Hi,
du wirst immer etwas finden können, was nicht perfekt ist. Vor allem aber war das früher auch so. Man darf nicht aus „heute ist es nicht perfekt“ auf „früher ar es besser“ schließen, weil es ein falscher Umkehrschluß ist.
In den USA gab es beispielsweise 1992 dreizehn Infektionen und
zwei Todesfälle. Anfang 2008 brach auch in Madagaskar die Pest
aus, 18 Menschen fanden dabei den Tod. Gut, das ist nicht
hier, aber auch nicht soo weit weg, wo wir doch heute überall
hin reisen können.
Nun, und „früher“ hätte es 3 mal so viele Tote und 8 Ausbruchsherde mehr gegeben - ist die Zeit früher deswegen besser?
Von der zunehmenden Antibiotika-Resistenz will ich hier nicht
sprechen.
Das ist tatsächlich ein Problem, das wir uns herangezüchtet haben. Da erleben wir gerade die Spitze, genauso wie beim Ozonloch. Das war früher tatsächlich besser, aber diese Sorgen werden wir nicht los, wenn wir die Hnde in den Schoß legen und „früher war alles besser“ beten.
Jep! Dafür krepieren jetzt immer mehr elend im Altersheim.
Ohne irgend jemand, der sich um sie kümmert, außer
unterbezahltem, gehetztem Pflegepersonal.
Immerhin kommen sie bis ins Altersheim. Früher war so eine Institution gar nicht nötig, weil die Menschen eine viel kürzere Lebenserwartung hatten. Das sollte man nicht unter den Tisch kehren.
Was sie mit dieser verlängerten Lebenszeit anfangen ist allerdings ihre Sache.
Viele, die sich das auch bei uns nicht leisten können. Und
Horizont erweitern? Vielleicht 5%, der Rest liegt irgendwo am
Strand, säuft und frisst.
Das liegt aber in der Verantwortung von jedem selbst. wenn er die Möglichkeiten nur dazu nutzt braucht er auch nicht darüber zu jammern, dass früher alles besser war, denn er nutzt die Möglichkeiten in dem Fall weder verantwortungsbewusst noch sinnvoll noch völlig. Und man kann auch für kleines Geld in die Welt kommen.
Tourismus ist fast auf der ganzen
Welt gleich. Abzocke, sonst nichts.
? Keine ahnung wie du deine Reisen planst, aber ohen Aufwand kommt man natürlich nicht bis nach China. Das war früher aber auch nciht anders.
Hm, das müsstest du mir genauer erklären. Man kann Aids
vermeiden, wenn man aufgeklärt ist und genügend Geld hat.
Nun ja, Kondome kosten jetzt nicht die Welt.
Viele "Drittweltländer können das offenbar nicht.
das oft einen anderen Hintergrund, der kulturell bedingt ist: Pille verboten, Kinder gelten immer noch als Reichtum und wenn man AIDS hat soll man einer Jungfrau beischlafen um den „bösen Geist“ los zu werden.
Vögeln ohne Angst vor Aids kann man auch heute,
Ja, aber eben nur mit Kondom.
Na und? Dann eben mit. wenn man schon so unbedingt und sofort ran will, ist das ja kein hoher Preis für seine eigene Gesundheit und die des anderen.
Verantwortungsbewusstsein.
Früher gabs dann öfter mal Schwangerschaften, was dann Probleme aller Art nach sich zog.
Du hast sicher recht, dafür gibt’s heut halt auch viel mehr
Autos. War früher Auto fahren manchmal die reine Lust, so ist
es heute oft nur noch Stress.
Das Autofahren damals war vllt besser (mit 100 über die autobahn… wow!), denn schnelle Autos konnten sich nur die reichen leisten; aber das AUTO war früher nicht besser.
Und genussvoll fahren kann man heute auch noch.
Stimmt, aber ersetze bitte mal Cholesterin durch allgemeine
Schad- und Lebensmittelzusatzstoffe. Oder durch
Genmanipulation.
Schadzusatzstoffe?
Auch hier tut sich etwas in dir ridhtige Richtung. Noch nicht genug, aber früher hat man eben alles Exxx reingekloppt - heute nicht mehr.
Genmanipulation … ein leidiges Thema, das leider genauso populistisch wie falsch in Szene gesetzt wird.
Ohne die Diskussion über rote/grüne/weiße Gentechnik jetzt anzufachen hier ein interessantes paper über den „Wissensstand“ der (schweizer) Bevölkerung: http://scx.sagepub.com/content/early/2010/07/01/1075…
Kurzum: auch hier wird dir nichts schlimmes untergejubelt, denn im Gegensatz zu Contagan und DDT wird jetzt druchaus untersucht, was das für Auswirkungen haben könnte.
Ja, den gab es auch vor dem zweiten Weltkrieg und vor dem
ersten. Und vor dem Deutsch-Französischen.
Hat nur jeweils nicht sehr lang gedauert. Woher nimmst du
deine Zuversicht?
Dass eben schon 65 Jahre seit dem letzten großen vergangen sind, denke ich mal. Ist es nicht eh besser, sich über jeden Tag Frieden zu freuen, als in ständiger Angst vor dem nächsten Krieg? damit kann man sich das Leben auch schwer machen. Ich meine damit nicht, dass man die Zustände im Kongo, Afghanistan,… ignorieren soll, aber zumindest aus der eigenen Sicherheit versuchen kann, diese für andere zu erreichen.
Dass niemand mehr an einer ekelhaften Krankheit stirbt.
Viele ekelhafte Krankheiten von einst sind heute heilbar.
Jo, dafür gibt’s dann neue.
Dafür können wir wirklich nichts. Das liegt im evolutionären Verlauf. Hätte man z.B. seit 1950 sich zurückgelehnt und gemäß „früher war alles besser“ keine Froschung mehr betrieben, hätten SARS und AIDS uns wohl noch viel übler erwischt.
Verhungern nicht, das stimmt, in Existenzangst leben dafür
umso mehr.
Da ist es aber jedem selbst überlassen, wie er seine Existenz wahrnimmt und waraus er eine Angst ableitet.
Man darf auch hier nicht den Fehler begehen und aus einer steigenden Zahl von Psychologischen Beratungen schlußfolgern, dass es früher keine derartigen Störungen gab. vieles wurde eben einfach unter „das macht man so“ und kulturellen Vorgaben totgeschwiegen oder verdrängt.
Auch da geb ich dir Recht. Möglich allerdings wäre eine
deutliche Arbeitszeitverkürzung auch heute schon, aber dazu
müssten wir unsere materialistische Grundeinstellung ändern.
Das kann nicht im Sinne derer sein, die sich daran bereichern.
Doch. Jeder Angestellte ist ja ein labiles System - ein Roboter nicht. Damit lässt sich viel mehr Umsatz erwirtschaften. Dennoch wäre eine weniger materialistische Welt noch schöner.
Sollte, statt Breitwand und 3D nicht unser oberstes Ziel sein,
die Armut und den Hunger zu bekämpfen? Die gibts nämlich auch
bei uns.
Mal sehr populistisch gefragt?
Stimmt schon. aber zuerst muss man das ja den Leuten erzählen, dass es dort dieses und jenes Problem gibt. Das geht auch ohne 3D und Breitwand. Wenn einer das aber hat, dann hat er das eben. Helfen kann er ja trotzdem - oder gerade deswegen.
Das war die eigentliche Frage: Woher nimmst du diesen Glauben,
der sicher sehr hilfreich ist?
Eben daraus, dass sich Leute Gedanken machen, wie man es besser machen kann/könnte udn diese Ideen (zwar langsam, aber immerhin) umgesetzt werden.
(populistischer Vergleich: Wenn du lieber wider ein Plumpsklo auf dem hof haben willst und die Meinung der Verkäufer gut fandest, dass Schuhe unbequem sein müssen, du lieber alles pökelst anstatt es in den Kühlschrank zu legen, wenn du wichtige Infos lieber zu spät per Brief bekommen möchtest [wenn überhaupt], wenn jede Missernte des nächsten Bauern auch einen hungrigen Winter für dich bedeuten sollte,… dann war früher ‚besser‘)
Wie gesagt, auch heute ist lange nicht alles perfekt, insgesamt aber schon besser.
Tendenziell neigen Leute die früher alles besser fanden dazu heute die Hände in den Schoß zu legen und nicht daran zu arbeiten, dass es noch besser wird oder wenigstens so gut bleibt wie es war.
Und warum reagierst du, wie viele Andere so gereizt, wenn man
sowas mal anzweifelt?
Gereizt ist hier eigentlich keiner…?
(Geh mal ins parabrett, dann weißt du was gereizt bedeutet
)
Grüße,
JPL