Grundsätzliches zum Hausbau

Liebe/-r Experte/-in,

wir möchten nach jahrelangem Wohnen in einem Zweiparteienmietshaus nun doch aufgrund der noch zinsgünstigen Zeit den Schritt wagen, mit sehr viel Eigenleistung ein Haus zu bauen.

Gespräche bei der Bank haben bereits stattgefunden, nur sind wir uns noch nicht so ganz schlüssig, welche Bauweise wir bevorzugen.
Zurzeit haben wir unser Augenmerk auf Holzhäuser mit Deckelschalung im skandinavischen Stil gelegt.
Die Küche und den Wohn- und Essbereich möchten wir offen gestalten. Das Haus sollte so ca. 150m² Wohnfläche mit einem Elternschlafzimmer, 2 Kinderzimmern und einem Büro bieten. Es ist egal ob ein oder mehrgeschossig. Auf einen Keller werden wir wohl aus Kostengründen verzichten müssen.
Wir werden nicht in einem Neubaugebiet bauen.

Ganz konkret habe ich grundsätzlich erstmal die Frage, wo die Unterschiede zwischen einem Bausatzhaus, einem Ausbauhaus, einem Fertighaus und einem Systemhaus liegen?
Was hat es mit diesen KfW-Förderungen auf sich?

Wir wollen natürlich wie die meisten anderen auch möglichst günstig bauen, ohne dabei aber auf Billig-Bauanbieter aus dem Ostblock zurückgreifen zu müssen.
Gerade heute hat uns wieder jemand erzählt, dass er in seinem aus Polen importierten supergünstigen Neubau den Hausbock gleich mit importiert hat…

Mit ein paar grundsätzlichen Tipps wäre mir schon geholfen!

Vielen Dank, Nadine

Hallo Nadine,

bevor Sie sich Gedanken über Haus und Bauweise machen, sollte an erster Stelle die Suche nach einem geeigneten Grundstück liegen. Vorher machen Hausüberlegungen eigentlich keinen Sinn.

Hausbezeichnungen wie Systemhaus, Ausbauhaus etc. unterliegen keiner geschützten Bezeichnung. Sie sollten Sie den Leistungsumfang eines Anbieters genau darstellen lassen, anhand einer Bau- und Leistungsbeschreibung. Hier liegen die größten Fallen und Sie werden feststellen, daß die Anbieter, die Ihnen anfangs plakativ nahezu unschlagbar günstige Preise suggerieren, entweder mit schwachen Leistungen glänzen oder später mit fadenscheinigen Methoden nach Kauf für alles Mögliche horrende Zuschläge verlagen werden.

Finger weg von irgendwelchen Billig-Importen! Da es hier meist auch an in Deutschland anerkannten Gütesiegeln fehlt, kann es sein, daß Sie solche Häuser von Ihrer Bank gar nicht finanziert bekommen.

Sie wollen Ihr Leben in Ihrem neuen Zuhause sorgenfrei leben - bedenken Sie immer die Langfristigkeit Ihrer Investition und lassen Sie sich nicht von kurzfristigen Gedanken leiten. Dies betrifft auch die Preisgestaltung. Was nützt Ihnen ein Haus, welches z. B. ein paar tausend Euro günstiger ist, aber langfristig aufgrund Qualitätseinbußen vermutlich weiteren Erhaltungsaufwand benötigt?

Noch eine Anregung zum Thema Eigenleistung: viele Anbieter, vor allem von Bausatz- oder Ausbauhäusern, rechnen Ihnen hier sehr blumig vor, welch tolle Summen Sie angeblich sparen können und wie einfach das ist. Wenn das so wäre, würde es jeder machen. Überlegen Sie sich daher gut, was Sie aufgrund Ihrer freien Zeit und Ihrer handwerklichen Qualifikation selbst ausführen können. Elementare Gewerke sollten auch immer von Fachkräften ausgeführt werden. Nicht ohne Grund erkennen Banken Eigenleistungen in der Regel bis max. 25.000,- € an. Selbstbauhäuser werden oftmals gar nicht oder nur unter erschwerten Bedingungen finanziert.

Ich möchte keine Eigenwerbung machen, aber eine Lanze brechen für seriösen Hausbau mit objektiver, transparenter und ehrlicher Beratung. Zu all Ihren angefragten Themen und zur KfW-Förderung können Sie sich auf unserer Internetseite www.jk-traumhaus.de gerne informieren.

Ich freue mich, wenn ich Ihnen etwas behilflich sein konnte und stehe Ihnen sehr gerne für alles Weitere zur Verfügung.

Herzliche Grüße aus Fulda

Jörg Kiel

Hallo Nadine!
Kann dir bei Fertigteilhäusere leide keine fundierte Auskünfte geben, da in Österreich der Massivbau bevorzugt wird.
Grüße
Walter

Ganz konkret habe ich grundsätzlich erstmal die Frage, wo die Unterschiede zwischen einem

Bausatzhaus =

> Teile werden geliefert, alles selbst aufbauen! Wieviele und welche Teile (meist nur Rohbau, vielleicht mit Dach, Fenster+Türen???) je nach Detailbeschreibung!

einem Ausbauhaus =

> im allgemeinen fertig erstelltes Rohbauhaus mit Dach, Fenstern+Türen, evtl. mit Haustechnik?? Genaues sagt die Baubeschreibung!

einem Fertighaus =

> im allgemeinen fertig ohne Tapeten und Anstrich, evtl. auch ohne Teppichböden, Fliesen, Estrich, auch hier nur nach detaillierter Baubeschreibung erkennbar!

und einem Systemhaus =

> entspricht dem System des Herstellers, hier ist alles offen -> also Baubeschreibung genau lesen!

liegen?

Was hat es mit diesen KfW-Förderungen auf sich? =

> Bei Herstellung von Häusern, die nur 85% oder 60% der Energie verbrauchen, die nach der neuen ENEV 2009 (gültig seit Oktober) zulässig ist, gibt es verbilligte Kredite bzw. Zuschüsse von der KFW (über die Hausbank)!

> Bei allen o.g. Varianten fallen natürlich noch sämtliche Grundstückkosten incl. Bodengutachten, Vermessung, Gebühren+Steuern, Hausanschlusskosten der Ver-+Entsorger (Gas, Wasser, Abwasser, Regenwasser, Strom, Breitband-Kabel, Telefon), Genehmigungsgebühren, Außenanlagen, evtl. auch Bodenaushub, Bodenverbesserung, Kiesfilterschicht, Gründung, Bodenplatte, … etc.
zusätzlich an!

Es gibt noch viel zu klären! -> packen Sie es an!
Gruß Heinz

Hallo Nadine77
Holzhäuser sind langfristig geshen sicherlich der richtige Weg. Unabhängige Studien aus der Schweiz zeigen, das Holzhäuser auch langfristig werterhaltend sind.
Bei einem Bausatzhaus muss du alles selber machen. Keiner trägt die Verantwortung ausser du selbst. selbst wenn ein Richtmeister dazu hilft ist es ganz euer Bau. Für das Risiko was man trägt ist ein Bausatzhaus zu teuer. Ausserdem wird das auch später nie den Wert haben wie ein HAus vom Profi.
Kann ich keinem empfehlen.
Fertighaus ist ein Haus von der Stange. Du musst i.R. Deine bedürfnisse dem gewählten Haus anpassen. Jeder Änderung kostet. Wenn man bedenkt, das jedes Baugebiet verschieden Anforderungen hat und jerder Mensch verschiedene Bedürnisse stellt man fest, das man trotzdem viel anpassen muss, was sich im Preis auswirkt und somit fährt man oft nicht günstiger als würde man selbst individuell planen.

Bei einem Ausbauhaus ist es bei fairen Anbietern so, dass alle Arbeiten die mit der Gebäudehülle und somit mit Gewährleistung zu tun haben durch den Holzbauer kommen. Der Inneausbau und die Installation ist dann bauseits. Wenn man in der Verwandschaft Handwerker hat kann man dabei viel Geld Sparen und erhält trotzdem eine Gute Qualität.

Die KFW fördert verschieden Standards . Die aktuellen Programme müsste euch eigentlich eucher Bank vorgestellt haben. denn die sind auch entscheidend für die Finanzierung und den langfristigen Qualitätserhalt.

ICh würde euch weiter empfehlen nur HAndwerker zu nehmen die auch einer Innung angehören und fremdüberwacht sind.

Ich hoffe das reicht schon mal fürs erste.
Wenn es weitere Fragen gibt , bitte melden.