Gute, alte Zeit?

Früher war alles besser. Auch Früher war früher besser?

Hallo.

Warum wird man eigentlich, speziell im Internet, immer gleich so scharf angegangen, wenn man auch nur irgend etwas in der Richtung verlauten lässt, dass früher eventuell irgendwas besser gewesen sein könnte. Im Alltagsleben ist das, nach meiner Meinung, nämlich nicht so.

Liegt das einfach nur am Altersquerschnitt? Sondert das Internet seine Nutzer irgendwie aus?
Oder hat das tiefere Gründe? Hat die Jugend eventuell Angst davor, dass ihr Tun sinnlos sein könnte?
Hat die Jugend Angst vor dem eigenen Alter?

Zwingt man ihnen damit unbeabsichtigt den Gedanken auf, dass es vielleicht gar keine Zukunft gibt, weil in durchaus absehbarer Zeit sowieso alles zu Ende ist? Für jeden?

Fortschritt? Gibt es den eigentlich wirklich? Geht es der Menschheit insgesamt gesehen irgendwie besser? Wenn ich so in die Geschichte zurück blicke, würde ich sagen, eher nicht.

Die Bildschirme sind größer geworden, aber das Programm ist nicht besser. Dank Internet unterhalten wir uns nun vorzugsweise mit jemand aus „Timbuktu“ statt mit unseren Nachbarn.

Statt vor der Pest fürchten wir uns nun vor AIDS. Und vor der Umweltverschmutzung und vor der Verknappung der Rohstoffe. Von der Atombombe in Händen irgendeines verrückten Diktators ganz zu schweigen.

Ein Reporter hat es mal auf den Punkt gebracht: Was hatten wir es in unserer Jugend doch gut: Wir konnten vögeln, ohne Angst vor Aids, Auto fahren ohne Angst vor Umweltverschmutzung und fressen ohne Angst vor Cholesterin.

Wir verarbeiten irgendwie alle noch den Genozid an den Juden und dann geschieht, quasi vor unserer Haustür, durchaus vergleichbares. Und wieder tut die Welt nichts anderes als den Atem anzuhalten. Wenn sie es denn tut.

Fortschritt? Denk ich zurück an Zeit als ich zwanzig war, dann hätte ich eigentlich erwartet, dass die Menschheit endlich einen Weg findet, ihre maßlose Vermehrung zu verhindern. Dass es den Weltfrieden gibt. Dass niemand mehr an einer ekelhaften Krankheit stirbt. Dass niemand in ständiger Existenzangst leben, geschweige denn verhungern muss. Dass die Zeit, die wir in elender Lohnsklaverei verbringen müssen, deutlich verringert, sprich: dass die Arbeitszeiten kürzer und das Renteneintrittsalter niedriger werden.

Fortschritt? Dass ich nicht lache. Ist es ein Fortschritt, wenn wir die Choleraopfer in Haiti nun in Breitwand und bald auch in 3D sehen?

So, das spricht nun sicherlich mehrere Themenkreise an, aber ihr braucht mir ja nicht auf alles zu antworten. Eine Übersicht setzt sich immer aus einzelnen Details zusammen. Die Grundfrage steht ganz oben.
Witzige Antworten bitte ich zu vermeiden. Wenn sie nicht wirklich witzig sind.

Gruß, Nemo.

Hallo,
lass mich dir mit einem Zitat antworten:
"Es sind nicht die Dinge, die uns Menschen beunruhigen, ängstlich oder ärgerlich, deprimiert oder verzweifelt machen, sondern unsere Sicht der Dinge.

Das Gestern lebt nur noch in unserer Erinnerung weiter, und das Morgen ist nur ein Versprechen.

Das Hier und Jetzt ist alles, was wir haben.

Höre deshalb auf, dich aus der Fassung zu bringen, weil das Leben ist, wie es ist.
Wir können es im Moment nicht ändern.

Schließe daher Frieden mit dir und dem, was ist.

Verändere die Dinge, die dir nicht gefallen und die du verändern kannst.

Akzeptiere, dass das Leben unvollkommen ist, jetzt und in der Zukunft.

Wenn du mehr Lebensfreude und Zufriedenheit in dein Leben bringen möchtest, dann musst du lernen, diese Unvollkommenheit als Teil deines Lebens zu akzeptieren.
Das Leben hat auch seine Schattenseiten. Und so, wie eine Blume nicht ununterbrochen blühen kann, können wir Menschen nicht immer zufrieden, glücklich und erfolgreich sein.

Wenn wir aufhören, vom Leben zu fordern, es müsse uns unentwegt Momente des Glücks bescheren, und akzeptieren, dass das Leben ein stetiges Auf und Ab ist, dann werden wir die Talsohlen unseres Lebens schneller überwinden.

Nutze deine Ihre Energie, um das zu ändern, was Du nicht magst und was Du ändern kannst.
Verschwende aber deine Energie nicht, indem du forderst, dass das Leben und die Menschen anders sein sollten, als sie es im Moment sind.

Wenn Du aufhörst, zu fordern, wirst du entdecken, dass alles „vollkommen“ ist.

Wie zum Leben der Tod gehört, zu einer Rose die Blüte und die Dornen gehören, zum Tag die Nacht gehört, so gehören zum Menschen die Freude und die Enttäuschung.

Das Leben ist vollkommen, so wie es ist."

aus dem Buch: Verschreibungen zum Glücklichsein, von Doris Wolf & Rolf Merkle

Regards

Hi

Das liegt wohl daran auf welchen Internetsiten man sich aufhällt.
Facebook und Twitter sind für mich mit 47 keine Option , einige Firmen verbieten sogar ihren Mitarbeitern dort Mitglied zu werden.

wenn ich jetzt mit meinen 47 Lenzen einem Jugendlichen sage , das die Allgemeinbildung damals besser war , dann geht er mich an , weil ich nicht weiss wie man einen Ipod bedient und wer zur zeit der angesagteste Rapper ist.

Die Jugend von Heute hat ein anderes Weltbild , sie kennt es nur so , nie etwas anderes gesehen , nie etwas anderes gelernt und nach deren Weltanschauung ist es nun so , das es Ok ist , wer auf einmal kommt und sagt , das anderst besser ist , schwimmt gegen den Strom und das geht im aktuellen Zeitalter gar nicht.

Wer zu meiner damaligen Jugend ein paar Kirschen von Nachbars Baum geklaut hat und dabei erwischt wurde , da kam der Nachbar mit dem umgedrehten Besen und schimpfte uns und drohte uns mit Schläge …wir liefen davon , nichts ist passiert.
Heute gäbe es eine Diebstahlanzeige , eine Hausfriedensbruchanzeige und als Gegenanzeige eine Gewaltandrohung .

Nach deutschem Recht völlig korrekt , so ändern sich die Zeiten und damit müssen wir leben , ob wir wollen oder nicht.

Das die Computersitzerei auch seine Nachteile hat , kommt schon noch zum tragen , doch teilweise wissen die Eltern gar nicht warum die Kinder dieses oder jenes im Sport oder Körperbeherschung nicht können und schieben es dann ungehemmt auf den Sporttrainer .

Ein Beispiel :
Bei uns im Dorf wurde über den Sportverein eine Jugendkarate Gruppe gegründet für Jugendliche ab 8 Jahre .
zunächst war der zulauf gross , man dachte in wenigen Wochen kämpfen zu können wie Bruce Lee .
Aber bald kam für die Trainer die ernüchterung , bei einigen einfachen Übungen , z.b. Tritte ( Schattenboxen ) fielen die Kid’s einfach um , sie konnten auf einem Bein stehend die Balance nicht halten.
Der Trainer machte einen Schritt zurück und übte erst einmal Balance , denn einige von denen konnten nicht von einem Stuhl springen , oder 5 Meter auf einer kleinen Sportbank geradeaus laufen ohne runter zu kippen.
Also back to the roots und erst einmal Leibesübungen.
Nach knapp einem Jahr bedrängten sie Eltern die Trainer , wenn Sie denn den gelben Gürtel bekämen , Sie wären ja inzwischen 1 Jahr dabei .
Die heisse Diskussion zwischen den Eltern und den beiden Trainern endete damit , das die Trainer das Handtuch warfen , weil zwischen den Vorstellungen der Eltern und dem können der Kid’s welten lagen und die Trainer auf das übelste beschimpft wurden und mit Rechtsanwälte gedroht wurde , wenn die Kids nicht ihren Gürtel bekämen.

zu meiner damaligen Jugend wäre niemand auf die Idee gekommen mit Rechtsanwalt zu drohen , wer etwas nicht kann , übt halt so lange bis er es kann , ende …
war das damals besser , oder schlechter ?

Das dürfte wohl Ansichtssache sein

Toni

Hi,

Fortschritt? Gibt es den eigentlich wirklich? Geht es der
Menschheit insgesamt gesehen irgendwie besser? Wenn ich so in
die Geschichte zurück blicke, würde ich sagen, eher nicht.

Wann gab es hier die letzte Pest? Wann gab es hier den letzten Krieg? Wann ist zuletzt eine „freie Reichsstadt“ über eine andere hergefallen, um sie zu erobern/zu zerstören? Das war früher.

Der medizinische Fortschritt der letzten 150 Jahre hat vielen ein Weiterleben ermöglicht, die früher elend hätten krepieren müssen. Der technische Fortschritt ermöglicht es uns, in kurzer Zeit in jeden Winkel der Welt zu reisen und unseren Horizont zu erweitern. Früher dauerte eine solche Reise Monate, wenn sie denn überhaupt möglich war.

Die Bildschirme sind größer geworden, aber das Programm ist
nicht besser. Dank Internet unterhalten wir uns nun
vorzugsweise mit jemand aus „Timbuktu“ statt mit unseren
Nachbarn.

Früher gab es weder Bildschirme noch Programme. Man kann sich auch heute mit seinen Nachbarn unterhalten und mit jemandem in Timbuktu, wobei man ihn auf dem Schirm sehen kann. Davon hätte noch ich in meiner Kindheit nicht zu träumen gewagt.

Statt vor der Pest fürchten wir uns nun vor AIDS. Und vor der
Umweltverschmutzung und vor der Verknappung der Rohstoffe. Von
der Atombombe in Händen irgendeines verrückten Diktators ganz
zu schweigen.

AIDS ist vermeid- und beherrsch-, wenn auch noch nicht heilbar. Die Pest war damals ein Todesurteil.

Später hat man sich halt vor dem Waldsterben und dem dritten Weltkrieg gefürchtet (man bedenke, daß der Kalte Krieg unblutig endete und das Waldsterben vielleicht gar nicht existierte :wink:).

Ein Reporter hat es mal auf den Punkt gebracht: Was hatten wir
es in unserer Jugend doch gut: Wir konnten vögeln, ohne Angst
vor Aids, Auto fahren ohne Angst vor Umweltverschmutzung und
fressen ohne Angst vor Cholesterin.

Vögeln ohne Angst vor Aids kann man auch heute, Auto fahren ist heute um ein Vielfaches sicherer als früher und die Fahrzeuge stoßen nur noch einen Bruchteil der Giftstoffe aus, während man das früher einfach ignorierte. Fressen ohne Angst vor Cholesterin kann man heute wie damals, da sich mittlerweile die Erkenntnis durchsetzt, daß die Wahl des Nahrungsmittels mit dem Cholesterinspiegel nichts zu tun hat.

Wir verarbeiten irgendwie alle noch den Genozid an den Juden
und dann geschieht, quasi vor unserer Haustür, durchaus
vergleichbares. Und wieder tut die Welt nichts anderes als den
Atem anzuhalten. Wenn sie es denn tut.

Viele Probleme werden von den Menschen vor Ort verursacht und da sei es uns mal vergönnt, an etwas anderes zu denken.

Fortschritt? Denk ich zurück an Zeit als ich zwanzig war, dann
hätte ich eigentlich erwartet, dass die Menschheit endlich
einen Weg findet, ihre maßlose Vermehrung zu verhindern.

In allen entwickelten Ländern sinkt die Bevölkerungszahl und mW haben die Zuwachsraten in den Entwicklungsländern auch schon höher gelegen.

Dass es den Weltfrieden gibt.

Den europäischen Frieden gibt es schon. Das dauert halt alles seine Zeit.

Dass niemand mehr an einer ekelhaften Krankheit stirbt.

Viele ekelhafte Krankheiten von einst sind heute heilbar.

Dass niemand in ständiger Existenzangst
leben, geschweige denn verhungern muss.

Das muß in Deutschland z. B. keiner mehr.

Dass die Zeit, die wir in elender Lohnsklaverei verbringen müssen, deutlich verringert, sprich: dass die Arbeitszeiten kürzer und das
Renteneintrittsalter niedriger werden.

Das erreichen wir nur mit einer weiteren konsequenten Automatisierung aller wirtschaftlicher Bereiche. Ziel: Niemand muß mehr arbeiten, wenn er nicht will. Das werden wir aber wohl nicht mehr erleben.

Fortschritt? Dass ich nicht lache. Ist es ein Fortschritt,
wenn wir die Choleraopfer in Haiti nun in Breitwand und bald
auch in 3D sehen?

Die Cholera in Haiti hat mit Breitwand und 3D nichts zu tun, somit sind letztere ein Fortschritt. Außerdem ist die Cholera beherrschbar.

Fazit: Wir leben im goldensten Zeitalter aller Zeiten. Was natürlich nicht heißt, daß man vieles nicht besser machen könnte. Die Probleme wie Cholera in Haiti oder Hunger in Afrika etc. werden wir aber nur durch Fortschritt im Denken auch der Leute vor Ort lösen können.

Da die gute, gerechte Welt aber nicht von heute auf morgen kommt, reiß ich mir jetzt erstmal ein Bier auf und laß den lieben Gott einen dicken Mann sein.

Gruß S

Hallo,

ob es damals besser war als heute??
Ich glaube alles hat seine guten und schlechten Seiten.

Alleine in der Medizin ist man unglaublich weit gekommen…aber auch da kann es Segen und auch Fluch sein…

Was sicherlich stimmt ist, daß es heutzutage immer schneller geht…
Eine Geschwindigkeit, der man kaum folgen kann…sein eigenes Tempo finden- gar halten- wird schwierig.

Man hat heutzutage so sehr Wahlmöglichkeiten, daß es die Menschen oft überfordert…Orientierung ist in der Freiheit schwieriger als vielleicht eine Generation oder zwei vor uns…bei der das Vorschreiben durch Eltern, Lehrer selbstverständlich war.

Sind die Probleme des Einzelnen anders als damals?
Geht es nicht immer wieder nur um dasselbe…daß der Mensch sich gut fühlen möchte??

Ich glaube- es ist die Freiheit, die man heute hat und die den Menschen zu schaffen macht!
Probleme gab es immer…und nur weil man nicht mehr Angst um einen Hungertod hat-- fühlen sich doch auch heutzutage Menschen existentiell zutiefst bedroht…was bis zum Selbstmord reichen kann.(was ja in sich schon wieder extrem ist)

Vielleicht kommt es einem von damals einfacher- besser vor, weil die Welt „kleiner“ schien.
Weil man in seinem Dorf- in seinem Viertel-in seiner Stadt gelebt hat und dort in den Regeln…- und weil heutzutage die Welt zu jedem an den Abendbrottisch kommt…

kitty

Hallo.

Eigentlich entspricht deine Einlassung ja nicht meiner Frage, aber etwas derartiges habe ich natürlich erwartet.
Deswegen, aus reiner Freude an der Diskussion, meine Erwiderungen.
Bitte nicht persönlich nehmen.

Wann gab es hier die letzte Pest?

In den USA gab es beispielsweise 1992 dreizehn Infektionen und zwei Todesfälle. Anfang 2008 brach auch in Madagaskar die Pest aus, 18 Menschen fanden dabei den Tod. Gut, das ist nicht hier, aber auch nicht soo weit weg, wo wir doch heute überall hin reisen können.
Von der zunehmenden Antibiotika-Resistenz will ich hier nicht sprechen.

Wann gab es hier den letzten Krieg?

Es gibt ihn noch, in Afghanistan. Weit weg, aber nicht für die Angehörigen der gefallenen Soldaten. Etwas näher, im Kosovo, vor 11 Jahren. Wenn du aber nur auf den Weltkrieg reflektierst, der ist jetzt 65 Jahre her, exakt so lang wie ich alt bin. Das ist nun nicht sehr lang.

Wann ist zuletzt eine „freie Reichsstadt“ über eine
andere hergefallen, um sie zu erobern/zu zerstören? Das war
früher.

Das weiß ich tatsächlich nicht so genau. Mag daran liegen, dass es heut keine freien Reichsstädte mehr gibt.

Der medizinische Fortschritt der letzten 150 Jahre hat vielen
ein Weiterleben ermöglicht, die früher elend hätten krepieren
müssen.

Jep! Dafür krepieren jetzt immer mehr elend im Altersheim. Ohne irgend jemand, der sich um sie kümmert, außer unterbezahltem, gehetztem Pflegepersonal.

Der technische Fortschritt ermöglicht es uns, in
kurzer Zeit in jeden Winkel der Welt zu reisen und unseren
Horizont zu erweitern. Früher dauerte eine solche Reise
Monate, wenn sie denn überhaupt möglich war.

Viele, die sich das auch bei uns nicht leisten können. Und Horizont erweitern? Vielleicht 5%, der Rest liegt irgendwo am Strand, säuft und frisst. Tourismus ist fast auf der ganzen Welt gleich. Abzocke, sonst nichts.

Früher gab es weder Bildschirme noch Programme. Man kann sich
auch heute mit seinen Nachbarn unterhalten und mit
jemandem in Timbuktu, wobei man ihn auf dem Schirm sehen kann.
Davon hätte noch ich in meiner Kindheit nicht zu träumen
gewagt.

Echt nicht? Also ich schon. Die Idee des Bildtelefons wurde schon vor dem Zweiten Weltkrieg entwickelt, etwa gleichzeitig mit dem Fernsehen.

AIDS ist vermeid- und beherrsch-, wenn auch noch nicht
heilbar. Die Pest war damals ein Todesurteil.

Hm, das müsstest du mir genauer erklären. Man kann Aids vermeiden, wenn man aufgeklärt ist und genügend Geld hat. Viele "Drittweltländer können das offenbar nicht.

Übrigens konnte man auch die Pest vermeiden, wenn man genügend Geld hatte und rechtzeitig aus befallenen Gebieten geflohen ist.
Tödlich war sie auch nicht in jedem Fall, allerdings meistens schon.

Vögeln ohne Angst vor Aids kann man auch heute,

Ja, aber eben nur mit Kondom.

Auto fahren ist heute um ein Vielfaches sicherer als früher und die
Fahrzeuge stoßen nur noch einen Bruchteil der Giftstoffe aus,
während man das früher einfach ignorierte.

Du hast sicher recht, dafür gibt’s heut halt auch viel mehr Autos. War früher Auto fahren manchmal die reine Lust, so ist es heute oft nur noch Stress.

Fressen ohne Angst
vor Cholesterin kann man heute wie damals, da sich
mittlerweile die Erkenntnis durchsetzt, daß die Wahl des
Nahrungsmittels mit dem Cholesterinspiegel nichts zu tun hat.

Stimmt, aber ersetze bitte mal Cholesterin durch allgemeine Schad- und Lebensmittelzusatzstoffe. Oder durch Genmanipulation.

Viele Probleme werden von den Menschen vor Ort verursacht und
da sei es uns mal vergönnt, an etwas anderes zu denken.

Ich gönn es dir.

Dass es den Weltfrieden gibt.

Den europäischen Frieden gibt es schon. Das dauert halt alles
seine Zeit.

Ja, den gab es auch vor dem zweiten Weltkrieg und vor dem ersten. Und vor dem Deutsch-Französischen.
Hat nur jeweils nicht sehr lang gedauert. Woher nimmst du deine Zuversicht?

Dass niemand mehr an einer ekelhaften Krankheit stirbt.

Viele ekelhafte Krankheiten von einst sind heute heilbar.

Jo, dafür gibt’s dann neue.

Dass niemand in ständiger Existenzangst
leben, geschweige denn verhungern muss.

Das muß in Deutschland z. B. keiner mehr.

Verhungern nicht, das stimmt, in Existenzangst leben dafür umso mehr.

Dass die Zeit, die wir in elender Lohnsklaverei verbringen müssen, deutlich verringert, sprich: dass die Arbeitszeiten kürzer und das
Renteneintrittsalter niedriger werden.

Das erreichen wir nur mit einer weiteren konsequenten
Automatisierung aller wirtschaftlicher Bereiche. Ziel:
Niemand muß mehr arbeiten, wenn er nicht will. Das werden wir
aber wohl nicht mehr erleben.

Auch da geb ich dir Recht. Möglich allerdings wäre eine deutliche Arbeitszeitverkürzung auch heute schon, aber dazu müssten wir unsere materialistische Grundeinstellung ändern. Das kann nicht im Sinne derer sein, die sich daran bereichern.

Fortschritt? Dass ich nicht lache. Ist es ein Fortschritt,
wenn wir die Choleraopfer in Haiti nun in Breitwand und bald
auch in 3D sehen?

Die Cholera in Haiti hat mit Breitwand und 3D nichts zu tun,
somit sind letztere ein Fortschritt. Außerdem ist die Cholera
beherrschbar.

Sollte, statt Breitwand und 3D nicht unser oberstes Ziel sein, die Armut und den Hunger zu bekämpfen? Die gibts nämlich auch bei uns.
Mal sehr populistisch gefragt?

Fazit: Wir leben im goldensten Zeitalter aller Zeiten.

Das war die eigentliche Frage: Woher nimmst du diesen Glauben, der sicher sehr hilfreich ist?
Und warum reagierst du, wie viele Andere so gereizt, wenn man sowas mal anzweifelt?

Da die gute, gerechte Welt aber nicht von heute auf morgen
kommt, reiß ich mir jetzt erstmal ein Bier auf und laß den
lieben Gott einen dicken Mann sein.

Na, dann: Prost! :smile:

Gruß, Nemo.

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Hallo nochmal.

Ich danke für alle gutgemeinten Beiträge, aber meine Fragen waren Folgende:

_Warum wird man eigentlich, speziell im Internet, immer gleich so scharf angegangen, wenn man auch nur irgend etwas in der Richtung verlauten lässt, dass früher eventuell irgendwas besser gewesen sein könnte. Im Alltagsleben ist das, nach meiner Meinung, nämlich nicht so.

Liegt das einfach nur am Altersquerschnitt? Sondert das Internet seine Nutzer irgendwie aus?
Oder hat das tiefere Gründe? Hat die Jugend eventuell Angst davor, dass ihr Tun sinnlos sein könnte?
Hat die Jugend Angst vor dem eigenen Alter?

Zwingt man ihnen damit unbeabsichtigt den Gedanken auf, dass es vielleicht gar keine Zukunft gibt, weil in durchaus absehbarer Zeit sowieso alles zu Ende ist? Für jeden?_

Ob früher wirklich einiges besser war, oder auch nicht, darüber möchte ich eigentlich nicht diskutieren, die Antworten kenn ich schon.

Also, nehmt’s mir bitte nicht übel, wenn ich mich undeutlich ausgedrückt habe.

Gruß, Nemo.

Hi,

du wirst immer etwas finden können, was nicht perfekt ist. Vor allem aber war das früher auch so. Man darf nicht aus „heute ist es nicht perfekt“ auf „früher ar es besser“ schließen, weil es ein falscher Umkehrschluß ist.

In den USA gab es beispielsweise 1992 dreizehn Infektionen und
zwei Todesfälle. Anfang 2008 brach auch in Madagaskar die Pest
aus, 18 Menschen fanden dabei den Tod. Gut, das ist nicht
hier, aber auch nicht soo weit weg, wo wir doch heute überall
hin reisen können.

Nun, und „früher“ hätte es 3 mal so viele Tote und 8 Ausbruchsherde mehr gegeben - ist die Zeit früher deswegen besser?

Von der zunehmenden Antibiotika-Resistenz will ich hier nicht
sprechen.

Das ist tatsächlich ein Problem, das wir uns herangezüchtet haben. Da erleben wir gerade die Spitze, genauso wie beim Ozonloch. Das war früher tatsächlich besser, aber diese Sorgen werden wir nicht los, wenn wir die Hnde in den Schoß legen und „früher war alles besser“ beten.

Jep! Dafür krepieren jetzt immer mehr elend im Altersheim.
Ohne irgend jemand, der sich um sie kümmert, außer
unterbezahltem, gehetztem Pflegepersonal.

Immerhin kommen sie bis ins Altersheim. Früher war so eine Institution gar nicht nötig, weil die Menschen eine viel kürzere Lebenserwartung hatten. Das sollte man nicht unter den Tisch kehren.
Was sie mit dieser verlängerten Lebenszeit anfangen ist allerdings ihre Sache.

Viele, die sich das auch bei uns nicht leisten können. Und
Horizont erweitern? Vielleicht 5%, der Rest liegt irgendwo am
Strand, säuft und frisst.

Das liegt aber in der Verantwortung von jedem selbst. wenn er die Möglichkeiten nur dazu nutzt braucht er auch nicht darüber zu jammern, dass früher alles besser war, denn er nutzt die Möglichkeiten in dem Fall weder verantwortungsbewusst noch sinnvoll noch völlig. Und man kann auch für kleines Geld in die Welt kommen.

Tourismus ist fast auf der ganzen
Welt gleich. Abzocke, sonst nichts.

? Keine ahnung wie du deine Reisen planst, aber ohen Aufwand kommt man natürlich nicht bis nach China. Das war früher aber auch nciht anders.

Hm, das müsstest du mir genauer erklären. Man kann Aids
vermeiden, wenn man aufgeklärt ist und genügend Geld hat.

Nun ja, Kondome kosten jetzt nicht die Welt.

Viele "Drittweltländer können das offenbar nicht.

das oft einen anderen Hintergrund, der kulturell bedingt ist: Pille verboten, Kinder gelten immer noch als Reichtum und wenn man AIDS hat soll man einer Jungfrau beischlafen um den „bösen Geist“ los zu werden.

Vögeln ohne Angst vor Aids kann man auch heute,

Ja, aber eben nur mit Kondom.

Na und? Dann eben mit. wenn man schon so unbedingt und sofort ran will, ist das ja kein hoher Preis für seine eigene Gesundheit und die des anderen.
Verantwortungsbewusstsein.
Früher gabs dann öfter mal Schwangerschaften, was dann Probleme aller Art nach sich zog.

Du hast sicher recht, dafür gibt’s heut halt auch viel mehr
Autos. War früher Auto fahren manchmal die reine Lust, so ist
es heute oft nur noch Stress.

Das Autofahren damals war vllt besser (mit 100 über die autobahn… wow!), denn schnelle Autos konnten sich nur die reichen leisten; aber das AUTO war früher nicht besser.
Und genussvoll fahren kann man heute auch noch.

Stimmt, aber ersetze bitte mal Cholesterin durch allgemeine
Schad- und Lebensmittelzusatzstoffe. Oder durch
Genmanipulation.

Schadzusatzstoffe? :smile: Auch hier tut sich etwas in dir ridhtige Richtung. Noch nicht genug, aber früher hat man eben alles Exxx reingekloppt - heute nicht mehr.
Genmanipulation … ein leidiges Thema, das leider genauso populistisch wie falsch in Szene gesetzt wird.
Ohne die Diskussion über rote/grüne/weiße Gentechnik jetzt anzufachen hier ein interessantes paper über den „Wissensstand“ der (schweizer) Bevölkerung: http://scx.sagepub.com/content/early/2010/07/01/1075…
Kurzum: auch hier wird dir nichts schlimmes untergejubelt, denn im Gegensatz zu Contagan und DDT wird jetzt druchaus untersucht, was das für Auswirkungen haben könnte.

Ja, den gab es auch vor dem zweiten Weltkrieg und vor dem
ersten. Und vor dem Deutsch-Französischen.
Hat nur jeweils nicht sehr lang gedauert. Woher nimmst du
deine Zuversicht?

Dass eben schon 65 Jahre seit dem letzten großen vergangen sind, denke ich mal. Ist es nicht eh besser, sich über jeden Tag Frieden zu freuen, als in ständiger Angst vor dem nächsten Krieg? damit kann man sich das Leben auch schwer machen. Ich meine damit nicht, dass man die Zustände im Kongo, Afghanistan,… ignorieren soll, aber zumindest aus der eigenen Sicherheit versuchen kann, diese für andere zu erreichen.

Dass niemand mehr an einer ekelhaften Krankheit stirbt.

Viele ekelhafte Krankheiten von einst sind heute heilbar.

Jo, dafür gibt’s dann neue.

Dafür können wir wirklich nichts. Das liegt im evolutionären Verlauf. Hätte man z.B. seit 1950 sich zurückgelehnt und gemäß „früher war alles besser“ keine Froschung mehr betrieben, hätten SARS und AIDS uns wohl noch viel übler erwischt.

Verhungern nicht, das stimmt, in Existenzangst leben dafür
umso mehr.

Da ist es aber jedem selbst überlassen, wie er seine Existenz wahrnimmt und waraus er eine Angst ableitet.
Man darf auch hier nicht den Fehler begehen und aus einer steigenden Zahl von Psychologischen Beratungen schlußfolgern, dass es früher keine derartigen Störungen gab. vieles wurde eben einfach unter „das macht man so“ und kulturellen Vorgaben totgeschwiegen oder verdrängt.

Auch da geb ich dir Recht. Möglich allerdings wäre eine
deutliche Arbeitszeitverkürzung auch heute schon, aber dazu
müssten wir unsere materialistische Grundeinstellung ändern.
Das kann nicht im Sinne derer sein, die sich daran bereichern.

Doch. Jeder Angestellte ist ja ein labiles System - ein Roboter nicht. Damit lässt sich viel mehr Umsatz erwirtschaften. Dennoch wäre eine weniger materialistische Welt noch schöner.

Sollte, statt Breitwand und 3D nicht unser oberstes Ziel sein,
die Armut und den Hunger zu bekämpfen? Die gibts nämlich auch
bei uns.
Mal sehr populistisch gefragt?

Stimmt schon. aber zuerst muss man das ja den Leuten erzählen, dass es dort dieses und jenes Problem gibt. Das geht auch ohne 3D und Breitwand. Wenn einer das aber hat, dann hat er das eben. Helfen kann er ja trotzdem - oder gerade deswegen.

Das war die eigentliche Frage: Woher nimmst du diesen Glauben,
der sicher sehr hilfreich ist?

Eben daraus, dass sich Leute Gedanken machen, wie man es besser machen kann/könnte udn diese Ideen (zwar langsam, aber immerhin) umgesetzt werden.

(populistischer Vergleich: Wenn du lieber wider ein Plumpsklo auf dem hof haben willst und die Meinung der Verkäufer gut fandest, dass Schuhe unbequem sein müssen, du lieber alles pökelst anstatt es in den Kühlschrank zu legen, wenn du wichtige Infos lieber zu spät per Brief bekommen möchtest [wenn überhaupt], wenn jede Missernte des nächsten Bauern auch einen hungrigen Winter für dich bedeuten sollte,… dann war früher ‚besser‘)

Wie gesagt, auch heute ist lange nicht alles perfekt, insgesamt aber schon besser.
Tendenziell neigen Leute die früher alles besser fanden dazu heute die Hände in den Schoß zu legen und nicht daran zu arbeiten, dass es noch besser wird oder wenigstens so gut bleibt wie es war.

Und warum reagierst du, wie viele Andere so gereizt, wenn man
sowas mal anzweifelt?

Gereizt ist hier eigentlich keiner…?
(Geh mal ins parabrett, dann weißt du was gereizt bedeutet :smile:)

Grüße,
JPL

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Hallo,
wie genau meinst du es denn?
Igrendwie verstehe ich dich so, dass alle anderen verantwortlich sind, dass du dich schlecht fühlst,
richtig so???

Regards

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Hi,

Warum wird man eigentlich, speziell im Internet, immer
gleich so scharf angegangen, wenn man auch nur irgend etwas in
der Richtung verlauten lässt, dass früher eventuell irgendwas
besser gewesen sein könnte. Im Alltagsleben ist das, nach
meiner Meinung, nämlich nicht so.

Kann ich so nicht bestätigen. I.a. ist das INet aber anonymer und da kann man dann eher mal „seine Meinung sagen“.
Das hat aber nichts mit dem Thema an sich zu tun.

Liegt das einfach nur am Altersquerschnitt? Sondert das
Internet seine Nutzer irgendwie aus?
Oder hat das tiefere Gründe? Hat die Jugend eventuell Angst
davor, dass ihr Tun sinnlos sein könnte?
Hat die Jugend Angst vor dem eigenen Alter?

Zu den letzten beiden Fragen: Ganz sicher stimmt das. Vor allem wegen dem INet muss sich ja quasi jeder mit jedem messen um sein Selbstwertgefühl zu eintwickeln - nicht nur wie früher mit der restlichen Dorfjugend. Und viele haben nun so viele Wahlmöglichkeiten, dass sie damit nicht klar kommen und als „Übersprungshandlung“ nur die sinnlosen Möglichkeiten nutzen. Damit verstärken sie eigene Angst nur und begeben sich (im schlimmsten Fall) in einen Teufelskreis.

Zwingt man ihnen damit unbeabsichtigt den Gedanken auf, dass
es vielleicht gar keine Zukunft gibt, weil in durchaus
absehbarer Zeit sowieso alles zu Ende ist? Für jeden?

Wenn, dann zwingen sich die Leute solche Gedanken selber auf.

Also, nehmt’s mir bitte nicht übel, wenn ich mich undeutlich
ausgedrückt habe.

Macht, denke ich, keiner.

Viele Grüße,
JPL

Hallo auch nochmal,

also- ob im Inet speziell gegen das Thema angegangen wird, kann ich so nicht erkennen…vielleicht können junge Leute das einfach weniger gut hören und die meissten Inet-Nutzer werden doch eher jünger sein als älter!
Im Alltag- hat man oft einen repräsentativeren Durschnitt an Alter…und damit trifft man wohl auf mehr Reflektion zu diesem Thema.

Ansonsten- hat es vielleicht auch damit zu tun, daß man im direkten Gespräch viel mehr auf seine Gründe eingehen kann- erklären, diskutieren…das ist im Inet einfach nicht in der Ausführlichkeit möglich- ausserdem ist die Aufmerksamkeit bei vielen Lesern gar nicht wirklich gegeben.
Während man im direkten Gespräch seine Aufmerksamkeit auf vielen Ebenen entgegenbringt-- wird doch im Inet oft nur oberflächlich überflogen…was hingeschrieben und im nächsten Moment vergessen.

Oder hat das tiefere Gründe? Hat die Jugend eventuell Angst
davor, dass ihr Tun sinnlos sein könnte?
Hat die Jugend Angst vor dem eigenen Alter?

Zwingt man ihnen damit unbeabsichtigt den Gedanken auf, dass
es vielleicht gar keine Zukunft gibt, weil in durchaus
absehbarer Zeit sowieso alles zu Ende ist?

Also- als ich Jugendlich war- war es dann aber genauso!

Man sprach vom 3.Weltkrieg…von der Unmöglichkeit eine Ausbildungsstelle zu finden…die Umweltverschmutzung, die alles absehbar zerstört…-- das alles in „absehbarer Zeit“ zuende ist…das Gefühl konnte man schon vor über 20 Jahren erzählt bekommen-- wird also wohl heute auch nciht anders sein als damals…

kitty

Hallo RS Nemo,

Warum wird man eigentlich, speziell im Internet, immer
gleich so scharf angegangen, wenn man auch nur irgend etwas in
der Richtung verlauten lässt, dass früher eventuell irgendwas
besser gewesen sein könnte.

ich empfinde das nicht so und habe das Gefühl, dass du hier sehr selektiv wahrnimmst. Du bist ja einer der Älteren hier und tust dich nicht gerade leicht damit, Kritik zu empfangen. Von daher vermute ich, dass du es generell so empfindest, dass du scharf angegangen wirst, wenn du mal nicht recht hast.

Kann das sein?

Gruß,
Yasa

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Unkenruf
Hallo Nemo,

nichts für ungut, aber es ist eine nicht untypische Alterserscheinung, keine Kritik von Grünschnäbeln gelten lassen zu können, weil die angeblich ja noch Eierschalen hinter den Ohren haben.

Viele Grüße
Diana (nach Diktat verreist)

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Warum wird man eigentlich, speziell im Internet, immer gleich so scharf
angegangen, wenn man auch nur irgend etwas in der Richtung verlauten
lässt, dass früher eventuell irgendwas besser gewesen sein könnte.

Von der deutschen Gesamtbevölkerung sind rund 30 Prozent, also 21 Millionen über 14-Jährige, offline; sie nutzen das Internet gar nicht. Bei den Über-60-Jährigen liegt der Anteil der Offliner bei mehr als 70 Prozent (zum Vergleich: um 10 Prozent bei den 30–39-Jährigen). Der Offliner-Anteil ist am größten in zwei Gruppen von Mediennutzern, die als ›Häusliche‹ (»traditionelle Wertvorstellungen«) und ›Zurückgezogene‹ (»Bedürfnis nach Sicherheit und Harmonie«) bezeichnet werden.
(Alle Daten aus: Maria Gerhards & Annette Mende: Offliner – Ab 60-jährige Frauen bilden die Kerngruppe. Media Perspektiven 7/2009. Online: hier.)

Das bedeutet: Im Internet sind gegenüber der Gesamtgesellschaft erstens diejenigen unterrepräsentiert, die das Früher, von dem du sprichst, erlebt haben und dementsprechend eine (womöglich mildere) Meinung oder überhaupt eine Beziehung dazu haben; zweitens diejenigen, die eine grundsätzliche Skepsis gegenüber Neuerungen pflegen und positiv gefärbten Reflexionen über die Vergangenheit nicht abgeneigt sind. Wer nicht bloß mal das Wetter im Internet nachsieht, sondern sogar ein Forum nutzt, ist – zumal in deiner Altersgruppe – mit höherer Wahrscheinlichkeit jemand, der Veränderungen erst einmal aufgeschlossen gegenübersteht und sich als der Zukunft zugewandt sieht (bzw. in solchen Diskussionen womöglich auch dahingehend stilisieren will).

Dies mögen außerpersönliche Faktoren sein, die zu deiner Wahrnehmung beitragen.

Gruß
Christopher

Hallo Nemo,

dass früher alles besser war, diese Aussage hat mich schon als Kind gestört. Väterliche Miesepeterstimmung. Was soll man da als Heranwachsende mit anfangen?
Nun gehe ich auf die 60 zu und finde manches von früher besser aber manches auch nicht, dank einer gewissen Lebenserfahrung.
Das Gute an unserer heutigen Zeit sind die Auswahlmöglichkeiten, nämlich dann wenn das gute Alte neben dem innovativem Neuen bestehen bleiben darf. Ich kann ein Handy benutzen muss aber nicht.
Schlecht ist es, wenn Das von früher unwiederbringlich weg ist. Das ist der Lauf der Zeit und der Welt, oft eine ziemlich traurige Tatsache. Ich denke da ein verschwindende Resourcen, Arten von Lebewesen, Gesunderhaltung von Natur und Umwelt.
Dennoch möchte ich die Zeit nicht zurückdrehen können, denn Vieles von früher (ich denke an politische und sozialgesellschaftliche Gegebenheiten) finde ich einfach nur schrecklich. Gut, dass sich so Manches besonders mittels Gesetze verändert hat. Die Gesellschaft ist in einigen Bereichen klüger geworden, das sollte man ebenfalls wertschätzen.
Mir ist es wichtig eine positve Grundhaltung zu haben, denn dann lassen sich Diskussionen konstruktiver gestalten, als wenn man Veränderungen, für die die junge Generation verantwortlich ist, generell schlecht macht und sie mit früher vergleicht.
Grüße
oppo

ich empfinde das nicht so und habe das Gefühl, dass du hier
sehr selektiv wahrnimmst. Du bist ja einer der Älteren hier
und tust dich nicht gerade leicht damit, Kritik zu empfangen.
Von daher vermute ich, dass du es generell so empfindest, dass
du scharf angegangen wirst, wenn du mal nicht recht hast.

Hallo Yasa.

Wenn die Kritik an einer meiner Aussagen sachlich ist und sachlich bleibt, habe ich damit eigentlich wenig Schwierigkeiten.
Natürlich habe ich lieber Recht als Unrecht, aber wer hat das nicht?

Schwierigkeiten bereiten mir Aussagen a la: Du hast keine Ahnung; du hast ein komisches Menschenbild; du alter Sack; usw.

Oder eben auch die pure Aussage, „Du hast Unrecht“ ohne Fakten, die das belegen.

Gruß, Nemo.

Igrendwie verstehe ich dich so, dass alle anderen
verantwortlich sind, dass du dich schlecht fühlst,
richtig so???

Hallo Regards.

Du wirst lachen, ich fühle mich ausgezeichnet. :smile:

Du verstehst vielleicht den Sinn dieses Brett’s ein wenig falsch?

Hier fragt man auch (viel zu selten!) wegen psychologischer Phänomene, die einen einfach interessieren.

Um es mal einfach zu sagen: Dies ist kein reines „Hilfe, mir geht’s schlecht!“- Brett.

Gruß, Nemo.

Hallo Christopher.

Danke für diese aufschlussreichen Daten.

Gruß, Nemo.

Hi Nemo!

Sagtest du nicht, du hättest so eine junge Lebensgefährtin? Warum fragst du denn die nicht?

Und davon abgesehen hast du hier doch mal verlautbart, dass sie dich so jung hält. Das scheint in Bezug auf deine Fragen ja nicht hinzuhauen. Oder wolltest du uns nur wissen lassen, was für’n Hengst du noch bist?

LiebeGrüßeChrisTine

Hallo Kitty.

Danke für deine Antwort. Ich bin in vielem deiner Meinung, nur, das hier:

Zwingt man ihnen damit unbeabsichtigt den Gedanken auf, dass
es vielleicht gar keine Zukunft gibt, weil in durchaus
absehbarer Zeit sowieso alles zu Ende ist?

Also- als ich Jugendlich war- war es dann aber genauso!

…habe ich etwas anders gemeint.

Wir wissen ja, dass wir alle sterben müssen. Und verdrängen diesen Gedanken oft, weil wir in unserer Gesellschaft nichts anderes gelernt haben.

Niemand will alt sein!

Haben also die Jungen vielleicht eine unbestimmte Abneigung gegen die Alten, weil die sie an den eigenen Tod erinnern?
Weil die ihnen allzu deutlich vor Augen führen, dass sie selber mal so werden?

Gruß, Nemo.