Gurken stutzen?

Hallo liebe Gartenfreunde,

ich habe einen ganz kleinen Garten, wo ich ein bißchen anpflanze.
Dieses Jahr habe ich Gurkensamen direkt ins Freiland gesteckt. Sie sind alle aufgegangen und jetzt wuchern sie überall herum, haben viele Blüten und kleine Gurkenansätze. So viele Gurken kann ich aber nicht gebauchen.

Nun habe ich überlegt, ob ich die Triebe einfach ein Stück stutzen kann, um der Wucherung Einhalt zu gebieten.
Geht mir dann durch die „Verletzung“ der ganze Gurkentrieb ein?
Wer hat Erfahrung?

Grüssle
Ursula

Servus,

der Trieb geht dadurch nicht ein, aber bei derzeitigem Klima macht er dann viele kleine Seitentriebe, wächst und gedeiht.

Wenn Du die Gummern ordentlich über Nacht einsalzt und dann entwässerst, wirst Du Dich wundern, wie viele davon Du für ein schönes Cacik brauchst. Auf gut Schwäbisch für ein Wannenbad davon: „Graad neilega kennt i mi do!“

Den Cacik-Bädern in vielleicht zehn Tagen entgegenfiebernd

MM

Hallo Martin,

danke für Deine Hinweise. Habe zur Probe 2 Triebe gestutzt und werde beobachten, was daraus wird.

Grukenbad mache ich mir keins. Do will i net neiliga.

Grüssle
Ursula

Servus,

und werde beobachten, was daraus wird.

bei den derzeitigen Temperaturen und entsprechender Langhuber-Power von den Omargen werden sie Dir mit den rechtwinklig stehenden Trieben aus den Blattachseln im Extremfall oine naihaua.

Gurkenbad mache ich mir keins.

Das Gurkenbad war eher metaphorisch gemeint: Cacik mit etwas mehr Joghurt und einigen Flocken zum Frühstück, Cacik stark entwässert über Spaghetti zu Mittag, Cacik stark geknofelt an Schalkartoffeln zu Abend, zur Abwechslung auch einmal einen klassischen Gurkensalat bloß mit bissle Dill: Ich kanns kaum erwarten, habe heute die ersten Omargen gesichtet, die deutlich über daumenlang sind.

Schöne Grüße

MM
Omargen-Fään

Hallo,

ätsch, ich habe gestern schon 7 Stück geerntet, 6 davon habe ich verschenkt. Sie waren gute 10 cm lang und sehr schmackhaft.
Ich habe noch massenhaft kleine Ansätze, wenn die alle was werden—

Was Cacik ist, weiß ich nicht, auch ist mir das Wort Omargen nicht geläufig. Macht nix, ich weiß, was Du meinst.

Grüssle
Ursula

Servus,

Cacik ist die feinere Form von Tsatsiki (das Wort ist das gleiche) - die Griechen ham das von den Osmanen gelernt, aber sie entwässern den Joghurt und die Gurken nicht genug, nehmen zu viel Joghurt und verzichten auf Minze und ggf. Dill.

Und „Omarga“ heißen die Gurken in einem kleinen Teil Vorderösterreichs, ungefähr zwischen Biberach und Ehingen.

Schöne Grüße

MM

Hallo Martin,

danke für die Aufklärung.
Biberach und Ehingen liegen zwar in Baden-Württemberg. Aber vielleicht - wie Du schreibst - auch in Vorderösterreich.

Grüssle
Ursula

Servus,

in Baden-Württemberg liegen diese Orte seit 1952, das ist kulturhistorisch nicht ganz der Dreck unterm Daumennagel.

In Württemberg liegen sie seit etwa 1810 - das von Napoleon dem neu geschaffenen Königreich Württemberg zugeschlagene Gebiet („Neuwürttemberg“) südlich der Donau, das vorher teils reichsunmittelbar städtischer Besitz, teils Kirchenbesitz, teils ein Flickenteppich aus Grafschaften war, ist katholisch und barock - Württemberg ist evangelisch und ein Kind der Renaissance (Der berühmte Haudegen Alexander, der 1688 bei Belgrad die Türken aufs Haupt schlug, ist eigentlich schon kein rechter Württemberger mehr gewesen). Lebensgrundlage war im Oberland 1810 eine reiche Land- und Forstwirtschaft mit Anerbenrecht, im Württembergischen herrschte eine notige Kratzerei mit Erbteilung, es gibt dort heute noch kleine Äckerlein, die kaum fürs Vorgewende reichen und trotzdem 36 verschiedene Eigentümer haben.

Ja, und die letzte, die vor Napoleon versucht hatte, diesen Flickenteppich zu einem zusammenhängenden Territorium zu arrondieren, war (den eher glücklosen „Schwäbischen Bund“ lass ich mal weg), war Maria Theresia, die beiläufig aus diesem Anlass auf dem Saulgauer Marktplatz abkonterfeit steht.

Biberach als freie Reichsstadt passt da nicht so gut hin, aber Ehingen, Riedlingen, Munderkingen, Mengen, Saulgau gehörten allesamt zu Vorderösterreich.

Ein richtiges Stück haben die habsburgischen Vorlande allerdings bloß im Breisgau zwischen Herbolzheim und Laufenburg gegeben.

Zurück zu den Omargen: Wir haben es kürzlich im Dialektbrett davon gehabt, das Wort in dieser Form ist tatsächlich aus dem Habsburgerdeutsch nach Munderkingen gekommen und seither dageblieben.

Schöne Grüße

MM (eher Danubier als Rhenaner)

Hallo Martin,

danke für die geschichtliche Aufklärung.
Meine Gurken wachsen prächtig.

Jetzt gehe ich erstmal zwei Wochen in Urlaub.

Grüssle
Ursula