Sehr geehrte Experten, ich habe eine sehr dringende Frage, undzwar leidet die Tochter meiner besten Freundin aller Wahrscheinlichkeit nach an Bulimie.
Lange ist ihr Magersucht unentdeckt geblieben. Jetzt ist sie absolut nicht mehr zu übersehen, was sehr erschreckend ist. Wir überlegen, mit welcher Art der Therapie ihr am meisten geholfen ist.
Wir haben gehört, dass in diesem Fall sogar Gruppentherapien angeboten werden. Es wäre wunderbar, würde sich hier jemand mit dieser Therapieform auskennen. Für uns ist nun interessant: ist die Form zu empfehlen und sind Erfolge absehbar!?
Ich danke Ihnen und wünsche einen angenehmen Abend!
Erika
Hallo,
ich würde sagen, es kommt darauf an, bwei welchem Gewicht das Mädchen ist. Wenn der BMI unter 17,5 liegt, dann wird es ambulant vermutlich sehr schwer werden und eine stationäre Therapie sollte angestrebt werden.
Ansonsten ist eine Gruppentherapie sicher nicht sclecht, aber wenn sie noch keine Erfahrung mit Therapie hat, wäre zum Einstieg eine Einzeltherapie sinnvoll. Ist denn eine Krankheitseinsicht da oder nicht?
Bei weiteren Fragen;
gerne melden
Liebe GRüße
Liebe Erika,
erst einmal tut es mir leid, dass sich die Tochter diesen Weg gesucht hat…
Um jedoch sicher zu sein, sollte sie sich in ärztliche Behandlung/Untersuchung begeben. Erst dann wird eine Diagnose möglich sein.
Wenn es tatsächlich Bulimie ist, muss die Tochter selber sich als krank sehen und Hilfe wollen. Wenn sie die nicht möchte, kann ihr keiner helfen und jede Therapie ist zwecklos. Sie selber muss sich als bedürftig ansehen und erkennen und DANN etwas ändern WOLLEN!
Ich spreche aus eigener Erfahrung…
Ein geschulter Arzt oder Therapeut kann eine Therapieform vorschlagen, entscheiden muss die Kranke selber. Und das ist wichtig, dass sie es SELBER macht! Es sei denn, sie kann nicht mehr selber entscheiden…
Ich wünsche alles Gute, viel Kraft und Loslassenkönnen!
Ich hoffe, ich habe Ihnen etwas weiter helfen können…
Besten Gruß,
Carmen
lieb erika,
welche therapie für wen die richtige ist, ist sehr unterschiedlich. es gibt besondere foren im internet z.b. hungrig-online oder anad.
es gibt beratungsstellen, z.b. in berlin dick und dünn die bieten gruppengespräche an, was auch sehr hilfreich sein kann. auf hungrig-onlien findest du auch nähere informationen zu anderen städten und den dortigen therapie einrichtungen
„peggy claude pierre“ hat auch ein sehr gutes buch zu diesem thema geschrieben „zurück ins leben“ o.ä. magersucht und bulimie verstehen und heilen.
herzliche grüße und alles gute
melanie
Hallo,
leider kenne ich mich in diesem Bereich nicht aus und kann Ihnen da nicht viel helfen. Ich weiß es ist sehr schwer, aber ich empfehle bei fortgeschrittenen Erkrankungen immer eine Kur. Bitte halten Sie Rücksprache mit Ihrem Arzt.
Ich hoffe ein anderer Experte kann Ihnen besser helfen.
VG
Hallo Erika!
Ich habe während meiner Therapiephase sowohl Gruppen- als auch Einzeltherapieformen erlebt.
Beide Formen haben mir auf unterschiedliche Weise geholfen. WÄhrend meiner akuten, stationären Reha gab es sowohl Einzel- als auch Gruppengespräche.
Anschließend habe ich über 5 Jahre eine Gesprächstherapie i Form des Einzelgesprächs durchgeführt. Bei einzelnen Sitzungen waren im Bedarfsfall Personen anwesend und haben am Gespräch teilgenommen, die indirekt von meiner Krankheit betroffen waren (z.B. meine Schwester).
Grundsätzlich kann ich Dich zur Durchführung beider Therapieformen ermutigen.,
Beste Grüße
Karsten
Hallo Erika,
die Tochter deiner Freundin braucht wirklich Hilfe, das hast du ganz richtig erkannt.
Welche Therapie allerdings für sie die richtige ist, hat viel mit der Persönlichkeit des Mädchens und auch mit der Ausprägung der Essstörung zu tun.
Mit anderen Worten: Eine Gruppentherapie kann für den Einen die absolut beste Lösung sein, dem Anderen bringt sie gar nichts.
Auf jeden Fall wäre aber nichts verloren, wenn man so einer Gruppensitzung einmal beiwohnen würde(vorausgesetzt, die Patientin stimmt dem zu). Wenn es dann doch nicht das ist, was ihr weiterhilft, dann kann man ja immer noch andere Möglichkeiten ausschöpfen.
Die wichtigste Voraussetzung für eine erfolgreiche Therapie ist die Bereitschaft der Patientin, eine solche zu machen. Wenn sie nicht will, funktioniert gar nichts. Wenn sie aber weiß, dass sie so nicht weitermachen kann, dann ist das schon der erste Schritt in die richtige Richtung und dann ist sie mit Sicherheit auch bereit, das mit der Gruppentherapie einmal auzuprobieren.
Gruß
Rohy