Profs Dahrendorf/Gellatly /Weizaecker sehen das
…nicht verkneifen!
))
…anders !
Achja- Du hast DAS ja studiert - sollten diese hochanerkannten Prof’s bei dir mal nachfragen ?
Ich schließe mich erstmal Mike vollinhaltlich an. Thanx für
deinen Beitrag, Mike:smile:))
…denn…du liebe guete - zeigt sich nun wes geistes kind…DU und viele WIRKLICH sind
))
Fakten again fuer den deutschen sonderweg hin zum judentrieb
Nicht nur Ralf Dahrendorf - hochangesehner Prof. der Soziologie -sieht es so - im Spiegel-Interwiev .
sondern Prof. Gellately anerkannter Holocoust-Forscher
FEUILLETON Freitag, 9. März 2001
Suedd. Ztg. Seite 18 / Deutschland Seite 18 / München Seite 18
Guter Diktator
Robert Gellatelys Buch über Hitler
und die deutsche Ordnungsliebe
Die Frage, ob er sich als Element einer Holocaust-Vermarktung fühle, drängt sich auf – Robert Gellately blickt einen keineswegs erstaunt an bei seiner Antwort.
Das sei gegenwärtig wohl nicht zu vermeiden, sagt der aus Kanada stammende Holocaust-Forscher. Gegenwärtig heißt: im Hinblick auf die Kontroversen, die Norman Finkelstein ausgelöst hat mit seiner Polemik über die „Holocaust-Industrie“.
Peter Novicks Buch zum gleichen Thema sei sowieso besser und bedeutender, sagt Gellately. Und zu Finkelstein fällt ihm die Sottise ein: „Es gibt ja auch die Freiheit, geschmacklos zu sein. “
„Backing Hitler: Consent and Coercion in Nazi Germany“, heißt das nun in London vorgestellte Buch des an der Clark University in Massachusetts lehrenden Wissenschaftlers, dessen Laufbahn unter anderem über die London School of Economics, die Humboldt-Stiftung und verschiedene amerikanische Universitäten führte. Ausführlich belegt Gellatelys Studie die genau recherchierte Tatsache, dass es von 1933 an sehr viele Zeitungsartikel in Hitler-Deutschland gegeben hat, die sich sowohl mit der Gestapo, mit der Verfolgung von Abweichlern und mit Konzentrationslagern befassten als auch mit der Säuberungspolitik der Behörden, die arbeitsscheue Elemente von der Straße haben und sie umerziehen wollten.
Das konnten die Bürger wissen, sagt Gellately, und sie hätten es wissen sollen.
Vor allem aber: Hitlers Maßnahmen kamen den auf Ordnung und Sauberkeit bedachten deutschen Bürgern sehr wohl entgegen – nicht wenigen erschien Hitler als guter Diktator.
Gellatelys Recherchen in archivierten lokalen und nationalen Nazi-Zeitungen widerlegen diejenigen, die hinterher behaupteten, „sie hätten nichts gewusst“.
Über die Reichhaltigkeit seiner Funde sei er selbst erstaunt gewesen, meint der Autor. Mehr als der lange schwelende Antisemitismus der Deutschen, den Goldhagen für die Zustimmung zu Hitlers Rassen- und Ausrottungspolitik verantwortlich macht,
war es für Gellately jene Zustimmungsbereitschaft der Ordnungsliebenden, die schließlich in deren zunehmende „moralische Desensibilisierung“ mündete.
Nach wie vor ein Thema
„Backing Hitler“: Der Guardian stellte Gellatelys Buch in einem großen Artikel vor mit dem Hinweis auf eine Präsentation in Londons „Wiener Library“. Worauf die Anfragen und Zusagen derart massenhaft eintrafen, dass das Fassungsvermögen der ehrwürdigen Archivräume fast gesprengt wurde.
Bei Waterstone’s, einer der großen Londoner Buchhandelsketten, hat Gellately auch gelesen, und an der Universität von Southampton wird er einen Vortrag halten. Der Verlag Oxford University Press organisiert die Veranstaltungen, der Autor geht auf Reisen und wirbt für sein Werk. – business as usual eben.
Erstaunlich ist dabei allerdings, dass das spröde Thema Holocaust, das nach Meinung vieler schon fast bis zum Überdruss analysiert und kommentiert worden sei, einmal mehr solchen Zulauf findet.
In der Wiener Library, wo Gellately als junger Student gearbeitet hat, wurden die üblichen Häppchen serviert, und nach dem gebührenden Verweis darauf, dass dies eigentlich ein schmerzlicher Anlass sei, wurden sie gerne verzehrt. Das gehört zum Event-Charakter solcher Präsentationen, der mittlerweile auch den Holocaust erfasst hat.
Gewiss, noch ist nicht klar, wie viele Leser – vor allem: wie viele sorgfältige Leser – das Buch am Ende wirklich finden wird. Einige Kritiker, die die Lektüre schon hinter sich haben, urteilten positiv: Zwar sei nicht neu, was Gellately sage, so die vorherrschende Meinung, doch entscheidend sei hier das reichhaltige Material und die Gründlichkeit der Auswertung.
In deutscher Übersetzung wird der „neue Gellately“ – um im Vermarktungsjargon zu bleiben – auch bald erscheinen; die Verhandlungen laufen. Zumindest in Fachkreisen ist der Autor hier ohnehin kein Unbekannter mehr; sein Werk „Die Gestapo und die deutsche Gesellschaft“ ist 1994 bei Schöningh verlegt worden.
Gellately wies da nach, wie häufig und vor allem wie freiwillig deutsche Menschen diejenigen bespitzelt und denunziert haben, die ihnen missfielen, auf die sie eifersüchtig waren, die sie loswerden wollten. Freunde, Nachbarn, Ehepartner, Vorgesetzte wurden angeschwärzt, quer durch Schichten und Generationen. Ohne diese Hilfe hätte die Gestapo nicht so effektiv sein können.
Mit fast freudigem Forschereifer sieht Gellately nach wie vor viele Fragen zum Thema „Die Deutschen und ihr Nationalismus“ offen. Soweit es sein vorsichtiger Sarkasmus ahnen lässt, steht er allerdings einem nur auf Einzelprojekte fixierten Forschungseifer skeptisch gegenüber. Sein ausdrückliches Lob gilt dagegen den Arbeiten junger deutscher Studenten, die beispielsweise zu erkunden suchten, wie am eigenen Heimatort Arbeitslager organisiert worden seien.
Wobei Gellately es unvermeidlich findet, dass unser Verhältnis zur Erinnerung einem laufenden Veränderungsprozess unterworfen sei. Ebenso unvermeidlich, auch wenn sich an deren gegenwärtiger Form manches aussetzen ließe, sei aber auch die Auseinandersetzung mit der Holocaust-Industrie.
Im übrigen, Finkelstein hin, Finkelstein her: Der Lehrstuhl der Clark University, an dem Gellately arbeitet, ist nach dem Bankier David Straßler benannt, der für die Holocaust-Forschung viel Geld zur Verfügung gestellt hat.
Auch so etwas verpflichtet schließlich.
BIRGIT WEIDINGER ( Suedd.Ztg.)
Sicher weisst Du wiederum alles besser- achja- Du hast ja DAS ja studiert -mag ja sein - dass der Holocoust Forscher Prof. Gellately bei dir mal nachfragt?
Auszug aus Richard von Weizaeckers Rede am 8.Mai.
Er spricht aus Uberzeigung von MASSENWAHN …
Auf dem Weg ins Unheil wurde Hitler die treibende Kraft. Er erzeugte und er nutzte Massenwahn. Eine schwache Demokratie war unfähig, ihm Einhalt zu gebieten. Und auch die europäischen Westmächte, nach Churchills Urteil „arglos, nicht schuldlos“, trugen durch Schwäche zur verhängnisvollen Entwicklung bei. Amerika hatte sich nach dem Ersten Weltkrieg wieder zurückgezogen und war in den dreißiger Jahren ohne Einfluß auf Europa.
Hitler wollte die Herrschaft über Europa, und zwar durch Krieg. Den Anlaß dafür suchte und fand er in Polen.
Am 23. Mai 1939 - wenige Monate vor Kriegsausbruch - erklärte er vor der deutschen Generalität: „Weitere Erfolge können ohne Blutvergießen nicht mehr errungen werden… Danzig ist nicht das Objekt, um das es geht. Es handelt sich für uns um die Erweiterung des Lebensraumes im Osten und Sicherstellung der Ernährung … Es entfällt also die Frage, Polen zu schonen, und bleibt der Entschluß, bei erster passender Gelegenheit Polen anzugreifen … Hierbei spielen Recht oder Unrecht oder Verträge keine Rolle“.
Am 23. August 1939 wurde der deutsch-sowjetische Nichtangriffspakt geschlossen. Das geheime Zusatzprotokoll regelte die bevorstehende Aufteilung Polens.
Der Vertrag wurde geschlossen, um Hitler den Einmarsch in Polen zu ermöglichen. Das war der damaligen Führung der Sowjetunion voll bewußt. Allen politisch denkenden Menschen jener Zeit war klar, daß der deutsch-sowjetische Pakt Hitlers Einmarsch in Polen und damit den Zweiten Weltkrieg bedeutete. Dadurch wird die deutsche Schuld am Ausbruch des Zweiten Weltkrieges nicht verringert. Die Sowjetunion nahm den Krieg anderer Völker in Kauf, um sich am Ertrag zu beteiligen. Die Initiative zum Krieg aber ging von Deutschland aus, nicht von der Sowjetunion.
Es war Hitler, der zur Gewalt griff. Der Ausbruch des Zweiten Weltkrieges bleibt mit dem deutschen Namen verbunden.
Während dieses Krieges hat das nationalsozialistische Regime viele Völker gequält und geschändet.
Am Ende blieb nur noch ein Volk übrig, um gequält, geknechtet und geschändet zu werden: das eigene, das deutsche Volk. Immer wieder hat Hitler ausgesprochen: wenn das deutsche Volk schon nicht fähig sei, in diesem Krieg zu siegen, dann möge es eben untergehen. Die anderen Völker wurden zunächst Opfer eines von Deutschland ausgehenden Krieges, bevor wir selbst zu Opfern unseres eigenen Krieges wurden.
Es folgte die von den Siegermächten verabredete Aufteilung Deutschlands in verschiedene Zonen. Inzwischen war die Sowjetunion in alle Staaten Ost- und Südosteuropas, die während des Krieges von Deutschland besetzt worden waren, einmarschiert. Mit Ausnahme Griechenlands wurden alle diese Staaten sozialistische Staaten.
Die Spaltung Europas in zwei verschiedene politische Systeme nahm ihren Lauf. Es war erst die Nachkriegsentwicklung, die sie befestigte. Aber ohne den von Hitler begonnenen Krieg wäre sie nicht gekommen. Daran denken die betroffenen Völker zuerst, wenn sie sich des von der deutschen Führung ausgelösten Krieges erinnern.
Im Blick auf die Teilung unseres eigenen Landes und auf den Verlust großer Teile des deutschen Staatsgebietes denken auch wir daran. In seiner Predigt zum 8. Mai sagt Kardinal Meißner in Ostberlin: „Das trostlose Ergebnis der Sünde ist immer die Trennung“.
Die Willkür der Zerstörung wirkte in der willkürlichen Verteilung der Lasten nach. Es gab Unschuldige, die verfolgt wurden, und Schuldige, die entkamen. Die einen hatten das Glück, zu Hause in vertrauter Umgebung ein neues Leben aufbauen zu können. Andere wurden aus der angestammten Heimat vertrieben.
Wir in der späteren Bundesrepublik Deutschland erhielten die kostbare Chance der Freiheit. Vielen Millionen Landsleuten bleibt sie bis heute versagt. Die Willkür der Zuteilung unterschiedlicher Schicksale ertragen zu lernen, war die erste Aufgabe im Geistigen, die sich neben der Aufgabe des materiellen Wiederaufbaus stellte. An ihr mußte sich die menschliche Kraft erproben, die Lasten anderer zu erkennen, an ihnen dauerhaft mitzutragen, sie nicht zu vergessen. In ihr mußte die Fähigkeit zum Frieden und die Bereitschaft zur Versöhnung nach innen und außen wachsen, die nicht nur andere von uns forderten, sondern nach denen es uns selbst am allermeisten verlangte. Wir können des 8. Mai nicht gedenken, ohne uns bewußt zu machen, welche Überwindung die Bereitschaft zur Aussöhnung den ehemaligen Feinden abverlangte. Können wir uns wirklich in die Lage von Angehörigen der Opfer des Warschauer Ghettos oder des Massakers von Lidice versetzen?
Wie schwer mußte es aber auch einem Bürger in Rotterdam oder London fallen, den Wiederaufbau unseres Landes zu unterstützen, aus dem die Bomben stammten, die erst kurze Zeit zuvor auf seine Stadt gefallen waren! Dazu mußte allmählich eine Gewißheit wachsen, daß Deutsche nicht noch einmal versuchen würden, eine Niederlage mit Gewalt zu korrigieren.
Bei uns selbst wurde das Schwerste den Heimatvertriebenen abverlangt. Ihnen ist noch lange nach dem 8. Mai bitteres Leid und schweres Unrecht widerfahren. Um ihrem schweren Schicksal mit Verständnis zu begegnen, fehlt uns Einheimischen oft die Phantasie und auch das offene Herz.
Aber es gab alsbald auch große Zeichen der Hilfsbereitschaft. Viele Millionen Flüchtlinge und Vertriebene wurden aufgenommen. Im Laufe der Jahre konnten sie neue Wurzeln schlagen. Ihre Kinder und Enkel bleiben auf vielfache Weise der Kultur und der Liebe zur Heimat ihrer Vorfahren verbunden. Das ist gut so, denn das ist ein wertvoller Schatz in ihrem Leben.
Sie haben aber selbst eine neue Heimat gefunden, in der sie mit den gleichaltrigen Einheimischen aufwachsen und zusammenwachsen, ihre Mundart sprechen und ihre Gewohnheiten teilen. Ihr junges Leben ist ein Beweis für die Fähigkeit zum inneren Frieden. Ihre Großeltern oder Eltern wurden einst vertrieben, sie jedoch sind jetzt zu Hause.
Früh und beispielhaft haben sich die Heimatvertriebenen zum Gewaltverzicht bekannt. Das war keine vergängliche Erklärung im anfänglichen Stadium der Machtlosigkeit, sondern ein Bekenntnis, das seine Gültigkeit behält. Gewaltverzicht bedeutet, allseits das Vertrauen wachsen zu lassen, daß auch ein wieder zu Kräften gekommenes Deutschland daran gebunden bleibt. Die eigene Heimat ist mittlerweile anderen zur Heimat geworden. Auf vielen alten Friedhöfen im Osten finden sich heute schon mehr polnische als deutsche Gräber.
Der erzwungenen Wanderschaft von Millionen Deutschen nach Westen folgten Millionen Polen und ihnen wiederum Millionen Russen. Es sind alles Menschen, die nicht gefragt wurden, Menschen, die Unrecht erlitten haben, Menschen, die wehrlose Objekte der politischen Ereignisse wurden und denen keine Aufrechnung von Unrecht und keine Konfrontation von Ansprüchen wiedergutmachen kann, was ihnen angetan worden ist.
Gewaltverzicht heute heißt, den Menschen dort, wo sie das Schicksal nach dem 8. Mai hingetrieben hat und wo sie nun seit Jahrzehnten leben, eine dauerhafte, politisch unangefochtene Sicherheit für ihre Zukunft zu geben. Es heißt, den widerstreitenden Rechtsansprüchen das Verständigungsgebot überzuordnen. Darin liegt der eigentliche, der menschliche Beitrag zu einer europäischen Friedensordnung, der von uns ausgehen kann.
Der Neuanfang in Europa nach 1945 hat dem Gedanken der Freiheit und Selbstbestimmung Siege und Niederlagen gebracht. Für uns gilt es, die Chance des Schlußstrichs unter eine lange Periode europäischer Geschichte zu nutzen, in der jedem Staat Frieden nur denkbar und sicher schien als Ergebnis eigener Überlegenheit und in der Frieden eine Zeit der Vorbereitung des nächsten Krieges bedeutete.
Die Völker Europas lieben ihre Heimat. Den Deutschen geht es nicht anders. Wer könnte der Friedensliebe eines Volkes vertrauen, das imstande wäre, seine Heimat zu vergessen?
Nein, Friedensliebe zeigt sich gerade darin, daß man seine Heimat nicht vergißt und eben deshalb entschlossen ist, alles zu tun, um immer in Frieden miteinander zu leben. Heimatliebe eines Vertriebenen ist kein Revanchismus.
Stärker als früher hat der letzte Krieg die Friedenssehnsucht im Herzen der Menschen geweckt. Die Versöhnungsarbeit von Kirchen fand eine tiefe Resonanz. Für die Verständigungsarbeit von jungen Menschen gibt es viele Beispiele. Ich denke an die „Aktion Sühnezeichen“ mit ihrer Tätigkeit in Auschwitz und Israel. Eine Gemeinde der niederrheinischen Stadt Kleve erhielt neulich Brote aus polnischen Gemeinden als Zeichen der Aussöhnung und Gemeinschaft. Eines dieser Brote hat sie an einen Lehrer nach England geschickt. Denn dieser Lehrer aus England war aus der Anonymität herausgetreten und hatte geschrieben, er habe damals im Krieg als Bombenflieger Kirchen und Wohnhäuser in Kleve zerstört und wünschte sich ein Zeichen der Aussöhnung.
Es hilft unendlich viel zum Frieden, nicht auf den anderen zu warten, bis er kommt, sondern auf ihn zuzugehen, wie dieser Mann es getan hat. In seiner Folge hat der Krieg alte Gegner menschlich und auch politisch einander nähergebracht. Schon 1946 rief der amerikanische Außenminister Byrnes in seiner denkwürdigen Stuttgarter Rede zur Verständigung in Europa und dazu auf, dem deutschen Volk auf seinem Weg in eine freie und friedliebende Zukunft zu helfen.
Unzählige amerikanische Bürger haben damals mit ihren privaten Mitteln uns Deutsche, die Besiegten, unterstützt, um die Wunden des Krieges zu heilen. Dank der Weitsicht von Franzosen wie Jean Monnet und Robert Schuman und von Deutschen wie Konrad Adenauer endete eine alte Feindschaft zwischen Franzosen und Deutschen für immer.
Ein neuer Strom von Aufbauwillen und Energie ging durch das eigene Land. Manche alte Gräben wurden zugeschüttet, konfessionelle Gegensätze und soziale Spannungen verloren an Schärfe. Partnerschaftlich ging man ans Werk. Es gab keine „Stunde Null“, aber wir hatten die Chance zu einem Neubeginn. Wir haben sie genutzt, so gut wir konnten. An die Stelle der Unfreiheit haben wir die demokratische Freiheit gesetzt.
Vier Jahre nach Kriegsende, 1949, am 8. Mai, beschloß der Parlamentarische Rat unser Grundgesetz. Über Parteigrenzen hinweg gaben seine Demokraten die Antwort auf Krieg und Gewaltherrschaft im Artikel 1 unserer Verfassung: „Das deutsche Volk bekennt sich darum zu unverletzlichen und unveräußerlichen Menschenrechten als Grundlage jeder menschlichen Gemeinschaft, des Friedens und der Gerechtigkeit in der Welt.“
Auch an diese Bedeutung des 8. Mai gilt es heute zu erinnern.
Die Bundesrepublik Deutschland ist ein weltweit geachteter Staat geworden. Sie gehört zu den hochentwickelten Industrieländern der Welt. Mit ihrer wirtschaftlichen Kraft weiß sie sich mitverantwortlich dafür, Hunger und Not in der Welt zu bekämpfen und zu einem sozialen Ausgleich unter den Völkern beizutragen. Wir leben seit vierzig Jahren in Frieden und Freiheit, und wir haben durch unsere Politik unter den freien Völkern des Atlantischen Bündnisses und der Europäischen Gemeinschaft dazu selbst einen großen Beitrag geleistet.
Nie gab es auf deutschem Boden einen besseren Schutz der Freiheitsrechte des Bürgers als heute. Ein dichtes soziales Netz, das den Vergleich mit keiner anderen Gesellschaft zu scheuen braucht, sichert die Lebensgrundlage der Menschen.
Hatten sich bei Kriegsende viele Deutsche noch darum bemüht, ihren Paß zu verbergen oder gegen einen anderen einzutauschen, so ist heute unsere Staatsbürgerschaft ein angesehenes Recht.
Wir haben wahrlich keinen Grund zu Überheblichkeit und Selbstgerechtigkeit. Aber wir dürfen uns der Entwicklung dieser vierzig Jahre dankbar erinnern, wenn wir das eigene historische Gedächtnis als Leitlinie für unser Verhalten in der Gegenwart und für die ungelösten Aufgaben, die auf uns warten, nutzen.
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Wenn wir uns daran erinnern, daß Geisteskranke im Dritten Reich getötet wurden, werden wir die Zuwendung zu psychisch kranken Bürgern als unsere eigene Aufgabe verstehen.
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Wenn wir uns erinnern, wie rassisch, religiös und politisch Verfolgte, die vom sicheren Tod bedroht waren, oft vor geschlossenen Grenzen anderer Staaten standen, werden wir vor denen, die heute wirklich verfolgt sind und bei uns Schutz suchen, die Tür nicht verschließen.
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Wenn wir uns der Verfolgung des freien Geistes während der Diktatur besinnen, werden wir die Freiheit jedes Gedankens und jeder Kritik schützen, so sehr sie sich auch gegen uns selbst richten mag. - Wer über die Verhältnisse im Nahen Osten urteilt, der möge an das Schicksal denken, das Deutsche den jüdischen Mitmenschen bereiteten, und das die Gründung des Staates Israel unter Bedingungen auslöste, die noch heute die Menschen in dieser Region belasten und gefährden.
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Wenn wir daran denken, was unsere östlichen Nachbarn im Kriege erleiden mußten, werden wir besser verstehen, daß der Ausgleich, die Entspannung und die friedliche Nachbarschaft mit diesen Ländern zentrale Aufgabe der deutschen Außenpolitik bleiben. Es gilt, daß beide Seiten sich erinnern und beide Seiten einander achten. Sie haben menschlich, sie haben kulturell, sie haben letzten Endes auch geschichtlich allen Grund dazu.
Der Generalsekretär der Kommunistischen Partei der Sowjetunion Michail Gorbatschow hat verlautbart, es ginge der sowjetischen Führung beim 40. Jahrestag des Kriegsendes nicht darum, antideutsche Gefühle zu schüren. Die Sowjetunion trete für Freundschaft zwischen den Völkern ein. Gerade wenn wir Fragen auch an sowjetische Beiträge zur Verständigung zwischen Ost und West und zur Achtung von Menschenrechten in allen Teilen Europas haben, gerade dann sollten wir dieses Zeichen aus Moskau nicht überhören. Wir wollen Freundschaft mit den Völkern der Sowjetunion. Vierzig Jahre nach dem Ende des Krieges ist das deutsche Volk nach wie vor geteilt.
Beim Gedenkgottesdienst in der Kreuzkirche zu Dresden sagte Bischof Hempel im Februar dieses Jahres: „Es lastet, es blutet, daß zwei deutsche Staaten entstanden sind mit ihrer schweren Grenze. Es lastet und blutet die Fülle der Grenzen überhaupt. Es lasten die Waffen.“
Achja…Du siehst alles anders- weisst alles besser ?
Zu deiner Argumentation - du bist die letzten beiden Postings
wieder an dem Punkt, and dem wir schon zu Anfangs waren. Ich
sehe nicht, dass dein Weiss Zitat irgendetwas neues bringt,
was wir noch nicht disktiert hätten.
Du weisst doch gar nicht WAS er schreibt…
By the way: Nachdem du mir ja immer zwei Bücher empfiehlst:
Dann empfehle ich dir erstmal, alle relevanten Bücher zum
Thema lesen. Zumindest Poliakov sollte man, wenn man wie du
Antisemitismus spannend findet, gelesen haben.
Jaja- kenne ich - auch lange her - zum studium.
Ich habe
Poliakov gelesen (schon ne Weile her), ich habe so ziemlich
jedes relevante Buch zur Geschichte der Juden in Europa
gelesen (Judentum in Europa war mein großes Spezialthema im
Studium). Ich habe auch Goldhagen gelesen (und Finkelstein,
aber das ist nun wirklich ein anderes Thema) Und ich habe -
zumindest für das Mittelalter, aber auch darüber hinaus- alle
relevanten Quellen zu diesem Thema gelesen und auch mit
ihnen gearbeitet - so z.B. eine kleine Studie zu den
Judenverfolgungen in Straßburg zur Zeit der großen Pest
gemacht, aber auch in der Zeit der Aufklärung (Christian
Wilhelm von Dohm) gearbeitet. Also, wenn du wirklich Interesse
an historischer Arbeit hast, fang mal mit den Quellen an. Und
dann komme zu den historischen Zusammenhängen. Dann wirst du,
auch Luther anders sehen, z.B. Ich maße mir auf jedenfall an,
genauso oder zumindest annähernd soviel historisches Material
wie Weiss oder Jäger zu diesem Thema zu kenne:smile:Dann: zur Methodik deine Diskussion. Komm doch nicht nach 20
Postings zu den für dich und deine These eigentlich relevanten
Büchern! Das finde ich nun wirklich merkwürdig. Mal davon
abgesehen, hat Weiss nichts gesagt, was wir hier nicht schon
diskutiert hatten. Weiss sagt nichts anderes als du schon im
ersten Posting gesagt hast, also hätte zur rechten Zeit eine
Literaturangabe gereicht.
No Lady - absolut NO- denn Weiss stellt fundig den sonderweg seit Luther fest.
No Lady NO - denn Prof. Gellatly UND Prof. Dahrendorf
sehen den Sonderweg Deutschlands gegen das Judentum als erwiesen
an - Weiss weist DIES schluessig ebenso nach - achaja du weisst ja mindestens so viel wie er - nur die ganz andere richtung- oder?
Ich sehe die historische Entwicklung in einem anderen Licht.
Dass Weiss zurecht bemerkt, dass nur wenige/die wenigsten
Antisemitismus-Forscher seiner These folgen, heißt ja nicht,
dass nur weil er eine Mindermeinung vertritt, diese richtig
ist. Nicht immer liegt die Mehrheit falsch, Dizarus:smile:.
Jaja- die meinungsmehrheit wie ueblich- augen zu und durch.
Nachdem du nochmal mit alten Kamellen kommst,
Aha- Profs. Dahrendorf - Gellatly - Weizaecker - alles alte Kamellen ?
zitiere ich
gegen Weiss nochmal meinen Artikel von oben, den du
spannderweise als einziges meiner Postings nicht kommentiert
hast:smile:):—Zitat—
Gute Argumente gegen Goldhagens Darstellung sind in der
Dokumentation zur Goldhagen-Kontroverse nachzulesen - den
Historiker Omer Bartov und den Journalisten Josef Joffe kann
man als gute Beispiele anführen. Christopher Browning hat vier
Jahre vor Goldhagen eine überzeugende Analyse der Akten des
Polizeibataillons 101 vorgelegt, die aus dem empirischen
Material nur das interpretativ herausholt, was sich
verantwortungsbewußt schlußfolgern lässt, bei den Tätern
handelte es sich um ganz normale Männer. Die Wirklichkeit wäre
leichter zu ertragen, wenn es wahr wäre: Der Monstrosität der
Tat entspräche eine tiefe, wenn auch moralisch verwerfliche
Gesinnung. Aber so ist es nicht: Um die furchtbarsten Taten zu
begehen, bedarf es keiner inhaltlichen Überzeugungen, sondern
effektiv organisierter Gewalt. Sadismus, Grausamkeit oder gar
Lust am Töten hindern eher am quantifizierenden Töten. Die
menschlichen Fähigkeiten, die einen zum Massenmörder
qualifizieren, entspringen nicht einer Nationalkultur, sondern
einer bestimmten Vergesellschaftung der Menschen, die
Indifferenz mit Erfolgskriterien verbindet. Die deutsche
Gesellschaft des 19. Jahrhunderts unterschied sich nicht so
fundamental von den übrigen europäischen Gesellschaften, wie
Goldhagen glaubt - ebenso der deutsche Antisemitismus nicht.
Auschwitz läßt sich nur verkürzt aus der Geschichte des
Antisemitismus oder aus den Motiven der einzelnen Mörder
erklären, sondern es bedurfte einer gesellschaftlichen
Entfesselung von Gewalt, um eine solche Tat durchzuführen. Vor
der Herausforderung für den menschlichen Verstand, die von
Auschwitz ausgeht, flieht Goldhagen in die nationalkulturelle
Zauberformel.
Simplifizierung wird als Klarheit ausgegeben."aus:http://www.soz.uni-hannover.de/isoz/veroeff/golddeb.htm
—Zitat Ende------Ich kann das nur bestätigen. Ich habe ja (wenn du in meine
vika schaust, siehst du es) einen Film über Frauen in der SS
gemacht, ich habe wirklich mit TÄTERINNEN geredet.
Na und ? Beweist DAS kompentenz!
Beste Grüße,
barbara
P.S. und nochwas: ich finds echt unfair, dass ich immer die
alte Texte löschen muss und ich immer alles selbst noch mal
formuliere und von dir immer nur kurze Bemerkungen und
ellenlange Zitate bekommen:smile:)…nur für die nächste
Diskussion.
OK.
Gruss

