Gute Idee oder doch bleiben lassen ?

Hallo,
In Kurzform hier mein Problem/ Idee.
1.) Existenzgründung probleme mit der ursprünglichen Idee.
2.) Seit einiger Zeit Umorientierung. Leichte Erfolge.
Nun stellt sich die Frage: Weiterverfolgen oder lieber aufhören ?
Ladengeschäft/ Werkstatt: ich fertige von der Einladungskarte bis zum Dankeschön, Geldgeschenke, Gutscheine, Geburtstags - Und Traukerzen und viele andere Dinge an die ein Fest zu etwas besonderem machen.
Braucht der Mensch sowas ? Wie erweitere ich meinen Kundenkreis (Zielgruppe Brautpaare kommt nur einmal)
Stelle auf Messen und Kunsthandwerker-Märkten aus, aber der Rücklauf ist nicht gut.
Gibt es Online Austauschmöglichkeiten mit anderen Gründern?
Wie ist meine Idee ?

Danke Gruß Gudrun

kann es sein, dass das Posting ein klein wenig…
Hallo …

kann es sein, dass das Posting ein klein wenig wirr und durcheinander rüberkommt, oder empfinde nur ich das so?

Ich kann nicht so ganz erkennen, was tatsächlich schon gemacht wird und was hinzuzunehmen angedacht ist und hier zur Diskussion gestellt wird.

Auch stellt sich mir die Frage, welcher Hintergrund (Ausbildung) vorliegt und was mit der Gründung beabsichtigt ist (Voll- oder Nebenerwerb).

MfG
BEBOUB

Hi Gudrun,
egal, um was es geht.
Bei einem eigenen Laden sollte man immer zuerst überlegen,
ob man selbst Stammkunde wäre, und wenn ja, warum?
Dann in Gedanken den ganzen Verwandten-, Freunde-, Kollegen-
kreis durchgehen. Würden die in so was Stammkunde sein,
wenn ja, warum?
Dann: Handelt es sich um Dinge, die jeder braucht, auch
wenn er kein Geld für Luxus übrig hat? Kann sich jeder das
Zeug/die Dienstleistung erlauben?
Wenn du alles bejahen kannst wird das Ding -sofern du keine
Konkurrenz hast, die billiger ist bzw besseren Service als
du leistet- praktisch zum Selbstläufer.
Wenn aber nur du bzw nur wenige aus deinem Bekanntenkreis
deinen Service regelmäßig -möglichst mehrmals pro Woche-
nutzen würden, dann wirds schon schwierig. Wenn dein Betrieb
praktisch keine Kosten hat (eigenes Gebäude, wenig Strom,
sonstige Auslagen, und nur du zu bezahlen bist) kannst du
den Betrieb notfalls „nebenher“ machen.
Ein Laden, der überteuert ist, bekommt auf Dauer keine
Stammkundschaft (und die sind ja in absehbarer Zeit deine
wichtigsten Kunden). Gute Werbung allein macht noch keinen
guten/effektiven Laden…
LG
D

Hallo!

Handelt es sich um Dinge, die jeder braucht, auch
wenn er kein Geld für Luxus übrig hat? Kann sich jeder das
Zeug/die Dienstleistung erlauben?
Wenn du alles bejahen kannst wird das Ding -sofern du keine
Konkurrenz hast, die billiger ist bzw besseren Service als
du leistet- praktisch zum Selbstläufer.

Obwohl ich der Fragestellerin noch keine fertig formulierte Hilfe geben kann, halte ich Deinen Hinweis, der letztlich auf die Billigschiene hinaus läuft, für Gründer ungeeignet. Billiger als andere Anbieter zu sein und Sachen anzubieten, die sich jeder leisten kann, ist das Konzept von Aldi. Vergiß es einfach, mit niedrigpreisigen Jedermannwaren als i. d. R. kapitalschwacher Existenzgründer auf einen grünen Zweig kommen zu wollen.

Für ein Ladengeschäft braucht ein Gründer ein Angebot mit deutlichen Alleinstellungsmerkmalen in seinem Einzugsgebiet. Das Angebot muß so gestaltet sein, daß weder große Ladenketten, noch Versand- oder Ebay-Händler eine Konkurrenz sind. Mit anderen Worten: Der niedrige Preis darf nicht das Verkaufsargument sein. Neben einem Deichmann-Laden eröffnet man keine Schuhgeschäft mit dem man versucht, Preise zu unterbieten. Dort kann man einen Schuhladen aufmachen, der Schuhe ab Größe 46 aufwärts anbietet, Schuhe für erwachsene Frauen, die anderweitig auf Kinderschuhe ausweichen müssen oder man bietet Maßschuhe im 4stelligen Preisbereich an. Wenn es schon einen Elektromarkt mit Toastern für 10 € gibt, versucht man tunlichst nicht, dem Branchenriesen mit Toastern für 9 € das Fürchten zu lehren. Man wählt eine ganz andere Zielgruppe und verkauft Edeltoaster für 1.000 € das Stück. Sowas kann Spaß machen und seinen Mann ernähren, während das überlaufene Normalo-Billigsegment nur Kampf und Krampf ist.

Vergiß also den Massenmarkt und vergiß Verkauf über den Preis. Damit können sich Tschibo, Lidl und Metro amüsieren, aber keine Gründer.

Gruß
Wolfgang

Hallo,
mit den Punkten (1. und 2.) habe ich so meine Verständnisprobleme. Zum
Rest kann ich sagen … Ich würde es bleiben lassen. Die Klientel ist
zu klein, um damit einen Laden zu betreiben. Wenn, ja wenn man davon
leben muss oder einigemaßen Unkosten abfedern. (Bei mir im Dorf gibt es
auch einen Geschenkverpackungsladen, praktisch ohne Kundschaft, aber
das ist wohl auch nicht so wichtig.) Für mich ist diese Dienstleistung
zu speziell. Viele wollen das eben gerade selbst machen. Die meisten
aber wollen nicht so viel Geld für Dinge anbieten, „die ja der Neffe
auch machen könnte, gell Hansi, Du bastelst doch gerne …“ Der Einsatz
von Werbemitteln würde sich im Verhältnis zu der gewonnenen Kundschaft
nicht lohnen. Wenn, dann Eventmanagement für Firmen, aber das ist schon
wieder eine andere Schiene.
LG
Richard

Hallo Gudrun,

wie meinen Vorschreibern wurde auch ich aus Deinem Ausgangsposting nicht so recht schlau. Ich hab mir dann mal eine Homepage angeschaut und nun bin ich schlauer :wink:

Wie ist meine Idee ?

Gut, aber unausgegoren, würde ich sagen…

Aber zunächst mal eine Frage: ist das Dein einziges Standbein, oder ist das Hobby bzw. ein finanzkräftiger Gemahl im Hintergrund? Wenn Du davon Deinen Broterwerb (plus Miete - und wie ich verstehe liegt die Werkstatt ja halbwegs zentral) bestreiten willst wird’s schwieriger. Hast Du denn schon Erfahrungswerte, wie sich das finanziell ausgeht? Ich bin ja diesbezüglich blutigster Laie, aber was ich so an Preisen gesehen habe, lässt sich’s davon nicht üppig leben, insbesondere wenn sich die Kunden nicht die Klinke in die Hand geben - was sie offensichtlich nicht tun, denn sonst würdest Du hier nix schreiben. Bezüglich „Finanzkonzept“ und ähnlichem kenne ich mich gar nicht aus, aber solltest Du sowas noch nicht haben, täte ich das mal eines machen.

Ein paar Ideen, fachlicher Art:

  1. Generell wäre es vielleicht nett, wenn Du einen „Rundum-Service“ anbieten würdest.
    Also bei einer Hochzeit von der Einladung über Tisch- Menükarten, Kirchenablaufsplan bis zur Danksagung. Eventuell plus noch Tisch- und Blumenschmuck.
    Beim Kindergeburtstag kannst Du ja die Kinder abholen und Deinen Kuchen und Kakao servieren. Genauso kannst Du eine „Vollbetreuung“ der Kiddies anbieten, so dass vielleicht ein Elter als Begleitung reicht.

  2. Geh aus der Werkstatt raus zu den Leuten.
    Volkshochschule: „Kreative Grusskarten - 3 Abende - 100 Euro plus 10 Euro Material“ oder sowas
    Kindergärten: Du wirst als „freie Basteltante“ engagiert.
    Dito für Kindergeburtstage
    Dito für Altersheime.
    Dito für gelangweilte Damenkränzchen.
    Dito für Kichengemeinden die was tolles für den nächsten Bazar brauchen.

  3. Nutze das Internet
    Mach doch ein Sortiment von „Standardkarten“ wo man nur noch den Namen eintragen muss und verschick das.

  4. Geschenkeservice
    Die Sache mit den Geschenkkörben ist ausbaufähig. Vielleicht kannst Du auch hier ein Standardprogramm haben „Hannover’sche Leckereien“ oder sowas? Für 50, 100 oder 150 Euro per Post am nächsten Tag im Haus oder so? Das ganze auch noch auf Jahrgänge spezialisiert (mit Zeitung aus dem Geburtsjahr, Wein aus dem Geburtsjahr etc.). Oder ganz „individuell“ für die diabeteskranke Omma genauso wie für den senilen Scheffe.

Das alles fiel mir so spontan ein - ob es Dir weiterhilft ahne ich natürlich nicht :wink:

*wink*

Petzi

PS:
Au wei, ich werde senil, ich hab noch was vergessen:
5) Verkauf doch das Bastelzeug (also Zeug wie Karton, Stempel etc.). Wenn Du wirklich gutes Bastelzubehör im Angebot hast plus Anleitung kommen sicher auch ein paar Leute vorbei :wink:

Hi Wolfgang,

Hallo!

Handelt es sich um Dinge, die jeder braucht, auch
wenn er kein Geld für Luxus übrig hat? Kann sich jeder das
Zeug/die Dienstleistung erlauben?
Wenn du alles bejahen kannst wird das Ding -sofern du keine
Konkurrenz hast, die billiger ist bzw besseren Service als
du leistet- praktisch zum Selbstläufer.

Obwohl ich der Fragestellerin noch keine fertig formulierte
Hilfe geben kann, halte ich Deinen Hinweis, der letztlich auf
die Billigschiene hinaus läuft, für Gründer ungeeignet.

Oh nein, auf die Billigschiene lief es nicht hinaus. Ein Laden,
der ne spezielle Dienstleistung anbietet, kann auch teuer an-
bieten. Aber guck dir mal genau an, was die Dame zu bieten
hat. Sorry, ich wohn aufm Land, da hab ich solche Läden mehr
als nur einmal pleite gehen sehen, selbst wenn keine Ladenmiete
oder sonstige Kosten zu zahlen waren. In größeren Orten, wo es
verschiedene Anbieter für für ein Produkt gibt, hab ich den
Service, den Gudrun anbieten will, schon im Kaufpreis drin.
Egal, ob es sich um ein Einkaufscenter oder um ein kleines
Fachgeschäft handelt.

Billiger als andere Anbieter zu sein und Sachen anzubieten,
die sich jeder leisten kann, ist das Konzept von Aldi. Vergiß
es einfach, mit niedrigpreisigen Jedermannwaren als i. d. R.
kapitalschwacher Existenzgründer auf einen grünen Zweig kommen
zu wollen.

Bei Aldi bekomm ich auch nicht alles, was ich will.

Für ein Ladengeschäft braucht ein Gründer ein Angebot mit
deutlichen Alleinstellungsmerkmalen in seinem Einzugsgebiet.
Das Angebot muß so gestaltet sein, daß weder große
Ladenketten, noch Versand- oder Ebay-Händler eine Konkurrenz
sind. Mit anderen Worten: Der niedrige Preis darf nicht das
Verkaufsargument sein. Neben einem Deichmann-Laden eröffnet
man keine Schuhgeschäft mit dem man versucht, Preise zu
unterbieten. Dort kann man einen Schuhladen aufmachen, der
Schuhe ab Größe 46 aufwärts anbietet, Schuhe für erwachsene
Frauen, die anderweitig auf Kinderschuhe ausweichen müssen
oder man bietet Maßschuhe im 4stelligen Preisbereich an. Wenn
es schon einen Elektromarkt mit Toastern für 10 € gibt,
versucht man tunlichst nicht, dem Branchenriesen mit Toastern
für 9 € das Fürchten zu lehren. Man wählt eine ganz
andere Zielgruppe und verkauft Edeltoaster für 1.000 €
das Stück. Sowas kann Spaß machen und seinen Mann ernähren,
während das überlaufene Normalo-Billigsegment nur Kampf und
Krampf ist.

ich dachte, das ist klar mit dem Argument, dass ich mich nicht
neben einem Konkurrenten platziere, der möglicherweise sogar
noch billiger ist oder nen besseren (dazu zähl ich auch umfang-
reicheren) Service bietet.

Vergiß also den Massenmarkt und vergiß Verkauf über den Preis.
Damit können sich Tschibo, Lidl und Metro amüsieren, aber
keine Gründer.

Sowieso, damit legt man sich sowieso besser nicht an.
Aber was nützt mir ein Angebot, das niemand braucht bzw das
bei andern, auch Einzelunternehmen, schon im Preis drin ist?
Schuhe/Elektorgeräte sind nicht Verpackung/Grußkarten.
Schuhe braucht jeder, auch die, die „auf großem Fuß“ leben.
Elektrogeräte kann ich entweder bei MM kaufen (ohne Service)
oder beim kleinen Händler nebenan, der mir das Ding noch
kostenlos liefert/anschließt. Aber ich würde mit dem Zeug,
wenn ich es verschenken wollte, nicht noch dutzende von km
fahren oder Parkgebühren extra zahlen, damit man mir ein
Kofferradio fürs Patenkind dekorativ einpackt bzw ein
Namenschildchen drankklatscht. Kerzen bekomm ich entweder
übern Pfarrer, der das Ding beim Hersteller mit individuellem
„Aufdruck“ herstellen lässt oder in nem speziellen Laden,
der sich auf Kerzenherstellung spezialisiert hat. Aber
ne Kerze von einem Laden zum andern zu schleifen, nur damit
noch was geändert werden kann, das ist mir definitiv zu doof.
Dazu kommt noch die Kostenfrage.
Noch ne Frage speziell an dich:
Wie oft pro Woche würdest du so einen Laden aufsuchen, um
sein Angebot zu nutzen?
Also ich, wenn überhaupt max so 2 - 3 mal pro Jahr…

Gruß

danke, retour

Wolfgang

D