Gute, alte Zeit?

Hallo JPL.

Du hast mir einige Denkanstöße gegeben.
Vielen Dank.

Gruß, Nemo.

Hi Nemo,

das freut mich!
viele Grüße,
JPL

Hallo Christine.

Sagtest du nicht, du hättest so eine junge Lebensgefährtin?
Warum fragst du denn die nicht?

Meinst du wirklich, ich hätte sie nicht gefragt. Aber das ist eben nur eine und die ist natürlich voreingenommen.

Und davon abgesehen hast du hier doch mal verlautbart, dass
sie dich so jung hält. Das scheint in Bezug auf deine Fragen
ja nicht hinzuhauen. Oder wolltest du uns nur wissen lassen,
was für’n Hengst du noch bist?

Du enttäuschst mich!
Kannst du nicht mehr lesen, oder wolltest du mir nur „einen rein würgen“?

Gruß, Nemo.

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nichts für ungut, aber es ist eine nicht untypische
Alterserscheinung, keine Kritik von Grünschnäbeln gelten
lassen zu können, weil die angeblich ja noch Eierschalen
hinter den Ohren haben.

Hallo Diana.

Genau das! Und umgekehrt isses halt auch so. Nur anders rum. :smile:

Gruß, Nemo

Hallo RSNemo,

Wenn die Kritik an einer meiner Aussagen sachlich ist und
sachlich bleibt, habe ich damit eigentlich wenig
Schwierigkeiten.

du musst aber mit unsachlicher Kritik rechnen, denn gerade du zeichnest dich in deinen Artikeln hier durch Unsachlichkeit aus. Du verkaufst deine Lebenserfahrung stets als die unangreifbare Wahrheit und garnierst diese dann gern noch mit biologistischen Aussagen, die dir so einfallen. Du bist nicht sachlich, sondern schmeißt häufig mit Allgemeinplätzen um dich und siehst dich gerne in der Rolle des „Belehrenden“ und „erfahrenen Weltmannes“.

Schwierigkeiten bereiten mir Aussagen a la: Du hast keine
Ahnung; du hast ein komisches Menschenbild; du alter Sack;
usw.

Gib es zu: Du kokettierst doch sogar damit, ein komisches Menschenbild zu haben, das dem Mainstream nicht entspricht. Du provozierst gerne, kriegst aber einen Schrecken, wenn sich Leute gegen dich wenden …

Gruß,
Yasa

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Hallo Nemo,

Zwingt man ihnen damit unbeabsichtigt den Gedanken auf, dass
es vielleicht gar keine Zukunft gibt, weil in durchaus
absehbarer Zeit sowieso alles zu Ende ist?

Also- als ich Jugendlich war- war es dann aber genauso!

…habe ich etwas anders gemeint.

Nein- ich glaube, wir reden hier von demselben- denn ich erinnere mich, daß ich zeitweise wirklich sehr verzweifelnde Gedanken hatte als Jugendliche…der Welt so ausgeliefert zu sein und solche schlimmen Dinge miterleben zu müssen, die „vorausgesagt“ wurde

Wir wissen ja, dass wir alle sterben müssen. Und verdrängen
diesen Gedanken oft, weil wir in unserer Gesellschaft nichts
anderes gelernt haben.

Niemand will alt sein!

Haben also die Jungen vielleicht eine unbestimmte Abneigung
gegen die Alten, weil die sie an den eigenen Tod erinnern?

Zuerst mal glaube ich nicht, daß junge Menschen eine „unbestimmte Abneigung gegen die Alten“ haben!
Weiter oben hat „oppo“ geschrieben…ein toller Beitrag finde ich!
Jemand, der älter ist- udn offen…offen genug um das Bessere zu bennenen, was es heute gibt…aber genauso das Alte noch zu wertschätzen, was gut empfunden wurde.

Jemand, der so ist- denkt- redet…wird sicherlich keine Ablehnung von Jungen erfahren, denn darin liegt Toleranz, die Fähigkeit seine Meinung zu vertreten ohne alles andere pauschal zu verurteilen.

Junge- sind wirklich noch so weit weg…von dem Sterben im Alter-- daß da eine Verbindung von Themen „von früher“…und dem eigenen Sterben…wohl viel zu weit auseinanderliegt als das es dadurch Ablehnung gibt-- zumindest meiner Meinung nach.

Weil die ihnen allzu deutlich vor Augen führen, dass sie
selber mal so werden?

Ich glaube auch, daß jede Jugend die blühende Überheblichkeit in sich trägt, mal ANDERS zu sein als die „Alten“!
Oder hatte einer von uns den Wunsch zu werden wie Vater oder Mutter???

Ich bleibe dabei-- man muss sich mit dem Thema „früher wars besser“ sehr differenziert befassen- da reicht kaum ein einziger Satz dazu!
Und das interessiert dann ja auch wieder wenn die Alten…-- und seien wir ehrlich…was nützt es einem Jungen auch, wenn er erzählt bekommt, wie schön es war, wenn man den Postboten jeden morgen mit Namen begrüsst hat und sich auf handschriftliche Briefe gefreut!??

Der Junge hat das nie so erlebt…und lebt halt nun mit email und sms…- das ist seine Welt.
Möglich, daß das Reden über das „gute Alte“ auch gerne überheblich verstanden wird-- wie junge Menschen ja gerne belehrt werden!

gruss kitty

was ist die Frage?
hallo Nemo,

was willst du denn nun wissen?
Warum man für die von dir beschriebene Meinung im Internet angegangen wird?

Oder ob früher alles besser war?

Dass früher manches besser war, anderes nicht, ist eine Binsenweisheit, über die man sich schwerlich streiten kann.

Warum du angegangen wirst? Wenn du das wirklich wirst, vielleicht könne es sein, dass du „zu scharf schießt“? So empfinde ich nämlich deine Frage ein bisschen: Erst fragst du nur relativ harmlos „warum wird man angegangen…“ dann kommt gleicht ein ganzer Batzen gesammelter Weltschmerz hinterher…vielleicht empfinden das manche als zu heftiges „Argument“ in Bezug auf das Thema?
Nur so als Anregung…
Gruß bixie

Hi,

Früher war alles besser.

nein, war es nicht.

Auch Früher war früher besser?

Vermutlich ja.

Warum wird man eigentlich, speziell im Internet, immer gleich
so scharf angegangen, wenn man auch nur irgend etwas in der
Richtung verlauten lässt, dass früher eventuell irgendwas
besser gewesen sein könnte. Im Alltagsleben ist das, nach
meiner Meinung, nämlich nicht so.

Was du hier schreibst ist aber eine komplett andere Aussage als dein Einleitungssatz. Zwischen einem differenzierten „eventuell irgendwas“ und „alles“ liegen Welten! Letztere ist eine globale Pauschalaussage und solche sind quasi immer und so auch hier einfach falsch.

Warum du im Internet andere Rückmeldung bekommst als im RL kann ich dir nicht sagen. Hast du denn auch dort viel Kontakt mit Leuten welche „die heutige“ Zeit überhaupt kennen? Also sagen wir mal die Generation zwischen 15 und 45?

Wenn mir einer kommt von wegen mit der D-Mark war alles billiger bekommt er von mir hier wie da mal ein paar Fakten vorgehalten.

Fortschritt? Gibt es den eigentlich wirklich?

Ja. Die Welt wächst zusammen. Ich kann problemlos Freunde aus vielen Ländern haben und kann diese auch ganz real besuchen und in deren Welt eintauchen. Das ging 10-20jahren noch nicht weil keine wirkliche Lebensteilnahme an dem anderen möglich war ( ein Brief pro Jahr kann das kaum) und auch die Reisemöglichkeiten nicht vorhanden oder nicht bezahlbar waren.

Geht es der
Menschheit insgesamt gesehen irgendwie besser? Wenn ich so in
die Geschichte zurück blicke, würde ich sagen, eher nicht.

Ich frag mal so: Wieviel weißt du denn von der Welt vor vor über 40 Jahren? Weißt du, wie es den Chinesen ging? Den Sowjetbürgern? Was weißt du über die Wasserknappheit in Afrika aus der Zeit? Und was von den Menschen die in Südamerika in Diktaturen leben mussten?
Vermutlich gar nix oder nur wenig denn es Informationssperren oder (politische) Desinformation.
HEUTE steht das (vermeintliche?) Elend jedes einzelnen chinesischen Bergbauern in der Zeitung, gleich daneben werden die südamerikanischen „Desaparecidos“ angeprangert und dürstenden Saharabewohner erscheinen auf Strassenplakaten.
Wenn du das vergleichst mit deinen eigenen Sorgen von vor 40 Jahren, z.B. welches Mofa sollst du dir kaufen, DANN ist die Welt wirklich schlimmer geworden.
Allerdings kannst du diesen Zustand ganz einfach wieder verbessern indem du keine Nachrichten hörst, auch nie zum Arzt gehst und ordentlich rumhurst. Dann bist du halt irgendwann einfach von der Umweltverschmutzung vergiftet oder mit sonstwas infiziert, weißt es aber nicht. Weißt auch nicht woher es kommt und bist einfach irgendwann mal krank und dann tot.
Schließe einfach die Augen vor der Realität, setzte deine rosarote Brille auf und ignoriere die tatsächliche welt und du bis glücklich :smile:

Statt vor der Pest fürchten wir uns nun vor AIDS.

Nunja, bei AIDS kennt man die Mechanismen und kann das Risiko beeinflussen. Der Pest war man hilflos ausgeliefert weil niemand je was von Infektionswegen gehört hat. Meinst du, dass ist WIRKLICH kein Fortschritt?

Und vor der
Umweltverschmutzung und vor der Verknappung der Rohstoffe. Von
der Atombombe in Händen irgendeines verrückten Diktators ganz
zu schweigen.

Die Rohstoffe sind nicht knapp, die sind nur falsch verteilt. Das ist beeinflussbar und jeder von uns hier kann wissen wie das geht. Atombombe kann man nicht einfach so zusammenschustern. Auch das könnten wir beeinflussen, wenn wir das wirklich wollten.

Ein Reporter hat es mal auf den Punkt gebracht: Was hatten wir
es in unserer Jugend doch gut: Wir konnten vögeln, ohne Angst
vor Aids, Auto fahren ohne Angst vor Umweltverschmutzung und
fressen ohne Angst vor Cholesterin.

Du könntest auch Drogen gegen Angst nehmen und du wirst angstfrei leben. Meinste wirklich, die Gefahr wäre dann weg?

Fortschritt? Denk ich zurück an Zeit als ich zwanzig war, dann
hätte ich eigentlich erwartet, dass die Menschheit endlich
einen Weg findet, ihre maßlose Vermehrung zu verhindern.

Hat sie.

Dass niemand mehr an einer ekelhaften
Krankheit stirbt.

Viele „ekelhaften Krankheiten“ sind bzw wären behandelbar.

Dass niemand in ständiger Existenzangst
leben, geschweige denn verhungern muss.

Müsste keiner.

Dass die Zeit, die wir
in elender Lohnsklaverei verbringen müssen, deutlich
verringert, sprich: dass die Arbeitszeiten kürzer und das
Renteneintrittsalter niedriger werden.

Warum? Viele Leute arbeiten gerne, willst denen den Spaß und den Lebensinhalt rauben?

VG!
J~

du musst aber mit unsachlicher Kritik rechnen, denn gerade du
zeichnest dich in deinen Artikeln hier durch Unsachlichkeit
aus. Du verkaufst deine Lebenserfahrung stets als die
unangreifbare Wahrheit und garnierst diese dann gern noch mit
biologistischen Aussagen, die dir so einfallen. Du bist nicht
sachlich, sondern schmeißt häufig mit Allgemeinplätzen um dich
und siehst dich gerne in der Rolle des „Belehrenden“ und
„erfahrenen Weltmannes“.

Schwierigkeiten bereiten mir Aussagen a la: Du hast keine
Ahnung; du hast ein komisches Menschenbild; du alter Sack;
usw.

Gib es zu: Du kokettierst doch sogar damit, ein komisches
Menschenbild zu haben, das dem Mainstream nicht entspricht. Du
provozierst gerne, kriegst aber einen Schrecken, wenn sich
Leute gegen dich wenden …

Und alles das weißt du natürlich ganz genau! Weil du klüger und gebildeter und vorurteilsfreier und überhaupt besser bist.
Und außerdem noch weiblich.

Wer die Ironie nicht findet, kann sie auch nicht behalten.

Gruß, Nemo.

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Hallo J ~

RSNemo wollte wohl nicht die heutige Zeit mit seiner Jugendzeit vergleichen. Beide haben ihr Gutes und ihr Negatives.

Ich habe ihn so verstanden, dass die Menschheit als ganzes keinen wesentlichen Fortschritt gemacht hat, und gebe ihm Recht: ein Übel wurde durch ein anderes ersetzt. Ob mit oder ohne Technik, die Menschen sind immer noch „unterentwickelt“.

Dazu kommt noch, dass die Anzahl der Menschen (weltweit) stetig wächst - trotz Verhütungsmitteln, dass Ressourcen an ihr Ende kommen. Die Probleme hören nie auf, nichts bessert sich je. Kaum jemand wagt den Blick aufs Ganze.

Gerade die Tatsache, dass nicht mal die angesehensten Politiker fähig sind, über die Zeit bis zur erhofften Wiederwahl hinauszudenken, belegt doch das. Es werden Massnahmen ergriffen, um so weiterleben zu können, wie bis anhin, anstatt bei Null anzufangen und auf gewisse „Errungenschaften“ endgültig zu verzichten. Man ist - im übertragenen Sinne - in eine falsche Strasse eingebogen, erkennt dies - und kehrt nicht um, sondern fährt weiter!

Wenn man altershalber aus dem Arbeitsprozess ausgetreten ist, wagt man vielleicht eine Gesamtsicht. Es ist nicht pessimistisch, aber sehr ernüchternd, zu sehen, dass die Menschen schon längst hätten global denken und handeln müssen und können, und zwar radikal, nicht bloss um das Bestehende und Gewohnte zu erhalten.

RSNemo macht sich wohl Gedanken über die Anpassungsfähigkeit und Veränderbarkeit der menschlichen Psyche.

Gruss: Maggie

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Internetdiskussionen
Hallo.

Warum wird man eigentlich, speziell im Internet, immer gleich
so scharf angegangen, wenn man auch nur irgend etwas in der
Richtung verlauten lässt, dass früher eventuell irgendwas
besser gewesen sein könnte. Im Alltagsleben ist das, nach
meiner Meinung, nämlich nicht so.

Jede® wird im Internet hart angegangen, der überhaupt irgendeine Meinung hat und darüber schreibt. Dies gilt ums mehr, wenn es sich ein Thema mit ausgeprägten Interessensgruppen handelt: Frauen/Männer, Junge/Alte, Radfahrer/Autofahrer, …

Vielleicht hast Du die Diskussionen hier im "Frauen- und Feminismusbrett verfolgt, wie sie bis vor wenigen Jahren abliefen (inzwischen schreibt dort kaum noch jemand) oder die Diskussionen im Spiegelforum, wo die Redakteure nach meiner Beobachtung besonders gene Diskussionen zu Themen anregen, bei denen es ganz sicher knallt. (Ich lese sie gerne in meiner Mittagspause um dann mit den Kollegen darüber zu lästern).

Warum gibt es im realen Leben weniger Gegenwind, bzw. weniger Stammtisch-Gepolter? - Da kann ich auch nur vermuten, sicher ist für mich, dass das Internet nicht das wahre Leben wiederspiegelt.

  • Grund 1: Die Masse macht es und die Kritiker/Polterer sind immer lauter als die Vernünftigen, die Gegner lauter als die Unterstützer. D.h., wenn Du im wahren Leben etwas sagst, triffst Du oft auf Leute, die Deiner Meinung sind und Dir gar nicht widersprechen.Falls sie nicht Deiner Meinung sind, äußern sie sich von Angesicht zu Angesicht vorsichtiger und zurückhaltender.

  • Grund 2: Im Internet werden Diskussionen oft angeheizt, um sich die Zeit zu vertreiben.

  • Grund 3: Das Internet ist anonym. Hier wird vieles herausgeholzt, das sich jemand im wahren Leben nicht leisten könnte.

Viele Grüsse,

Walkuerax

Midlife-Crisis?
Hi RSNemo,

diesen Vorwurf habe ich aus den Tiefen dieses Threats entnommen.

Früher war alles besser. Auch Früher war früher besser?

Es gibt ja dieses klassische Zitat über die „Jugend von heute“, von einen grichischen Philosophen, aber heute noch gültig.

Sicher ist es richtig, aus Sicht des Reifen manchen Auswüchsen gegenzusteuern, aber genau so wichtig ist die Gewissheit, dass die Jugend IHREN Weg schon gehen wird.

Warum wird man eigentlich, speziell im Internet, immer gleich
so scharf angegangen, wenn man auch nur irgend etwas in der
Richtung verlauten lässt, dass früher eventuell irgendwas
besser gewesen sein könnte.

Vielleicht deswegen, weil früher alles schlechter war? Natürlich nicht alles, aber das meiste! Wenn du also auf die guten Seiten des Früher zu sprechen kommst, musst du zuerst die guten Seiten des Heute würdigen. Das deswegen, weil du sonst in die Schublade des Nörglers gesteckt wirst. Das mag zwar im Einzelfall ungerecht sein, aber auch die jungen Leute kennen den Pragmatismus. einen Laberkopf lasse ich labern. Ernst genommen wirst du nur, wenn du sie ernst nimmst.

Im Alltagsleben ist das, nach meiner Meinung, nämlich nicht so.

Alter ist eine Illusion. Du bist offen oder zu, gerade im Internet spielt Alter keine Rolle. Offenheit für die Fremdartigkeit der Jugend ist angebracht. Denn wir Alten werden mehr und mehr zur Minderheit, was nciht heißt, dass man nicht auf uns hört. Aber dieses Vertrauen muss man sich verdienen, v.a. durch Akzeptanz, denn seien wir mal ehrlich, wir mit 18 …

Liegt das einfach nur am Altersquerschnitt? Sondert das
Internet seine Nutzer irgendwie aus?
Oder hat das tiefere Gründe? Hat die Jugend eventuell Angst
davor, dass ihr Tun sinnlos sein könnte?
Hat die Jugend Angst vor dem eigenen Alter?

Das alles ist haltloses Geschwurbel. Die Jugend meint, ihr gehöre die Welt, und das zu Recht. Wenn du offen und ehrlcih bist, hast du auch der Jugend was zu sagen, denn die ist nicht dumm,

Zwingt man ihnen damit unbeabsichtigt den Gedanken auf, dass
es vielleicht gar keine Zukunft gibt, weil in durchaus
absehbarer Zeit sowieso alles zu Ende ist? Für jeden?

Du stibst in nicht allzulanger Zeit, wir ich, aber das ist eine Tatsache und kein Thema.

Fortschritt? Gibt es den eigentlich wirklich? Geht es der
Menschheit insgesamt gesehen irgendwie besser? Wenn ich so in
die Geschichte zurück blicke, würde ich sagen, eher nicht.

Da kommt es nicht auf die Auflösung von Bildschirmen an, sondern auf die Denkweise. ICH erinnere mich noch auf die Aufhebung des §175, inzwischen sind Schwule Büfgermeister und ein Farbiger ist Präsident der USA. Sowas wischst du mal eben beiseite und machst alles schlecht. So geht das nicht. Großzügigkeit statt Kleinmut, das könnte das Motto des 21.Jahrhunderts sein.

Mit dir oder ohne/gegen dich, könnte die Frage lauten.

Die Bildschirme sind größer geworden, aber das Programm ist
nicht besser. Dank Internet unterhalten wir uns nun
vorzugsweise mit jemand aus „Timbuktu“ statt mit unseren
Nachbarn.

Das ist doch nur Geplapper, kennst DU jemanden, der mit einem aus Timbuktu geplaudert hat?

Statt vor der Pest fürchten wir uns nun vor AIDS. Und vor der
Umweltverschmutzung und vor der Verknappung der Rohstoffe. Von
der Atombombe in Händen irgendeines verrückten Diktators ganz
zu schweigen.

Ich fürchte mich nicht vor AIDS, mag auch an meinem Alter liegen. Aber man darf nicht übersehen, dass wir nach der Auflösung der Moral und der Erfindung der Pille bis zum Aufkommen von AIDS einfach ein unglaublich glückliches Jahrzehnt hatten.

Und der Rest, klar gibt es Umweltverschmutzung und Strahlung, aber noch nie wurden die Menschen so alt wie heute. Hier findet kein „Haar in der Suppe finden“ -Wettbewerb statt.

Wir verarbeiten irgendwie alle noch den Genozid an den Juden
und dann geschieht, quasi vor unserer Haustür, durchaus
vergleichbares.

Weiß nicht was du meinst, aber Besuche in Russland haben mir geholfen.

Fortschritt? Denk ich …

Ich denk immer an den Sruch, dass der Mensch dazu nergt, kurzfristige Folgen zu überschätzen und langfristige Folgen zu unterschätzzen.

Gruß, Zoelomat

Fortschritt = Disziplinierung = (auch) Verlust
Hallo,

Fortschritt? Gibt es den eigentlich wirklich? Geht es der
Menschheit insgesamt gesehen irgendwie besser?

es gibt den Fortschritt.

Wir sehen nur einen relativ kleinen Ausschnitt der Entwicklung, vielleicht ein paar Jahrzehnte. Da sieht es so aus, als ob z. B. die „vor-neoliberale“ Zeit, also die 60er und 70er Jahre „besser“ waren: noch nicht so große Unterschiede zwischen arm und reich, noch keine Angst vor AIDS (und eine bis dahin nicht gekannte Unbefangenheit beim Sex aufgrund der damals neuen Verhütungsmethoden), stimmungsmäßig mehr Optimismus als heute, da es aufwärtsging und nach dem 2. Weltkrieg fast nur aufwärtsgehen konnte.

Aber wenn man weiter zurückgeht: die Nazis und der Faschismus in weiten Teilen Europas, der erste Weltkrieg, im 19. Jh. das Elend von großen Teilen der Bevölkerung, die Macht der Kirche und des Adels, die beide bremsten, wo sie konnten, die häufigen Kriege, Seuchen, Kindersterblichkeit und Kindbettfieber… nein, der wissenschaftliche, technische, medizinische und selbst gesellschaftliche Fortschritt ist so ungeheuer groß, man kann ohne Übertreibung sagen, schier unfaßbar. Um dies zu sehen, muß man aber den Blick auf längere Zeiträume richten.

Mit dem Fortschritt geht aber eine Disziplinierung in ebenso großem Ausmaß einher. Um 1930 regte sich eine bekannte Persönlichkeit (Name vergessen) darüber auf, daß es nun nicht mehr möglich sei, zeitungslesend die Wiener Ringstraße zu überqueren, wegen des zunehmenden Autoverkehrs. Ich habe mich längere Zeit geweigert, ein Handy zu kaufen, denn es wurde zusehends unmöglicher, ungestört Gespräche zu führen, ohne daß diese durch Handy-Klingeln abrupt unterbrochen wurden. Was mich total nervte. Welche Disziplinierung im Laufe des 19. Jh. stattfand, muß man erst mal versuchen, sich bewußt zu machen: etwa durch die Entwicklung der Eisenbahn, die eine Pünktlichkeit erzwang, die vorher nie gefordert war („Höchste Eisenbahn“).

Die jungen Menschen haben zwei Vorteile: sie lernen leichter, mit neuen (vor allem technischen!) Entwicklungen umzugehen, da die Lernfähigkeit besonders vor der Pubertät größer ist als danach, und sie haben nicht den Vergleich mit den Verhältnissen von früher (wo es noch etwas weniger diszipliniert war), so daß sie subjektiv nicht empfinden können, daß möglicherweise auch etwas verlorengegangen ist.

Grüße,

I.

Hallo,

Früher war alles besser. Auch Früher war früher besser?

Der Mensch ist ein seltsames Wesen…

Er hat die unbewußte Fähigkeit das Schlechte in der Vergangenheit auszufiltern und eher zu vergessen, als die schönen Erlebnisse. Vermutlich ein angeborener Schutzmechanismus, der es uns überhaupt erst emöglicht mit den negativen Seiten des Lebens zurecht zu kommen, um zu verhindern, daß wir in ständig wiederkehrende Depressionen verfallen. So wie ein schreckliches Erlebnis in der Kindheit, das das Kind völlig überfordert, völlig vergessen werden kann und erst viele Jahre später wieder erinnert wird, wenn man die Kraft und Reife hat diese Erinnerung durchstehen zu können.

So erscheint uns dann das „Früher“ um vieles angenehmer als das „Heute“, das wir mit ALLEN seinen Aspekten noch ungefiltert wahrnehmen.

Die Überhäufung mit Katastrophenmeldungen aus dem engsten Umfeld und aus aller Welt in den Schlagzeilen der zahlreichen Kommunikationsvarianten ist heute für jeden der hinhört oder hinsieht eine schwere Belastung. Als es vor ca. 20 Jahren kein Internet gab, erfuhr man vieles nicht. Und Anfang des 20. Jahrhunderts, noch ohne weltweites Radio und Fernsehen, erfuhr man noch weniger, erhielt man Nachrichten nur über die Zeitung oder Bücher, die man las oder auch nicht. Die Dauerberieselung fehlte aber, die Nachrichten brauchten länger bis sie uns erreichten und wurden nicht so intensiv wahrgenommen wie heute. Nachrichten kamen in geringerer Dosis, langsamer zu uns, wir hatten Zeit sie zu verarbeiten, bevor uns die nächste Hiobsbotschaft erreichte. Das heutige Tempo erschlägt uns!

In jüngeren Jahren meinte ich mal gegenüber einem Freund: „Mich deprimieren die Zeitungsnachrichten sehr“ und bekam als Antwort: "Warum liest du sie denn? Bis du ein Masochist?

Ich hörte dann auf regelmäßig Zeitung zu lesen und es ging mir tatsächlich besser. Gelegentlich, so alle 3 Monate las ich wieder eine, um, wie ich meinte „auf dem Laufenden zu bleiben“. Stellte dann aber fest, daß ich im Prinzip genausogut die Zeitung von vor drei Monaten nochmal hätte lesen können. Der Inhalt war fast identisch, vielleicht ein paar neue Namen, die Schlagworte waren andere, aber die Vorgänge glichen sich fast wie ein Ei dem anderen.

Vielleicht haben gerade wegen der Überflutung mit negativen, ja katastrophalen Nachrichten, heute so viele Menschen Depressionen?

Ich glaube wir müssen alle dringend lernen, die Nachrichtensendungen in Radio, TV abzuschalten und Negatives aus Zeitungen und Internet zu ignorieren bzw. die Dosis auf z.B. einmal pro Woche einzuschränken, wenn wir unsere geistige und seelische Gesundheit erhalten wollen. Und uns stattdessen ein fröhliches Musical oder eine Schnulze aus den 50/60ern anzuschauen (ohne Mord, Totschlag, Prügeleien, Blutströme). Damit erhalten wir uns unsere Fröhlichkeit und Optimismus und die Kraft, das Leben zu meistern und uns für einige wenige lohnenswerte Ziele zu engagieren…

Gruß,
p+p

Ich möchte mich bei allen bedanken, die sich die Mühe gemacht haben, mir überlegt zu antworten.

Leider kann ich nicht auf alle Schreiben einzeln eingehen. Und so muss mancher, gute Gedankenansatz ersteinmal unbeantwortet bleiben.

Vieles tendiert naturgemäß auch eher in Richtung Philosophie und sollte vielleicht da nochmals aufgegriffen werden, nur ist die Zahl der Leser da noch begrenzter als hier.

Gruß, Nemo.

Hi,

„Ich habe überhaupt keine Hoffnung mehr in die Zukunft unseres Landes, wenn einmal unsere Jugend die Männer von morgen stellt. Unsere Jugend ist unerträglich, unverantwortlich und entsetzlich anzusehen.“

(Aristoteles, gr. Philosoph, 384-322 v. Chr.)

„Unsere Jugend ist heruntergekommen und zuchtlos. Die jungen Leute hören nicht mehr auf ihre Eltern. Das Ende der Welt ist nahe.“

(Keilschrifttext aus Ur um 2000 v. Chr.)

Gruß
Moriarty

Du verstehst vielleicht den Sinn dieses Brett’s ein wenig
falsch?

Hier fragt man auch (viel zu selten!) wegen psychologischer
Phänomene, die einen einfach interessieren.

Um es mal einfach zu sagen: Dies ist kein reines „Hilfe, mir
geht’s schlecht!“- Brett.

Du sprichst mich direkt an, warum wirst du gleich so persönlich?

Warum wird man eigentlich, speziell im Internet, immer
gleich so scharf angegangen?

Nachdenkliche Grüße

Regards