Hi Wolfgang,
Hallo!
Handelt es sich um Dinge, die jeder braucht, auch
wenn er kein Geld für Luxus übrig hat? Kann sich jeder das
Zeug/die Dienstleistung erlauben?
Wenn du alles bejahen kannst wird das Ding -sofern du keine
Konkurrenz hast, die billiger ist bzw besseren Service als
du leistet- praktisch zum Selbstläufer.
Obwohl ich der Fragestellerin noch keine fertig formulierte
Hilfe geben kann, halte ich Deinen Hinweis, der letztlich auf
die Billigschiene hinaus läuft, für Gründer ungeeignet.
Oh nein, auf die Billigschiene lief es nicht hinaus. Ein Laden,
der ne spezielle Dienstleistung anbietet, kann auch teuer an-
bieten. Aber guck dir mal genau an, was die Dame zu bieten
hat. Sorry, ich wohn aufm Land, da hab ich solche Läden mehr
als nur einmal pleite gehen sehen, selbst wenn keine Ladenmiete
oder sonstige Kosten zu zahlen waren. In größeren Orten, wo es
verschiedene Anbieter für für ein Produkt gibt, hab ich den
Service, den Gudrun anbieten will, schon im Kaufpreis drin.
Egal, ob es sich um ein Einkaufscenter oder um ein kleines
Fachgeschäft handelt.
Billiger als andere Anbieter zu sein und Sachen anzubieten,
die sich jeder leisten kann, ist das Konzept von Aldi. Vergiß
es einfach, mit niedrigpreisigen Jedermannwaren als i. d. R.
kapitalschwacher Existenzgründer auf einen grünen Zweig kommen
zu wollen.
Bei Aldi bekomm ich auch nicht alles, was ich will.
Für ein Ladengeschäft braucht ein Gründer ein Angebot mit
deutlichen Alleinstellungsmerkmalen in seinem Einzugsgebiet.
Das Angebot muß so gestaltet sein, daß weder große
Ladenketten, noch Versand- oder Ebay-Händler eine Konkurrenz
sind. Mit anderen Worten: Der niedrige Preis darf nicht das
Verkaufsargument sein. Neben einem Deichmann-Laden eröffnet
man keine Schuhgeschäft mit dem man versucht, Preise zu
unterbieten. Dort kann man einen Schuhladen aufmachen, der
Schuhe ab Größe 46 aufwärts anbietet, Schuhe für erwachsene
Frauen, die anderweitig auf Kinderschuhe ausweichen müssen
oder man bietet Maßschuhe im 4stelligen Preisbereich an. Wenn
es schon einen Elektromarkt mit Toastern für 10 € gibt,
versucht man tunlichst nicht, dem Branchenriesen mit Toastern
für 9 € das Fürchten zu lehren. Man wählt eine ganz
andere Zielgruppe und verkauft Edeltoaster für 1.000 €
das Stück. Sowas kann Spaß machen und seinen Mann ernähren,
während das überlaufene Normalo-Billigsegment nur Kampf und
Krampf ist.
ich dachte, das ist klar mit dem Argument, dass ich mich nicht
neben einem Konkurrenten platziere, der möglicherweise sogar
noch billiger ist oder nen besseren (dazu zähl ich auch umfang-
reicheren) Service bietet.
Vergiß also den Massenmarkt und vergiß Verkauf über den Preis.
Damit können sich Tschibo, Lidl und Metro amüsieren, aber
keine Gründer.
Sowieso, damit legt man sich sowieso besser nicht an.
Aber was nützt mir ein Angebot, das niemand braucht bzw das
bei andern, auch Einzelunternehmen, schon im Preis drin ist?
Schuhe/Elektorgeräte sind nicht Verpackung/Grußkarten.
Schuhe braucht jeder, auch die, die „auf großem Fuß“ leben.
Elektrogeräte kann ich entweder bei MM kaufen (ohne Service)
oder beim kleinen Händler nebenan, der mir das Ding noch
kostenlos liefert/anschließt. Aber ich würde mit dem Zeug,
wenn ich es verschenken wollte, nicht noch dutzende von km
fahren oder Parkgebühren extra zahlen, damit man mir ein
Kofferradio fürs Patenkind dekorativ einpackt bzw ein
Namenschildchen drankklatscht. Kerzen bekomm ich entweder
übern Pfarrer, der das Ding beim Hersteller mit individuellem
„Aufdruck“ herstellen lässt oder in nem speziellen Laden,
der sich auf Kerzenherstellung spezialisiert hat. Aber
ne Kerze von einem Laden zum andern zu schleifen, nur damit
noch was geändert werden kann, das ist mir definitiv zu doof.
Dazu kommt noch die Kostenfrage.
Noch ne Frage speziell an dich:
Wie oft pro Woche würdest du so einen Laden aufsuchen, um
sein Angebot zu nutzen?
Also ich, wenn überhaupt max so 2 - 3 mal pro Jahr…
Gruß
danke, retour
Wolfgang
D