Grundstücke als Sachwertkapitalanlage geeignet?

Guten Tag,

Wir suchen eine direkte Kapitalanlage im Immobiliensektor, nicht über einen Fond oder über ein Bankprodukt. Die Immobilie soll physisch in Besitz genommen werden.

Bei einer vermieteten Immobilie hat man zwar ständig Erträge, aber man muss einen Verwalter bezahlen, jährliche Einkünfte erklären und versteuern, man hat Kosten für die Instandhaltung, ein Gebäude verliert mit der Zeit an Wert, ein Mieter könnte die Zahlungen stoppen etc…

Welche Immobilienart eigenet sich unter berücksichtigung der folgenden Anforderungen:

* Der Verwaltungsaufwand sollte so gering als möglich sein
* Ein Ertrag sollte erst beim Verkauf anfallen
* Es wird eine Bruttorendite von min. 3-4% p.a. erwartet
* Der zu investierende Betrag beläuft sich auf 150.000 EUR
* Die Anlagelaufzeit kann 10 oder mehr Jahre betragen

A) Nach einer ersten Recherche würde für solch ein Vorhaben vielleicht nur Grund und Boden in Frage kommen, ist das richtig oder gibt es noch Alternativen?

B) Muss man ein brachliegendes Grundstück generell bebauen?

C) Ist es eine Illusion ein Grundstück zu kaufen, es zu besitzen, keinen Aufwand damit zu haben und nach 20 Jahren mit einem kleinen Gewinn verkaufen?

D) Was ist als Grundstücksbesitzer in der Regel obligatorisch (ob Bauland, Brachland, Acker, Wald oder sonstiges Land). Was muss vom Eigentümer generell oder mit hoher Wahrscheinlichkeit gemacht werden – was erzeugt Aufwand?

E) Alternativen wie ungenutztes Gewerbeobjekt (abgewirtschaftet) günstig kaufen, es behalten, später zu einem höheren Preis verkaufen?

Hallo,

zunaechst mal erlaube ich mir den Kommentar das investieren in Sachanlagen gerade in der jetzigen Zeit sehr sinnvoll ist - sehr wertbestaendig und nur geringes Risiko wenn die Lage annehmbar ist.
Je weniger bebaut desto wertbestaendiger gilt im uebrigen.
Die verfolgten Rendite Ziele sind erzielbar jedoch auch mit dem Kauf von Bundeswertpapieren und hier ist der Aufwand mehr oder weniger 0. Immobilien jedweder Art bringen einen gewissen Aufwand mit sich - selbst unbebaute Grundstuecke mit zB Gemeindegebuehren, Erschliessungsanteile, Grundsteuern, Aenderung von Flaechennutzungsplaenen, Bebauungsplaenen, Umweltvorschriften, Sanierungsvorschriften usw. Eine aufwandsfreie Investition in Sachanlagen gibt es nicht - Immobilien machen nur Sinn wenn man bereit ist sich zu kuemmern oder dafuer zu zahlen.
Bauzwang besteht durchaus nicht immer und muss im Einzelfall geklaert werden - wenn es sich um ausgewiesenes Bauland handelt besteht haeufig Bebauungspflicht um Spekulationen zu vermeiden und Bauluecken zu schliessen.
Alte Gewerbeobjekte sind risikoreich da Altlasten ebstehen koennten - ausserdem mus fuer evtl Bebauung der Nutzungsplan usw. geaendert und genehmigt werden - sowas kann dauern und ist idR mit viel Aufwand verbunden.

Wenn die Lage gut ist (von mehreren Maklern bestaetigt, Gemeinde oder enstprechende Bodenrichtwertanalysen) sind Immobilien fast risikofrei, haben Wertentwicklung und sind immer mit mehr Chancen verbunden als entsprechende Wertpapiere.
Wenn man sich aber nicht kuemmern moechte empfehle ich Bundeswertpapiere oder aehnliches.

Beste Gruesse

Joerg F

Steuerberater und Bauamt fragen!