Grundbucheintragung nur Ehemann möglich?

Hallo,

ich habe diesen Monat Notartermin. Bin verh., ei Kind. Ich bin alleinverdiener. Ich überlege, alleine zum Notartermin zu gehen, weil meine Frau nicht gut deutsch spricht und wir nicht noch einen Dolmetscher bezahlen möchten.
Hätte es für uns irgendeinen Nachteil, wenn nur ich im Grundbuch eingetragen werden wäre?
Und ist das überhaupt möglich? Müßen wir dafür irgendwas beachten?

Noch was spricht dafür: Eigenheimzulage. Habe in einem Buch gelesen, dass sich zuerst einer eintragen lassen soll. Und später, wenn man noch mal eine Immobilie kauft, soll sich der andere eintragen lassen. Nur so soll man anscheinend zweimal die Eigenheimzulage bekommen.
Ich zittiere:
[…]
„Da der Staat die Eigenheimzulage einmal pro Person gewährt, können Partner oder Partnerin später, wenn die Familie in ein größeres Eigenheim umzieht, noch einmal staatliche Förderung in Anspruch nehmen. Sind jedoch beide Partner als Eigentümer ins Grundbuch eingetragen, funktioniert diese doppelte Förderung nicht.“

Das Buch heißt „Erste Hilfe Immobilienkauf“ und ist vom Haufe Verlag.

Grüße

maho

Hallo maho,

ohne dass ich Experte bin:
Wenn du allein zum Notar gehst und nur du dich im Grundbuch als Eigentümer eintragen lässt, bist auch nur du allein Eigentümer. da ergeben sich mehrere Punkte, die bedacht sein wollen und eventuell wichtiger als Eigenheimzulage sind:

  • Kreditverträge: finanziert die Bank auch nur dich allein, oder muss deine Frau mit rein, zumindest in der Haftung (Bürgschaft mit unterschreiben?) Wenn ja, macht sie das, wenn sie kein Eigentum anteilig erwirbt?

  • Eherecht: habt ihr gesetzlichen Güterstand (Zugewinngemeinschaft), wenn ja, wie finanzierst du das Haus dann: aus gemeinsamem Geld? Macht deine Frau das mit, dass sie zwar zahlt, aber kein Eigentum erwirbt?

  • Erbrecht: Du bis Alleineigentümer eures gemeinsamen Hauses. Erbrechtlich fein, wenn deine Frau vor dir stirbt :wink:, aber wie sieht es aus, wenn dir vor ihr ein Ziegelstein auf den Kopf fällt, dann erbt sie nicht nur die Hälfte, sondern das gesamte Haus, werden da eventuell Freigrenzen überschritten?

Es kann durchaus vollkommen irrelevant sein, was ich hier geschrieben habe, aber solange du das nicht ganz überzeugt und sofort behaupten kannst, solltest du imho nicht an einer Dolmetschergebühr von vielleicht 150 Ewro sparen. Wär ja schade, wenn du heute ein paar Ewro sparst und damit morgen etliche tausend an Kosten verursachst.

Gruß
Burkh