Grundschule für Hochbegabte - wer kennt eine?

Hallo,

der Sohn einer Bekannten ist hochbegabt (ist festgestellt und dem Schulamt auch bekannt). Er geht derzeit in die 3. KLasse. Allerdings ist er auch verhaltensauffällig (aggressiv gegen Dinge). Seine Schulleistungen lassen befürchten, dass die 3. Klasse wiederholt werden muss. Er hat auf Grund seiner Andersartigkeit große Probleme mit seinen Mitschülern und geht so ungern in die Schule, dass er schon mehrfach die Schule geschwänzt hat und mit der Polizei hingebracht wurde. er war mit seiner Mutter einige Ziet in einer psychosomatischen Klinik, wo diew Verhaltensproblee auch besser wurden. Er will nach dem Klinikaufenthalt auf keinen Fall in die Schule zurück und droht damit, dass er von zu Hause abhaut, wenn er wieder von der Polizei hingebracht wird (würde er ganz sicher auch wirklich machen). Das Schulamt will ih nun auf eine ca. 120 Kilometer entfernte Schule für schwer erziehbare Kinder stecken. Die Eltern sind total dagegen, das Kind auch. Er ist ja nicht schwer erziehbar, sondern hochbegabt und bräuchte entsprechende Förderung. Heimunterricht wurde seitens des Schulamtes abgelehnt.

Die Mutter hat nun versucht, eine Grundschule für Hochbegabte zu finden, war jedoch nicht erfolgreich. Gymnasien gibt es mehrere, Gurndschulen scheinbar nicht… Wer von euch kann da helfen? Die Familie lebt z.Z. in Bayern, würde aber auch in jedes andere Bundesland umziehen, möchte allerdings nicht ins Ausland gehen. Vom Schulamt ist augenscheinlich keine Unterstützung zu erwarten. Entsprechende Gutachten von Psychologen liegen vor.

Was können die total verzweifelten Eltern noch tun?

Vielen Dabk für eure Antworten

Felicia

Hallo,

wendet euch mal an die „Deutsche Gesellschaft für das hochbegabte Kind/
Regionalverein München/Bayern e.V.“ http://www.dghkmuenchenbayern.de/default.htm
Da findet man z.B. auch unter Ansprechpartner eine kleine Liste von „Schulen mit Förderprogrammen“

Wegen den sozialen Auffälligkeiten, käme das SPZ (Sozialpädiatrisches Zentrum) in Frage. Die sind auf solche Fälle Spezialisiert.(die haben uns auch sehr geholfen) http://www.fruehfoerderung-bayern.de/Anlaufstellen/F…

An die Behörden würde ich mich ersmal nicht halten, allein schon wegen „…Schule für schwer erziehbare Kinder“, ohne eine andere Lösung zu finden. Das zeigt schon die Inkompetenz der Behörden.

gruss
Carsten

ich sehe gerade…
…in der Liste stehen keine Grundschulen, aber ich würde mich trotzdem mal an den verein wenden.

Gruss
Carsten

Hallo

Man kann sich wegen Ratschlägen auch an den Hochbegabtenförderung e.V. (http://www.hbf-ev.de/, Telefon: 089-357 32993) wenden. Allerdings würde ich da weder Mitglied werden noch die wahnsinnig teuren Kurse besuchen.

Viele Grüße
Simsy

Hallo,

Die Mutter hat nun versucht, eine Grundschule für Hochbegabte
zu finden, war jedoch nicht erfolgreich. Gymnasien gibt es
mehrere, Gurndschulen scheinbar nicht… Wer von euch kann da
helfen? Die Familie lebt z.Z. in Bayern, würde aber auch in
jedes andere Bundesland umziehen,

Ich hab jetzt mal ganz frech bei Google „Hochbegabtenförderung Grundschule“ eingegeben:

http://www.gs-francke-wernigerode.bildung-lsa.de/pro…
http://braunschweig.cjd.de/public/besondere_angebote…
http://www.dghk-rmh.de/Schulen.html
http://www.josephine-dresden.de/josi_versuch_01.html

Aber als Alternative, käme denn vielleicht eine Privatschule in Betracht? Es wären ja nur noch eineinhalb Jahre bis der Kleine auf ein Gymnasium für Hochbegate könnte, oder?

Viel Erfolg,
Kel

Hallo

Es wären ja nur noch eineinhalb Jahre bis der
Kleine auf ein Gymnasium für Hochbegate könnte, oder?

Muss er denn überhaupt noch das vierte Schuljahr an der Grundschule machen? Wenn er hochbegabt ist, kann er das ja vielleicht auch überspringen. In der 5. Klasse wird sowieso zu großen Teilen der Stoff des 4. Schuljahrs noch mal wiederholt (jedenfalls in NRW).

Viele Grüße
Simsy

Hallo Felicia,

wo wohnt ihr denn?

Soweit ich weiss gibt es keine Grundschule ausschließlich für
Hochbegabte, aber Grundschulen, die Integrationsklassen haben, wo die
Lehrer geschult sind mit diesen Schülern umzugehen und insgesamt ein
hohes Lernniveau herrscht.

Übrigends gibt es seit 2004 ein abgesegnetes Gesetz, dass jedem
hochbegabten Kind eine ihm gerechte Förderung verspricht. Ob die
Lehrer sich immer daran halten wage ich zu bezweifeln, allein schon
weil sie noch zu wenig Erfahrung damit haben, aber man sollte wissen,
dass man dieses Recht hat.

Überspringen ist bei Hochbegabten zwiespältig, denn sie werden daduch
immer „kleiner“, ihr Intellekt fordert aber mehr und wenn die Kinder
drumrum älter sind und vielleicht auf anderern Gebieten voraus sind,
besteht die Gefahr, dass das Kind noch mehr zum Außenseiter wird, als
es oftmals ohnehin schon ist.

Viele Grüße

Hi,

Übrigends gibt es seit 2004 ein abgesegnetes Gesetz, dass
jedem hochbegabten Kind eine ihm gerechte Förderung verspricht.

Schau in die Kassen der jeweiligen Länder, dann kannst du erahnen, was es mit solchen Gesetzen auf sich hat. Hier in S-H herrscht große Ebbe, die Klassen gehen so auf die „Tempo 30“ Zone zu. Da reichts oft noch nicht einmal für die breite Masse, von HB mal ganz zu schweigen.

Ob die Lehrer sich immer daran halten wage ich zu bezweifeln,
allein schon weil sie noch zu wenig Erfahrung damit haben,
aber man sollte wissen, dass man dieses Recht hat.

Wie sagen die Juristen? Recht haben und Recht bekommen sind zweierlei Dinge. Und die Größe der Fraktion der „Dat jibbet einfach nich“ Pädagogen ist auch nicht zu verachten.

Überspringen ist bei Hochbegabten zwiespältig,

So ist es, aber es ist nur deswegen zwiespältig, weil wir die Kinder nach Geburtsdatum einsortieren und ihnen sozusagen kalendermäßig Eigenschaften zusprechen, was als grobe Leitlinie durchaus in Ordnung sein kann.
Letztlich aber wird die Altersschere in den höheren Klassen durch die Sitzenbleiber immer größer. Das Argument ist also mit Vorsicht zu genießen. Oft hat man gar auch gar keine Wahl, weil eine entsprechende Schule zu weit weg oder einfach zu teuer ist.

mfg Ulrich

Moin,

Was können die total verzweifelten Eltern noch tun?

Ist denn die Ursache für sein aggressives Verhalten und sein Schulversagen überhaupt schon festgestellt worden? Schließlich kann diese nicht ausschließlich in der Hochbegabung liegen, denn nicht alle hochbegabten Grundschulkinder sind aggressiv und Schulversager.

Gruß
Marion

Hallo Ulrich,

ich gebe dir ja in allen Punkten recht - aber die Nennung der
Hochbegabten als förderungswürdige Kinder im Schulgesetz ist schon
mal ein Anfang auf diese Minderheit aufmerksame zu machen
(insbesondere die Lehrer). Hier in Berlin sind die Kassen bekanntlich
auch sehr leer, dennoch werden Lehrer mehrerer Grundschulen auf
Fortbildungen geschickt, wie sie mit Hochbegabten umzugehen haben. Es
ist nur ein Anfang und in ein Paar Jahren kann es vielleicht anders
aussehen. Die Eltern dieser Kinder scheinen jedenfalls oft ein
beherztes Engagement an den Tag zu legen und das wird sich bestimmt
auch mal bezahlt machen - wäre doch schade, wenn die potenzielle
geistige Elite als „schwierige, lernbehinderte“ Kinder klassifiziert
werden und kleingehalten werden. Da geht der Gesellschaft etwas
flöten, um es mal salopp auszudrücken…

Viele Grüße aus Berlin

Moin,

auch mal bezahlt machen - wäre doch schade, wenn die
potenzielle
geistige Elite als „schwierige, lernbehinderte“ Kinder
klassifiziert
werden und kleingehalten werden. Da geht der Gesellschaft
etwas
flöten, um es mal salopp auszudrücken…

Naja, nun mal halblang. Die meisten Hochbegabten kommen relativ problemlos durch die Schulzeit und gehören später auch ohne irgendwelche besonderen Fördereinrichtungen zur geistigen Elite unserer Gesellschaft. Nach meinem Geschmack werden Aggressivität und Schulversagen viel zu schnell auf vermeintliche „Hochbegabung“ geschoben, gerade so, als hätte man damit die Ursache schon erkannt, statt beispielsweise mal nachzusehen, was Kinder mit vermeintlicher Hochbegabung, die aggressive Schulversager sind, von Kinder mit Hochbegabung unterscheidet, die gut durch die Schulzeit kommen.

Gruß
Marion

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Hi Marion,

Ist denn die Ursache für sein aggressives Verhalten und sein
Schulversagen überhaupt schon festgestellt worden? Schließlich
kann diese nicht ausschließlich in der Hochbegabung liegen,
denn nicht alle hochbegabten Grundschulkinder sind aggressiv
und Schulversager.

Jep. Dazu gibts eine IMHO recht gute Zusammenfassung beim Onkel Wiki:
http://de.wikipedia.org/wiki/Hochbegabung#Widerlegte…
und auch:
http://de.wikipedia.org/wiki/Marburger_Hochbegabtenp…

mfg Ulrich, der selber ein männliches HB Doppelpack durch ihren Schulweg begleitet

Hallo

Schließlich
kann diese nicht ausschließlich in der Hochbegabung liegen,
denn nicht alle hochbegabten Grundschulkinder sind aggressiv
und Schulversager.

Wenn hochbegabte Kinder aggressiv sind und in der Schule versagen, liegt das natürlich nicht direkt an der Hochbegabung, sondern an der unpassenden Umwelt bzw. mangelnde Einstellung zur Umwelt.

Wenn die Hochbegabten aus einem Akademikerhaushalt kommen und auch wissen, dass sie sehr begabt sind, und auch von den Lehrern anerkannt werden, wird es wahrscheinlich eher keine Probleme geben.

Verwirrung beim Kind kann es aber beispielsweise auslösen, wenn das Kind selbst, seine Eltern und auch die Lehrer nicht wissen, dass es besonders intelligent ist, wenn es permanent unterschätzt und damit missverstanden wird, und/oder wenn das Kind sich eher mit der „Unterschicht“ identifiziert und nicht damit klarkommt, intelligenter zu sein als der Sohn vom Boss seines Vaters oder sowas in der Richtung, so dass das Kind dann versucht, ganz normal und durchschnittlich zu sein.

Was Agressivität betrifft, so soll man nur mal einen Lehrgang besuchen, in dem einem nur Schritt für Schritt Dinge erklärt werden, die man schon längst weiß, wo dennoch aber 100-%ige Aufmerksamkeit von einem verlangt wird. Das ist ganz schwer auszuhalten, und das macht aggressiv. Natürlich hat nicht jedes hochbegabte Kind so schlechte Lehrer, dass dies immer zutrifft, aber es kommt halt vor.

Viele Grüße
Simsy

Hallo

Naja, nun mal halblang. Die meisten Hochbegabten kommen
relativ problemlos durch die Schulzeit und gehören später auch
ohne irgendwelche besonderen Fördereinrichtungen zur geistigen
Elite unserer Gesellschaft.

Ich weiß jetzt nicht, wie du zu dieser Erkenntnis kommst, wenn es jedenfalls eine Untersuchung darüber gegen sollte, dann kann sie ja logischerweise nur diejenigen Hochbegabten erfassen, von denen es bekannt ist, dass sie hochbegabt sind, und das trifft durchaus nicht auf alle Hochbegabten zu.

Insbesondere Mädchen werden da wohl eher seltener erkannt, jedenfalls sind in den Hochbegabtenvereine immer wesentlich mehr Jungs als Mädchen vertreten, und das liegt nicht daran, dass es mehr hochbegabte Jungs gibt.

Wenn ein Kind hochbegabt ist, muss dass ihm das von der Umgebung auch zugestanden werden, wenn sich das Kind gut entwickeln soll, und das wäre z. B. bei der Tochter einer alleinerziehenden Putzfrau wahrscheinlich eher nicht der Fall. Sie wird vielleicht bestenfalls mit Befremdung oder Mitleid behandelt, und das wirkt auch nicht gerade aufbauend. Ich denke, dass in solchen Kreisen eine eventuell vorliegende Hochbegabung möglicherweise verheimlicht oder zumindestens heruntergespielt wird, um nicht bei den anderen Eltern anzuecken.

Viele Grüße
Simsy

Die Luft muss raus!
Liebe Marion,

Naja, nun mal halblang. Die meisten Hochbegabten kommen
relativ problemlos durch die Schulzeit und gehören später auch
ohne irgendwelche besonderen Fördereinrichtungen zur geistigen
Elite unserer Gesellschaft.

Ach ja? Ist das wirklich so? Woher weisst du das? Es gibt etwas über
2% Lernbehinderte und etwas über 2% Hochbegabte, alle anderen zählen
zur „normalen“ Mitte. Es stellt niemand in Frage, dass Lernbehinderte
einer besonderen Förderung benötigen und das ganze Schulsystem ist
auf die „Mitte“ ausgerichtet. Dass hochbegabte Kinder nicht in dieses
Schulsystem optimal untergabracht wird, scheinen viele nicht zu
verstehen. Hochbegabte Kinder sind anders, sie denken anders, lernen
anders und brauchen andere Aufgaben. Wenn sie das nicht bekommen,
können (KÖNNEN, nicht MÜSSEN) sie auffällig werden, denn sie sind
unterfordert, sie schalten ab, die Motivationsfähigkeit sinkt und sie
verlieren den Anschluss. Und genau hier war der Ansatz der
Fragestellerin. Es geht hier nicht darum die Hochbegabung in Frage zu
stellen - überlasse das bitte den qualifizierten Leuten, sondern es
geht darum, wie man das Kind bestmöglichst gerecht wird. Hochbegabung
ist nichts worauf man stolz sein kann. Genauso wenig wie man darauf
stolz sein kann, dass man blond ist oder Schuhgröße 39 hat. Stolz
kann man nur sein, wenn man eine Leistung erbracht hat - und genau
hier ist der Knackpunkt: den hochbegabten Kindern wird abverlangt,
dass sie sich unter ihrem geistigen Niveau anpassen, bekommen blöde
Sprüche zu hören, wie "wenn du so schlau bist, dann…).

Die größten Probleme machen nicht die Kinder, sondern deren Umwelt,
bestehend aus anderen Eltern, Lehrern manchmal vielleicht auch die
eigenen Eltern, die nicht kapieren, dass Hochbegabung ein spezielles
Feld ist. Wenn man sich mit diesen Kindern beschäftigt / beschäftigen
muss, dann sollte man sich darüber informieren bevor man anfängt zu
urteilen.

Viele Grüße

Moin,

Wenn hochbegabte Kinder aggressiv sind und in der Schule
versagen, liegt das natürlich nicht direkt an der
Hochbegabung, sondern an der unpassenden Umwelt bzw. mangelnde
Einstellung zur Umwelt.

Das kann so sein. Es kann aber genau so sein, dass ein hochbegabtes Kind aus den Gründen aggressiv reagiert, aus denen auch andere Kinder aggressiv reagieren, z.B. Probleme im Elternhaus und mit der Erziehung, Probleme mit der Lehrerin, spezielle Gruppendynamik in eben dieser Klasse usw.

Wenn die Hochbegabten aus einem Akademikerhaushalt kommen und
auch wissen, dass sie sehr begabt sind, und auch von den
Lehrern anerkannt werden, wird es wahrscheinlich eher keine
Probleme geben.

Oder wenn die vermeintlich Hochbegabten aus einem Akademikerhaushalt kommen, und die Eltern unwahrscheinlich hohe Erwartungen in sie setzen, von denen das Kind sich überfordert fühlt, oder, oder, oder.

Es kann viele Gründe dafür geben, warum ein Kind ein aggressiver Schulversager ist. Hier allein den Grund in der Hochbegabung zu suchen, wird dem Kind meiner Meinung nach nicht gerecht. Hier machen es sich einige Leute meiner Meinung nach etwas zu einfach.

Gruß
Marion

Hallo

Es kann viele Gründe dafür geben, warum ein Kind ein
aggressiver Schulversager ist. Hier allein den Grund in der
Hochbegabung zu suchen, wird dem Kind meiner Meinung nach
nicht gerecht.

Klar kann es viele Gründe geben. Trotzdem ist es so, dass die Schule für hochbegabte Kinder normalerweise nicht geeignet ist. Sie sind aber wohl nicht die Einzigen, für die die Schule normalerweise nicht geeignet ist.

Viele Grüße
Simsy

Hi,

Ich weiß jetzt nicht, wie du zu dieser Erkenntnis kommst, wenn
es jedenfalls eine Untersuchung darüber gegen sollte, dann
kann sie ja logischerweise nur diejenigen Hochbegabten
erfassen, von denen es bekannt ist, dass sie hochbegabt sind,
und das trifft durchaus nicht auf alle Hochbegabten zu.

Es gibt durchaus genau solche Untersuchungen an unselektierten Gruppen:
http://de.wikipedia.org/wiki/Marburger_Hochbegabtenp…

mfg Ulrich