Hallo liebe Experten,
vor langer, langer Zeit gab es in ausgesuchten Schuhfachgeschäften sowie in den elitären Shops für Reiterbedarf mal ein ganz ausgezeichnetes Zeug zur Lederbehandlung. Es hieß irgendwie „saddle-bread“ oder so ähnlich und roch vehement nach Speck. War aus England und schweineteuer, ne runde Blechdose mit ner Darstellung vonnem Pferd aus dem 17. Jahrhundert oder so in rot drauf.
Wie schon erwähnt, sauguter Stoff, man bekam Leder weich wie Butter, selbst dann, wenn man es vorher, wie ich, in die Waschmaschine gesteckt hatte bei 30° und Essig anstelle von Waschpulver (muss erst komplett trocknen, hart wie Beton werden, spart die unbezahlbare Reinigung).
Schuhe hauchdünn damit eingerieben hielten bis heute. Armeefliegerjacke aus WK II habe ich letztens erst beerdigt.
Anyway, ich finde den Kram nicht mehr. Tante Gugl hat da noch nie was von gehört, geschweige denn irgendwelche Fachgeschäfte.
Vonnem Schuhmacher im Nobelbezirk Dahlem (Uiihuihuiihh, Dahlem…) bekam ich irgend so einen „Testsieger“, Schweizer Bienenwachs, naja, geht zur Not halt auch, aber eben nur zur Not.
Kennt jemand von euch das Zeug? Bin für jeden Hinweis dankbar.
Grüße Awful Annie
Hi, Annie,
Ich kann dir auf deine Frage nicht antworten, aber könntest du mir wohl die 30°C-Essig-ich quäle meine Ledersachen-Methode mal genauer erläutern? Das hört sich höchst interessant an und ich möcht wissen, wie das genau geht.
Ich habe sogar schon einen Freiwilligen gefunden, der mir seine Lederhose als Testobjekt zur Verfügung stellt. *g*
Okay, das impliziert natürlich, dass jetzt mal jemand auf die eigentliche Frage antwortet … um unser beider Willen!!
; )
Gruß, Freya
Hi Freya,
du packst versifftes Lederzeugs in die WaMa, gießt ne Flasche normalen Essig in das Waschpulverfach, stellt den Schleudergang ab und los bei 30°.
Dann hängst du das klatschnasse Elend irgendwo zum Trocknen auf, sinnvollerweise an einen Ort, wo eine Pfütze mittleren Ausmaßes nicht sonderlich viel Schaden anrichtet (Bad, Balkon etc.).
Dauert schon mal ein paar Tage. Wird hart wie ein Brett.
Völlig trocken geworden, reibst du das Leder mit (tja!!) eben diesem Sattelzeugs ein und zwar hauchdünn. NICHT EINMASSIEREN, SONDERN GANZ SANFT AUFTRAGEN!! Einwirken lassen, dauert nicht lange, dann nochmal das ganze, halt solange, bis du das Gefühl hast, das Leder wird wieder weich.
Anziehen und fertig.
Mit dem arschteuren Bienenwachs aus Dahlem traue ich mich das leider nicht, du wirst also entweder mit mit zusammen auf eine findige Antwort warten dürfen oder aber todesmutig das normale Lederfett ausprobieren müssen. In gut sortierten Kleinwarenabteilungen gibt es übrigens meistens für wenig Geld so Lederabschnitte für Flicken, glaube ich.
Grüße Awful Annie
Hai, Annie,
Du meinst „Propert’s“…
Von der Sorte gibt’s Sattelseife, Lederfett usw.
Imho unübertroffen.
Gruß
Sibylle
Ledersachen waschen
Hallo zusammen!
Ich habe wiederholt die Wildlederhose unseres Sohnes gewaschen. Allerdings gebe ich keine Garantie dafür, dass es bei Euch auch funktioniert.
Wollwaschprogramm ohne Temperatur, einen Hauch von Wollwaschmittel, leichter Schleudergang.
Hose dann aufhängen, alle paar Stunden die Hose in einem dicken Frotteetuch aufrollen, das Tuch ist dann nass, also beim nächsten Durchgang ein frisches nehmen. Das dauert 1-2 Tage, aber die Hose war nicht bretthart, und ich musste sie auch anschließend nicht mit irgendwas behandeln.
Angelika