Grund Kriegseintritt USA 1.- und 2. Weltkrieg

Kann mir jemand sagen, weshalb die USA 1917 in den 1. Weltkrieg eintritt?
Der Krieg war ja eigentlich verab von ihnen, auch hatten sie weit und breit keine Kolonien und zudem verhielten sie sich doch immer neutral und zurückgezogen (Isolation) Warum der plötzliche SInnungswandel? Hatte es wirtschaftliche Gründe?

Und wie sieht es im zweiten Weltkrieg aus?

Hallo!
Die Fragen, die du stellst, sind in der Wissenschaft so gründlich diskutiert und erforscht, dass du darüber in den Geschichtsbüchern und bei ein wenig Findigkeit im Internet (im wahrsten Sinn des Wortes:smile: erschöpfende Antworten findest.
Gruß!
Hannes

Ein Skeptiker?
Hallo!

Die Fragen, die du stellst, sind in der Wissenschaft so
gründlich diskutiert und erforscht, dass du darüber in den
Geschichtsbüchern und bei ein wenig Findigkeit im Internet (im
wahrsten Sinn des Wortes:smile: erschöpfende Antworten findest.

Die Frage scheint mir aber die eines Skeptikers zu sein, der die
„Objektivität der Wissenschaft“ bezweifelt und den alten Erfahrungssatz
der Historiker „Die Sieger schreiben die Geschichte“
im 20. Jh. nicht außer Kraft gesetzt sieht. Oder?

Gruß
Nescio

Hallo,

Nescio!
Die Frage scheint mir aber die eines Skeptikers zu sein, der
die
„Objektivität der Wissenschaft“ bezweifelt und den alten
Erfahrungssatz
der Historiker „Die Sieger schreiben die Geschichte“
im 20. Jh. nicht außer Kraft gesetzt sieht.
Oder?

Mittlerweile ist dieses Jahrhundert und noch fast ein Jahrzehnt mehr vergangen und die Geschichtsschreibung zu beiden Weltkriegen ist selbst ein Thema der Forschung und ist - und wird - untersucht.
Die Bücher, in denen (auch) die Motive für den Kriegseintritt der USA im Ersten Weltkrieg behandelt sind, können eine Bibliothek füllen.
Und über die Genese des Kriegseintritts der USA im Zweiten Weltkrieg, über die verschiedenen Stadien der Hilfeleistung für die Anti-Hitler-Koalition bis zu den Kriegserkärungen (der USA und Großbritanniens an Japan, des Deutschen Reichs und Italiens an die USA), ist, meine ich, auch genug geschrieben, so dass sich jeder seine Meinung bilden kann.
Ich kann verstehen, dass jemand vor der Fülle an Gedrucktem kapituliert. Aber andererseits sehe ich mich nicht in der Lage, so ausführlich in der Wissenschaft behandelten komplexen Themen hier mit einem kurzen und vereinfachenden Statement gerecht zu werden.
Wer sich dazu in der Lage sieht, kann das ja tun. Ich spreche nur für mich.
Gruß!
Hannes

Hallo,

nach ausführlicher Diskussion warum Dir jemand keine Antwort schreibt, wenigstens den Versuch einer Antwort.

Es gab viele Gründe für einen Eintritt in den 1.WK. Ein paar waren ganz handfester Natur:
D hatte unter anderem unter der Hand „für den Fall das“ mit Mexiko verhandelt um Mexiko in den Krieg zu ziehen. Gegen das Versprechen, dass M. Gebiete, die es an die USA (bis inklusive Teile Kaliforniens) bekommen würde. Das klingt heute hanebüchen, wäre aber damals ein mögliches Szenario gewesen. Deswegen waren die USA ziemlich sauer, die hatten nämlich einen der Briefe abgefangen.
Zweitens wandelte sich die Position der USA innerhalb des Krieges. Im Grunde waren die USA im Krieg, nur eben nicht formal. Sie unterstützten ja die Entente endlos. Nur Ende 1916, nachdem der deutsche Versuch, die Seeblockade zu zerbrechen im Sommer gescheitert war, nach den Verlusten an der Somme und der Ausblutungsschlacht von Verdun (die eigentlich noch andauerte) hatten sich die Bedürfnisse der Entente gewandelt. Vorher war es lebenswichtig gewesen, eine unagreifbare Basis auf der anderen Seite des Atlantik zu haben und das hatte man ja geschafft weil die USA nicht im Krieg waren. Nun aber brauchte man Soldaten und aktive Unterstützung an der Front. Die USA, die ja sowieso de facto dabei waren, waren auch dazu bereit, denn in der amerikanischen Vorstellung galt Deutschland unter dem Kaiser ja als Diktatur. Das war ja der Grund dafür, dass man bereits seit dem ersten Schuß tief in die Tasche gegriffen hatte um die Entente zu unterstützen. Was man jetzt brauchte, war ein Vorwand. Die Sache mit Mexiko war nicht brauchbar, denn mit Mexiko sprach man ja unter der Hand. Das an die Öffentlichkeit zu ziehen wäre wenig hilfreich gewesen.
Das die Lusitania versenkt wurde (nach Seerecht und Seekriegsrecht völlig berechtigt) war ein Glücksfall, der sofort genutzt wurde. Ein Vorwand, aber kein Grund.
Bleibt die Frage nach den wirtschaftlichen Gründen. Das ist ja immer und bei allen Kriegen der USA das Hauptthema. Die bösen Amis tun das alles für die Wirtschaft. Nur hat es noch nie hingehauen. Kriege kurbeln naturgemäß zunächst die Wirtschaft an. Einfach weil ein Haufen Zeug gebraucht wird und das muss produziert werden. Bis zu einem gewissen Punkt ist die Behauptung, ein Krieg wäre ein positiver Wirtschaftsfaktor, für alle Kriegsparteien wahr. Nur kommt der Punkt, an dem die Rohstoffbelastung und die Finanzierung die größere Belastung darstellt und Krieg wirtschaftsschädlichh wird. 1917 hatten die USA bereits seit zweieinhalb Jahren die Entente aus eigenen Mitteln unterstützt. Sie waren nicht pleite, aber die Belastung war spürbar. Als die USA in den Krieg eintraten, war der Punkt, an dem sie wirtschaftlich davon profitieren konnten bereits überschritten. Das man dann noch 1918-1923 nach dem Krieg als einzige Siegermacht noch in den Wiederaufbau Deutschlands investierte, tat der eigenen Wirtschaft auch nicht gut. Aber die amerikanische Wirtschaft schaffte es. Nur überhitzte sie (so ähnlich wie jetzt die chinesische) und schuf dadurch eigentlich schon die ersten der vielen Gründe, die 1929 zum Crash führten.

Der zweite Weltkireg
Die Ausgangssituation war etwas anders, aber nicht viel. D war als Diktatur bereits im Begreifen des Volkes verankert. Der Unterschied lag darin, dass das Verhältnis zu England schlechter war als vor dem 1.WK. Nicht nur, dass man ein paar kleinere Wirtschaftskriege mit England hinter sich hatte, auch das Durchgreifen der Briten in Indien hatte keine Sympathien gebracht. Dem Freiheitsverständnis des Normalamerikaners stand das britische Königreich damals etwa genauso fern wie ein Hitler und ein Stalin. Roosevelt, der keinen Hehl daraus machte, dass er eigentlich in diesen Krieg hinein wollte, konnte einen offenen Krieg gegen D seiner Bevölkerung nicht vermitteln. Aber er konnte immerhim umfangreiche wirtschasftliche und technologische Unterstützung vermitteln.
Was er aber durchaus vermitteln konnte, war eine Konfrontation mit Japan. Es gab Gründe der Politik, aber es gab Gründe, die auch von der Bevölkerung anerkannt wurden. Z.B. das Vorgehen der Japaner in besetzten Gebieten. Was er brauchte, war also wieder ein Vorwand. Um den zu provozieren, wurden Einwanderungsquoten gesenkt, wurden Ölembargos verhängt usw. Bis es zu Pearl Harbor kam, wobei vieles darauf hindeutet, dass der Angriff nicht so überraschend kam, lediglich das Ziel eine Weile unklar war. Und mit dem Krieg gegen Japan bekam Roosevelt auch sofort seinen Krieg gegen Deutschland. Japan, das ja angegriffen hatte, bekam beinahe die volle operationelle Freiheit … für eine Weile, während die USA sofort zustimmten, dass Europa der Hauptkriegsschauplatz sei. Deutlicher konnte man nicht machen, gegen wen es ging.

Gruß
Peter B.

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