Grundgedanken zur Gentechnik

Hallo alle zusammen!

Wie steht Ihr zu dem Thema, menschliche Gene zu manipulieren? Vor- und Nachteile?

Einerseits wäre es verwärflich und nicht ohne Risiko am Genpol des Menschen zu arbeiten.
Andererseits können wir dann aktiv in unsere eigene Evulotion eingreifen und sie beschleunigen.
Ich bin mir im klaren, daß wir noch nicht in der Lage sind unsere Eingriffe diesbezüglich nach zu vollziehen
(Ursache-Wirkung). Aber diese technologische Möglichkeit stellt ein ungeheures Potenzial dar, was wir Menschen meines erahtens nicht ignorieren, bzw. anwenden sollten.

Freue mich auf eure Antworten
André

Hallo,

Also *prinzipiell* unterscheiden sich die Vorgänge in der „natürlichen“ Evolution nicht von der „antropogenen“ Evolution. Zumindest hat die natürliche Variante den gleichen theoretischen Spielraum und sie schaffte und schafft es auch immer wieder, Arten sehr effektiv auszulöschen. Das können wir auch. Ich denke daher, daß diese Frage bzw. Fragen dieser Art nicht prinzipiell, sondern nur sehr konkret zu beantworten sind.

Wir haben derzeit nicht verstanden, wie Leben funktioniert. Erste Ansätze des Verstehens sind da, aber vom Grundverständnis sind wir noch Lichtjahre entfernt. Für eine effektive Manipulation der Stoffwechselregulation, die auch auf systemischer Ebene funktioniert, haben wir derzeit weder das Grundlagenwissen noch das technische Know-How und vor allem nicht mal ansatzweise einen Einblick in systemische Zusammenhänge auf verschiedenen Ebenen (Organ/Organismus/Art/Gesellschaft/…). Im Prinzip verfahren wir nicht viel anders als die Natur, indem wir „rumexperimentieren“ und hoffen, daß dabei etwas rauskommt, was funktioniert. Ich denke, da wir die systemischen Zusammenhänge nie voll verstehen können werden, ist das auch der einzig mögliche Weg. Die Vorhersage von Ergebnissen der Manipulation wird besser werden, aber nie sicher. Mir ist nicht klar, wie viel „Sicherheit“ man da braucht, um ein Experiment zu rechtfertigen.

Ein klein wenig anders sieht’s aus mit „Reparaturen“. Wenn wir das funktionierende, natürliche System kennen und bei Individuen z.B. bestimmte Mutationen ausmachen, die Ursächlich sind für die vergleichsweise schlechtere „Leistung“ (oder gar den frühen Tod) dieser Individuen (ich denke da an Stoffwechselerkrankungen, Parkinson, Krebs, Farbenblindheit, usw.), können wir das vielleicht eines Tages mal „reparieren“. Erste Versuche gab es schon (Stichwort „Gentherapie“) - aber die sind gescheitert. Eine exzessive Reparatur aller möglicher Fehlerquellen ist allerdings nichts anderes als eine Konservierung des Genoms, also genau das Gegenteil einer Entwicklung.

Ganz allgemein denke ich, daß das Leben jede sich ihm bietende Möglichkeit auch ausprobiert. Dazu gehört auch, daß der Mensch sein Genom mit allen Mitteln verändert, die ihm zur Verfügung stehen. Ich halte es für unwahrscheinlich, daß _alle_ Menschen davon betroffen sein werden. Selbst, wenn sich die, die sich eine Manipulation ihres Genoms leisten können, aussterben, bleiben die anderen (bzw. einige davon) wahrscheinlich übrig und können die Welt neu besiedeln. Der Art Homo sapiens wird das langfristig nichts ausmachen.

Der Anwendung von Gentechnik stehe ich reserviert gegenüber. Nicht etwa wegen der möglichen Gefahren, sondern weil mir der „technokratische“ Ansatz nicht gefällt. Viele unserer Probleme sind hausgemacht und wir kennen die Ursachen und sogar mögliche Lösungen genau. Diese Lösungen benötigen meist eine Änderung unseres Verhaltens oder unserer Einstellung. Offensichtlich sind wir aber dazu nicht gewillt und investieren viel Zeit und Geld in die Entwicklung anderer Lösungen, die eben eine Änderung unserer Gewohnheiten vermeiden hilft. Das finde ich aberwitzig. Ein hinkendes aber alltägliches Beispiel dafür, was ich meine, ist zB. die Tatsache, daß viele „zivilisierte“ Menschen krank werden, weil sie sich falsch ernähren und sich zu wenig bewegen. Aber statt Ernährung und Leben entsprechend zu ändern, rennen wir zum Arzt und lassen uns Mittel gegen Mangelerscheinungen, Adipositas, Gicht, Arteriosklerose usw. verschreiben. Für diese Leistungen zahlen wir gerne 200 Euro im Monat, für die wir gerne 10 Stunden arbeiten, um sie zu verdienen, damit wir wieder Pommer rot-weiß fressen können, eine Tüte Chips hinterher und dann die spärliche Freizeit in unorthopädischer Position vorm TV abhängen können. Ich denke eben, daß wir mehr davon haben, wenn wir gesund leben (bzw. lernen, gesund zu leben) als krank zu leben und uns gesund zu manipulieren.

Ich freue mich auf andere Meinungen zu diesem Thema!

Liebe Grüße,
Jochen

Hallo Jo!

Also *prinzipiell* unterscheiden sich die Vorgänge in der
„natürlichen“ Evolution nicht von der „antropogenen“
Evolution. Zumindest hat die natürliche Variante den gleichen
theoretischen Spielraum und sie schaffte und schafft es auch
immer wieder, Arten sehr effektiv auszulöschen.

Da muß ich widersprechen. Es stellt einen ganz wesentlichen Unterschied dar, ob „natürliche“, also zufällige, Mutationen zu Ergebnissen führen, die sich in der Natur - also im Überlebenskampf des Nahrung Findens oder Nahrung Seins - als besser geeignet bewähren und daher die weniger gute Variante überleben, oder ob gezielt ausgewählte Funktionen planmäßig verändert werden.
In der Natur rottet kein Freßfeind seine „Lieblingsmahlzeit“ aus. Arten ausgelöscht haben Naturkatastrophen und der Mensch.
Soviel zum Biologischen.
Zur Grundfrage:
Widerstandsfähigere Zähne oder Unempfindlichkeit gegen UV-Strahlung beispielsweise wären m.E. zweckmäßige Forschungsbereiche. Das Problem ist dabei eigentlich nur, daß die Reproduktionsphase beim Menschen halt sehr lange dauert, das geht bei Mäusen schneller …

Gruß
Barney

Hallo Barney,

Da muß ich widersprechen. Es stellt einen ganz wesentlichen
Unterschied dar, ob „natürliche“, also zufällige, Mutationen
zu Ergebnissen führen, die sich in der Natur - also im
Überlebenskampf des Nahrung Findens oder Nahrung Seins - als
besser geeignet bewähren und daher die weniger gute Variante
überleben, oder ob gezielt ausgewählte Funktionen planmäßig
verändert werden.

Es mag für Dich einen Unterschied machen, nicht aber für die Natur. Auch der Mensch ist nur ein Stück Natur. Der Intellekt ist, ähnlich wie „Bewegung“, „Warmblütigkeit“, „Einfachheit“, „Photosynthese“ usw. auch nur eine Art und Weise, mit der die Evolution „experimentiert“. Und: NATÜRLICH wirken sich Ergebnisse der Evolution auf den Prozeß der Evolution selbst aus! Das ganze System ist hochgradig rückgekoppelt. Genau das macht uns ja Folgenabschätzungen unmöglich.

In der Natur rottet kein Freßfeind seine „Lieblingsmahlzeit“
aus. Arten ausgelöscht haben Naturkatastrophen und der Mensch.

Das ist falsch. Sowas ist mehrfach vorgekommen. Räuber, die zu erfolgreich aber nicht hinreichend flexibel waren, sind dann eben auch ausgestorben. Übrigends war die Entwicklung der Photosynthese der Grund für die erste globale Umweltkatastrophe. Weit über 90% der damals lebenden Arten sind Ausgestorben, weil ihr Lebensraum mit Sauerstoff vergiftet wurde. Schlimm.

Soviel zum Biologischen.

Das Thema ist sicher noch nicht fertig.

Zur Grundfrage:
Widerstandsfähigere Zähne oder Unempfindlichkeit gegen
UV-Strahlung beispielsweise wären m.E. zweckmäßige
Forschungsbereiche.

Das ist ja genau mein Punkt! Bei entsprechender Pflege halten die Zähne lange genug, und bei Problemfällen gibt es heute schon sehr gute Hilfe. Und die natürliche UV-Strahlung ist doch kein Problem, daß milliardenschwere Forschungsprojekte rechtfertigt - mitsamt den Risiken. Ist es da nicht einfacher, sich ein Hemd anzuziehen, als sich einer Gentherapie zu unterziehen?

Das Problem ist dabei eigentlich nur, daß
die Reproduktionsphase beim Menschen halt sehr lange dauert,
das geht bei Mäusen schneller …

Es wäre also sinnvoll, zunächst mal dafür zu sorgen, daß Menschen sich schneller reproduzieren können. Wenn wir es schaffen würden, daß Menschen schon mit wenigen Tagen wieder Nachwuchs bekommen und die Lebensspanne auf wenige Tage bis Wochen reduzieren, dann hätten wir das Potenzial in kurzer Zeit ganz neue Eigenschaften zu etablieren. Wahrscheinlich bleibt dabei der Intellekt auf der Strecke, also müssen wir dafür sogren, daß intelligente Maschinen die Planung und Durchführung übernehmen können. Dann werden sich wohl auch die Maschinen weiterentwickeln _wollen_. Die haben es da schon einfacher als wir. Vieleicht nicht aus diesem Grund, aber irgendwie wird es die Natur irgendwann schaffen, sich von den Limitationen biolgischer Reproduktionseinheiten zu lösen. Dan ist das sowieso kein Problem mehr.

Gruß,
Jochen

Hallo André!

Hallo alle zusammen!

Wie steht Ihr zu dem Thema, menschliche Gene zu manipulieren?
Vor- und Nachteile?

Ich habe grundsätzlich nichts dagegen, daß man Krankheiten (Bluter, Diabetes, Glasknochen etc.), wenn man dazu imstande ist, heilt.
Auch in der Transplantationsmedizin könnte ich mir vorstellen, daß man mit der Gentechnologie (Querschnittgelähmten neue Nervenzellen einpflanzen, um ein Beispiel zu nennen) viel Gutes tun kann.

Was mich aber stutzig macht, ist einerseits, das dies zum Riesengeschäft wird. Wieviele gentechnologische Patente sind denn schon angemeldet?
Glaubst Du wirklich, daß die Forscher aus humanitären Gründen forschen? Was denkst Du, könnte man gegen den Hunger in der Welt tun, würde man auch nur die Hälfte des weltweiten Forschungsbudgets dagegen verwenden?

Andererseits stört es mich, daß zum Beispiel heute schon einer Mutter, die ein Kind im Bauch hat, das mit hoher Wahrscheinlichkeit zum Beispiel eine Trisomie 21 (Down-Syndrom, Mongoloismus) haben wird, nahegelgt wird, ihr Kind abzutreiben. Dieser faschistoide Ansatz eines „entsprechnden Menschen“ schafft mir Unbehagen, weil die Grenzen nicht eindeutig definierbar sind. Es könnte sehr bald soweit führen, daß sich die zukünftigen Eltern ihr Kind wie aus einem Katalog aussuchen können (blond, blauäugig, großgewachsen…klingelt’s?). Im kleinen Rahmen passiert das heute schon (Stichwort: Genie-Samenbanken).
Ich möchte gar nicht wissen, welche Monster (tierisch und vielleicht sogar auch schon menschlich) heute schon in diversen Kellerlabors entstanden sind.

Wahrscheinlich ist das wie mit dem Feuer, der Kernkraft und anderen Gewalten: einerseits ein Segen für die Menschheit, andererseits sehr gefährlich und entweder schwer oder gar nicht in den Griff zu kriegen.

Wenn ich Dir ein Buch dazu empfehlen darf: „Schöne, neue Welt“ von Aldous Huxley. Es macht mir Angst, weil die meisten Menschen die Tragweite dessen nicht abschätzen können und weil es sehr schwer ist, eine Grenze zu setzen (wer A sagt, muß irgendwann auch B sagen). Wir (außer vielleicht die Schweizer) leben wir in einer Paket-Demokratie, das heißt wir können immer nur über Pakete, nicht über einzelne Punkte in den Paketen abstimmen, deshalb haben wir heute schon den Gen-Mais auf unseren Feldern, der vielleicht wirklich harmlos ist, bald vielleicht Kälber, die nach drei Wochen ihr Schlachtgewicht erreichen und in ein paar Jahren einen Schwimm-Olypiasieger, der aus Genen von Mark Spitz und Franzi van Almsick konstruiert wurde.

my 2 cents

Gollum

Hallo Jochen,

Also *prinzipiell* unterscheiden sich die Vorgänge in der
„natürlichen“ Evolution nicht von der „antropogenen“
Evolution.

Soweit stimme ich zu.

Zumindest hat die natürliche Variante den gleichen
theoretischen Spielraum

Hier stimme ich nicht mehr unumwunden zu.
Ich halte es für eher unwahrscheinlich, daß in der Natur ein E-Coli Insulin produzieren würde :wink:

Wir haben derzeit nicht verstanden, wie Leben funktioniert.
Erste Ansätze des Verstehens sind da, aber vom
Grundverständnis sind wir noch Lichtjahre entfernt. Für eine
effektive Manipulation der Stoffwechselregulation, die auch
auf systemischer Ebene funktioniert, haben wir derzeit weder
das Grundlagenwissen noch das technische Know-How und vor
allem nicht mal ansatzweise einen Einblick in systemische
Zusammenhänge auf verschiedenen Ebenen
(Organ/Organismus/Art/Gesellschaft/…).

Hätte ich nicht besser schreiben können!

Im Prinzip verfahren
wir nicht viel anders als die Natur, indem wir
„rumexperimentieren“ und hoffen, daß dabei etwas rauskommt,

Schenau!

Ein klein wenig anders sieht’s aus mit „Reparaturen“. Wenn wir
das funktionierende, natürliche System kennen und bei
Individuen z.B. bestimmte Mutationen ausmachen, die Ursächlich
sind für die vergleichsweise schlechtere „Leistung“ (oder gar
den frühen Tod) dieser Individuen (ich denke da an
Stoffwechselerkrankungen, Parkinson, Krebs, Farbenblindheit,
usw.), können wir das vielleicht eines Tages mal „reparieren“.
Erste Versuche gab es schon (Stichwort „Gentherapie“) - aber
die sind gescheitert. Eine exzessive Reparatur aller möglicher
Fehlerquellen ist allerdings nichts anderes als eine
Konservierung des Genoms, also genau das Gegenteil einer
Entwicklung.

Hier wäre ich vorsichtig. Nicht jeder vordergründige Defekt muß für das Individuum nachteilig sein, es kommt auf die Umstände an.
Beispiel Sichelzellenanämie
In Afrika ist das ein verbreiteter Gendefekt, Defekt wie man bis vor kurzem meinte, denn dann stellt man fest, das Menschen mit Sichelzellenanämie gut gegen Malaria gefeit sind, was ein deutlicher Vorteil ist.
Viele Vorgänge (alle?!) sind nicht linear verknüpft, sondern über ein hochkomplexes Netzwerk (Stichwort ‚nichtlineare Dynamik‘), sodaß eine Änderung an Punkt a eine Veränderung an punkt b hervorrufen kann, was ursprünglich auch gewünscht wurde, gleichzeitig, oder anstatt kann aber auch eine Veränderung an Punkt n oder z stattfinden, was zum einen nicht erwartet und zum anderen auch nicht erwünscht ist.
Daher halte ich Reparieren auch für nicht so problemlos, wie es oft dargestellt wird.

Ganz allgemein denke ich, daß das Leben jede sich ihm bietende
Möglichkeit auch ausprobiert. Dazu gehört auch, daß der Mensch
sein Genom mit allen Mitteln verändert, die ihm zur Verfügung
stehen. Ich halte es für unwahrscheinlich, daß _alle_ Menschen
davon betroffen sein werden. Selbst, wenn sich die, die sich
eine Manipulation ihres Genoms leisten können, aussterben,
bleiben die anderen (bzw. einige davon) wahrscheinlich übrig
und können die Welt neu besiedeln. Der Art Homo sapiens
wird das langfristig nichts ausmachen.

Na da denkt aber einer optimistisch :wink:

Der Anwendung von Gentechnik stehe ich reserviert gegenüber.
Nicht etwa wegen der möglichen Gefahren, sondern weil mir der
„technokratische“ Ansatz nicht gefällt.

Genau! Wenn die meisten Entwicklungen nur qua Grundlagenforschung bekannt wären, ohne daß komerzielle Interessen dahinterständen, wäre mir wesentlich wohler.

Viele unserer Probleme
sind hausgemacht und wir kennen die Ursachen und sogar
mögliche Lösungen genau. Diese Lösungen benötigen meist eine
Änderung unseres Verhaltens oder unserer Einstellung.
Offensichtlich sind wir aber dazu nicht gewillt und
investieren viel Zeit und Geld in die Entwicklung anderer
Lösungen, die eben eine Änderung unserer Gewohnheiten
vermeiden hilft. Das finde ich aberwitzig. Ein hinkendes aber
alltägliches Beispiel dafür, was ich meine, ist zB. die
Tatsache, daß viele „zivilisierte“ Menschen krank werden, weil
sie sich falsch ernähren und sich zu wenig bewegen. Aber statt
Ernährung und Leben entsprechend zu ändern, rennen wir zum
Arzt und lassen uns Mittel gegen Mangelerscheinungen,
Adipositas, Gicht, Arteriosklerose usw. verschreiben. Für
diese Leistungen zahlen wir gerne 200 Euro im Monat, für die
wir gerne 10 Stunden arbeiten, um sie zu verdienen, damit wir
wieder Pommer rot-weiß fressen können, eine Tüte Chips
hinterher und dann die spärliche Freizeit in unorthopädischer
Position vorm TV abhängen können. Ich denke eben, daß wir mehr
davon haben, wenn wir gesund leben (bzw. lernen, gesund zu
leben) als krank zu leben und uns gesund zu manipulieren.

Gut gesprochen! Keine Ironie!

Ich freue mich auf andere Meinungen zu diesem Thema!

Ich auch.

Liebe Grüße,

auch von
Gandalf

Einerseits wäre es verwärflich und nicht ohne Risiko am Genpol
des Menschen zu arbeiten.

aber das machen wir ja schon seit jahrtausenden.

einen trottel heiratet man nicht. ebenso nicht einen potthäßlichen mit schlechten manieren. das war genpoolarbeit nummer eins.

wird eine schwangerschaft als schwerstgestört diagnostiziert oder wenn auch nur das risiko besteht, wird sie künstlich beendet. das war genpoolarbeit nummer zwei. erbkrankheiten werden so von selbst einfach verschwinden.

(ob das jetzt alles schlecht und böse ist, oder man gar godwin’s law inkrafttreten lassen muß - wie es weiter unten wie das amen im gebet kam - , ist eine rein akademische frage. die realität hat sie bereits beantwortet.)

was für ein eingreifen meinst du denn sonst noch? die gene können nicht im hintendrein verändert werden. eine „heilung“ ist nicht möglich. nur die nächste generation wird verändert.

Andererseits können wir dann aktiv in unsere eigene Evulotion
eingreifen

das macht der mensch seit er mensch ist. durch „heiratsregeln“ nämlich, also komplizierte sozial (!) definierte regelwerke, wer mit wem ein kind haben soll und wer nicht. rein biologische kriterien wie muskelkraft haben längst kein gewicht mehr, wenn es darum geht, den partner für gemeinsame kinder zu suchen. es gelten sozial definierte (wie oben gesagt) kriterien für attraktivität und kompatibilität. (mit ausreißern natürlich - was verhindert, daß sich nur schöne mit schönen paaren und reiche mit reichen und umgekehrt.)

und sie beschleunigen.

wie meinst du das?

Ich bin mir im klaren, daß wir noch nicht in der Lage sind
unsere Eingriffe diesbezüglich nach zu vollziehen
(Ursache-Wirkung).

die zukunft läßt sich nunmal nicht voraussagen. ob etwas gut oder schlecht ist, wird sich erst zeigen. typisch mensch ist aber, alles machbare auch zu tun (neugier). manchmal fallen wir dabei auf die nase.

gruß
datafox

Anmerkung zur Gentechnik
Hi,

wird eine schwangerschaft als schwerstgestört diagnostiziert
oder wenn auch nur das risiko besteht, wird sie künstlich
beendet. das war genpoolarbeit nummer zwei. erbkrankheiten
werden so von selbst einfach verschwinden.

… und gleichzeitig Neue entstehen!

was für ein eingreifen meinst du denn sonst noch? die gene
können nicht im hintendrein verändert werden. eine „heilung“
ist nicht möglich. nur die nächste generation wird verändert.

Natürlich ist eine Heilung auch später noch möglich. Man stellt sich vor defekte Gene vor Ort zu ersetzen. Das ist sogar dér eigentliche (moralisch weniger schwierige) Therapieansatz. Hier findet keine Manipulation an der Keimbahn statt, verändert werden nur die Gene von „normalen“ somatischen Zellen.

z.B. (Fiktiv) Durch eine Mutation und einen Gendefekt (Gen kaputt) entsteht eine Hautkrankheit. Dann kann man sich vorstellen die Hautzellen mit dem normalen Gen wieder zusätzlich auszurüsten in dem man das Gen in die Zelle bringt. Das kann z.B. mit Viren (dringen in Zellen ein oder durch den Beschuß mit Gen-getränkten Goldpartikeln (Gene-gun) geschehen.

Grüße
Juhe

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Hi Datafox,

einen trottel heiratet man nicht. ebenso nicht einen
potthäßlichen mit schlechten manieren. das war genpoolarbeit
nummer eins.

wenn der Trottel oder Potthässliche Geld hat, oder berühmt ist oder mächtig ist wird er trotzdem geheiratet, bzw. Frauen lassen sich von ihm schwängern!
So einfach ist die Sache nun auch wieder nicht.

Gandalf

Einerseits wäre es verwärflich und nicht ohne Risiko am Genpol
des Menschen zu arbeiten.

aber das machen wir ja schon seit jahrtausenden.

einen trottel heiratet man nicht. ebenso nicht einen
potthäßlichen mit schlechten manieren. das war genpoolarbeit
nummer eins.

Hallo,

Jean de la Bruyère (1645-1696 )

„Schöne Mädchen geben ihren einst schlecht behandelten Liebhabern oft durch häßliche oder unwürdige Ehemänner eine zwar späte, aber ausreichende Genugtuung“

scheint schon vor 300 Jahren irgendwie anders gewesen zu sein.

tschüss,

ddd

1 „Gefällt mir“

wenn der Trottel oder Potthässliche Geld hat

ich ging mal davon aus, daß ein dummer kaum zu geld kommt bzw. dieses nicht halten kann. bei häßlich hast du recht. wobei häßlich/schön allerdings wiederum soziale kriterien sind und keine biologischen. zb. gabs eine zeit, in der fette frauen attraktiv waren, da „gut genährt“ = „aus gutem haus“. heute ist es umgekehrt: „bohnenstange“ = „diszipliniert“.

gruß
datafox

Hi Datafox,

ich ging mal davon aus, daß ein dummer kaum zu geld kommt bzw.
dieses nicht halten kann.

wenn er genug Geld hat (z.B. geerbt), muß es nur solange reichen bis er heiratet. Wenn er dann wirklich dumm ist, gibt die Frau alles aus (und verläßt ihn dann, wenn sie schlau ist) :wink:

Gandalf

Hallo,

Glaubst Du wirklich, daß die Forscher aus humanitären Gründen
forschen? Was denkst Du, könnte man gegen den Hunger in der
Welt tun, würde man auch nur die Hälfte des weltweiten
Forschungsbudgets dagegen verwenden?

Damit wirst du aber vielen Forschern nicht gerecht. Ein Grundlagenforscher hat meist geldmäßig überhaupt nichts von seiner Arbeit. Meist ist in dieser Phase der Forschung ja noch nicht mal klar, wofür man das einsetzen kann, wie man daraus Geld machen sollte usw. Hier geht es den meisten Forschern um die Vermehrung des Wissens. Forschen aus Neugier. Das ist IMO die größte Triebfeder und nicht das Geld.

Das Geldverdienen fängt ja erst bei Techniken an, die man beherrscht und die man weitgehend versteht. Das wirklich interessante, bahnbrechende ist dabei schon längst erforscht worden, ohne dass die Forscher geldtechnisch was davon hatten. Dies trifft IMO fast immer zu, ich greife mal prominentes Beispiel heraus, dass mit der hier diskutierten Thematik zusammenhängt:
Den Grundstein zur Gentechnik hat wohl 1865 Gregor Mendel mit seinen Vererbungsversuchen gelegt. Thomas Hunt Morgan hat dann 1910 die Chromosomen als Träger dieser Erbinformation identifziert. Die Struktur der DNA wurde schließlich 1953 von Francis Crick und James Watson entschlüsselt. Doch Geld hat damit keiner verdient.
Das Geld wird erst jetzt verdient, wenn die Gentechnik soweit verstanden ist, dass sie technisch einsetzbar ist. Dabei ist die wichtige Forschung eh schon längst gemacht, jetzt geht es nur um Anwendung von bekannten Techniken, um Details zu klären. Und erst das ist dann patentierbar. Den Forscher also vorzuwerfen, dass sie nur wegen des Geldes forschen, ist IMO unberechtigt.

Dass natürlich in der Gentechnik ein großes Potential liegt, ist aber natürlich klar. Selbst Mendel war klar, dass man durch gezielte Kreuzung und Züchtung bestimmte Fähigkeiten fördern kann, und damit Einfluss auf das Genmaterial der Pflanzen nehmen kann, auch wenn ihm noch nicht bewußt war, was das Genmaterial überhaupt ist, er sah ja nur die Auswirkungen.

mfg
deconstruct

Hi,

Da muß ich widersprechen. Es stellt einen ganz wesentlichen
Unterschied dar, ob „natürliche“, also zufällige, Mutationen
zu Ergebnissen führen, die sich in der Natur - also im
Überlebenskampf des Nahrung Findens oder Nahrung Seins - als
besser geeignet bewähren und daher die weniger gute Variante
überleben, oder ob gezielt ausgewählte Funktionen planmäßig
verändert werden.

Verstehe ich nicht: Bei natürlicher und gezielter Mutation findet eine Veränderung des Erbgutes statt. Ob sich die dabei neu entstandene Art dann behaupten kann, zeigt sich in beiden Fällen dann erst in der Realität. Der einzige Unterschied ist also, wie die Veränderung zustande kommt. In der Natur kommt es nur zu viel mehr „schlechten Treffern“, deren Mutation versagt, bis durch Zufall mal eine bessere Eigenschaft oder gar ein „Volltreffer“ dabei ist. Wo also da der prinzipielle Unterschied liegen soll, ist mir nicht klar. In beiden Fällen findet ein „Experiment“ statt, dessen Ergebnis sich dann bewähren muss. Ist es gut, überlebt es. Ist es schlecht, stirbt es aus.

In der Natur rottet kein Freßfeind seine „Lieblingsmahlzeit“
aus. Arten ausgelöscht haben Naturkatastrophen und der Mensch.
Soviel zum Biologischen.

Welche „Lieblingsmahlzeit“ haben wir denn ausgerottet? Also bis jetzt gibts meine Lieblingsmahlzeit (=Pizza) noch. Und es ist doch auch durchaus denkbar, dass es natürlich entstandene Tiere gab, die aufgrund einer Genveränderung einfach Beute gerissen haben, obwohl sie sie gar nicht benötigten. Die Art hat dann aufgrund dieser „Dummheit“ ihr eigenes Fressen in der Umgebung ausgerottet und ist verhungert. Ende dieses Evolutionszweiges. Wieso sollte das also nicht bereits vorgekommen sein?

mfg
deconstruct