Guttenberg GmbH

Hallo Leute,

vielleicht sollte ich vorwegschicken, dass ich Physiker bin, von BWL also keine Ahnung habe. Das Thema: Als ich mich bei Wikipedia über Guttenberg informiert habe, stand da, dass er bis 2002 GF Gesellschafter der Guttenberg GmbH war, die sich mit 3 MAs um die Verwaltung des Familievermögens kümmerte und 2000 einen Jahresumsatz von 25 k€ erzielt hat.

Jetzt verstehe ich zwar nichts von BWL, vermute aber mal, dass man mit 25 k€ (Umsatz!) keine 3 MAs bezahlen kann. Da muss also zusätzlich Geld reingeflossen sein, zumindest um die Leute zu bezahlen. Aber ich kann diese Informationen nicht interpretieren:

  1. Waren die 25 k€ externe Erträge, die zusätzlich zu dem erwirtschaftet wurden, was die Verwaltung des Guttenbergschen Vermögens kostete?

  2. Wenn nicht: Hat Guttenberg das, was die 3 MAs kosten, privat bezahlt oder wo kam des Geld her?

  3. Warum musste eine GmbH gegründet werden? Hätte es nicht ein Büro im Schloss mit 3 Angestellten auch getan (salopp gesprochen)?

Kurz gesagt: Was soll das Ganze? Ist das ein Steuersparmodell? Macht man das heute so bei großen Privatvermögen? Z.B. um Geschäftsbetrieb und Verwaltung auseinanderzuhalten? Ist das Vermögen so weit gestreut (die Beteiligungen also jeweils so gering), dass man diese Verwaltung nicht irgendwo „anhängen“ konnte? Wollte Guttenberg nur GF spielen, weil das auf der BC so schön aussieht?

Mit erschließt sich der Sinn dieser Konstruktion nicht. Vielleicht kann mir jemand von euch weiterhelfen.

Grüße, Thomas

Das Thema: Als ich mich bei
Wikipedia über Guttenberg informiert habe, stand da, dass er
bis 2002 GF Gesellschafter der Guttenberg GmbH war, die sich
mit 3 MAs um die Verwaltung des Familievermögens kümmerte und
2000 einen Jahresumsatz von 25 k€ erzielt hat.

Ich kann das nicht finden und im eBundesanzeiger findet man nur den Geschäftsbericht von 2009. Darin steht, dass das Unternehmen derzeit Liquidiert wird und keine Mitarbeiter hat. „Die Gesellschaft befindet sich seit Ablauf des 30. November 2003 in Liquidation. Die Anmeldung zur Eintragung ins Handelsregister des Amtsgerichts München HRB 134661 erfolgte am 12.01.2004. Die Bewertung erfolgte zu Zerschlagungswerten.“

Ich hab vor ner Zeit mal was von ner Stiftung gehört, in die die Vermögenswerte der Familie eingebracht wurden. Ich denke, dass in diesem Zug die GmbH Liquidiert wurde…

Jetzt verstehe ich zwar nichts von BWL, vermute aber mal,
dass man mit 25 k€ (Umsatz!) keine 3 MAs bezahlen kann.

Kann man wunderbar. Jeder erhält ein symbolisches Gehalt von 1 €. Die drei Mitarbeiter werden vermutlich Familienangehörige gewesen sein.

  1. Waren die 25 k€ externe Erträge, die zusätzlich zu dem
    erwirtschaftet wurden, was die Verwaltung des Guttenbergschen
    Vermögens kostete?

Wenn die 25k€ Jahresumsatz sind, dann ist das kein Gewinn. Also nein.

  1. Wenn nicht: Hat Guttenberg das, was die 3 MAs kosten,
    privat bezahlt oder wo kam des Geld her?

Wie oben bereits erläutert.

  1. Warum musste eine GmbH gegründet werden? Hätte es nicht
    ein Büro im Schloss mit 3 Angestellten auch getan (salopp
    gesprochen)?

Haftungsrechtliche Gründe, erbrechtliche Gründe, steuerliche Gründe, Spass an der Freude…

Kurz gesagt: Was soll das Ganze? Ist das ein
Steuersparmodell?

evtl.

Macht man das heute so bei großen
Privatvermögen?

Ja, auch wenn das Vermögen der Guttenberg GmbH 2007 bei rund 90 k€ lag und somit nicht wirklich „groß“ ist…

Z.B. um Geschäftsbetrieb und Verwaltung
auseinanderzuhalten?

Eine Möglichkeit. Es ist ja auch nicht bekannt, wie die verschiedenen Unternehmen der Familie Guttenberg verbunden sind…

Ist das Vermögen so weit gestreut (die
Beteiligungen also jeweils so gering), dass man diese
Verwaltung nicht irgendwo „anhängen“ konnte?

Das macht eigentlich keinen Sinn…

Wollte Guttenberg
nur GF spielen, weil das auf der BC so schön aussieht?

:wink:

Beste Grüße
Sheldrick

Hallo,

Jetzt verstehe ich zwar nichts von BWL, vermute aber mal,
dass man mit 25 k€ (Umsatz!) keine 3 MAs bezahlen kann. Da
muss also zusätzlich Geld reingeflossen sein, zumindest um die
Leute zu bezahlen.

25.000 Euro Umsatz bedeuten nicht, daß das Unternehmen nur 25.000 Euro eingenommen hat. Wenn das Unternehmen größere Beteiligungen hielt (und das war ja der Fall), bestehen die Erträge ggfs. aus Dividenden und ähnlichen Ausschüttungen oder Erträgen aus dem Verkauf von Beteiligungen. Ohne vollständige Gewinn- und Verlustrechnung läßt sich dazu nicht viel gescheites sagen, außer daß das Unternehmen (in der Abwicklung) 2006 einen Gewinn von rd. 62.000 Euro gemacht hat.

Insgesamt haben die Verluste des Unternehmens das Eigenkapital von 1 Mio. aber fast aufgezehrt.

  1. Waren die 25 k€ externe Erträge, die zusätzlich zu dem
    erwirtschaftet wurden, was die Verwaltung des Guttenbergschen
    Vermögens kostete?

Nein, das war der Umsatz also vor allen Aufwendungen und anderen Erträgen. Mal abgesehen davon, daß wir nicht wissen, ob die Zahl stimmt, heißt das nicht, daß das Unternehmen nur 25.000 Euro an Einnahmen bzw. Erträgen hatte (s.o.).

  1. Wenn nicht: Hat Guttenberg das, was die 3 MAs kosten,
    privat bezahlt oder wo kam des Geld her?

Unwahrscheinlich. Die Idee meines Vorredners, man hätte die Mitarbeiter formal für einen Euro beschäftigt, ergibt keinen Sinn, weil die Aufwendungen steuermindernd gewesen wären, während die Bezahlung aus dem Privavermögen bereits besteuertes Vermögen gewesen wäre. Ein doppelter steuerlicher Nachteil.

Macht man das heute so bei großen
Privatvermögen?

„Man“ nicht, aber es gibt durchaus mehrere vermögensverwaltende GmbHs.

Gruß
Christian