Gussgerät schmeißt den FI dauernd raus

Ich habe gestern mein Bleigussgerät aus den USA bekommen. Hat ewig gedauert, dies zu importieren. Nun wollte ich heute mit dem Gießen von Blei anfangen aber mir haut es dauernd den FI raus.

In dem Handbuch vom Gerät steht drin, dass das Gerät bzw. die Flächenheizung (1500 Watt) dazu neigt, beim abkühlen Kondenzwasser anzuziehen und deswegen GFI circuit (denke das ist wie unser FI) ansprechen. Als Abhilfe steht weiterhin, man solle das Gerät für ein paar Minuten an einer Dose ohne diese Sicherung betreiben und anschließend würde es dann auch mit GFI laufen.

Nur habe ich im Keller keine Leitung ohne FI.

Frage: Kann ich den FI für die dauer von 5-10 Minuten irgendwie abstellen ohne an dem Sicherungskasten rumzudoktern? Oder muss ich mir von einem Elektriker eine Leitung ohne FI legen lassen.

Danke für Eure Antworten.

Hallo Iron

Als Abhilfe steht weiterhin, man
solle das Gerät für ein paar Minuten an einer Dose ohne diese
Sicherung betreiben und anschließend würde es dann auch mit
GFI laufen.

Toller Tip, wenn ein mangelhaft gebautes Gerät durch „Außerkraftsetzen der Notbremse“ zum Laufen gebracht werden soll. Das Gerät hat einen zu hohen Ableitstrom und ist damit nicht in Ordnung. Durch Basteleien an der Elektroinstallation wird das Gerät aber nicht besser und nicht zulässiger.

Nur habe ich im Keller keine Leitung ohne FI.

Gut für die Sicherheit!

Frage: Kann ich den FI für die dauer von 5-10 Minuten
irgendwie abstellen ohne an dem Sicherungskasten rumzudoktern?

Nein.

Oder muss ich mir von einem Elektriker eine Leitung ohne FI
legen lassen.

Nein.

Eine Möglichkeit wäre, einen Trenntrafo mit der erforderlichen Leistung (laut deiner Angabe 1500VA Ausgangsleistung) zwischenzuschalten. Dann darf aber wirklich nur das eine Gerät an den Trenntrafo angeschlossen sein, sonst wirds wieder gefährlich.

Zulässiger macht das das mangelhafte Gussgerät aber auch nicht.

Hans

Gerät prüfen lassen!
Hallo,

dem Gießen von Blei anfangen aber mir haut es dauernd den FI raus.

dann ist der Fehlerstrom infolge mangelhafter Isolierung womöglich
zu hoch.

Aber mal eine Frage: Ist das Teil überhaupt für 230V geeignet
und wenn ja, ist es auch auf 230V eingestellt?
In den USA gibt es zumeist 110V Netzspannung.

In dem Handbuch vom Gerät steht drin, dass das Gerät bzw. die
Flächenheizung (1500 Watt) dazu neigt, beim abkühlen
Kondenzwasser anzuziehen und deswegen GFI circuit (denke das
ist wie unser FI) ansprechen.

Halte ich so allg. für Blödsinn.
Solange Teile heißer sind als die Umgebung, kondensiert da nix aus.
Was aber sein kann, dass Teile feucht sind, wenn sie aus einem
kalten Raum in einen warmen kommen. In dem Fall reicht es, wenn
das Gerät einige Stunden im warmen und trockenem Raum gelagert wird.

Als Abhilfe steht weiterhin, man
solle das Gerät für ein paar Minuten an einer Dose ohne diese
Sicherung betreiben und anschließend würde es dann auch mit GFI laufen.

Nein, Gerät warm lagern oder noch besser auf einen warmen Heizkörper
stellen, so dass mögliche Feuchte verdunsten kann.

Nur habe ich im Keller keine Leitung ohne FI.
Frage: Kann ich den FI für die dauer von 5-10 Minuten
irgendwie abstellen ohne an dem Sicherungskasten rumzudoktern?

Nein, das kannst und darfst du nicht!

Oder muss ich mir von einem Elektriker eine Leitung ohne FI
legen lassen.

Nein, wenn schon Elektriker, dann lasse das Gerät von ihm mit einem
entsprechenden Prüfgerät auf elektrische Sicherheit überprüfen
und evtl. bei Bedarf reparieren.
Gruß Uwi

Habe es heute wie folgt gemacht:

Mit einem Heizlüfter habe ich ca. 1h Richtung Gussgerät geheizt und siehe da, es klappt. Denke das ist die sicherste Variante! :wink:

Mit einem Heizlüfter habe ich ca. 1h Richtung Gussgerät
geheizt und siehe da, es klappt. Denke das ist die sicherste
Variante! :wink:

sicherste? Ich würde trotzdem vermuten, dass das Gerät einfach europäischen Sicherheitsvorschriften nicht entspricht (bei den 110 V in USA könnte es gerade noch reichen). Die Bedienungsanleitung spricht ja dafür, dass der Fehler regelmässig auftritt.

Was macht man eigentlich Ende Januar mit einem Bleigiessgerät? Und worin genau sind uns die USA da technologisch voraus?

Gruss Reinhard

Toller Tip, wenn ein mangelhaft gebautes Gerät durch
„Außerkraftsetzen der Notbremse“ zum Laufen gebracht werden
soll. Das Gerät hat einen zu hohen Ableitstrom und ist damit
nicht in Ordnung. Durch Basteleien an der Elektroinstallation
wird das Gerät aber nicht besser und nicht zulässiger.

Aus der Praxis - für die Praxis:

Heizwiderstände neigen tatsächlich dazu, bei längeren Lagerzeiten Feuchtigkeit zu ziehen. Insofern ist das Gerät grundsätzlich in Ordnung, hat aber durch Umgebungseinflüsse einen zu geringen Isolationswiderstand.
Das kommt z.B. bei Elektroherden häufiger mal vor, wenn diese z.B. einige Zeit unbenutzt im Keller standen.

Als Fachkraft mache ich dann genau das, was die Anleitung hier sagt:
Diese Vorgehensweise ist nicht für den Laien geeignet! Ich ersetze daher die Bezeichnungen der Leiter durch X und Y, der Fachmann weiß, was gemeint ist
Ich schließe das Gerät „genullt“ an, lasse also den ankommenden X frei und brücke X-Y am Klemmbrett und lege sie auf den Y der Hausinstallation. Dann werden die Platten angeschmissen und der Strom auf der X-Y Brücke wird gemessen (mA-Zange). In meinem Beisein wird dann solange geheizt, bis der Wert auf einige wenige mA gesunken ist.
Dann wird wieder umgeklemmt, und sieh an: Die mittlerweile heißen Platten haben wieder voll zulässige Isolationswiderstände.

Hallo X-Strom

Danke für die Ausführungen für die Fachkraft. Diese Vorgehensweise ist mir bekannt. Ich sehe nun, das Verfahren ist durchaus geläufig. Bei der Anwendung im TT-Netz UND nicht isoliert aufgestelltem Gerät, z.B. Erdungsverbindung über einen Wasser- oder Gasanschluß wird dieses Verfahren möglicherweise nicht funktionieren und der FI fällt trotzdem. Hier muß auch die erfahrene Fachkraft schon ganz genau wissen was sie tut und darf hinterher auch die Herstellung des Ursprungszustandes nicht „vergessen“.

Da die Anwendung ausschließlich durch Fachleute in Frage kommt, habe ich es hier gar nicht erwähnt.

Hans

Hallo X-Strom

Danke für die Ausführungen für die Fachkraft. Diese
Vorgehensweise ist mir bekannt. Ich sehe nun, das Verfahren
ist durchaus geläufig. Bei der Anwendung im TT-Netz UND nicht
isoliert aufgestelltem Gerät, z.B. Erdungsverbindung über
einen Wasser- oder Gasanschluß wird dieses Verfahren
möglicherweise nicht funktionieren und der FI fällt trotzdem.

Auch im TN-System - die Verbindung N und fremdes geerdetes Teil genügt da schon.

Hier muß auch die erfahrene Fachkraft schon ganz genau wissen
was sie tut und darf hinterher auch die Herstellung des
Ursprungszustandes nicht „vergessen“.

Das ist wohl wahr: Nichts hält so lange wie ein Provisorium.

Was ist mit giftigen Dämpfen?
Hallo Iron

Mal was anderes:
Blei ist ein giftiges Schwermetall. Wenn es erhitzt wird, verdampft es auch und wird vermutlich die Umgebung (Raum) ziemlich verseuchen. Blei schädigt das Gehirn. Schon mal an Schutzmaßnahmen hierzu gedacht?

Ich würde mit sowas keinen Kontakt haben wollen.

Hans