Gymnasium oder Kollegschule für Theologiestudium ?

Hallo liebe Wer Weiss Wasler !
Wir quälen uns gerade mir einer Entscheidung. Unsere Tochter ist in der 10ten Klasse eines Gymnsasiums und ist von den Leistungen im Durschnitt. Die größten Schwierigkeiten hat sie mit den Fremdsprachen. Jetzt gibt es in unserer Stadt die Möglichkeit an einer Kollegschule ein Vollabi und eine Ausbildung zur Erzieherin paralell zu absolvieren. Die Dauer ist bis auf das Anerkennungsjahr gleich. Ist es nicht vielleicht sogar förderlich eine pädagogische Ausbildung mit ins Theologie studium zu bringen ( Das steht für sie so ziemlich fest. )
Wir fragen uns allerdings auch ob das Niveau vergleichbar ist, im Hinblick auf das Zentralabi. Vielleicht kann uns ja der ein andere ein paar Erfahrungen oder Gedanken mitteilen.
Vielen vielen Dank

Hallo!

Die größten Schwierigkeiten hat sie mit den Fremdsprachen.

Und dann strebt sie ausgerechnet ein Theologiestudium an?

Jetzt gibt es in unserer Stadt die Möglichkeit an einer Kollegschule
ein Vollabi und eine Ausbildung zur Erzieherin paralell zu
absolvieren.

Du sprichst von bisher durchschnittlichen Leistungen. Ob das wohl der geeignete Hintergrund ist, neben dem Abi eine weitere Ausbildung laufen zu lassen? Ich würde ein gutes Abitur für vorrangig halten.

Ist es nicht vielleicht sogar förderlich eine pädagogische
Ausbildung mit ins Theologie studium zu bringen

Den Zusammenhang einer praktisch orientierten Ausbildung zur Erzieherin mit einem Theologiestudium kann ich nicht erkennen.

Das steht für sie so ziemlich fest…

Das Mädchen ist jetzt ungefähr 16 jahre jung und bis zum Abitur sind es noch 2 bis 3 Jahre. Bis dahin können sich Studienwünsche und berufliche Ziele noch einige Male ändern.

Gruß
Wolfgang

Hallo Anja,
was genau möchte Deine Tochter studieren mit welchem Berufswunsch:
rk oder ev Theologie?
Lehramt Grundschule oder Sek I/II? (Also Ziel BA oder MA).
Möchte Sie Pfarrerin werden oder Theologie aus anderen Gründen studieren?
Grundsätzlich: Eine pädagogische Ausbildung kann für eine zukünftige Pfarrerin nicht schaden.
Das Wichtigste für ein Theologiestudium ist eine solide Allgemeinbildung (und sollte sie in 11.1 ihre Latinum abschließen können, sollte sie die auf jeden Fall machen!!!).
Fremdsprachen bzw. Schwierigkeiten damit können für ein Volltheologiestudium durchaus problematisch sein, das ist aber mit Fleiß und Disziplin zu schaffen.
Ich lehre sowohl an einer Institution der Lehrerausbildung als auch an einer klassischen Universität:
Das Wichtigste (und leider auch der größte Mangel) ist die Beherrschung der deutschen Sprache. Hier hilft unabhängig vom Niveau einer SChule nur eines: Lesen, lesen, lesen.
Plump gesagt: Wer die Sätze eines Musil nicht in der Lage ist, zu verstehen, wird mit jeder Form des Theologiestudiums seine Schwierigkeiten haben.
Etwas anderes wäre übrigens eine Diakonenausbildung, die man z.B. ganz in Eurer Nähe an der Evangelischen Fachhochschule in Bochum absolvieren kann. Natürlich spielt hier die Theologie eine Rolle, aber in einem anderen Maße und die Ausbildung ist vor allem praxisorientiert. Pädagogik ist natürlich ein ganz wichtiges Feld.
Die Ausbildung dort genießt übrigens auch außerhalb der Kirche einen hervorragenden Ruf.

Grüße,
Taju

Hallo Taju,
erstmal vielen Dank für Dein Posting,
meine Tochter möchte ev. Religion studieren. Ob auf Lehramt oder als Pfarrerin ist ihr noch nicht ganz klar.Auf keinen Fall Grundschule, sie hat dort ihr Praktikum gemacht und sagt selber, das ihr unter Umständen die Geduld fehlen könnte. In Deutsch ist sie doch recht gut, die Schwierigkeiten in Englisch und Latein beruhen eher auf die späte Einsicht, etwas tun zu müssen. Wenn sie allerdings etwas interessiert, kniet sie sich mit beiden Beinen rein.Sie nimmt regelmäßig an Bibelstunden teil, begleitet die Konfirmandenfreizeiten und ist insgesamt mit Feuer und Flamme bei den Meetings. Werde gleich mal googlen nach der FH Bochum.Ich weiß nämlich ehrlich nicht so genau was ein Diakon macht ? Das Latinum wird sie sicherlich schaffen, so schlimm sieht es nun auch wieder nicht aus. Ich unterrichte selber als freie Dozentin an Berufskollegschulen und habe mir nur Gedanken gemacht, weil dort offentsichtlich das Niveau gerade in den Sprachen wesentlich unter dem Niveau des Gymnsaiums liegt.

Hi,

ich beginne jetzt das 3. Semester im Theologiestudium an einer privaten Hochschule für Theologie in Deutschland und muss sagen, dass es ein ungemein bereicherndes aber auch sehr herausforderndes udn anstrengendes Studium ist.
Was sie an Allgemeinbildung gerade auch Kunst, Literaur und Philosophie sowie dem Wissen über fremde Kulturen kriegen kann, soll sie mitnehmen. Auch die Sprachen sind extrem! wickig - Hebräisch und Griechisch sind die wichtigsten Sprachen (wir brauchen nicht unbedingt Latein - was aber schade ist) und Grundlage für Exegese und Bibelverständnis überhaupt.

Es ist ein wunderschönes Studium, aber es fordert und erfordert viel von dir - allerdings bin ich mit Realschulabschluss hier - also kann man es auch so schaffen (ist nur schwieriger und man sollte es sich gut überlegen!).

Noch ein Tipp, der mir sehr geholfen hat: Wenn du Theologie studierst, sei dir sicher dass du es willst - wirklich willst - und sei bereit, Dinge in Frage zu stellen und zu durchdenken. Wenn du nicht weißt, dir unsicher bist, dann lass die Finger davon - dann ist es den Stress und die (Glaubens-)kämpfe nicht wert.

Chris

Hallo Anja,

meine Tochter möchte ev. Religion studieren. Ob auf Lehramt
oder als Pfarrerin ist ihr noch nicht ganz klar.

Mit diesen Voraussetzungen habe ich selbst einmal angefangen…:wink:
Die Westfälische Landeskirche, zu der Castrop-Rauxel angehört, hat zu meiner Zeit Tagungen für Oberstufenschüler angeboten, die überlegen, Theologie zu studieren. Hier sollte Deine Tochter bei Eurem Pfarrer/Pfarrerin nachfragen, ob es so etwas immer noch gibt.
Die EKD informiert allgemein (mir zu allgemein) auf der Seite
http://www.theologiestudium.info.

Für ein Volltheologiestudium, insbesondere an einer evangelischen Fakultät, ist, ich habe es schon erwähnt, eine gute Allgemeinbildung und die Fähigkeit (das muss sich ja nicht immer in der NOte ausdrücken), mit der Muttersprache umzugehen, unabdingbar. Insofern ist das „klassische Abitur“ sicherlich sinnvoller. Bei der Auswahl der Leistungskurse sind Geschichte oder Sozialwissenschaften und natürlich Deutsch gute Fächer zur Vorbereitung. Auch sollte sie, wenn möglich, Philosophie bzw. Ethik in der Oberstufe machen.

Deine Tochter wird ein Graecum und ein Hebraicum machen müssen. Alles, was Sie in Latein lernt, wird ihr gerade für das Erlernen der Alten Sprachen nützlich sein!

Sie nimmt regelmäßig an
Bibelstunden teil, begleitet die Konfirmandenfreizeiten und
ist insgesamt mit Feuer und Flamme bei den Meetings.

Diese Praxis ist natürlich auf jedem Fall sinnvoll. Für manche Studenten sind die ersten Semester des Theologiestudiums sehr hart. Zum einem sind die Anforderung hoch, zum anderen sehen manche den Praxisbezug nicht oder sehen das Studium als Widerspruch zu ihrem Glauben an. Andere wiederum verlieren völlig die Bodenhaftung.
Ein anspruchvolles Theologiestudium bedeutet übrigens auch heute noch, den Studienort einmal zu wechseln.

Und nebenbei bemerkt:
Die Landeskirche und auch viele Pfarrer empfehlen, das Studium an einer Theologischen Hochschule (Bethel oder Wuppertal) zu beginnen. Gerade aber für noch relativ junge und nicht in ihrer Persönlichkeit gefestigten Studenten kann das ungut ausgehen: Es ist nicht für jeden gesund, mit den immer gleichen Menschen auf einem Berg zu wohnen!

Grüße,
Taju,

die auch aus dem Ruhrgebiet kommt und auch evangelische Theologie studiert hat.

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