Gut, Böse - und der Garten Eden

Hallo Freunde,

ich habe einen interessanten Ansatz gefundent, der wie folgt aussieht.

Der Mensch isst ja im Garten Eden vom „Baum der Erkentnis des Guten und Bösen“.
Mit diese Aussage ist ja nicht ausgeschlossen, dass es das „Böse“ schon gab- sondern lediglich die (menschliche) Unterscheidung zwischen Gut und Böse noch nicht da war.

Somit war der Mensch ein Neutrum. Er hatte keine Schmerzen, da er liebte, nichts Gutes (Sexuelle Erregung, Völlerei, etc.) und nichts Böses (Angst, Hass, Neid, etc.) empfand. Allein die Liebe war präsent.

Dann aßen unsere werten Herren (und Damen) Vorfahren von diesem Baum-
und zur Liebe kam noch Böse und Gut dazu.

Mit diesen drei Eigenschaften verstieß uns Gott nun erstmal aus dem Paradies.

Einige Zeit später kam Gott auf die Erde, um uns auf den rechten Weg zu bringen.

Wenn man das Obige als These voraussetzt, kann man doch alle Gebote (von Mose bis Jesus) dahingehend deuten, das „Gute“ und das „Böse“ (in der Unterscheidung) einfach wieder wegzulassen und schlichtweg zu lieben. (Ergo: Das Gute und das Böse besteht weiterhin, nur es kümmert und nicht, weil wir lieben!).
Klar, man muss für diese Interpretation die Liebe vom Guten und vom Bösen abkoppeln. Aber in meinen Augen macht das doch Sinn…!?

Wie steht Ihr dazu?

Beste Grüße,
Typhoon

Hi, Tyhpoon,
ich meine, dazu sollte man erst einmal definieren, was „Böse“ überhaupt ist. Aber Deinen Gedankengang kann ich nachvollziehen. Und, wenn wir alle Gottes Gleichnisse sind, ist Gott dann auch böse?!
Gruß

Hallo Typhoon

Mit diesen drei Eigenschaften verstieß uns Gott nun erstmal
aus dem Paradies.

Nicht verstoßen. Das sind Bilder aus menschlich rabiatem Denken.
Der Urzustand der inneren Harmonie mit dem göttlichen Wesen ist vergleichbar mit dem Sein der Engel. „Der Mensch“ war die Idee des Ebenbildes Gottes, also mit völlig freiem (Eigen-)Willen ausgestattet, der nach einer endlos lang scheinenden Entwicklung, aus eigenem Antrieb, zur Erkenntnis kommen würde. Nicht der Erkenntnis des Guten und Bösen, sondern seiner selbst als Teil des göttlichen Geistes und damit zur Erkenntnis des göttlichen Wesens selbst. Zu dem einzigen Zweck: Damit dieses nicht mehr das einzige seiner Art bleiben möge!

Einige Zeit später kam Gott auf die Erde, um uns auf den
rechten Weg zu bringen.

… um die Menschen daran zu erinnern, dass sie von woanders her kamen und eine andere Bestimmung haben, als im Leid der Welt zu verkommen.

Wenn man das Obige als These voraussetzt, kann man doch alle
Gebote (von Mose bis Jesus) dahingehend deuten, das „Gute“ und
das „Böse“ (in der Unterscheidung) einfach wieder wegzulassen
und schlichtweg zu lieben. (Ergo: Das Gute und das Böse
besteht weiterhin, nur es kümmert und nicht, weil wir
lieben!).

Ja, so hat Jesus das gemeint und so hofft Gott auch heute noch (nicht der Bbel-Gott!), dass es begriffen wird. Außerdem ist gut und böse eine Wertung, die noch nicht verstanden wird. Die Vollkommenheit i.S.v. Folgerichtigkeit alles dessen, was ist, wird noch nicht akzeptiert. Hier gibt es noch Klärungsbedarf, z.B. über Heil-sein, Heilung und Kranksein, und alle Mängel überhaupt, unter denen der menschliche Geist so leidet.

Klar, man muss für diese Interpretation die Liebe vom Guten
und vom Bösen abkoppeln. Aber in meinen Augen macht das doch
Sinn…!?
Wie steht Ihr dazu?

Genau so. Nicht lieben, wenn das allzu schwierig ist, sondern „Liebe sein“.
Gruß, Geris

Salü Typhoon

Mein bescheidener Ansatz zur Schöpfung und dem was du schreibst:

Gott war der erste Geist und alleinstehend, ein Single. Er freute sich über das was er war und alle seine Fähigkeiten. Er konnte erschaffen, auch das erschaffene wieder vernichten. Wenn er es wollte und es ihm nicht mehr gefiel.
Doch wem konnte er seine Freude mitteilen? Er war doch ganz alleine. Darum konnte er auch nicht böse sein. Denn mit sich selbst muss man ja nicht böse sein. Ist es nicht so?
Ergo folgere ich, am „Anfang“ gab es das „Böse“ nicht. Diese „Erfindung“ folgte erst später.

Als Gott so über sich nachsann, hatte er wohl die Idee, er könnte sich klonen. Miriaden und Millionen ihm wesensgleicher Geister schaffen. Mit jeder Macht und jeglicher Freiheit und eigenem Willen. Genau wie er, Wesen mit seinem Potential.
Es muss ihm dabei wohl gedämmert haben, dass dieses auch zu Problemchen führen könnte. Weil, seine Wesen konnten ebenfalls erschaffen, aber auch das erschaffene wieder vernichten. Wenn sie es wollten. Was beim einen Wesen vielleicht Freude bedeutete, war bei einem anderen dann vielleicht Frust…

Darum mussten Regeln her. Die Regeln hatte er wohl vorgängig festgelegt, oder erfunden. Irgend ein System von Ordnung, so wie es funktionieren kann.
Jetzt denk mal ein bisschen nach. Wenn ich Wesen erschaffe, mit eigenem Willen, dann müssen diese zuerst mal lernen. Die Regeln kennen, falls das Wesen überhaupt lernen will. Es könnte sonst ja auch schlafen. Darum war eine der Grundregeln wohl Schlaflosigkeit, - vielleicht auch Ruhelosigkeit. Bin ich nämlich wach, möchte ich was tun. Sonst wird es mir langweilig. Langeweile war somit eine weitere Regel.
Jetzt habe ich bereits einige Begriffe erklärt. Dass ich damit operieren kann, setzt ein Unterscheidungsvermögen voraus. Daraus entsteht Erkenntnis. Da entstehen dann so Begriffe oder die „Erkenntnis“ von „Gut und Böse“, „gross und klein“, viel und wenig. Lust oder Frust.

Schau, ich bin ja nur ein kleiner Mensch, aber so würde ich Regeln schaffen. Meine Regeln lenken in eine gewisse Richtung, verleihen dem System eine Eigendynamik.
Meine Wesen haben die Fähigkeit ALLES zu werden, was sie sich vorstellen können. Aber zu viel Schlaf und faulenzen sollte bei ihnen nicht einreissen. Das bedeutet doch Stillstand. Meine Wesen sollten ihr schöpferisches Potential nutzen. Als Vater meiner Kinder möchte ich mich doch an ihrer Entwicklung freuen können. Wozu sonst habe ich sie denn geklont?

Ergo dafür erschaffe ich die Grundkraft Liebe. Diese verbindet alles. Und da kommt vielleicht ein Urtrick der Schöpfung, Liebe löst Freude aus. Freude ist ein Gefühl, also meine Wesen brauchen noch einen Gefühlspeicher. Handeln sie mit viel Liebe, empfinden sie grosse Freude. Tun sie das nicht, verkümmern sie. Sie werden von den Regelkundigen überrundet. Das weitere könnt ihr euch nun selbst ausmalen. Kann ja sein, das irgendwer mal definiert hat: Weniger Liebe ist „Böse“. Oder handeln mit weniger Liebe ist Hass.

Also wir leben in einem System, aber der Antrieb ist ziemlich blockiert. Warum es so weit gekommen ist, darüber möchte ich schweigen. Aber es dürfte dir einleuchten, das wir von dieser Skala Liebe frei wählen können. Nur, auch die Liebe hat ihren Preis. Wenn du mehr davon willst, musst du verzichten und etwas abgeben. Ja, und diese Regel fällt uns halt recht schwer.

Jetzt noch zum geschilderten Paradies oder Eden gemäss Saga! Das konnte nie und nimmer so funktionieren, - ich denke noch weiter. Es wird niemals so was geben. Schlicht, es ist gegen die Regeln. In so einem Paradies wären wir doch in kürzester Zeit total vergammelt. In so einem Paradies fehlt jeder Antrieb etwas zu tun. Das ist Stillstand von Evolution. Genau so sehe ich den „Himmel“. Die Massen lagern sich um Gott und die Engel und singen und beten für Ewigkeiten.
Stelle ich mir dabei nun noch das höchste Gottwesen vor. Was Langweiligeres kann ich mir nicht vorstellen, für das was die Quelle aller Intelligenz und Weisheit ist.

Wenn du nun siehst, dass das Paradies eine menschliche Fiktion war und ist, dann konnten wir auch nie daraus vertrieben werden. Dann wurde aber auch die Apfelstory erst später erfunden. So ist es halt mit den Menschen und ihren Erfindungen.

Aber mit der Liebe und der Nächstenliebe, da liegst du schon richtig.

Ciao und liebe Grüsse
Anton

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Hallo,

…Als Vater meiner Kinder möchte ich mich doch an ihrer Entwicklung
freuen können. Wozu sonst habe ich sie denn geklont?

schöne Geschichte, putzig.
Er konnte also alleine mit sich nicht Böse sein - aber mit anderen schon, hat er es dann extra für die anderen erfunden? Aber woher nehmen… er ist ja auch nicht Böse…
Er hat uns also aus Langeweile gemacht und wir sollen uns keinesfalls untereinander langweilen. Da dies eine Regel ist sollen wir also dagegen verstoßen, also Böse sein?!? Also als „vorher-Mensch“ konnte man nichts unterscheiden.

Das mit dem Faulenzen gefällt mir und dem schöpferischen Potenzial…
Liebe ist somit auch gegen die Regel…aber nicht Böse… sie steht halt drüber sag ich mal so dann.
Ja der Antrieb ist irgendwie blockiert, das stimmt und daran sind wir selber schuld, weil wir solche Memmen sind und nicht wirklich tun, was gut (gesund) für uns wäre.

Ein Stillstand der Evolution…interessanter Gedanke, warum eigentlich nicht,… falls nicht vielleicht gäbe es dann doch noch ein Paradies wenn wir uns alle in Richtung perfekt entwickeln(was bei dem derzeitigen Stand allerdings nicht danach aussieht und vorher…auch nicht …hm… aber vielleicht -irgendwann…ok.ok.). Also kein Paradies für uns - Sauerei und da strampeln wir uns so ab.

Vielleicht fehlt der Glaube ans Paradies wirklich - denn sonst würden sie doch wieder Rücksicht nehmen müssen - um da hineinzukommen :smile: Apfel hin oder her.
LG Patricia

Oder hatte es Sinn und wir mußten sozusagen in den sauren
Apfel beißen um eine Unterscheidung treffen zu können,
die uns letztlich nicht weiter bringt oder doch?

Hallo Pat,
bei der „Unterscheidung“ ging es um den freien Entschluß, eine Trennung vom „Individuum Schöpfer“ zu vollziehen, um das eigene, freie Willenspotential zu erleben. Also auch eine Gottferne zu erreichen, die als „böse“ bezeichnet wurde - aber nicht von Gott selbst, sondern von seinen bibeltreuen Statthaltern. Gottselbst quält sich seitdem mit dem Dilemma, je einem freien Wesen seine Existenz aufgezwungen zu haben (er hat ja nicht fragen können, ob es würde existieren wollen). Das ist eine lange Geschichte, und es scheint, dass viele ihm bis heute nicht verziehen haben oder einfach in erpresserischer Manier diese seine Schwäche, sein ursprüngliches Unrecht, ausnutzen. ‚Er kann uns gar nichts! Hätte er uns doch nicht erschaffen…‘
Es ist sehr schwer, eine direkte Kommunikation zwischen den Wesenheiten Geschöpf und Erschaffer auf good-will-Basis aufrecht zu erhalten, und sehr langwierig, ein gegenseitiges Verstehen aufzubauen. Mehr weiß ich im Moment auf deine Reflexionen nicht zu antworten. Hast du konkret eine Frage?
Gruß von Geris

Hallo Geris,

ja also wir wurden sozusagen aus unserem friedlichen Dasein gerissen dadurch daß wir vor der Wahl standen und die Qual hatten zu widerstehen, was wir natürlich nicht wollten, weil wir uns ja nicht gerne quälen, die meisten jedenfalls. So haben wir unsren eigenen Willen erlebt und es wart nicht gut…Da haben wir angefangen nicht vorausschauend zu handeln. Was wäre denn die Alternative gewesen oder gab es denn eine?
Mit diesem freien Willen sollen wir was Gutes anfangen oder für was gibt es den dann? Oder ist das egal, weil eh nur „die Liebe sein“ richtig ist.

Also ich muß ihm da nix verzeihn - ich werf ihm das auch nicht vor. Er hat ja kein Unrecht getan, er hat halt Möglichkeiten aufgetan. Ich bin ja ganz froh, daß er mich gemacht hat ich lebe gerne und liebe das Leben in unserer Welt.

Ich komm mir nur manchmal überfordert vor mit den Herausforderungen des freien Willens in dieser Welt und denk mir ob es nicht schöner wär, so friedlich ganz Liebe zu sein. Aber dann darf ich mich nicht mehr verlieben, weil das immer ein hin und her ist in einer Beziehung.
Und das streßt mich mehr als ich „erkennen“ könnte.

LG Patricia

Hi Pat,

das ist doch genau das… :wink:

Du wirst bei Gott Liebe finden und Zufriedenheit und alles andre, was Du Dir nur vorstellen kannst. Nennen wir es einfach „seelische Befriedigung“. Niemals darfst/sollst Du den Schriftgelehrten unterliegen…- denn die beiden wichtigsten Gebote sind unabdingbare Liebe zu Gott und (gleichwertig:smile: Nächstenliebe.

Zum Rest kann ich nur sagen, dass ich ja gesagt hab, dass laut meiner These, das Böse möglicherweise schon immer (oder zumindest seit dem Garten Eden) existent war. Jesus trat als Messias auf und nahm uns alle Schuld.

Demnach sollte man folgern können, dass wir eben nicht mehr der Welt unterliegen (jeder Christ kann das testen…)- Wer Gott sein Leben überlässt, wird dem Leben (oder dem Fürsten der Welt) nicht mehr unterliegen…-

So far,
Cheers,
Typhoon

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Hi, *wink*

genau da ist es …da

Gott sein Leben überlässt, wird dem Leben (oder dem Fürsten
der Welt) nicht mehr unterliegen…-

wie geht das, wie sieht das im „normalen“ jetzigen Leben für uns/ für mich aus?
LG Patricia