliert hat.
Entweder übernimmst Du ein Bestattungsunternehmen, dann geht es etwas einfacher oder Du baust es neu auf. Das wird schwierig, denn es ist eine verschloissene und verteilte Branche. In einer anonymen Großstadt kann das klappen
Du mußt auch damit rechnen, daß man Dich sonntags früh um 2 anruft, damit Du die Reste eines verunglückten Discoabends zusammenkratzt oder das man Dich ruft, weil der sich der vergessene Rentner im 4 Stock durch unangenehmen Geruch auf sich aufmerksam macht.

Viel Erfolg, wer wagt gewinnt.

Jörg-Holger

hallo martha,

Wie kommst du denn darauf? Menschen sterben ja nach wie vor.

Solche Antworten verstehe ich einfach nicht: Der Poster hat um
Infos und nicht um Meinungen gebeten.

ich gebe ja richard ungern recht :smile: aber diesmal…
das bestattungsgewerbe ist ein sehr hartumkämpfter markt. zwar wird nach wie vor gestorben - aber der preisverfall ist wahnsinn.
neulinge werden in diesem gewerbe wenig chancen haben, sich neben billigbestattern und einbuddelungsketten zu halten.

herzliche grüße
ann

PS: wir haben doch eine fachfrau hier im forum. AVERA, wo bist du?

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ich gebe ja richard ungern recht :smile: aber diesmal…

Richard hatte gesagt, daß es eine sterbende Brachne ist. Gibt es dazu Zahlen? Werden Bestattungen nicht mehr ausschließlich von Bestattern gemacht? Das wäre mir neu.

hallo markus,

natürlich wird nur von bestattern bestattet. aber wer sagt denn, daß die keine discount-ketten bilden und die preise drücken dürfen.

zahlen aus diese branche habe ich keine. die wären wohl tatsächlich am besten bei der IHK zu erfragen.

aber setze dich doch mal mit unserer hamburger bestatterin avera in verbindung. die wird dir sicher gerne auskunft geben.

gruß
ann

Danke Ann.

aber wer sagt denn, daß die keine discount-ketten bilden und die :stuck_out_tongue:reise drücken dürfen.

Darum ging es ja nicht, sondern darum, daß behauptet wurde, daß es eine sterbende Branche sei und dem zugestimmt wurde. Discount-Ketten würde ich eher einer Umstrukturierenung und Belebung des Marktes zuordnen. Die stetig wachsende Anzahl älterer Menschen spricht auch dafür.

Ein Sterben der Branche könnte ich eher annehmen, wenn z.B. private Friedhöfe erlaubt würden, die auch eine Bestattung anbieten. Aber solche Regelungen sind wohl nicht abzusehen?

Ich meine hier im Ruhrgebiet von einer sehr erfolgreichen Dame gelesen zu haben, die auch Filialen aufgemacht hat.

Hallo Markus,

ich hatte mir meine Antwort nicht aus den Rippen geschnitten, sondern mir die Branche etwa ein Jahr lang angesehen, d.h. einen Versuch unternommen, in der Branche neue Wege zu gehen.

Darum ging es ja nicht, sondern darum, daß behauptet wurde,
daß es eine sterbende Branche sei und dem zugestimmt wurde.

Sterbend insofern, dass mehr und mehr Betriebe dicht machen, weil z.B. kein Sterbegeld mehr zur Verfügung steht und folglich die Verwandten die gesamte Bestattung selber blechen müssen. Das hat zu verbilligten Angeboten geführt (heute kannst Du sogar bei eBay Grabsteine kaufen).
Bislang lief ja so eine Beerdigung auf „geordneten“ Wegen ab: Das Krankenenhaus emfahl den trauernden Familienangehörigen den Bestatter x (der neben der Bestattung den Sarg samt Totenhemd und Trauermusik lieferte), die Kränze und Blumen wurden über den involvierten Friedhofsgärtner geliefert und am Ende sahnte noch der Steinmetz ab mit einem fulminanten Granitkreuz, samt Marmorsockel im Kiesbett. -

Nun verarmt aber unsere Republik zusehends, was dann zu mehr und mehr Feuerbestattungen führt (= billiger Kiefernsarg, der ja auch schnell abfackeln soll und außer dem Krematorium niemand sieht). Die Urne wiederum landet in einem billigen Urnengrab mit viel billigerer Grabplatte. Und wenn’s noch billiger werden soll, suchst Du am Friedhof die anonymen Urnengräber ohne Platte. Seebestattungen werden inzwischen auch billig angeboten und noch son paar Tricks mehr (Särge aus dem Osten, Marmor aus China, Leichentourismus über die Grenzen weg in Billigbestattungsländer usw.) Und wenn es schon eine relativ teure Erdbestattung bei uns sein muss, kann man ja notfalls das Holzkreuz stehen lassen, das am Anfang jeden Grabhügel ziert.

Aber es gibt immer wieder Mutige, die selbst in der Baisse noch Geschäfte machen.

Viel Spaß dabei
®ichard

Ein Sterben der Branche könnte ich eher annehmen, wenn z.B.
private Friedhöfe erlaubt würden, die auch eine Bestattung
anbieten. Aber solche Regelungen sind wohl nicht abzusehen?

Ich meine hier im Ruhrgebiet von einer sehr erfolgreichen Dame
gelesen zu haben, die auch Filialen aufgemacht hat.

Vielen Dank für die vielen Infos. Ich werde mich mal bei der IHK schlau machen! Die Idee, ein Bestattungsunternehmen einfach zu übernehmen, hatte ich noch nicht - werde mal die vielen Bestattungsunternehmen hier in der Region anrufen.

Wie kommst du denn darauf? Menschen sterben ja nach wie vor.

Und gegessen wird auch nach wie vor: und trotzdem macht ein Tante-Emma-Laden nach dem anderen zu.

Solche Antworten verstehe ich einfach nicht: Der Poster hat um
Infos und nicht um Meinungen gebeten.

Es waren Infos, keine Meinungen. Geh doch einfach mal zu Deinem Bestatter um die Ecke und frage ihn nach der Wirtschaftssituation.

Eine der Gründe:
http://www.volksbestattung.de/live/volksbestattung/p…

Und dann geh zum nächsten Steinmetz, der jammert noch mehr, z.B. über Ebay:

http://cgi.ebay.de/Grabstein-Liegestein-auch-Urnenst…

Und dann fragst Du mal bei Deiner Friedhofsverwaltung, wie viele Leute den Aushub und die Grabstelle/Miete schuldig bleiben. Nur in kleinen Orten geniert man sich noch.

Gruß
®ichard

@Richard: Danke für Deine Eindrücke. Es müssen nicht immer Zahlen sein.

Der Hinweis auf billigere Bestattungsformen ist interessant, also Urnen oder billigere Särge. Auf der anderen Seite heißt es ja immer, daß die Generationen soooo viel vererben. Mir ist da der Hintergrund nicht klar. Vielleicht eine Aldi-Mentalität, die da durchschlägt - Gutes gibt es auch zum günstigen Preis?

Mir sind Bestatter vor allem aufgefallen durch schlechte Werbung bzw. die konzertierte Werbung, die die hier mal machten, war gegen einen vermeintlichen nicht billigen „Billigbestatter“. Wobei keiner der Bestatter im Ansatz so gute Werbung macht wie der „Billigbestatter“.

Es ist eigentlich ein gutes Zeichen, wenn ein Markt sich ändert und z.B. Einkaufspreise runtergehen (z.B. Särge und Mamor aus dem Ausland). Das heißt aber auch, daß sich mehr ändern muß. So wie ich Bestatter seit Jahrzehnten als potenzieller Kunde wahrnehme, hat sich da nichts geändert. Ich hatte hier mal einen kleinen Artikel zu Hallenbauern geschrieben, auch da harpert es an der Werbung: http://www.hallomarkus.de/article.php/Werbung-fuer-B…

Das kann man ganz ähnlich für fast alle Branchen so sehen, die als Grundlage ein Handwerk haben und für sich selbst Werbung machen, also z.B. kein Franchising. Billigbestatter scheinen die einzigen zu sein, die sich gezielt um Werbung kümmern.

Hallo Markus,

habe ein wenig in Deiner HP geschnüffelt und auch einem Interview gelauscht. Nun denn:

Der Hinweis auf billigere Bestattungsformen ist interessant,
also Urnen oder billigere Särge.

Nicht nur, die Leiche kann auch die Region verlassen oder zwecks billigerer Einäscherung einen Umweg über den Osten der Republik machen etc. (So sehen wenigstens einige Wessis frisch einbalsamiert noch den Osten :wink:)

Auf der anderen Seite heißt
es ja immer, daß die Generationen soooo viel vererben. Mir ist
da der Hintergrund nicht klar.

Da fehlen eben die Zahlen. Wenn weiterhin Nobelkarossen verkauft werden, sagt das nichts über die Größe des Marktsegments aus. In dem Umfang, wie Reich zunimmt, nimmt auch Arm zu. Wie in Amerika kriegen wir eine Polarisierung, die Mitte schrumpft.

Vielleicht eine
Aldi-Mentalität, die da durchschlägt - Gutes gibt es auch zum
günstigen Preis?

Kann sein, aber je kleiner der Ort (eben die Provinz), desto weniger will man sich lumpen lassen, weil man sich eben kennt. In den Städten schlägt dann durch die Anonymität die Billigmentalität krasser durch.

Mir sind Bestatter vor allem aufgefallen durch schlechte
Werbung bzw. die konzertierte Werbung, die die hier mal
machten, war gegen einen vermeintlichen nicht billigen
„Billigbestatter“. Wobei keiner der Bestatter im Ansatz so
gute Werbung macht wie der „Billigbestatter“.

Das liegt an den mafiösen Strukturen in dem Gewerbe. Ein Bestatter ist ursprünglich mal Schreiner und Einsarger gewesen und bekam seine Aufträge nicht nur von Privat, sondern eben auch vom Bürgermeister (Bürgeramt), z.B. bei Sozialfällen oder durch Sterbefälle von Singles ohne Verwandtschaft. So ergaben sich die Fäden zur „Politik“, und da geht es nun mal „etwas geschmiert“ zu. Damit er keine Konkurrenz (wie in anderen Branchen normal) kriegt, muss er eben seine Auftraggeber so gut bedienen, dass sie ihn exclusiv unterstützen (und ein Newcomer keine Chance hat). Am Bestatter hängt in logischer Kette der Pfarrer samt Krankenhaus (Hospiz), der Friedhofsgärtner (auch die Sargträger) und letztlich auch die Steinmetze dran. Die sind dann der krönende Abschluss, was die Preise betrifft; aber dort ist noch etwas Konkurrenz möglich, weil sich die Leute selbst entscheiden können, zu welchem Steinmetz sie gehen, ansonsten gibt auch hier der Bestatter Empfehlungen ab. Und unter einander kennen sich alle Beteiligten bestens, gehen zum gleichen Stammtisch, den gleichen Kegel- oder Schützenverein usw. Eine Hand wäscht eben die andere.

Es ist eigentlich ein gutes Zeichen, wenn ein Markt sich
ändert und z.B. Einkaufspreise runtergehen (z.B. Särge und
Mamor aus dem Ausland). Das heißt aber auch, daß sich mehr
ändern muß.

Dank Internet könnte sich theoretisch einiges ändern, wenn da nicht gewisse Vorschriften und Genehmigungen nötig wären. Und die erteilt wieder das Bürgermeisteramt durch die Friedhofssatzung.

So wie ich Bestatter seit Jahrzehnten als
potenzieller Kunde wahrnehme, hat sich da nichts geändert.

Warum auch (s.o.)? Klappt doch Alles bestens, so lange die Leute Geld haben. Nur wird das Geld eben knapper, das Sterbegeld gibt es nicht mehr (stattdessen Versicherungen: eine neue Einnahmequelle für Bestatter) und die Leute müssen sparen, da wird auch an der Pietät gespart (keine Musik, kein Requiem, weniger Blumengebinde auf dem Sarg, der auch nicht mehr aus Eiche sein muss etc.).

Ich
hatte hier mal einen kleinen Artikel zu Hallenbauern
geschrieben, auch da harpert es an der Werbung:
http://www.hallomarkus.de/article.php/Werbung-fuer-B…

Na, die Eigenwerbung ist ja gelungen :wink:

Das kann man ganz ähnlich für fast alle Branchen so sehen, die
als Grundlage ein Handwerk haben und für sich selbst Werbung
machen, also z.B. kein Franchising. Billigbestatter scheinen
die einzigen zu sein, die sich gezielt um Werbung kümmern.

Die versuchen ja auch, über das Internet etwas zu makeln, weil sie letztlich wieder mit den örtlichen Bestattern arbeiten (da reisen also keine mobilen Bestatter durch die Republik).

Schau Dir mal zum Spaß dieses Machwerk an, dann wirst Du die verkrusteten Strukturen erkennen:

http://www.neuss-erfttal.de/Politik/Bestattungsgeset…

Dennoch, für Werbefutzis eine möglicherweise interessante Bastion, die es zu knacken gilt.

Gruß
®ichard