Gründung Reisebüro

Hi Leute!

Was braucht man (in etwa), wenn man sein eigenes Reisebüro aufmachen will?

Klar ist:

  • ein Geschäft
  • ein entsprechendes Umfeld (d.h. Kunden)
  • vernünftige Lage des Geschäftes
  • ein, zwei oder drei Mitarbeiter (???)

Aber was braucht man z.B. an Startkapital? Pro Mitarbeiter fallen ca. 70.000 DM p.a. an, dazu die Kosten für das Geschäft, die Anbindung an die Datennetze der Touristikkonzerne, Geschäftsausstattung, Werbung, etc. pp.

Kann jemand Zahlen nennen? Ich komme so auf 250.000 bis 300.000 DM, und spätestens nach zwei Jahren muß sich das Geschäft von alleine tragen.

Bin ich da zu blauäugig und liege völlig falsch? Wer kann auf eigene Erfahrungen zurückgreifen und läßt mich nicht gänzlich dumm sterben?

Danke!!!

Siegfried

Was braucht man (in etwa), wenn man sein eigenes Reisebüro
aufmachen will?

Klar ist:

  • ein Geschäft
  • ein entsprechendes Umfeld (d.h. Kunden)
  • vernünftige Lage des Geschäftes
  • ein, zwei oder drei Mitarbeiter (???)

Aber was braucht man z.B. an Startkapital? Pro Mitarbeiter
fallen ca. 70.000 DM p.a. an, dazu die Kosten für das
Geschäft, die Anbindung an die Datennetze der
Touristikkonzerne, Geschäftsausstattung, Werbung, etc. pp.

Hallo Siegfried,

einen Punkt vermisse ich in Deiner Aufzählung: Solide Branchenkenntnis einschl. der Kenntnis branchenüblicher Margen. Na gut, das kostet nichts, das hast Du hoffentlich.

Die Größenordnung der Kosten pro Mitarbeiter siehst Du schon realistisch. Dabei wird deutlich, daß die Personalkosten in der Kostenaufstellung der größte Brocken sind. Ferner weißt Du -Branchenkenntnis vorausgesetzt - welchen Umsatz Du erzielen mußt, um das Gehalt von 3 Mitarbeitern zu erwirtschaften.

Think big ist natürlich eine Methode. Warum aber Sekt oder Selters? Gleich am Anfang ein Mitarbeiter? Halte ich für etwas blauäugig. 2 Mitarbeiter? Würde ich als grob fahrlässig betrachten. 3 Mitarbeiter am Anfang? Könnte der wirtschaftliche Selbstmord werden.

Deshalb: Suchst Du eine helfende Hand, nimm Deine eigene. Schmeiß’ den Laden also eine Weile allein, bis der erste Anlauf geschafft ist.

Viel Erfolg!

Gruß
Wolfgang

Hi Siegfried,

schön dass Du Dich schon intensiv mit dem Thema beschäftigt hast. Alllerdings ist es etwas schwierig mit Zahlen zu arbeiten wenn man die genaue Situation nicht kennt.

Eine Faustregel besagt dass ein Mitarbeiter in der Touristik zwischen 1 und 1 1/2 Mio Umsatz pro Jahr machen muss. Bei Provisionen zwischen 5 und 12 Prozent bleiben da ca. DM 90.000,-bis 130.000,- vor Steuer hängen. Das entspricht auch so ungefähr dem was ich aus der Praxis bestätigen kann.

Somit kommt es stark auf Deine weiteren Fixkosten an. Wenn Du eine gute Geschäftslage hast wirst Du für Dein Büro entsprechend viel bezahlen müssen. Die Computeranbindung kostet Dich, wenn Du START nimmst (für ein Vollreisebüro das einzig Wahre), ca. DM 1.700,–/Monat bei vier Rechnern mit allen Lizenzen. Die Rechner sind dabei nicht eingerechnet.

Für Werbung solltest Du anfänglich ein hohes Budget einplanen. So um die DM 15.000,–/Jahr sollten drin sein damit Du Dich einigermassen bekannt machen kannst. Allerdings kenne ich Die näheren Umstände nicht (Lage, Grösse der Stadt, Konkurrenz).

Da Du als neue Agentur zuerst einmal von den Veranstaltern auf Direktinkasso gesetzt wirst (Kunde zahlt direkt beim VA, Provision geht am Abreisetag an Dich), hast Du keine Anzahlungen zur Verfügung mit denen Du arbeiten kannst. Daher musst Du auf jeden Fall einmal ein Jahr vorfinanzieren da ja auch die Abreisen erst lange nach der Buchung, sprich Arbeit, stattfinden.

Nun stellt sich weiterhin die Frage ob Du ein Vollreisebüro mit allen Lizenzen (IATA, DB und alle grossen Veranstalter) aufziehen willst. Dazu benötigst Du recht hohe Bürgschaften (DM 100.000,-- jeweils für IATA und DB, dazu noch ca. DM 25.000,–pro größerem VA). Alternativ fängst Du klein an und nimmst zuerst mal Veranstalter die ohne Bürgschaft zu kriegen sind. Im übrigen würde ich an Deiner Stelle zuerst einmal nachforschen ob Du die Agentur in Deinem Ort überhaupt bekommst. Bei vielen grossen VA besteht mittlerweile Gebietsschutz für die „Alten“.

Das wichtigste Kapital aber ist Dein Personal. Ohne die richtigen Leute hinter dem Schreibtisch kannst Du die Geschichte von vornherein vergessen. Und diese Leute zu finden ist zur Zeit, zumindest in Süddeutschland, sehr schwer. Aus Deiner Vika entnehme ich dass Du selbst nicht in der Branche bist. Da solltest Du um so genauer zusehen dass Du jemanden findest der sich sehr gut auskennt.

Ansonsten gilt der Ausspruch: Mit einem Reisebüro wirst Du nicht reich, aber Spass machts und man kommt rum.

Ein weiterer Spruch unserer Branche: Alle Reisebüromitarbeiter und Inhaber sind entweder Alkoholiker, Zyniker oder beides :smile:

Wenn Du noch Fragen hast mail mir oder ruf mich an.

Bye
Rolf
*eherzumAlkoholismusneigend*

Ich verstehe zwar überhaupt nichts von Touristik, aber das Folgende gilt für jede Branche:

In jeder Branche gibt’s den billigen Jakob. Und überall finden sich Leute, die den noch unterbieten wollen. Vermeintlich, weil der Zug der Zeit (der Masse) so läuft, glauben viele Gründer, dem Wettbewerb über niedrige Preise Kunden abjagen zu müssen.

Lasse den vielen vor sich hin dümpelnden Reisebüros die Kunden, die für kleines Geld ans andere Ende der Erde gekarrt werden wollen. Verzichte auf die Kunden, die all inclusive mit Hotelarmband auf einigen paar hundert Metern Strand abgefüllt und unterhalten werden wollen.

Mit anderen Worten: Suche Dir eine Nische zahlungskräftiger Kunden. Das ist nicht das Ballermann-Volk, das sind ganz sicher nicht die Fliegen, die sich auf den Massentourismushaufen setzen. Die Nische könnte in einer bestimmten Altersgruppe liegen. Das ist nicht die landläufig umworbene Gruppe zwischen 20 und 40. Viel zahlungskräftiger ist deren Elterngeneration.
Oder: Versuche es nicht ausschließlich mit Hochglanzprospekten und dicken Katalogen. Mache es mit Detailkenntnis einiger Gegenden, auf die Du Dich spezialisierst.

Mache also das etwas andere Reisebüro, das nicht über den Preis kommt, aber mit Kenntnissen und Beratung vom Allerfeinsten.

Gruß
Wolfgang

*lach*
Du warst schneller aber wir stimmen überein !

Bye
Rolf

(super off topic)

Alle Reisebüromitarbeiter und Inhaber sind entweder
Alkoholiker, Zyniker oder beides.

oder total nette, witzige, hilfsbereite Männer :o)

Bravooooo *klatsch* Subbääää *tob* o.t.
*klatschklatschklatsch*

Dem habe ich nicht mehr hinzuzufügen. Super Wolfgang!

Rolf

???
Hi Gitte,

oder total nette, witzige, hilfsbereite Männer :o)

gibts hier noch andere Männer aus dem Reisebüro? Wer ist das *such*

*hick*

Rolf

Naja, dazu auch noch meinen Senf!
Die Reisebürobranche wird zu den ersten Branchen gehören, die durch das Internet arbeitslos werden. Wenn ich mir das WEB so ansehe, dann überschlagen sich - fast - alle, die die billigsten Reisen zu den schönsten Regionen der Welt anbieten. Das „normale“ Reisebüro wird deshalb über kurz oder lang aussterben.

Wie bereits erwähnt, nur durch eine besondere Spezialisierung hat man in diesem Bereich Überlebenschancen. Überspitzt formuliert, wer ausschließlich Reisen nach Hintertupfing anbietet, überlebt. Als 1234567xte Anbieter von Ballermanns Reisen geht unter!

Außerdem, zuerst ohne Mitarbeiter es versuchen; die Kosten für die Pleite sind dann in Grenzen.

Hallo Wolfgang!

Danke für deine Hinweise und Tips.

Daß man am Anfang fast ausschließlich auf sich selbst zurückgreifen muß, ist mir klar. Die Frage ist, wie schnell man sich sein Stammkundenklientel aufbauen kann, um dann per „Mundpropaganda“ (für mich immer noch die beste Werbung) so weit zu wachsen, daß man die Arbeit am Kunden Mitarbeitern überlassen kann.

Danke nochmals!
Siegfried

Hallo Rolf!

Deine Antwort hat mich ein Riesenstück schlauer gemacht. Sehr konkret Angaben von dir! Vielen Dank dafür.

Grüße
Siegfried

Hi Klaus!

Die Reisebürobranche wird zu den ersten Branchen gehören, die
durch das Internet arbeitslos werden. Wenn ich mir das WEB so
ansehe, dann überschlagen sich - fast - alle, die die
billigsten Reisen zu den schönsten Regionen der Welt anbieten.
Das „normale“ Reisebüro wird deshalb über kurz oder lang
aussterben.

Irgendwie erinnert mich das an einen Berufsberater vom Arbeitsamt, dem ich vor Jahren mal in die Hände gefallen bin. Hatte genau die gleiche Argumentation (auch wenn er damals nicht vom Internet sprach, sondern von der Konjunktur allgemein). Die Touristikbranche ist bis heute eine der ganz wenigen, die Jahr für Jahr Zuwächse verzeichnen.

Über dieses Problem „Internet macht Branchen kaputt“ könnte man sich tagelang streiten. Jede Branche, die auf Informationsdienstleistung beruht, wäre dann betroffen. Interessant ist doch, daß gerade Bereiche wie CallCenter, die nun wirklich „internetgefährdet“ wären, wie Pilze aus dem Boden schießen. Buch- und Zeitungsverlage müßten wie die Fliegen sterben, weil jeder seine Lektüre aus dem Internet zieht. Wer braucht noch die Verkäuferin bei Karstadt oder Kaufhof, wenn ich die Ware online begutachten und bestellen kann. Selbst die Lottoannahmestelle von nebenan dürfte es nicht mehr geben, geht ja auch alles übers Internet.

Wird aber vermutlich so alles nicht passieren. Abgesehen davon, daß das Internet zunehmend mit einem schlechten Image zu kämpfen hat (Internet = Porno; Internet = Rechtsradikale; Internet = Geldvernichtungsmaschine) stellt sich der Bevölkerung in Deutschland ein neues Problem: die ungeheure Informationsflut. Die Anzahl an Informationsquellen hat seit Etablierung des Internets drastisch zugenommen. Immer wieder heißt es, daß man schneller und umfangreicher informiert sein muß, um im Leben zu bestehen (Internet, Wap, SMS etc.). Doch wer ist in der Lage, Informationen selektiv wahrzunehmen? Trend ist, einfach den Kopf zuzumachen. Die Leute streichen ob der Informationsflut einfach die Segel und ziehen sich „Big Brother“ rein. Im Allensbach-Bericht vom April 2000 haben sich erschreckende Tendenzen gezeigt. 1989 glaubten allen Ernstes 11% der Bevölkerung daran, daß sich die Sonne um die Erde dreht. Weitere 7% sind sich nicht sicher. Zehn Jahre später sind diese beiden Gruppen in Summe auf 25% angestiegen (wobei Deutschlands Osten besser wegkommt als der Westen - also nicht auf die Vereinigung von 1990 schieben). Sogar 40% der Befragten sind der festen Überzeugung, daß der Verzehr einer genveränderten Tomate das eigene menschliche Genom verändert.

Ich möchte damit nicht sagen, daß das Internet eine Fehlkonstruktion ist, ganz im Gegenteil. Nur verhalten sich Menschen offenbar anders, als es erwartet wird. Und um den Bogen zurück zum Reisebüro bzw. zur Dienstleistung zu schlagen: Wenn die Leute sich - aus welchen Gründen auch immer - der Informationsflut und Kommunikationsmöglichkeiten verweigern, werden Dienstleister noch wichtiger.

Just My 2 Cents…

Grüße
Siegfried

Hi Siegfried,

der Ruf eines Reisebüros ist nach ca. 5 - 8 Jahren soweit gefestigt dass sich die Mitarbeiter/Inhaber mal einen Schnitzer erlauben dürfen.

Es gab mal irgendwo eine Untersuchung á la „Ein zufriedener Kunde wirbt einen oder zwei weitere Kunden. Ein unzufriedener hält 5 potentielle Kunden davon ab zu Dir zu kommen.“

Bye
Rolf

Hallo Siegfried,

Deine Darstellung und das Posting von Klaus widersprechen sich keineswegs. Zwar sind Prognosen naturgemäß mit großer Vorsicht zu genießen, aber bestimmte Trends lassen sich schon erkennen. Eine andere Frage ist, wann der ausgemachte Trend die Szenerie beherrscht und wie lange man noch in alter Manier fortfahren kann.

Es gibt keinen Grund (außer vielleicht eine besonders hübsche Mitarbeiterin hinter dem Tresen), weshalb irgendwann noch jemand seinen Allerwertesten für Standardauskünfte oder Standarddienstleistungen aus dem Haus bewegen soll, wenn er ein viel breiteres Angebot im Internet Tag und Nacht vorfindet. Das gilt für Reisebüros in gleicher Weise wie z. B. für Versicherungsvermittlung oder viele Bankdienstleistungen.

Dennoch behält die persönlich erbrachte Dienstleistung ihre Daseinsberechtigung. Nämlich dort, wo tatsächlich Sachkunde oder ein individuelles Angebot erforderlich ist.
Warum soll ich in mühevoller Handarbeit Überweisungsträger ausfüllen und zur Bank tragen, wenn das auch jederzeit mit weniger Aufwand am PC funktioniert? Das macht aber keineswegs den qualifizierten Berater überflüssig. Vorgänge, die Urteilsvermögen und Ermessensspielraum erfordern, bleiben eine Domäne des persönlichen Kontakts. So auch in der Touristik: Das absolut billigste Pauschalangebot, um irgendwo in die Sonne zu kommen, erhalte ich am Bildschirm. Die individuell ausgearbeitete Reise mit Hintergrundinformationen gibts im persönlichen Gespräch.

Die Schlußfolgerung daraus ist branchenunabhängig: Überlasse das Massengeschäft anderen. Spezialisiere Dich und werde auf dem Spezialgebiet richtig gut.

Du kannst sogar mit Fleisch oder mit Lustbarkeitselektronik handeln und gutes Geld verdienen. Also mit Produkten, die in Verruf geraten sind und/oder einem gnadenlosen Preisverfall ausgesetzt sind. Du darfst nur nicht auf die Idee kommen, den Billiganbietern Konkurrenz machen zu wollen oder Dein Angebot an jedermann zu richten. Die richtige Nische macht’s. Wenig, aber das Wenige in der Qualität über jeden Zweifel erhaben. Beratung nicht als Vorlesung aus dem Katalog - das kann der Kunde nun wirklich selbst lesen.

Egal was Du machst, Gastronomie, Touristik, Möbel, Lebensmittel, Elektroartikel, überall gibt’s einen Massenmarkt, der aber für den Existenzgründer Gift ist. Deshalb: Finger weg davon und mit viel Sachkenntnis hinein in die individuelle Nische.
Ich hab’ gerade im näheren Bekanntenkreis ein schönes Beispiel. Kannst Du Dir vorstellen, daß man mit Schreibtischleuchten Geld verdienen kann, wo doch Ikea sowas ab 19,95 DM anbietet? Man kann, nicht für 19,95 DM, aber für 1.900 DM (und aufwärts). Es gibt Leute, die geben für eine Edellampe 10.000 DM aus. Wehe dem, der das Teil billiger anbietet. Der verkauft rein nichts mehr. Oder sieh’ Dir Porsche an. Die Dinger sind eng, unpraktisch und teuer. Da ist sicher jede Menge Luft im Preis. Aber die Teile wären unverkäuflich, wenn sich jeder sowas leisten könnte. Da ist der hohe Preis geradezu ein Verkaufsargument.

Jede Menge Firmen gehen pleite. Es heißt, sie waren nicht konkurrenzfähig und konnten sich nicht gegen die Niedrigpreise des Wettbewerbs behaupten. Oft genug ist das aber Unsinn. Sie hätten die Qualität massiv hochsetzen müssen und natürlich auch die Preise. Mit „sehr gut und teuer“ ist man zumeist allein und findet immer Käufer. Mit angebotenem Durchschnitt ist man nie allein, hat immer Wettbewerber und bewegt sich im Krokodilbecken.

Gruß
Wolfgang

PS: Ich erwische mich beim Missionieren, wenn es darum geht, Leute davon zu überzeugen, daß die Billigmasche der falsche Weg ist.

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Hi Klaus!

Die Reisebürobranche wird zu den ersten Branchen gehören, die
durch das Internet arbeitslos werden. Wenn ich mir das WEB so
ansehe, dann überschlagen sich - fast - alle, die die
billigsten Reisen zu den schönsten Regionen der Welt anbieten.
Das „normale“ Reisebüro wird deshalb über kurz oder lang
aussterben.

Irgendwie erinnert mich das an einen Berufsberater vom
Arbeitsamt, dem ich vor Jahren mal in die Hände gefallen bin.
Hatte genau die gleiche Argumentation (auch wenn er damals
nicht vom Internet sprach, sondern von der Konjunktur
allgemein). Die Touristikbranche ist bis heute eine der ganz
wenigen, die Jahr für Jahr Zuwächse verzeichnen.

Schön, daß Du mich mit dem Arbeitsamtberater vergleichst. Aber so schlecht ist die - vermutlich abfällig gemeint - Meinung des Arbeitsamtes doch nicht. Wenn man in bestimmten Branchen eine größere Anzahl von Arbeitslosen hat, dann reicht es 1 + 1 zusammenzuzählen und zu dem Ergebnis zu kommen: Vorsicht, das ist eine Branche mit hohem Arbeitslosenpotential!

Über dieses Problem „Internet macht Branchen kaputt“ könnte
man sich tagelang streiten. Jede Branche, die auf
Informationsdienstleistung beruht, wäre dann betroffen.

diese allg. Aussage ist schlicht falsch!

Interessant ist doch, daß gerade Bereiche wie CallCenter, die
nun wirklich „internetgefährdet“ wären, wie Pilze aus dem
Boden schießen. Buch- und Zeitungsverlage müßten wie die
Fliegen sterben, weil jeder seine Lektüre aus dem Internet
zieht.

Hast schon mal versucht ein ebook zu lesen. Da blättere ich lieber in meinem gedruckten Asterix oder dem Lehrbuch der Chirurgie aus dem Jahre 1888.

Wer braucht noch die Verkäuferin bei Karstadt oder

Kaufhof, wenn ich die Ware online begutachten und bestellen
kann.

Den Unterschied zwischen „Plastik-Seide“ und Originalseide muß man fühlen. Das geht elektronisch noch nicht.

Selbst die Lottoannahmestelle von nebenan dürfte es

nicht mehr geben, geht ja auch alles übers Internet.

Wird aber vermutlich so alles nicht passieren. Abgesehen
davon, daß das Internet zunehmend mit einem schlechten Image
zu kämpfen hat (Internet = Porno; Internet = Rechtsradikale;
Internet = Geldvernichtungsmaschine) stellt sich der
Bevölkerung in Deutschland ein neues Problem: die ungeheure
Informationsflut. Die Anzahl an Informationsquellen hat seit
Etablierung des Internets drastisch zugenommen. Immer wieder
heißt es, daß man schneller und umfangreicher informiert sein
muß, um im Leben zu bestehen (Internet, Wap, SMS etc.). Doch
wer ist in der Lage, Informationen selektiv wahrzunehmen?
Trend ist, einfach den Kopf zuzumachen. Die Leute streichen ob
der Informationsflut einfach die Segel und ziehen sich „Big
Brother“ rein. Im Allensbach-Bericht vom April 2000 haben sich
erschreckende Tendenzen gezeigt. 1989 glaubten allen Ernstes
11% der Bevölkerung daran, daß sich die Sonne um die Erde
dreht. Weitere 7% sind sich nicht sicher. Zehn Jahre später
sind diese beiden Gruppen in Summe auf 25% angestiegen (wobei
Deutschlands Osten besser wegkommt als der Westen - also nicht
auf die Vereinigung von 1990 schieben). Sogar 40% der
Befragten sind der festen Überzeugung, daß der Verzehr einer
genveränderten Tomate das eigene menschliche Genom verändert.

Beim letzten Punkt wäre ich an Deiner Stelle nicht so sicher, daß dies nicht im weitesten Sinne passieren kann. Da sind sich nämlich die Forscher nicht mal einig! Seit sehr langer Zeit habe ich einen Überblick über die naturwissenschaftlichen Meinungen. Auch wenn ich selbst nicht daran glaube, aber es gibt immer wieder Alternativmeinungen. Übrigens, die Welt ist tatsächlich eine Scheibe. Zumindestens wenn ich mir so das CD-Angebot mit Landkarten ansehe.

Übrigens, es gibt nur eine Branche, die tatsächlich Geld im Internet, im großen Stil, verdient. Alles andere ist Augenwischerei! Die Pornobranche. Von deren Methoden kann man eigentlich nur lernen (so hat auch erst vor Kurzem der Spiegel geschrieben).

Ich möchte damit nicht sagen, daß das Internet eine
Fehlkonstruktion ist, ganz im Gegenteil. Nur verhalten sich
Menschen offenbar anders, als es erwartet wird. Und um den
Bogen zurück zum Reisebüro bzw. zur Dienstleistung zu
schlagen: Wenn die Leute sich - aus welchen Gründen auch immer

  • der Informationsflut und Kommunikationsmöglichkeiten
    verweigern, werden Dienstleister noch wichtiger.

Es ist richtig, daß Dienstleister auch heute noch Geld mit ihren Wissen verdienen können. Doch, wie ich schon schrieb und mir auch andere bestätigten, nur mit Spezialkenntnissen kommt man durch. Wenn ich mir überlege, leider habe ich die Notiz nicht mehr in meinem Archiv, daß sogar der Reisebüroverband seine Zunft kritisch einstufte! Kritisch heißt, eine große Menge der üblichen Reisebüros bleibt auf der Strecke! Damit bin ich wieder beim Arbeitsamt gelandet. Damit aber auch bei meiner ersten Meinung, die auch etwas mit meinem Nebenjob zu tun hat: Kurse für Existenzgründer leiten.

Just My 2 Cents…

Grüße
Siegfried

Eine Info aus der neuesten newsletter von http://www.geschaeftsidee.de

+++Doppelt so viele Reisebuchungen per Internet
Der Urlaub per Mausklick wird immer beliebter: Etwa 2,6 Millionen
Bundesbürger haben nach einer Information der Forschungsgemeinschaft Urlaub
und Reisen bereits online gebucht, das sind doppelt so viele wie noch im
Vorjahr. 15 Prozent der Deutschen können sich vorstellen, ihren Urlaub am PC
zu buchen, während zurzeit 81 Prozent Onlinebuchungen ablehnend
gegenüberstehen.

Daran anschließend eine Studie des ADAC, veröffentlicht bei wuv.de

w&v-online: Sonder-Newsletter - www.wuv.de

vom 22. März 2001
gesendet um 11:06 Uhr
an
Abonnentenzahl: 21542

Neue Studie bei w&v-online: „ADAC Verlag - Reisemonitor 2001“

2001 wird ein gutes Jahr für die Tourismusbranche. Nach den Ergebnissen des „Reisemonitor 2001“ planen drei Viertel der Deutschen in diesem Jahr eine längere Urlaubsreise. Das ist ein Plus von knapp fünf Prozent gegenüber dem vergangenen Jahr. Die beliebtesten Urlaubsziele 2001 sind die Türkei und Australien. Für die neue Studie zur Trendforschung im Tourismus-Markt befragte der GfK-Panel-Service, Nürnberg, im Auftrag des ADAC Verlages rund 4000 Personen in Privathaushalten der ADAC-Mitglieder.

Nähere Informationen bieten Ihnen folgende Statistiken:

* Interesse an Urlaubs- und Reiseinformationen
* Informationsquellen für Urlaubsziele
* Urlaubsformen
* Werbeträgerleistungen für Reisezielwerbung
* Nutzung des Internet für Tourismusbuchungen
* Erfahrungen mit Reisebuchungen im Internet
* Urlaubs-Jahreszeiten
* Reiseorganisation: Trends im Buchungsverhalten

Hier gehts zur Studie:
http://www.wuv-studien.de/wuv/studien/index.htm
__________________________________________________________________

Hi Klaus!

Okay, hast mich überzeugt.
Dann laß ich das lieber bleiben mit dem eigenen Reisebüro.

Grüße
Siegfried

Hi,
das ist die Branche mit der größtmöglichen Chance konkurs zu machen. Nur als spezialist hast due überhaubt eine klitzekleine überlebenschance. (Du mußt halt richtig was verkaufen (!) zu nem anständigen Preis. (Bist du überhaubt ein "Verkäufer? und ein Macher ? Wie ist deine finanzielle Basis ? Kannst Du Stress ab ?
Bist du belastbar?)

Wenn du noch einen Job hast, Nebenberuflich testen. Lufthansa, eine Agentur nähe kassel, bieten den Einstand in ein reisebüro zum Nulltarif an. Da kannst du deine Fähigkeiten nebenberuflich testen. Und wenns hinhaut groß rauskommen.
Du kannst es ja auch mal bei ISAR Reisen oder UNIGLOBE versuchen.
Da kriegst du ein perfektes erprobtes Konzept. Mußt dich aber einkaufen
friedrich

Hi Friedrich I.

Meine Idee ist eigentlich nicht das 08/15-Reisebüro (klein, eng, vollgestopft mit Katalogen, Plakaten und „Stopper-Gaby“, sondern Produktpräsentation und -beratung per laufendes Bild (z.B. durch Videos/Internet-Unterstützung) sowie kundengerechter Beratung je nach Urlaubswunsch und -vorstellung (bis hin zur Urlaubsberatung „zu Hause“). Nicht das „Was“ (Neckermann, TUI, ITS, LTU, FTI, Öger etc.) macht den Unterschied, sondern das „Wie“ (Urlaubsstimmung bereits im Reisebüro).

In meinem jetzigen Job (Akquisition und Beratung) muß ich auch verkaufen, dummerweise muß ich auch gleichzeitig das Produkt herstellen - Stress ist da alltäglich. Finanziell stehen mir etwa 300.000 DM zur Verfügung. Vom Kundenstamm her hätte es wohl auch geklappt (Stadtteil mit Neubaugebiet, ca. 30.000 Einwohner, nur zwei Konkurrenz-Reisebüros mit sehr mäßiger Ausstattung)

Da mir aber hier zunehmend von der Idee abgeraten wird, hat sich das Thema ohnehin erledigt.

Grüße
Siegfried

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HAllo, ich persönlich kann dir auch abraten, ich habe nur Erfahrungen als Kunde und Vielreiser. Das sich mir bietende Bild geht von 2 Sorten Kunden aus:

  1. die Klassiker, die seit Jahren aus dem Neckermann Katalog buchen und
  2. diejenigen, die etwas abseits vom Schuß machen wollen.

Kategorie 1 wird immer kleiner, kategorie 2 macht sich sowieso alles selbst.
Ich buche seit geraumer Zeit alles selbst und ohne Hilfe des Reisebüros.

Das Internet dürfte wirklich der Killer werden und zwar sehr bald, wie ich denke. Mir jedenfalls hats Netz schon viel Kohle erspart und bessere Infos geliefert, als irgendein Reisebüro …

Konklusio: Fahr lieber 1 JAhr auf Urlaub mit deiner Kohle, dann ist sie auch weg. Deine Idee ist gut, ich währe noch vor Kurzem bereit gewesen, für solche Dienste Geld auszugeben, aber ob das alle Leute so sehen …

lg, igis

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