ich möchte mir für die wachsende Familie bald ein neues Häuschen kaufen. Wir überlegen uns, etwas baufälliges zu nehmen und das dann zu sanieren. Leider hat die grüne Landesregierung jede Menge merkwürdige Dinge in der Bauverordnung erlassen. Zum Beispiel steht drin, dass man bei Häusern ab zwei Wohnungen die untere Wohnung behindertengerecht machen muss. Gilt das nur für Neubauten oder auch bei Umbauten (aus 1-Familienhaus ein 2-Familienhaus)? Was ist, wenn das Haus nur über viele Treppen erreichbar ist und sowieso kein Behinderte im EG wohnen kann?
Erkundige Dich doch beim Bauamt, was für wen zutrifft.
ich weiß es nicht, habe auch keine rechte Lust nachzuschlagen.
es kann nur für Neubau gelten und für Umbauten, die vom Umfang der Maßnahme dem Neubau nahekommen. Und vermutlich kriegen Selbstnutzer eine extra Wurst, für sie gilt es nicht.
Mal abgesehen, die Vorgabe erscheint mir sehr sinnvoll denn sie ist nützlich(auch für die Vermietung) und kostet wenig wenn man es gleich richtig plant.
Denn mehr als (etwas) breitere Türen und eine bodengleiche Dusche ist sicherlich nicht gefordert im EG.
Eine Ausnahme für Baugebiet wo man sowieso nur über Treppen hingelangt ?
Warum ? Schließlich halten sich die Personen überwiegend im Hause auf, dort soll es behindertengerecht eingerichtet sein.
Ob die Person das Haus dann nicht allein verlassen/erreichen könnte wäre eine andere Sache.
Du endest in Verbiesterung, wenn Du Dein Bauvorhaben mit politischen Vorbehalten verknüpfst. So hat die o. g. Regelung mit der gerade aktuellen Farbe der Landesregierung nichts zu tun. Du findest Ähnliches z. B. in der Bayerischen Bauordnung (BayBO) und in den Bauordnungen anderer Bundesländer. Die Folgen des Bauens nur für uneingeschränkt bewegliche Menschen sind nämlich regelmäßig fatal und fürchterlich kostspielig. Beine oder Hüfte unfallbedingt für einige Wochen in Gips und Du kommst nicht mehr in Dein Haus und durch keine Tür … oder Deine wachsende Familie wächst um ein behindertes Kind und dann ist das Haus wegen gedankenloser Murkserei nicht mehr gebrauchen - ist einfach nur Mist. Wie Dein Beitrag zeigt, müssen viele Leute vor ihrer eigenen Ignoranz geschützt werden. Deshalb soll zur Vermeidung architektonischen Fehlleistungen barrierefrei gebaut werden.
Deine in einem anderen Beitrag ähnlich gelagerte Anmerkung zur Verringerung des Energiebedarfs hat übrigens auch nichts mit grüner Landesregierung zu tun, ist nämlich in tiefschwarzen oder anders gefärbten Ländern nicht anders und hat etwas mit Vernunft und Kenntnisnahme des Sachverhalts zu tun, dass wir mit Ressourcen und Umwelt vorsichtig umgehen müssen und nicht mehr Energie verblasen, als unbedingt nötig.
Bei größeren Umbauten und Nutzungsänderungen brauchst Du ohnehin einen bauvorlageberechtigten Architekten (am besten schon vor dem Kauf einer Immobilie) - hat auch wieder nix mit grün zu tun. Mit seiner Hilfe klärst Du die Verhältnisse vor Ort und bei möglichen Konflikten mit der Bauordnung wirst Du mitsamt Plan beim Bauamt vorstellig.
Ehrlich gesagt finde Deinen Beitrag ziemlich anmaßend und er zeugt von einem prädemokratischen Denkmuster. Demokraten glauben an den Bürger als souveränen Entscheider und versuchen die Regeln für Dinge wie einen Hausbau auf das Notwendigste zu begrenzen. Der grüne Geist, der auch aus Dir spricht, sieht eher seine eigene Meinung als überlegen an und versucht über Vorschriften alle Bürger zur Umsetzung seiner Ideologie zu zwingen. Wer ernsthaft glaubt, dass Deutschland noch mehr Solarplatten braucht, hat m.E. die Erkenntnisse der letzten 20 Jahre nicht mitbekommen. Und wer glaubt teure Umbauten an meinem Haus vornehmen zu müssen (obwohl ich sie weder brauch noch will), der kann mir kreuzweise den Buckel runterrutschen. Dass ich auf Dauer einen Architekten o.ä. brauche ist mir auch klar, allerdings geht es gerade generell um die Idee ein sanierungsbedürftiges Haus zu kaufen und die Abschätzung mit welchen Sanierungsaufschläg grob zu rechnen ist.
Ich kann nicht folgen, weiß nicht, welche Erkenntnisse Du meinst.
In einem 1- oder 2-Familienhaus wirst Du nicht zum barrierefreien Umbau gezwungen. Dies ungeachtet des Sachverhalts, dass niemand wissen kann, ob er in den nächsten Minuten fortan zwingend auf eine barrierefreie Behausung angewiesen ist. Z. B. Schlaganfälle treffen Menschen jeden Alters, Unfälle mit vorübergehender oder dauerhafter Bindung an den Rollstuhl ebenso.
Dann brauchst Du einen Architekten bereits vor dem Kauf. Dies auch als Demokrat und souveräner Entscheider. Souveränität ersetzt nämlich keinen Sachverstand und ohne Sachverstand läuft der Käufer eines sanierungsbedürftigen Hauses in 5- oder 6stellige Unwägbarkeiten. Leute mit solchen Erlebnissen tauchen hier regelmäßig auf, rufen nach Advokaten und wissen nicht, wie sie aus der Nummer einigermaßen heil wieder herauskommen.