Guter Finanzberater?

Wie kann ich beurteilen, ob ich einen guten Finanzberater habe? Ich spreche nicht von Seriosität - dazu hat die Stiftung Warentest genug Tipps gegeben. Aber wann ist ein Finanzberater GUT?

Mein Ziel ist es (natürlich) bei Renteneintritt möglichst viel Geld auf der hohen Kante zu haben, um unbesorgt leben zu können. Außerdem wird evtl. irgendwann auch das Thema Hauskauf aufkommen.

Gibt es Tipps? Richtlinien? Nur auf mein Bauchgefühl mag ich micht nicht verlassen - denn dann kann ich erst bei Renteneintritt erkennen, ob er gut war.

Danke für Infos

Gibt es Tipps?

Es sollte ein unabhängiger Berater sein.

Guten Tag Anna,
der einschätzung von jocki - so kurz sie auch sein mag - stimme ich auch ein Stück weit zu. Unabhängigkeit ist eine wesentliche Voraus-
setzung, um ein gutes Produkt auch tatsächlich an den Mann zu bringen.
Allerdings liegt da schon der Hase im Pfeffer.
Viele von denen, die behaupten, unabhängig zu arbeiten, tun es in Wahrheit nicht. Weil sie von den Provisionen für die Verträge leben,
die sie vermitteln. Hinzu kommt, dass Unabhängigkeit - so sie wirklich
gegeben sein mag - nicht davor bewahrt, Produkte nicht oder falsch zu verstehen und deswegen Unfug zu veranstalten.
Der beste unabhängige Berater in diesen Dingen ist nach meiner festen
Überzeugung der Kunde selbst, der mit einem Mindestmaß von gesundem
Menschenverstand und Disziplin ausgestattet seine Angelegenheit selbst in die Hand nimmt. Das bewahrt in davor, Dinge einzukaufen, die er nicht versteht oder bei denen er den Eindruck hat, dass der Vermittler
selbst nicht weiß, wo die Glocken hängen.
Gruß
Günther

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Aber wann ist ein Finanzberater GUT?

Das ist das Problem mit den Dienstleistern. Wann ist ein Rechtsanwalt, ein Steuerberater, ein Zahnarzt GUT ?

Ich würde mich im Freundeskreis umhören, wer mit welchem Berater gute Erfahrungen gemacht hat.

Hallo Anna,

Gibt es Tipps? Richtlinien? Nur auf mein Bauchgefühl mag ich
micht nicht verlassen - denn dann kann ich erst bei
Renteneintritt erkennen, ob er gut war.

Du kannst ja schon vor Renteneintritt immer wieder einmal die Performance überprüfen. Übrigens, ganz nebenbei: Ein guter Finanzberater oder Fondsmanager muss meiner Meinung nach nicht besser als der DAX oder irgendein anderer Index sein. Er muss mindestens so gut wie der DAX und mindestens so gut wie ein Sparbuch sein, je nachdem was von beiden höher ist. Verlust machen kann ich auch selber, dazu brauche ich keine Hilfe :wink:

Jemand, der „nur“ 5% verliert, wenn der DAX 10% verliert, ist meiner Meinung nach trotzdem ein schlechter Berater bzw. Manager, denn wenn ich das Geld in der Zeit aufs Sparbuch gepackt hätte, dann hätte ich immerhin 3 oder 4% Zinsen bekommen.

Ansonsten stimmt es schon: Es ist nicht so einfach, Dienstleister zu beurteilen. Ob sie gut waren, weiß man dann erst hinterher.

Hast du eigentlich die Möglichkeit, jederzeit einzugreifen? Ich meine, wenn dein Finanzberater etwas macht, das dir nicht gefällt, kannst du dann gegensteuern?

Schöne Grüße

Petra

Hallo Anna,

Gibt es Tipps? Richtlinien? Nur auf mein Bauchgefühl mag ich
micht nicht verlassen - denn dann kann ich erst bei
Renteneintritt erkennen, ob er gut war.

Du kannst ja schon vor Renteneintritt immer wieder einmal die
Performance überprüfen. Übrigens, ganz nebenbei: Ein guter
Finanzberater oder Fondsmanager muss meiner Meinung nach nicht
besser als der DAX oder irgendein anderer Index sein. Er muss
mindestens so gut wie der DAX und mindestens so gut wie ein
Sparbuch sein, je nachdem was von beiden höher ist. Verlust
machen kann ich auch selber, dazu brauche ich keine Hilfe :wink:

Jemand, der „nur“ 5% verliert, wenn der DAX 10% verliert, ist
meiner Meinung nach trotzdem ein schlechter Berater bzw.
Manager, denn wenn ich das Geld in der Zeit aufs Sparbuch
gepackt hätte, dann hätte ich immerhin 3 oder 4% Zinsen
bekommen.

Legst Du die Benchmark im voraus fest oder hinterher?
Wenn Du die Benchmark im voraus festlegst, sind Deine Bedingunge nur mit präkognitiven Gaben des Vermögensverwalters zu erfüllen.
Legst Du die Benchmark hinterher fest, ist dies nicht seriös.

Ansonsten stimmt es schon: Es ist nicht so einfach,
Dienstleister zu beurteilen. Ob sie gut waren, weiß man dann
erst hinterher.

Hast du eigentlich die Möglichkeit, jederzeit einzugreifen?
Ich meine, wenn dein Finanzberater etwas macht, das dir nicht
gefällt, kannst du dann gegensteuern?

Schöne Grüße

Petra

Gruss Roland

Hallo Anna,

ich gebe gerne immer wieder bei solchen Fragen den Tipp, den Berater am Tisch einige einfache und wichtige Aufgaben rechnen zu lassen, bspw. ich möchte gerne 100 Euro monatlich anlegen, bei 6% „Rendite“ wieviel Kapital kommt nach 30 Jahren und 6 Monaten raus.
Bei dieser Aufgabe werden direkt am Tisch oder Tresen sofort 95% der Berater auf Anhieb (meist nicht mal einen finanzmathematischen Rechner zur Hand…) kapitulieren.
Dann bilde Dir selbst eine Meinung, wem Du Fachkompetenz was Deine Altersvorsorgeberechnung angeht zusprechen möchtest.

LG Jens

Hallo Anna,

leider ist Deine Frage nicht einfach so zu beantworten. Es scheitert wohl schon daran, dass „gut“ nicht eindeutig definiert ist und vollkommen unterschiedlich empfunden wird.

Aus meiner Sicht ein paar Anregungen, was er tun bzw. nicht tun sollte (ohne Anspruch auf Vollständigkeit):

  • Er (ggf. natürlich auch „sie“) muss in seiner Entscheidung, was er Dir empfiehlt, frei von Vorgaben übergeordneter Stellen sein.
    Damit fallen Bankangestellte und Ausschließlichkeitsvertreter großer Versicherungen / Vertriebe von vornherein raus.

  • Er muss gut ausgebildet und erfahren sein. Letzte Woche noch am Fließband, heute Finanzprofi, das funktioniert nicht.

  • Wer gut ist, arbeitet nicht umsonst. Wenn er so tut, taugt er nichts oder es stimmt was nicht.

  • Er tut nicht so als wüsste er, was an den Börsen / Märkten in Zukunft geschieht.

  • Er spricht nicht nur über Rendite und Performance, sondern auch über Risiken und deren Begrenzung.

-Je mehr er prahlt wie toll er ist, umso weniger ist meist dahinter.

  • Je höher der „Goldkettchenfaktor“ ist, umso misstrauischer wäre ich… .

  • Er verkauft Dir nicht ein tolles, alles lösendes Produkt, sondern hat ein klares langfristig ausgerichtetes Servicekonzept für Dich.

Soviel fällt mir spontan ein. To be continued… .

Viel Erfolg wünscht der Money-Schorsch

ein guter finanzberater kann dir in allen lebenslagen helfen—der weiss sogar ne lösung zur vermeidung der regensteuer!

Hallo zusammen,

herzlichen Dank für die vielen Tipps und Einhschätzungen.
Vielleicht kurz als Hintergrund: Ich habe einen freien Berater ausfindig gemacht, der auch Vorträge bei der VHS hält. Seine Bezahlung läuft zweigleisig: Entweder über Honorar oder per Provision. Das erste Beratungsgespräch war kostenlos. Ich habe nächste Woche einen zweiten Termin, bei dem wir uns über unsere zukünftige Zusammenarbeit sowie über seine Bezahlung unterhalten wollen. Die Möglichkeit der Honorarzahlung finde ich ja schon mal sehr positiv. Denn immerhin könnte ich ihn ja wieder „rauswerfen“ wenn ich feststelle, er leistet keine gute Arbeit.

In dem Zusammenhang fällt mir ein: Was kostet ein Honorarberater wohl so in der Stunde? Gibt es eine Gebührenordnung oder macht das jeder individuell?

Mein Freundekreis hat leider (noch) keine Finanzberater. Daher bin ich hier quasi der Pionier. :wink:

Vielen Dank
Anna

Hallo zusammen,

herzlichen Dank für die vielen Tipps und Einhschätzungen.
Vielleicht kurz als Hintergrund: Ich habe einen freien Berater
ausfindig gemacht, der auch Vorträge bei der VHS hält. Seine

Bezahlung läuft zweigleisig: Entweder über Honorar oder per
Provision.

Was heißt das „über Provision“? Heißt das „wenn sie nichts abschließen“, dann Honorar - „wenn eine Empfehlung von ihm zum Abschluß kommt“, dann Provision?
Imho kassiert ein klassischer Honorarberater keine Provison, er empfiehlt keine Gesellschaften!

Gruß cooler

Bezahlung läuft zweigleisig: Entweder über Honorar oder per
Provision.

Was heißt das „über Provision“? Heißt das „wenn sie nichts
abschließen“, dann Honorar - „wenn eine Empfehlung von ihm zum
Abschluß kommt“, dann Provision?
Imho kassiert ein klassischer Honorarberater keine Provison,
er empfiehlt keine Gesellschaften!

Gruß cooler

Nein, das bedeutet, dass ich mit ihm verabrede, ob ich ihm Honorar zahlen will oder Provision. Das bedeutet: Bei Honorarvereinbarung bezahle ich auf jeden Fall seinen Aufwand (meist nach Stunden) - egal, was ich mache/abschließe. Und bei Provision erhält er eben die Provision die ihm die Versicherung/Bank für den Abschluss bezahlt.

Na also haben wir es doch, es ist kein klassischer Honorarberater und er ist auch nicht frei!
Nochmals, ein Honorarberater hat mit einer Empfehlung einer Gesellschaft überhaupt nichts am Hut, das geht ihn gar nichts an!
Ein Honorberater erklärt eine Strategie und sonst nichts!
Diese Form von Berater wird es schon schaffen, das für ihn Beste herauszuholen!

Gruß cooler

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