Gutes Buch gesucht

Hallo Literatur-Experten!
Heute suche ich ein ganz besonderes Buch für eine ganz besondere Person. Ich stelle diese Frage ausgerechnet hier, da es mir wirklich sehr schwer fällt, für die Person, die es bekommen soll, etwas zu finden.
Am besten beschreibe ich ihn mal. Er ist Professor für Englisch und Gemeinschaftskunde und ein extremer Sarkastiker, fast schon Zyniker(liebt tief-schwarzen Humor). Außerdem ist er sehr belesen und bewegt sich intellektuell auf einem sehr hohen Niveau.
Ich suche nun ein Buch für ihn, möglichst in Englisch. Wäre ja kein Problem, wenn er nicht schon so viele Bücher hätte…
Brauche also einen echten Geheimtipp…

Wäre klasse, wenn mir jemand bei diesem Problem helfen könnte.

Danke im voraus und schönes Wochenende,
Bernhard

Vielleicht die Bücher von Jasper Fforde.
The Eyre Affaire
Lost in a Good Book
The Well of Lost Plots

(Mir haben sie sehr gut gefallen. So gut, dass ich mir den Namen der Hauptfigur ausgeborgt habe…)

Ebenfalls zu empfehlen: Wiktor Pelewin
Generation P
Omon hinterm Mond
Die Dialektik der Übergangsperiode von Nirgendwoher nach Nirgendwohin

TN

Philip Ardagh
Hallo Bernhard,

wie wär’s mit Philip Ardagh

„Awful End“, „Dreadful Acts“ „Terrible Times“ - die sogenannte Eddie Dickens Trilogie - und Band 4 „Dubious Deeds“ Es handelt sich hier um Kinderbücher, die für Erwachsene genauso lesenswert sind.

Sie handeln vom 10jährigen Eddie, dessen Eltern schwer erkranken - sie werden ganz gelb, an den Rändern wellig und riechen nach alten Wärmflaschen. Eddie muss zum wahnsinnigen Onkel Jack und der noch wahnsinnigeren Tante Maud mit ihrem ausgestopften Wiesel.

Dieser Lesestoff scheint mir perfekt zu dem von Dir beschriebenen Empfänger zu passen. Übrigens: auch die deutsche Übersetzung von Harry Rowohlt ist sehr zu empfehlen. Als kleiner Einstieg hier die amüsante Homepage von Philip Ardagh

http://www.philipardagh.com/

Viel Spaß

FM

Hi
eventuell genau aufs Auge:

Evelyn Waugh - Black Mischief

natürlich im Original,
http://www.books-ro.de/newenglish-m-z.html
http://www.britainunlimited.com/Biogs/Waugh.htm

göttliche story :smile:

HH

Evelyn Waugh ein bißchen off topic
Hi Helge,

danke, daß Du mich an diesen Schriftsteller erinnert hast.
Ich kenne von ihm „Eine Handvoll Staub“ und habe mir eben die letzten Seiten dieses Romans nochmal durchgelesen.

Kennst Du den auch und kennst Du auch die Verfilmung?
Mir geht nicht mehr die Frage aus dem Kopf, wen Alec Guiness im Film gespielt hat: den Verrückten oder den gefangenen Engländer, der im Amazonas-Dschungel für den Rest seines Lebens dem Verrückten vorlesen muß?

Ganz nebenbei: der Stoff wäre auch etwas für einen Zyniker mit schwarzem Humor!

Dank im voraus.

Gruß Gudrun

Hallo Bernhard!

Er ist Professor für
Englisch und Gemeinschaftskunde und ein extremer Sarkastiker,
fast schon Zyniker(liebt tief-schwarzen Humor). Außerdem ist
er sehr belesen und bewegt sich intellektuell auf einem sehr
hohen Niveau.
Ich suche nun ein Buch für ihn, möglichst in Englisch. Wäre ja
kein Problem, wenn er nicht schon so viele Bücher hätte…
Brauche also einen echten Geheimtipp…

Carl Djerassi: „Cantor’s Dilemma“
Originalausgabe 1989 Doubleday, New York; Macdonald, London.
Siehe auch hier: http://www.djerassi.com/cantor.html

Einfach herrlich, dieser Roman über die Gemeinheiten im Kampf um den wichtigsten Preis der Welt …

Gruß
Barney

Hi

nee, ausser dem „Schwarzen Unheil“ hab ich noch nichts von ihm
gelesen, bin aber auf der Suche :smile:

HH

OT: Der Name ‚Evelyn‘
Hallo miteinander,

Asche auf mein Haupt: Bis jetzt hatte ich „Evelyn“ für einen rein weiblichen Vornamen gehalten und deswegen auch „Evelyn Waugh“, von dem ich nicht mehr kenne, als den Namen, für eine Schriftstellerin gehalten.

Weiß irgendjemand, ob der Gebrauch dieses Namens für einen Mann in diesem Fall eine Ausnahme ist und es vielleicht sogar eine Geschichte zur Namenswahl gibt oder kommt/kam es doch öfter vor, wenn auch nicht häufig?

Grüße,
Christiane

schwierig, schwierig…
Hallo zusammen!
Also erstmal vielen dank an euch, sind schon einige interessante Dinge dabei…

Hab mich mal über alle eure Vorschläge informiert und bis jetzt sind die Bücher von Evelyn Waugh und Philip Ardagh in meiner engeren Auswahl. Aber ich glaube diese Entscheidung wird mir sehr schwer fallen.
Waugh wird vielleicht voll und ganz seinem Anspruch und seinem Interesse für Politik gerecht, wogegen die Bücher von Ardagh evtl. einfach witziger sind… So würde ich das laut meinem momentanen Kenntnisstand beurteilen.
Wie denkt ihr darüber, da ihr die Bücher ja kennt? Und worum geht es bei Evelyn Waugh’s Black Mischief genau?

Vielen vielen dank,
Bernhard

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

wen Alec Guiness im Film gespielt hat:
den Verrückten oder den gefangenen Engländer,

Alec Guiness war der Verrückte („Mister Todd“) im Dschungel

Jasper Fforde, David Sedaris
Hallo Bernhard,

  1. siehe unten den Tip von NextThursday (Gruß!): Jasper Fforde - das vierte ist auch schon raus und heißt „Something rotten“.
    Seine Romane sind besonders amüsant, wenn man sich gut in englischer Literatur auskennt!!!

  2. Gerade von mir entdeckt: David Sedaris"Dress Your Family in Corduroy and Denim"
    Sehr lustig, sehr bissig, und nicht ohne Tiefgang…

Grüße
Michael

Hi
Nun, Helge ist auch häufig ein Anlaß, mich Frau Haselbach zu titulieren, obwohl ich ein Zipfelchen habe :smile: insofern hab ich vollstes Verständnis für die Leiden des jungen Evelyn…
HH

Hi
hab mir eben „Tod in Hollywood“ und „aber das Fleisch ist schwach“ von meinem Vater mitgebracht…
HH

Hallo, Christiane -
ein Beispiel aus einem ganz anderen Bereich, und welche Empfindungen das auslösen kann hat Johnny Cash is seinem Lied „A Boy Name Sue“ deutlich gemacht.

My daddy left home when I was three
And he didn’t leave much to ma and me
Just this old guitar and an empty bottle of booze.
Now, I don’t blame him cause he run and hid
But the meanest thing that he ever did
Was before he left, he went and named me „Sue.“

Well, he must o’ thought that is quite a joke
And it got a lot of laughs from a’ lots of folk,
It seems I had to fight my whole life through.
Some gal would giggle and I’d get red
And some guy’d laugh and I’d bust his head,
I tell ya, life ain’t easy for a boy named „Sue.“

Well, I grew up quick and I grew up mean,
My fist got hard and my wits got keen,
I’d roam from town to town to hide my shame.
But I made a vow to the moon and stars
That I’d search the honky-tonks and bars
And kill that man who gave me that awful name.

Well, it was Gatlinburg in mid-July
And I just hit town and my throat was dry,
I thought I’d stop and have myself a brew.
At an old saloon on a street of mud,
There at a table, dealing stud,
Sat the dirty, mangy dog that named me „Sue.“

Well, I knew that snake was my own sweet dad
From a worn-out picture that my mother’d had,
And I knew that scar on his cheek and his evil eye.
He was big and bent and gray and old,
And I looked at him and my blood ran cold
And I said: „My name is ‚Sue!‘ How do you do!
Now your gonna die!!“

Well, I hit him hard right between the eyes
And he went down, but to my surprise,
He come up with a knife and cut off a piece of my ear.
But I busted a chair right across his teeth
And we crashed through the wall and into the street
Kicking and a’ gouging in the mud and the blood and the beer.

I tell ya, I’ve fought tougher men
But I really can’t remember when,
He kicked like a mule and he bit like a crocodile.
I heard him laugh and then I heard him cuss,
He went for his gun and I pulled mine first,
He stood there lookin’ at me and I saw him smile.

And he said: „Son, this world is rough
And if a man’s gonna make it, he’s gotta be tough
And I knew I wouldn’t be there to help ya along.
So I give ya that name and I said goodbye
I knew you’d have to get tough or die
And it’s the name that helped to make you strong.“

He said: "Now you just fought one hell of a fight
And I know you hate me, and you got the right
To kill me now, and I wouldn’t blame you if you do.
But ya ought to thank me, before I die,
For the gravel in ya guts and the spit in ya eye
Cause I’m the son-of-a-bitch that named you „Sue.’“

I got all choked up and I threw down my gun
And I called him my pa, and he called me his son,
And I came away with a different point of view.
And I think about him, now and then,
Every time I try and every time I win,
And if I ever have a son, I think I’m gonna name him
Bill or George! Anything but Sue! I still hate that name!

Hi Helge,

hab mir eben „Tod in Hollywood“ und „aber das Fleisch ist
schwach“ von meinem Vater mitgebracht…

ich kenne nur das von mir erwähnte „Eine Handvoll Staub“.
Dort ist „Tod in Hollywood“ aufgeführt mit Kurzinhalt, das andere nicht.
Auszug aus dem Kurzinhalt: „Das Werk, das wegen seiner antiamerikanischen Haltung einige Kontroversen auslöste, hat heute einen festen Platz unter den großen Satiren der Weltliteratur“.
(Kindlers Literatur Lexikon, zit. im Diogenes-TB 21348)

Viel Vergnügen!

Gruß Gudrun

Danke, Michael + Gruß (o.w.T.)
:wink:

Hi,

voller Bosheit und grandios auf Englisch sind die Bücher von David Lodge „Changing Places“, „Small World“ und „Nice Work“; sie amüsieren sich über den Elfenbeinturm an den Universitäten, die für Normalverbraucher abstrusen Themen, die Kulissen und Fassaden dieser scheinbar so elitären Gesellschaftsschicht, die ihre Bedürfnisse genauso auslebt wie Normalo auch. Spannend geschrieben, böse skizzierte Menschen, ein Lacher am anderen - schwarzer britischer Humor pur. Toll sind aber auch die Bücher von Bill Bryson, die unsere Gesellschaft wirklichkeitsnäher auf die Schippe nehmen. Und Roald Dahl ist auch immer ein Leckerbissen des englischen Humors.

Grüßle,

Susanne

Hallo Bernhard,

vielleicht wäre ja „Hitchhikers Guide to the Galaxy“ im Original was für ihn - wenn er nichts gegen Science Fiction hat. Das zumindest zynisch und das Englisch, das Douglas Adams verwendet, ist wahrscheinlich auch noch für einen Englisch-Professor eine Herausforderung - er benutzt nämlich Worte, die gibt es eigentlich garnicht… *g*

Viel Glück
Tania

Hallo Bernhard,

hier meine Empfehlungen:

Irvine Welsh , zynisch, hart & in Teilen skurril-phantastisch (in „Filth“ kommentiert der Bandwurm des Protagonisten in einem im buchstäblichen Sinne ‚Inneren Monolog‘ das Geschehen). Der Ekelfaktor ist allerdings nichts für zarte Gemüter.

Der Klassiker Saki (Hector H. Munro), die elegante, feine Variante schwarzen Humors. Zur Zeit ist sein Werk leider vergriffen.

Nathaniel West , bitter, zynisch, siehe „Miss Lonelyhearts“.

Viele Grüße
Diana

nicht englisch, nicht zynisch
hallo bernhard,

seit ich vor einigen tagen deine frage gelesen habe, will mir dieses buch nicht mehr aus dem kopf gehen:
„allegro ma non troppo“ von carlo m. cipolla
(‚über die menschliche dummheit‘ und ‚über die bedeutung des pfeffers für die wirtschaftliche entwicklung im mittelalter‘)

http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3803111978/qid…

es war längere zeit vergriffen, wurde aber offensichtlich und glücklicherweise wieder neu aufgelegt.

viele grüße,
i.