Grünes Licht für Pflichtpfand

Hallo,
der Mehrweganteil ist seit 1980 von ca. 76% auf inzwischen ca. 68% gesunken. Besonders dramatisch ist der Wandel auf dem Biermarkt. Hatte die Dose 1991 nur einen Marktanteil von 12%, liegt dieser 2000 schon bei über 24% mit weiter steigender Tendenz. Das ist auch ein Nachteil für die mittelständischen Brauereien.
Ich begrüße daher den heutigen Beschluss des Kabinetts, ein Pflichtpfand einzuführen.
Das Pflichtpfand hat viele Vorteile: Für Abfüller, die im Vertrauen auf Rechtssicherheit in Mehrwegsysteme investiert haben, verringern sich deutlich die Wettbewerbsnachteile. Damit ist das Pflichtpfand eine Stütze, den Mehrwegsanteil zu stabilisieren.
Ökologisch nachteilige Getränkeverpackungen werden an der
Pfandrückgabestelle sortenreiner sortiert als das bisher der Fall ist. Dadurch ist eine höherwertige Verwertung möglich. Das Pflichtpfand schafft dabei auch für die Recyclingbranche Planungssicherheit.
Niemand wirft bares Geld weg, davon profitieren alle: Das Pflichtpfand wird helfen, die sprunghaft zugenommene Vermüllung der Landschaft mit Getränkeverpackungen wirksam zu reduzieren.
Der Bundestag und Bundsrat sollten zügig ebenfalls das Pflichtpfand beschließen. Sicher ist es notwendig, mit der Branche über die genauere Ausgestaltung zu sprechen. Insbesondere müssen die Automatenhersteller in Absprache mit der Verpackungsindustrie sicherstellen, dass bei der Rückgabe kein Betrug möglich ist.

Gruß Mic
http://www.mibor.de

Da seh´ ich den Sinn verfehlt.
Hi,

es soll ja auch Länder gegeben haben, die ein Pfand auf Dosen schon früher eingeführt haben. Witzigerweise hat sich dort der Anteil der Dosen an den Verpackungen erhöht. Es ist eben platzsparender, zurückgenommene Dosen zu lagern, als Flaschen. Wenn ich da an die Kioske denke, die heute schon teilweise aus Platzmangel am Wochenende die Annahme von leeren Flaschen verweigern, wenn man nicht die entsprechende Menge neu einkauft, eben weil ihnen die Lager überquellen. Großen Supermärkten geht es da letztlich nicht anders. Mit der Fläche, die mit Leergut belegt ist, läßt sich kein Geld verdienen. Der Laden, der in der „Geld-verdien-Technik“ am besten ist (Aldi) bietet schon heute keine Pfandflaschen an, jedoch Einwegflaschen. Dieser Trend in Richtung Einwegflaschen und Dosen wird sich m.E. nach aufgrund des Dosenpfandes verstärken.

Das kann so nicht gewollt sein.

Gruß
Christian

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Dosenpfand hier unter Politik
Wahrscheinlich wird dieses Pfand von unserer Regierung eingeführt werden, ich habe mich nicht allzu sehr mit der Thematik vertraut gemacht, glaube aber, der Hauptgrund ist ähnlich dem, als Herr Töpfer den grünen Punkt eingeführt hat. Eine Industrie mit Milliardenumsatz wurde ins Leben gerufen, vermutlich hat sich niemand dabei seine Nase vergoldet. Nun will Herr Trittin in selbstloser Weise auch der Dosen-Zurück-Automaten-Industrie zu Umsätzen verhelfen.

Meiner Meinung sollte dieses Thema der Getränkeindustrie und den Kunden überlassen bleiben. Die Regierenden sollten sich erst einschalten, wenn UNZWEIFELHAFT Umweltschädigungen zu erwarten wären.

Ökologisch nachteilige Getränkeverpackungen werden an der
Pfandrückgabestelle sortenreiner sortiert als das bisher der Fall ist.
Dadurch ist eine höherwertige Verwertung möglich.

Das klingt schön, was machte man früher aus den Dosen und was jetzt?
Oder ist es jetzt billiger? Was wird den anders? Ich wäre für eine Antwort dankbar.

Das Pflichtpfand wird helfen, die sprunghaft zugenommene Vermüllung
der Landschaft mit Getränkeverpackungen wirksam zu reduzieren.

Folglich sollte man (hier nur einige Beispiele) Zigarettenschachteln, Joghurtbecher, Busfahrscheine, Hundekot usw. auch mit Pfand belegen damit die äußerlich menschenähnlichen Dreckwegwerfer beim Verschmutzen finanziellen Schaden erleiden. Ich glaube, daß eine Erziehung zur Sauberkeit wirksamer wäre.

Ökologisch nachteilige Getränkeverpackungen

Da muß man mich erst überzeugen, daß die üblicherweise schwereren Einwegverpackungen nicht in diese Kategorie fallen. Bedenke: Transportkosten, Saubermachen. Ein Beweis ist wegen der vielen Faktoren schwer zu führen.

Sobald ich leere Dosen zum Zurückgeben aufbewahren muß, werde ich und andere sie ausspülen um Geruch und Insektenzuzug zu vermeiden. Nein, ich glaube nicht, daß dies eine gute Idee zum Nutzen der Allgemeinheit ist. Ganz sicher bin ich allerdings, daß es sich für irgendjemanden lohnen wird. (Goldene Nase)

Grüße Rudolf