Grundstuecke kaufen von unbekanntem Eigentuemer

Liebe Experten,

Wir wohnen in einem Dorf in Baden-Wuerttemberg. Unser Grundstueck liegt direkt am Ortsausgang und ist von zwei Seiten von unbebauten Grundstuecken umgeben (allesamt Aussenbereich). Von diesen wird eines als Wiese/Brennholzlager, das andere als Gemueseacker genutzt.

Ich ueberlege nun, ob ich diese zwei Grundstuecke kaufen soll, einfach um mehr Natur und Abstand um mich herum zu haben. Eine besondere (wirtschaftliche) Nutzung ist nicht vorgesehen. Vielleicht wuerde ich ein paar schoene Baeume und Hecken pflanzen.

Das Problem ist nur: die Grundstuecke sind nicht zum Verkauf angeboten. Ich habe auch nur eine vage Ahnung, wem sie gehoeren. Traditionell ist es bei uns so, dass man Grundstuecke nicht so gerne verkauft.

Wie wuerdet ihr an die Sache rangehen? Also z.B. wie rausfinden, wem die Grundstuecke gehoeren, ohne Aufsehen zu erregen? Wie naehere Infos ueber die Eigentuemer bekommen? Welche Strategie bei eventuellen Preisverhandlungen? Kurzum: was waere eine passende, diplomatische Strategie?

Gruss,
Moise

Hallo,

m. E. kannst Du beim/im Katasteramt die Namen der Eigentümer Deiner Nachbargrundstücke erfahren.

Da Du bisher überhaupt nichts über diese, geschweige denn über deren Planungen für diese Grundstücke weisst, würde ich mit den Eigentümern Kontakt aufnehmen und sie genau danach fragen.

Lehnen sie einen Verkauf kategorisch ab, könnte schlimmstenfalls passieren, dass die Eigentümer selbst auf den Flächen bauen - sofern das im Aussenbareich überhaupt möglich/erlaubt wäre.

Schließen sie einen Verkauf nicht grundsätzlich aus, erkundige Dich nach ihren Preisvorstellungen - im Idealfall sind die so, dass Du sofort kaufst. Andernfalls versuche mit ihnen zu verhandeln. Werdet Ihr Euch (jetzt) nicht einig, bitte sie vor einem Verkauf die Grundstücke auf jeden Fall Dir auch anzubieten.

Aus Sicht der jetztigen Eigentümer macht ein Verkauf zum gegenwärtigen Zeitpunkt wenig Sinn - es sei denn, jemand braucht unbedingt das Geld sofort. Die Chancen auf ein „Schnäppchen“ sind also gering, sofern die Eigentümer nicht in einer Notsituation oder von allen guten Geistern verlassen sind . . .

Hallo,

Aus Sicht der jetztigen Eigentümer macht ein Verkauf zum
gegenwärtigen Zeitpunkt wenig Sinn - es sei denn, jemand
braucht unbedingt das Geld sofort. Die Chancen auf ein
„Schnäppchen“ sind also gering, sofern die Eigentümer nicht in
einer Notsituation oder von allen guten Geistern verlassen
sind . . .

Die Nachbarn werden schnell merken, daß Du genau diese Fläche möchtest, entsprechned werden die Preisvorstellungen sein. Schnell ist man bei den Forderungen in dem Bereich, zu dem auch Dein Bauland gehandelt wird. Wohnen die Leute am Ort, kennen sie „die Preise“. Schlimmer ist es, wenn sie (oder ein Miteigentümer) aus der Großstadt kommen, dann werden auch schnell „Großstadtpreise“ verlangt.

Andererseits sagte mein früherer Chef in solchen Sitautionen immer „hinter der Scheuer ist nichts zu teuer“. Damit ist klar, daß genau diese Fläche Dir auch etwas mehr wert sein sollte.

Eine Alterantive hätte ich noch: Wie wäre es, ein vergleichbares Grundstück zu kaufen, das „zu haben“ ist und mit Deinem potentiellen Verkäufer zu tauschen? Natürlich wird es nicht einfacher, denn es redet noch eine Partei mehr mit …

Gruß
Jörg Zabel

Gruß
Jörg Zabel

Vielen Dank schonmal an euch beide. Ja, ich mache mir in der Tat Sorgen, wie man die Eigentuemer motivieren kann. Der „normale“ Preis fuer landwirtschaftliche Nutzflaeche liegt ungefaehr bei 5 Euro pro qm. Die beiden Grundstuecke machen zusammen ungefaehr einen halben Hektar, also gesamt 25.000 Euro. Damit ist niemand wirklich hinter dem Ofen vorzulocken.
Bin dankbar fuer jeden zusaetzlichen Tipp.
Gruss
Moise

Naja, wenns Grün- / Gartenland ist kann der Preis auch gut 10€ bis 15€ pro qm betragen, je nach Lage. Und falls zumindest die Hoffnung besteht, dass das Land irgendwann einmal zu Bauland wird -und es sei es vielleicht erst in 50 Jahren, für die Kinder / Enkel- sinkt die Verkaufsneigung nochmals oder steigt der Preis entsprechend.

Sonst gilt natürlich: Wenn der Besitzer nicht verkaufen will will er eben nicht verkaufen, da könnte man als Motivation höchstens mit dem Kaufpreisangebot entsprechend hoch gehen, aber auch das muss natürlich nicht zum Erfolg führen.

Ich sehe noch die Chance, dass die bisherigen Eigentümer vielleicht froh sein könnten, mit den Grundstücken keine Arbeit mehr zu haben. Es gibt genug Leute, die realistisch sehen, dass sie das Grundstück sonst nie loswerden und die Gelegenheit vielleicht mögen.

Ist denn eine Bebauung tatsächlich auch langfristig ausgeschlossen, also liegt es so weit außerhalb, dass das auch in 10 Jahren noch weit draußen ist? Wenn ja, hat der Verkäufer eigentlich kaum Grund zu warten, wenn er denn überhaupt jemals verkaufen will.

Ein Psycho-Tipp wäre sonst noch das Thema Kinder, die gerne ein Pferd wollen oder so :wink: Das erweicht auch den einen oder anderen.

Letzter Tipp: Wie wäre es mit einer langfristigen Pacht?