Salü Typhoon
Mein bescheidener Ansatz zur Schöpfung und dem was du schreibst:
Gott war der erste Geist und alleinstehend, ein Single. Er freute sich über das was er war und alle seine Fähigkeiten. Er konnte erschaffen, auch das erschaffene wieder vernichten. Wenn er es wollte und es ihm nicht mehr gefiel.
Doch wem konnte er seine Freude mitteilen? Er war doch ganz alleine. Darum konnte er auch nicht böse sein. Denn mit sich selbst muss man ja nicht böse sein. Ist es nicht so?
Ergo folgere ich, am „Anfang“ gab es das „Böse“ nicht. Diese „Erfindung“ folgte erst später.
Als Gott so über sich nachsann, hatte er wohl die Idee, er könnte sich klonen. Miriaden und Millionen ihm wesensgleicher Geister schaffen. Mit jeder Macht und jeglicher Freiheit und eigenem Willen. Genau wie er, Wesen mit seinem Potential.
Es muss ihm dabei wohl gedämmert haben, dass dieses auch zu Problemchen führen könnte. Weil, seine Wesen konnten ebenfalls erschaffen, aber auch das erschaffene wieder vernichten. Wenn sie es wollten. Was beim einen Wesen vielleicht Freude bedeutete, war bei einem anderen dann vielleicht Frust…
Darum mussten Regeln her. Die Regeln hatte er wohl vorgängig festgelegt, oder erfunden. Irgend ein System von Ordnung, so wie es funktionieren kann.
Jetzt denk mal ein bisschen nach. Wenn ich Wesen erschaffe, mit eigenem Willen, dann müssen diese zuerst mal lernen. Die Regeln kennen, falls das Wesen überhaupt lernen will. Es könnte sonst ja auch schlafen. Darum war eine der Grundregeln wohl Schlaflosigkeit, - vielleicht auch Ruhelosigkeit. Bin ich nämlich wach, möchte ich was tun. Sonst wird es mir langweilig. Langeweile war somit eine weitere Regel.
Jetzt habe ich bereits einige Begriffe erklärt. Dass ich damit operieren kann, setzt ein Unterscheidungsvermögen voraus. Daraus entsteht Erkenntnis. Da entstehen dann so Begriffe oder die „Erkenntnis“ von „Gut und Böse“, „gross und klein“, viel und wenig. Lust oder Frust.
Schau, ich bin ja nur ein kleiner Mensch, aber so würde ich Regeln schaffen. Meine Regeln lenken in eine gewisse Richtung, verleihen dem System eine Eigendynamik.
Meine Wesen haben die Fähigkeit ALLES zu werden, was sie sich vorstellen können. Aber zu viel Schlaf und faulenzen sollte bei ihnen nicht einreissen. Das bedeutet doch Stillstand. Meine Wesen sollten ihr schöpferisches Potential nutzen. Als Vater meiner Kinder möchte ich mich doch an ihrer Entwicklung freuen können. Wozu sonst habe ich sie denn geklont?
Ergo dafür erschaffe ich die Grundkraft Liebe. Diese verbindet alles. Und da kommt vielleicht ein Urtrick der Schöpfung, Liebe löst Freude aus. Freude ist ein Gefühl, also meine Wesen brauchen noch einen Gefühlspeicher. Handeln sie mit viel Liebe, empfinden sie grosse Freude. Tun sie das nicht, verkümmern sie. Sie werden von den Regelkundigen überrundet. Das weitere könnt ihr euch nun selbst ausmalen. Kann ja sein, das irgendwer mal definiert hat: Weniger Liebe ist „Böse“. Oder handeln mit weniger Liebe ist Hass.
Also wir leben in einem System, aber der Antrieb ist ziemlich blockiert. Warum es so weit gekommen ist, darüber möchte ich schweigen. Aber es dürfte dir einleuchten, das wir von dieser Skala Liebe frei wählen können. Nur, auch die Liebe hat ihren Preis. Wenn du mehr davon willst, musst du verzichten und etwas abgeben. Ja, und diese Regel fällt uns halt recht schwer.
Jetzt noch zum geschilderten Paradies oder Eden gemäss Saga! Das konnte nie und nimmer so funktionieren, - ich denke noch weiter. Es wird niemals so was geben. Schlicht, es ist gegen die Regeln. In so einem Paradies wären wir doch in kürzester Zeit total vergammelt. In so einem Paradies fehlt jeder Antrieb etwas zu tun. Das ist Stillstand von Evolution. Genau so sehe ich den „Himmel“. Die Massen lagern sich um Gott und die Engel und singen und beten für Ewigkeiten.
Stelle ich mir dabei nun noch das höchste Gottwesen vor. Was Langweiligeres kann ich mir nicht vorstellen, für das was die Quelle aller Intelligenz und Weisheit ist.
Wenn du nun siehst, dass das Paradies eine menschliche Fiktion war und ist, dann konnten wir auch nie daraus vertrieben werden. Dann wurde aber auch die Apfelstory erst später erfunden. So ist es halt mit den Menschen und ihren Erfindungen.
Aber mit der Liebe und der Nächstenliebe, da liegst du schon richtig.
Ciao und liebe Grüsse
Anton
[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]