Gymnasien verweigern Aufnahme eines Schülers

Hallo, Diphda,
ich möchte noch einen anderen Gesichtspunkt ansprechen.

Angenommen, es gelingt der Mutter nun mittels einer amtlichen oder gar gerichtlichen Verfügung den Sohn in ein Gymnasium zu „pressen“, das zu einer freiwilligen Aufnahme nicht bereit ist.

Denkst Du nicht auch, dass dann dieses Kind unter, na sagen wir mal, „besonderer Beobachtung“ steht und seine Lernfortschritte besonders kritisch gewürdigt werden? Das ist menschlich und meiner Ansicht nach muss das nicht einmal böswillg sein.

Wie du ja schreibst ist dieser Knabe ja nun sowieso schon bisher nicht durch übermäßigen Lerneifer aufgefallen. Was bringt seine Mutter dazu anzunehmen, dass sich das auf einem Gymnasium schlagartig ändern wird? Wenn es ihr bei den relativ geringen Anforderungen der Grundschule schon nicht gelungen ist, ihren intelligenten Sprößling zu wenigstens durchschnittlichen Anstrengungen zu motivieren, wird ihr dies bei den erhöhten Anforderungen des Gymnasiums gelingen? Ich habe da erhebliche Zweifel!

Grüße
Eckard
(Ja, ich weiß, dass mein Posting nichts mit den rechtlichen Aspekten zu tun hat.)

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Hallo Eckard,

Denkst Du nicht auch, dass dann dieses Kind unter, na sagen
wir mal, „besonderer Beobachtung“ steht und seine
Lernfortschritte besonders kritisch gewürdigt werden? Das ist
menschlich und meiner Ansicht nach muss das nicht einmal
böswillg sein.

Das könnte natürlich sein, sofern die Lehrer darüber aufgeklärt werden.
Erschwerend hinzu kommt vermutlich auch, dass die Mutter mit Sicherheit an die Lehrer herantreten wird und darauf hinweist, wie intelligent er ist, und dass er gefördert werden muss. Sie meint wohl sie würde sich später Vorwürfe machen, wenn sie das Kind nicht fördert, zumal sie sozial gesehen aus der „untersten Schicht“ kommt.

Wie du ja schreibst ist dieser Knabe ja nun sowieso schon
bisher nicht durch übermäßigen Lerneifer aufgefallen. Was
bringt seine Mutter dazu anzunehmen, dass sich das auf einem
Gymnasium schlagartig ändern wird?

Das ist eine gute Frage. Da man in solchen Fällen sehr behutsam sein muss, hatte ich auch bei ihr angesprochen, dass die Arbeitsjhaltung und Interesse stimmen muss. Da er aber im letzten 1/2 Jahr! der 4. Klasse! die Schule wechselte, wäre dies angeblich besser geworden, da es ja an den Lehrern lag! Ein Lehrer macht schon viel aus, aber die Grundhaltung muss er meines Erachtens von den Eltern lernen.

Wenn es ihr bei den relativ
geringen Anforderungen der Grundschule schon nicht gelungen
ist, ihren intelligenten Sprößling zu wenigstens
durchschnittlichen Anstrengungen zu motivieren, wird ihr dies
bei den erhöhten Anforderungen des Gymnasiums gelingen? Ich
habe da erhebliche Zweifel!

Ich habe ihr gesagt, dass man im Gym mit wenig Lerneifer und Desinteresse auch mit hoher Intelligenz nicht ohne Mühe zu den Besten gehören wird und dass das Lernpensum dort einfach höher ist. Zur Motivation und Lernerfolg fände ich RS besser, zumal dort meist auch die besseren Pädagogen sind. Ein wechsel ist ja in jeder Klassenstufe möglich. Die Nachmittagbetreuung, die ihr ja wichtig ist,(Lehrerin, die kompetent bei Hausaufgaben hilft für max. 20 €/Monat) und Essen für 2,20 €, wäre auch gegenüber der Schule und er wäre mit meinem Sohn zusammen. Da könnte er sich viel abschauen, bez. Pflichtbewusstsein und Arbeithaltung.
Die RS ist allerdings auch voll und sie will wohl partout aufs Gym.
Da kann man machen nix, da muss man gucken zu.

Grüße
Eckard
(Ja, ich weiß, dass mein Posting nichts mit den rechtlichen
Aspekten zu tun hat.)

Man wird hier doch hoffentlich sich austauschen und diskutieren dürfen. In Unterricht und Erziehung wurde dieses Thema explizit gesperrt!

Diphda, den Jungen ein bisschen bedauernd

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Hallo,

Es betrifft Baden-Württemberg.
Das Kind meiner Freundin bekommt Realschulempfehlung. Es
liegen Tests und „Gutachten“ mehrerer Institute und eines
Kinderpsychiaters vor, dass das Kind überdurchschnittlich
intelligent aber nicht hochbegabt ist, und dringend das
Gymnasium besuchen muss. Es besteht die Prüfung für die
Aufnahme ins Gymnasium.

Alle Gymnasien im Umkreis von ca. 30 km sind voll, keiner
nimmt das Kind auf. Ein Gymnasium mit Nachmittagbetreuung wäre
notwendig, da Mutter allein erziehend und arbeitslos ist, zum
Teil einen Nachmittag-1€-Job hat und eine Ausbildung als
Altenpflegerin machen möchte.

Es ist nicht angegeben, wie das Kind bisher nachmittags betreut wurde und warum das nicht so weitergeführt werden kann nach dem Übertritt ins Gymnasium.

Ferner wäre zu überlegen, ob die Mutter nicht ihren 1-Euro-Job auf den Vormittag verlegen kann. Oder nicht vielleicht besser ganz von Sozialhilfe lebt und ihre Ausbildung zwei, drei Jahre zurückstellt.

Gruß, Infotalk

Hallo Infotalk,

Es ist nicht angegeben, wie das Kind bisher nachmittags
betreut wurde und warum das nicht so weitergeführt werden kann
nach dem Übertritt ins Gymnasium.

Das ist richtig. Sie wohnt in einem kleinen dorf, wo es keine Betreuung gibt. In den Städten und einigen weiterführenden Schulen gibt es aber das Angebot und dies möchte sie dann auch nutzen.

Ein Grund ist auch, dass die Hausaufgaben mit der Mutter ein gewisses Konfliktpotenzial bergen. Ich erachte es generell als sinnvoll, dies zu delegieren. Erst recht bei einem hochintelligenten Kind, das aufs Gymn. soll und die Mutter irgendwann sowieso nicht mehr helfen kann.

Ferner wäre zu überlegen, ob die Mutter nicht ihren 1-Euro-Job
auf den Vormittag verlegen kann.

Das obleigt ja nicht ihrem Einfluss, sondern gibt der Arbeitgeber vor.

Oder nicht vielleicht besser
ganz von Sozialhilfe lebt und ihre Ausbildung zwei, drei Jahre
zurückstellt.

Dann hör dir mal die Aufschreie der Steuerzahler über die faulen, nicht arbeiten wollenden Hartzt 4 Empfänger. Ich finde es gut, wenn sie eine Ausbildung in dem schlecht bezahlten Mangelberuf Altenpflege machen möchte.

Diphda

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Hallo,

Yep. Deshalb müssen Hauptschüler ohne Ausbildungsplatz auch
in’s BJV gehen.

BVJ, nicht BJV
BVJ ist das Berufsvorbereitungsjahr
Nix für ungut:wink:
Renate

Hallo,

sie rief mich gestern an, dass ihr eine nicht zuständige Person beim Amt gesagt hat, dass auf einigen Gymnasien doch etwas frei ist.

Sie will sie unterstützen einen Platz in einem bestimmten Gymnasium zu bekommen.

Mal sehen was daraus wird.
Sie ist jetzt sauer auf mich, da ich ihr (bestärkt durch eure Meinungen)
nochmals zu bedenken gab, ob das Gymnasium wirklich das Richtige für ihn ist.

Nunja, wenn sie meine Unterstützung braucht kommt sie wieder. Das kenne ich schon :wink:

Danke für eure Antworten.

Diphda, die Doppelposterin