@Guido: Vorgesetzter, Mitarbeiter, Kunde

Hallo Guido,

nochmal zu dem posting von Jorge „Zwischenzeugnis Bewertung“, zur Reihenfolge Vorgesetzter, Mitarbeiter, Kunde.
Ich hatte just in der Woche zuvor an einem Bewerbungstraining teilgenommen, in der mir genau von dieser o.g. Reihenfolge als ein Muss erzählt wurde. Zufällig kannte ich den Bewerbungstrainer und habe nun per mail unsere Unstimmigkeiten geschildert und heute folgende Antwort erhalten:
„…in sehr kundenintensiven Berufen wie z.B. Vertrieb, Aussendienst oder Verkauf kann es schon mal sein, dass der Kundenkontakt mit einem eigenen Satz hervorgehoben wird. Ansonsten gilt in einer Firma nach wie vor die interne Hierarchie und damit alles wie bisher.“
Der Mann macht seit vielen Jahren Bewerbungstraining und hält sich dadurch stets auf dem neusten Stand.
Ich nehme an, dass die Reihenfolge, wie in der mail beschrieben, damit in Zusammenhang steht, wie kundenorientiert das Unternehmen ist, es zu verallgemeinern wäre jedoch fatal.

Sind wir uns einig?
Grüße, jeanne

Hi!

Sind wir uns einig?

Nein - man kann auch jahrelang etwas falsch machen - und Bewerbungstrainer, die von ihrem Job keine Ahnung haben, gibt es leider wie Sand am Meer!

Sorry!

LG
Guido

Hi,

bitte, verrate mir,
woher nimmst du deine Info?

Grüße,
jeanne

Nachtrag
Hi!

Woher soll ein Personaler wissen, WIE kundenorientiert der EX-AG gewesen ist?!

Allein dieser Aspekt lässt das „Argument“ des Trainers als ziemlich marode Ausrede für falsche Informationen erscheinen…

LG
Guido

Hi!

bitte, verrate mir,
woher nimmst du deine Info?

Ich bin seit 20 Jahren im Personalwesen tätig und da IMMER auf der Höhe der Zeit - nicht nur durch Seminare, sondern vor allem durch den Austausch mit anderen.

LG
Guido

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Moin.

Ich habe zweimal dieses Thema angesprochen; irgendwann hatte ich keine Lust mehr. Ich hatte es auch so im Seminar (Vorgesetzter zuerst), so steht es in meiner Literatur (von 2004).

Dieses „Hach, was sind wir ein kundenorientiertes Unternehmen“ geht mir eh auf den Keks, da ich genügend Kollegen hatte, die das Kundenwohl über das Firmenwohl stellten; sei es aus Bequemlichkeit, aus Furcht vor dem Kunden oder um die Kundin ins Bett zu kriegen. An die muss ich denken, wenn ich „Kunden, Vorgesetzte und Kollegen“ lese.

Aber wie gesagt, es ist mir egal. w-w-w ist nicht das Leben.

Frohe Weihnachten!
Weitermachen!

Papier ist geduldig
Hi!

Was bringt ein Buch (auch, wenn es von 2004 ist), wenn es falsche Informationen vermittelt?

Weißt Du, es gibt auch zig Internetseiten zum Thema Bewerbung - einige sogar kommerzieller Natur - die einfach nur Schrott sind!

Bewerbungstrainer haben in der Regel das Problem, dass sie das Wesentliche im Bewerbungsprozess nicht kennen: Die gängige Praxis!

Es gibt übrigens wesentlich wichtigere Dinge als diesen einen Passus in einem Zeugnis, und ich persönlich achte auch nur bei Vertrieblern drauf, aber ich wehre mich einfach mit Vehemenz dagegen, wenn falsche Dinge „gelehrt“ werden.

LG
und schöne Feiertage
Guido

Einen weihnachtlichen Guten Morgen!

Nimm mal als Beispiel mich als Erzieherin. Stellvertretend für den Kunden würden in diesem Fall die Eltern stehen. Stünde in meinem Zeugnis „Gegenüber Eltern, Mitarbeitern und Vorgesetzen verhielt sich Frau…“ da denkt sich doch jeder, dass da was nicht gestimmt haben kann, wie sie sich dem Chef gegenüber verhalten hat!

In dem Moment, in dem der Kunde eine wichtige Rolle in einem Unternehmen spielt, ist es ja kein Problem, sein Verhalten gegenüber diesen nochmals in einem extra Satz zu erwähnen.

Auch hatte ich nachgefragt, woher die Neuerungen in der Zeugnissprache kommen. „Die entwickeln sich“, die IHK gibt wohl ab und zu neuste Informationen heraus, ansonsten Bücher. Eine „Stelle“, die darüber entscheidet, gibt es wohl nicht. (Oder kennst du eine?)
Woher hast du deine „neusten News“ konkret, das wüsste ich wirklich gerne, da ich selbst an den Entwicklungen interessiert bin.
Die können ja nicht aus deiner Firma stammen oder seid ihr bundesweit für die Innovationen in der Zeugnissprache verantwortlich? :smile:

Grüße,
jeanne

Hi!

Nimm mal als Beispiel mich als Erzieherin. Stellvertretend für
den Kunden würden in diesem Fall die Eltern stehen. Stünde in
meinem Zeugnis „Gegenüber Eltern, Mitarbeitern und Vorgesetzen
verhielt sich Frau…“ da denkt sich doch jeder, dass da was
nicht gestimmt haben kann, wie sie sich dem Chef gegenüber
verhalten hat!

Bei den Eltern handelt es sich nicht um den klassischen Kunden, es sei denn, Du arbeitest in einem privaten Kindergarten, der die Preise selbst bestimmen kann.

Und ich erwähnte bereits, dass durchaus die Möglichkeit besteht, den Kunden (in Deinem Fall meinetwegen die Eltern) in einem Extra-Satz zu nennen…

In dem Moment, in dem der Kunde eine wichtige Rolle in einem
Unternehmen spielt,

Noch einmal die Frage: Woher soll der neue AG wissen, wie groß die Kundenrolle im alten Unternehmen gewesen ist?!

ist es ja kein Problem, sein Verhalten
gegenüber diesen nochmals in einem extra Satz zu erwähnen.

Wie gesagt: Kein Thema, handhabe ich selbst so.

Nur: Wenn ich es alles in einem Satz schreibe, und die Kunden stehen am Ende, passt etwas nicht!

Auch hatte ich nachgefragt, woher die Neuerungen in der
Zeugnissprache kommen. „Die entwickeln sich“,

Ganz genau!
Die entwickeln sich.
Und nur durch den steten Austausch auf Seminaren, mit Firmenpartnern und Kunden, bei der IHK im ausbilderausschuss, etc. kann man den Trend erkennen.

Ende der 90er war es mal kurz verpoönt, das Wort „vollste“ zu verwenden, da es nicht existiert. Da aber eind Abstufung fehlte, ist man davon wieder weg.

Blöde ist, dass direkt in etlichen Handbüchern (die schon große Hände brauchen *g*) direkt diese Änderung vermerkt wurde - und in einigen bis heute nicht wieder erntfernt wurde.

Eine „Stelle“, die darüber entscheidet, gibt es wohl nicht.

Genausowenig, wie eine Stelle, die im Fußball entscheidet, dass man mit Viererkette statt mit Libero spielt.
Es ist ein Trend, den man ständig beobachten muss.
Wobei: Die Sache mit den Kunden an erster Stelle ist kein „neuer“ Trend!

Und genau das ist eine Sache, die vielen Bewerbungstrainern völlig fehlt: Die Praxis!

Woher hast du deine „neusten News“ konkret, das wüsste ich
wirklich gerne, da ich selbst an den Entwicklungen
interessiert bin.

Das wird für eine Erzieherin schwierig! Ich bin auch an pädagogischen Modellen interessiert (meine Frau ist Erzieherin) und bekomme mit, das der Trend (zumindest hier) immer mehr in Richtung situationsbezogene Pädagogik und (zumindest) Teilöffnung der Gruppen geht, aber im Detail stecke ich da nicht drin - will ich zugegeben auch gar nicht, da ich Personalfuzzi und nicht Erzieher bin.

Die können ja nicht aus deiner Firma stammen oder seid ihr
bundesweit für die Innovationen in der Zeugnissprache
verantwortlich? :smile:

Würden sie aus der Firma stammen, wäre es kein Standard.

Würde mein Arbeitgeber die Zeugnissprache festlegen, würden klare Beurteilungen und nicht dieser nervende Wohlwollensmist üblich sein - ich arbeite in einem amerikanischen Unternehmen…

LG
Guido

Sind wir uns einig?
Grüße, jeanne

Hallo Jeanne,

es gibt dazu kein richtig oder falsch. Das Problem ist: einige „Leser“ interpretieren in alle Zeugnisdetails etwas hinein, auch ob irgendwo ein Punkt oder ein Semikolon steht.

Steht der Kunde hinten, kann das als „wenig kundenorientiert“ ausgelegt werden, steht der Vorgesetzte hinten, kann es als „renitenter Mitarbeiter“ verstanden werden, steht der Kollege hinten, kann man es als „nicht teamfähig“ deuten… von jeder denkbaren Formulierung wirst Du eine wohlwollende und eine negative Wertung ableiten können.

Grüße, M

Ich hatte just in der Woche zuvor an einem Bewerbungstraining teilgenommen, in der mir genau von dieser o.g. Reihenfolge als ein Muss erzählt wurde.

Der spezialisiert sich wohl auf den Sektor Behörden und Öffentlicher Dienst?

„…in sehr kundenintensiven Berufen wie z.B. Vertrieb, Aussendienst oder Verkauf kann es schon mal sein, dass der Kundenkontakt mit einem eigenen Satz hervorgehoben wird. Ansonsten gilt in einer Firma nach wie vor die interne Hierarchie und damit alles wie bisher.“

Naja, wenn ich daran denke, dass die meisten Dienstleistungsunternehmen 100% von Kunden abhängen, und sich nicht nur „an ihnen orientieren“ - naja.
Es gibt immer noch Mitarbeiter im Hinterzimmer, die gar nicht wissen, was ein „Kunde“ ist, und ob man sowas vor dem Essen erstmal kochen muß. Für die ist natürlich der Chef wichtiger.

Außerdem habe ich - und werde damit sicher nicht der einzige auf dieser schönen Welt sein - das Vergnügen, in einem Unternehmen zu arbeiten, in dem die Kunden direkt weisungsbefugt sind und der Chef nur im absoluten Notfall überhaupt direkt agiert (und wenn er das tut, ist es im Normalfall ein Projektwechsel oder eine Kündigung) - von „internen Hierarchien“ möchte ich da gar nicht sprechen. Wenn bei einem von uns der Chef an Position 1 im Zeugnis käme vor den Kunden - wäre das für seine weitere Karriere ein Todesurteil.

Gruss,
Mike

Och bitte!
Hi!

es gibt dazu kein richtig oder falsch. Das Problem ist: einige
„Leser“ interpretieren in alle Zeugnisdetails etwas hinein,
auch ob irgendwo ein Punkt oder ein Semikolon steht.

Wenn es doch so wäre, dass es völlig egal ist, wie man ein Zeugnis schreibt: Warum werden die Teile dann so oft hier hinterfragt?!

von jeder
denkbaren Formulierung wirst Du eine wohlwollende und eine
negative Wertung ableiten können.

Das ist barer Unfug. So etwas passiert ausschließlich Leuten, die
a) entweder so gar keine Ahnung haben
oder
b) sich an irgendwelchen Standard-Satz-Ratgebern orientieren, die völlig wertlos sind, da sie den Kontext total ignorieren.

Es ist ja ok, wenn Du diese Meinung besitzt, aber gib sie bitte nicht an Ratsuchende weiter!

LG und frohes Fest
Guido

wegen Rechtschreibfehlern „editiert“

Auch hi,

Wenn es doch so wäre, dass es völlig egal ist, wie man ein
Zeugnis schreibt

Wer hat das behauptet?

a) entweder so gar keine Ahnung haben

Ja, alle, die eine andere Meinung haben als Guido, haben keine Ahnung. Fundierte Argumentation.

da sie den Kontext total ignorieren.

Na also, der Kontext ist entscheidend. Genau so ist es, und damit ist doch alles gesagt.

Grüße, M

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Meinungen und so
Hi!

Wenn es doch so wäre, dass es völlig egal ist, wie man ein
Zeugnis schreibt

Wer hat das behauptet?

Sagstest Du nichtzm, dass man jeden Passus und auch die Zeichensetzung immer in zwei Richtungen interpretieren kann?
Das heißt doch nichts anderes…

Ja, alle, die eine andere Meinung haben als Guido, haben keine
Ahnung. Fundierte Argumentation.

Wir hatten das Thema schon soo oft! Es geht nicht um Meinungen sondern um Fakten - da zählen (falsche) Meinungen nun mal so gar nicht!

Na also, der Kontext ist entscheidend. Genau so ist es, und
damit ist doch alles gesagt.

Absolut korrekt!
Das ist das, was hier im Brett eigentlich ständig und immer gepredigt wird!
ABER: Dass der Kunde an die letzte Stelle muss, ist völliger Blödsinn - wenn man schon pauschlae Aussagen trifft, wie dieser Bewerbungstrainer, dann sollte man wenigstens eine pauschale Aussage treffen, die in den meisten Fällen zutrifft…

LG
Guido

… nu mach es doch nicht immer so kompliziert.

Sagstest Du nichtzm, dass man jeden Passus und auch die
Zeichensetzung immer in zwei Richtungen interpretieren
kann?

Ja, das sagte ich. Ich sage aber auch, dass es Quatsch ist, so zu verfahren.

Das heißt doch nichts anderes…

Eeben nicht, genau diese Schlussfolgerung ist falsch.

Wir hatten das Thema schon soo oft! Es geht nicht um Meinungen
sondern um Fakten - da zählen (falsche) Meinungen nun mal so
gar nicht!

Richtig.

Das ist das, was hier im Brett eigentlich ständig und immer
gepredigt wird!
ABER: Dass der Kunde an die letzte Stelle muss, ist völliger
Blödsinn - wenn man schon pauschlae Aussagen trifft, wie
dieser Bewerbungstrainer, dann sollte man wenigstens eine
pauschale Aussage treffen, die in den meisten Fällen
zutrifft…

Da bin ich ja wieder bei Dir. Denn diese dogmatische Sichtweise ist falsch. Auch nicht wirklich falscher, als die andere, die Du vertrittst.
Es kommt doch auf den konkreten Job an, der jeweils beurteilt/betrachtet wird. Diese Differenzierung kann ich aber auch bei Dir nicht erkennen ?!

Grüße, M

Hi!

Diese Differenzierung kann ich aber
auch bei Dir nicht erkennen ?!

Dann liest Du meine Artikel nicht richtig!

LG
Guido