Grundstückswert bei Straßenausbau

Liebe/-r Experte/-in,
ich habe ein Grundstück mit einer Größe von 866 m² am Rand einer Kleinstadt mit ca. 2.000 Einwohnern. Unser Grundstück liegt am Ende einer Anliegerstraße mit noch drei weiteren Wohnhäusern. Bebaut ist unser Grundstück mit einem Einfamilienhaus, einer ehemaligen LKW-Garage, einer Doppelgarage und einem Zwischenbau mit Bad und Wirtschaftsraum zwischen Wohnhaus und LKW-Garage. Vor unserem Hoftor ist ein Wendehammer, für den meine Eltern 1968 einen Teil des Grundstücks kostenlos an die Stadt abgegeben haben.
Im Gegensatz zu unseren Nachbarn liegt unser Grundstück außerhalb des Sanierungsgebietes.
Über den vorderen Teil unseres Grundstücks geht ein unbefestigter Wirtschaftsweg in einer Breite von ca. 1,20 m.
Nun möchte die Stadt unsere Anliegerstraße ausbauen, wofür Ausgleichsbeträge von ca. 0,50 EUR je m² Grundstücksfläche anfallen würden. Das ist aber nicht das Problem.
Angrenzend an den genannten Wirtschaftsweg wurden in der Zeit kurz vor und während der Wende zwei und später noch ein Einfamilienhaus gebaut, die über ein städtisches Grundstück erschlossen werden.
In einem Gespräch in dieser Woche wurden wir um den Verkauf eines Teils unseres Grundstück in einer Breiten von ca. 2 m gebeten, damit angrenzend an unseren Wendehammer der Wirtschaftsweg für die genannten drei Grundstücke als Anliegerstraße grundhaft ausgebaut werden kann.
Der Haken ist dabei Folgender:
Mit der zu bauenden Anliegerstraße würde in Zukunft (natürlich ganz inoffiziell) neben den drei Grundstückseigentümern auch der Verkehr von zwei weiteren Hausbesitzern, ca. 15 Gärten mit Wochenendhäusern und PKW-Stellplätzen, vier mit der Erschließung möglichen Baugrundstücken sowie einer ehemaligen Kindereinrichtungen, deren Nachnutzung noch nicht geklärt ist, auf uns zukommen. Dieser Verkehrsfaktor wurde bisher von Seiten der Stadtverwaltung entweder übersehen, nicht beachtet oder uns einfach vorenthalten. Diskussionen wurden aber bereits von den möglichen Nutzniesern geführt, noch bevor überhaupt mit uns darüber gesprochen wurde.
Mit diesem doch sehr erheblichen Verkehrsaufkommen (allein von den drei Nachbarhäusern 10 Fahrzeuge)wäre unsere bisherige Ruhe vorbei, so dass unsere Grundstück nicht - wie eigentlich vorgesehen - vom Ausbau der Straße profitieren würde, sondern der Grundstückswert eigentlich sinkt.
Bisher betrifft uns nur der Verkehr, der zu uns selbst möchte bzw. ca. 1 Fahrzeug täglich, dass den Wendehammer benutzt.
In welchem Maße wird sich ein derartiger Straßenausbau mit einem Anstieg der Verkehrsdichte auf den Wert unseres Grundstücks auswirken?
Für Ihre Bemühungen bedanke ich mich im voraus.
Mit freunldichen Grüßen
Ute

Hallo,
der Werteinfluss der Belastung durch ein potenzielles zukünftiges erhöhtes Verkehrsaufkommen kann so pauschal nicht übers Internet beantwortet werden. Hierzu sind eine Ortsbesichtigung und eine lokale Marktkenntnis erforderlich.
Sollten Sie allgemein gegen die geplanten Maßnahmen vorgehen wollen, sollten Sie sich von einem Anwalt für Verwaltungsrecht mit Schwerpunkt Bauplanungsrecht beraten lassen. Ggf. kann dann eine für Sie weniger belastende Alternative durchgesetzt werden.
Der Werteinfluss der Belastung ist ggf. durch ein Rechtsverfahren hinsichtlich der Entschädigung eines enteignungsgleichen Eingriffs durchzusetzen. Hierfür benötigen sie allerdings ebenfalls den Anwalt für Verwaltungsrecht.
Der Sachverständige für die Bewertung sollte erst im Gerichtsverfahren vom Gericht beauftragt werden.
Ich rate zur schnellen Rechtsberatung, da ggf. Wiederspruchsfristen gegen Verwaltungsakte einzuhalten sind.
Viel Erfolg