Gutachter für bisherige Behandlung i. Krankenhaus

Guten Abend zusammen,

mein Vater liegt seit nunmehr 2 Wochen im Krankenhaus, da er starke Magen- und Verdauungsprobleme hat.
Allerdings konnte im Krankenhaus immer noch keine genauere Diagnose abgegeben werden. Physisch baut er immer weiter ab, so dass ich mich langsam frage, was eigentlich genau gemacht wird bzw. wurde. Meine Skepsis wächst von Tag zu Tag.

Gäbe es im Extremfall die Möglichkeit, dass man eine medizinisch ausgebildete Person als „externen“ Berater bzw. Gutachter der bisherigen Schritte einschaltet?

Vielen Dank schon einmal.

Guten Abend Bördi,

das

mein Vater liegt seit nunmehr 2 Wochen im Krankenhaus,

ist -leider- gar nicht so ungewöhnlich.

da er starke Magen- und Verdauungsprobleme hat.
Allerdings konnte im Krankenhaus immer noch keine genauere
Diagnose abgegeben werden.

Gerade im Magen-Darmtrakt gibt es „unzählige“ Möglichkeiten was da nicht richtig funktionieren könnte…

dass ich mich langsam frage, was eigentlich genau gemacht
wird bzw. wurde. Meine Skepsis wächst von Tag zu Tag.

Verständlich.

Gäbe es im Extremfall die Möglichkeit, dass man eine
medizinisch ausgebildete Person als „externen“ Berater bzw.
Gutachter der bisherigen Schritte einschaltet?

Was ist für dich denn der Extremfall? (Für mich ist das wenn der Patient stirbt…)

Bevor also der Extremfall eintritt, würde ich das Gespräch suchen.
Auf Station gibt es einen Stationsarzt, dieser hat entweder Sprechstundenzeiten -auch für Angehörige- oder man kann einen Termin mit ihm ausmachen.
Wenn du eine vertrauenswürdige „medizinisch ausgebildete Person“ kennst -und dein Vater damit einverstanden ist!- kannst du diese Person zum Gespräch mitnehmen.
(Ansonsten fragen, fragen, fragen. Benutzt der Arzt medizinische Fachausdrücke die du nicht verstehst -sofort nachfragen!)

Dazu sagen, dass du erfahren möchtest was bisher an Untersuchungen gemacht wurde, wie die Ergebnisse waren und was noch geplant ist.

Alles Gute für euch

Trashi

Hallo Trashi,

danke für deine Antwort. Mit Extremfall war gemeint, wenn es bzgl. der Diagnose nicht weiter geht.

Und langsam bewegen wir uns dahin. Nun soll eine Entlassung erfolgen. Für mich absolut nicht nachvollziehbar. Er baut immer mehr ab und wird schwächer und schwächer. Hat nun einen Zugang bekommen und wird darüber ernährt. Kann ich wirklich nicht nachvollziehen das Ganze. Heute war auch eine Art Sprechstunde, aber weit und breit kein Arzt in Sicht. Schwester A sagt morgen wäre er nochmal vormittags da. Schwester B sagt nachmittags.

An wen kann ich denn eine Beschwerde richten? Finde das langsam wirklich nicht mehr haltbar.

Langsam erkundige ich mich schon nach Anwälten zum Patientenrecht.

MfG

Hallo Boerdi,

An wen kann ich denn eine Beschwerde richten? Finde das
langsam wirklich nicht mehr haltbar.

versuche es doch mal über den Sozialdienst des Krankenhauses, die sind dafür zuständig.
Mit freundlichen Grüßen

Susanne

Hallo,

gibt es Alternativen? Ich meine andere Krankenhäuser. Man kann durchaus wechseln. Ein Rechtsanwalt hilft hier meines Erachtens nicht, den kann man erst gebrauchen, wenn alles vorbei ist. Gibt es einen Hausarzt, der Ihren Vater kennt.

Vlt. fragen Sie mal nach Einsicht in die Akten, gerade die Pflegeprotokolle sind so geschrieben, dass man sie versteht.

Viel Erfolg und Ihrem Vater gute Besserung

Hallo Bördi,

An wen kann ich denn eine Beschwerde richten? Finde das
langsam wirklich nicht mehr haltbar.

In dem Fall zuerst mal an den Chefarzt der Abteilung. Dieser hat ein Sekreteriat, dort gehst du am besten vorbei (telefonisch geht natürlich auch) und vereinbarst einen Termin. Dazu sagen, dass es um deinen Vater geht, du möchtest gerne ein Beratungsgespräch (nicht gleich die schweren Geschütze -Anwalt etc.- auffahren.)
Dann bekommst du einen Termin, bei dem evtl. auch der Stationsarzt anwesend ist -oder bei Bedarf dazugerufen wird.

Gruß
Trashi

Hallo Susanne,

der Sozialdienst im KKH ist nicht zur Vermittlung bei Problemen zwischen Patien/Angehörigem und Klinikpersonal zuständig!

Die Aufgaben sind zum Beispiel eher folgende:

Die Beratung und Hilfestellung erfolgt in sozialrechtlichen oder finanziellen Notlagen.

Beratung und Vermittlung ambulanter Dienste (Pflegedienste, ambulante Hospizdienste, Brückenschwestern)

Beratung zu Leistungen der Pflegeversicherung (Pflegeantrag/Eilantrag)

Beratung und Unterstützung bei der Organisation von stationärer Versorgung in Pflegeheimen (auch Kurzzeitpflege)

Beratung und Einleitung stationärer Hospizversorgung

Beratung und Unterstützung bei der Antragsstellung von medizinischen Rehabilitationsmaßnahmen (Anschlussheilbehandlung, geriatrische Rehabilitation)

Beratung und Anregung einer rechtlichen Betreuung

Kriseninterventionsgespräche

Beratung zum Schwerbehindertenausweis

Vermittlung an fachspezifische Beratungsstellen
(Krebsberatung, Integrationsfachdienste, Beratung für Familie und Erziehung, psychologische Beratungsstellen, Suchtberatung, Seniorenfachberatung, Aidshilfe, Sozialamt/ARGE) sowie an Selbsthilfegruppen

Gruß
Trashi

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Hallo,

ich weiß nicht ob das einem Laien soviel bringt…

Sicher, die Pflegeprotokolle sind in der Regel gut verständlich geschrieben -bringen einem aber auch nicht wirklich weiter…

Beispiel:
7:45 Patient ist nüchtern, wartet auf Magenspiegelung
8:30 Patient zur Magenspiegelung
9:30 Patient zurück von Magenspiegelung, Vitalwerte oB, noch etwas müde, schläft.

In dem Fall wüsste der Sohn also: Magenspiegelung durchgeführt. Aber vom Ergebnis weiß er dann nichts.

Dazu muss er die komplette Akte durchgehen und die Befunde lesen -die aber gespickt sind mit medizinischen Fachausdrücken…

Daher tendiere ich immer noch zum Gespräch, wenn das mit dem Stationsarzt nicht möglich ist -> zum Chefarzt!

Daher tendiere ich immer noch zum Gespräch, wenn das mit dem
Stationsarzt nicht möglich ist -> zum Chefarzt!

Der sinnvollste Ansprechpartner ist in solchen Fällen eigentlich weder der Stationsarzt noch der Chefarzt, sondern der verantwortliche Oberarzt.

Der Stationsarzt ist meist noch kein Facharzt, der Chef zu weit weg.

Es gibt immer einen zuständigen Oberarzt, der im Gegensatz zum Stationsarzt oder den Assistenten gesichert Facharzt ist. Dieser hat sowohl das fachliche Knowhow als auch ausreichend Führungskompetenz um notwendiges zu veranlassen.

Der Ruf nach dem Chefarzt ist nicht immer zielführend. Einerseits erwischt man die noch schwerer als den OA, andererseits ist nicht gesichert, ob man sich fachlich auf dessen Spezialgebiet bewegt, da ist der zuständige OA gleich doppelt besser. (Beispiel: Wenn es um Omas Hüftgelenk geht, ist der auf Wirbelsäule spezialiserte Chef suboptimal, besser ist der für Hüfte / Prothetik zuständige OA)

Daher meine Empfehlung: Die Stationsschwester nach dem zuständigen OA fragen und mit dem zeitnah einen Termin vereinbaren. Erst wenn es da Probleme gibt, setzt man sich bei der Chefsekretärin „auf den Schoss“ :wink:

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Danke Janina, den OA hatte ich irgendwie total übergangen!

Selbstverständlich kommt der OA vor dem CA!!

LG

Hallo Trashi,

vielen Dank für die Aufklärung :smile:.
Mit freundlichen Grüßen

Susanne

Das Ende naht.
Hallo zusammen,

vielen Dank für eure Unterstützung. Habe heute Vormittag noch einmal mit dem Pfleger gesprochen. Gedanklich müssen wir uns nun auf das schlimmste, also den Abschied, vorbereiten.
Das härteste für mich ist es zu sehen, wie ein bis vor kurzem noch agiler und „rackernder“ Mensch in kurzer Zeit so abbaut und nun in die Phase des letzten Kampfes übergeht. Die Atmung ist sehr schlecht geworden und nun ist er auch so schwach, dass er sich nicht mehr richtig artikulieren kann. Sein ganzes Leben (Geburtsjahr 1939) war geprägt von Entbehrungen für uns als Kinder und nun liegt er da so schwach. Ein schreckliches Bild für mich als 27jährigen, der die Dankbarkeit vielleicht auch zu selten gezeigt hat.

Das Ganze ist nun nicht mehr mit medizinischen Fragen verbunden, aber das musste ich noch los werden. Die CLL hat hier wirklich zu einer massiven Verschlechterung geführt. Das werden noch verdammt schwere Tage. Mein nach außen toughes Bild ist nun auf jeden Fall zusammen gebrochen. Musste im Krankenhaus schon kämpfen.

Wie gesagt. Vielen Dank nochmal für die Ratschläge. Am Montag geht es zum Oberarzt und dann wird besprochen, welche lebenserhaltenen Maßnahmen noch ergriffen können bzw. sollen. Eine unwürdige Aufrechterhaltung hat er auf jeden Fall nicht verdient.

Viele Grüße

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Das tut mir sehr leid!

Du musst nicht „kämpfen“. Sag ihm wie lieb du ihn hast (wenn ihr beide nicht Männer großer Worte seid, reicht ja wirklich ein „ich hab dich lieb“ z.B. beim Gehen) und zeige ihm deine Dankbarkeit indem du so oft wie möglich bei ihm bist, damit er nicht alleine sein muss.
Frag ihn ob du was für ihn tun kannst, wenn er schlecht sprechen kann in ganz einfachen Ja/Nein-Fragen:
„Soll ich dein Kissen aufschütteln?“
„Soll ich das Kopfteil höher stellen?“
„Hast du Schmerzen?“ (dann klingeln damit er was bekommt)
usw.
Gerade Atemschwierigkeiten sind nicht nett. Du kannst es ihm zwar nicht abnehmen, aber es hilft ihm vermutlich wenn du einfach seine Hand hältst und da bist.

Leider ist durch die Personalpolitik in den Kliniken eine kontinuierliche Sterbebegleitung durch das Pflegepersonal nicht mehr möglich.
Wenn du unsicher bist, oder einfach Zuspruch/Unterstützung brauchst, kannst du dich an die Klinikseelsorge (rufen die Pflegekräfte von Station aus gerne an) wenden. Das sind nicht alles Pfarrer im Team -falls jemand damit nichts anfangen kann- sondern meist auch seelsorgerisch ausgebildetes Krankenpflegepersonal.
Die hören dir zu, erklären oder sitzen auch einfach still bei euch.

Alles alles Gute

Trashi

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