Liebe/-r Experte/-in,
ich bin zur Zeit in der 20. Schwangerschaftswoche. Bisher habe ich keine Probleme in meiner Schwangerschaft.
Ich arbeite in einer Schule (ca. 600 Schüler) und bin zur Zeit vom Unterricht freigestellt, da bei uns in der Schule Fälle von „Schweinegrippe“ bestätigt wurden. Mittlerweile besteht ja keine Meldepflicht mehr für diese Krankheit und es wird ja auch meistens nicht mehr darauf getestet. Ich weiß also nicht, ob es neue Fälle gibt. Es fehlen jedenfalls in jeder Klasse Schüler. Meine Frauenärztin sagte mir, dass sie mich krank schreiben bzw. mir Beschäftigungsverbot erteilt, solange es Fälle gibt. Ich möchte unbedingt wieder arbeiten gehen. Gerade weil es mir so gut geht finde ich es schlimm nur zu Hause herumzusitzen und anstecken kann ich mich schließlich auch beim Einkaufen o.ä.
Ich würde gerne einfach ein paar verschiedene Meinungen hören. Gefährde ich mein Kind, wenn ich mich dem Risiko Schule aussetze? Woran mache ich fest, ob ich gehen kann oder nicht, schließlich gibt es keine offiziellen Fälle mehr? Ist es nicht genauso gefährlich mich woanders anzustecken. Mein Mann arbeitet z.B. im Krankenhaus und hat mit "schweinegrippen"patienten zu tun. Ist das dann nciht auch gefährlich?
Vielen Dank für Ihre Antworten.
Katja
Guten Tag,
zunächst einige allgemeine Bemerkungen. Die sog. „Schweinegrippe“ (A/H1N1) ist weder gefährlicher, noch weniger gefährlich als jede andere Virusgrippe. Man wird ja ab und zu krank. Eine Infektion führt zur Immunität - leider nur gegen die „zuständigen“ Viren. Das Problem bei den Pandemien ist das Auftreten einer neuen Sorte und somit die fehlende Immunität in der Bevölkerung, was dazu führt, dass die natürlichen Abbrüche der Infektionsketten ausbleiben. Man wird meistens durch Tröpfcheninfektion infiziert, also über den Kontakt der Schleimhaut mit Exspirationströpfchen, die beim Niesen, Husten, Sprechen oder Atmen von infizierten Personen entstehen. Auch andere Infektionswege sind möglich, aber weniger wahrscheinlich. Aber selbstverständlich können sie sich überall anstecken. Sie gefährden Ihr Kind nicht, höchstens erhöhen Sie das Risiko einer Infektion. Dieses Risiko ist statistisch desto größer, je mehr Kontakt mit Menschen Sie haben. Und selbstverständlich reicht ein Infizierter, zum Beispiel Ihr Mann. So lange er gesund ist, halte ich die Gefahr einer „passiven“ Übertragung für gering (normale Hygienemaßnahmen, wie Händewaschen vorausgesetzt). Unterm Strich würde ich Ihnen eine Impfung empfehlen. Die bedauerliche Sensationslust der Medien führt zur großen Verunsicherung. Wenn wir aber die statistischen Risiken betrachten, sehen wir auf der ersten Stelle (mit Abstand) das Risiko einer Erkrankung bei Nichtgeimpften, auf der zweiten Stelle das Risiko einer Komplikation (manchmal schwerer Komplikation) dieser Erkrankung und weit abgeschlagen, auf der dritten Stelle, das Risiko einer ernstzunehmenden Impfungskomplikation.
Bleiben Sie gesund!
Gruß
Andre
Liebe/-r Experte/-in,
Hallo und guten Tag, das ist ein unendliches Thema und eine unendliche Diskussion. Klare Richtlinien gibt es nicht,
nur Empfehlungen vom Robert Koch Institut. Also bleibt es jedem selbst überlassen, was er macht. Auch in unserer Abteilung arbeitet zur Zeit eine Schwangere, die das gleiche Problem hat. Impfen oder nicht? Bis
jetzt ist sie noch nicht geimpft. Und sie arbeitet weiter. Fälle von H1N1 werden weiterhin gefunden, auch bei uns. 2 Mitarbeiterinnen waren 1 Woche zu Hause, arbeiten jetzt aber normal weiter. Also raten kann ich da zu gar nichts. Sorry.
Wenn, dann müssten Sie beide Impfungen mitmachen, sonst bekommen Sie möglicherweise
die jeweils andere Grippe. Holen Sie noch weitere Meinungen ein und entscheiden dann lieber selbst. mfG Dr.Bernhard Hojnacki
ich bin zur Zeit in der 20. Schwangerschaftswoche. Bisher habe
ich keine Probleme in meiner Schwangerschaft.
Ich arbeite in einer Schule (ca. 600 Schüler) und bin zur Zeit
vom Unterricht freigestellt, da bei uns in der Schule Fälle
von „Schweinegrippe“ bestätigt wurden. Mittlerweile besteht ja
keine Meldepflicht mehr für diese Krankheit und es wird ja
auch meistens nicht mehr darauf getestet. Ich weiß also nicht,
ob es neue Fälle gibt. Es fehlen jedenfalls in jeder Klasse
Schüler. Meine Frauenärztin sagte mir, dass sie mich krank
schreiben bzw. mir Beschäftigungsverbot erteilt, solange es
Fälle gibt. Ich möchte unbedingt wieder arbeiten gehen. Gerade
weil es mir so gut geht finde ich es schlimm nur zu Hause
herumzusitzen und anstecken kann ich mich schließlich auch
beim Einkaufen o.ä.
Ich würde gerne einfach ein paar verschiedene Meinungen hören.
Gefährde ich mein Kind, wenn ich mich dem Risiko Schule
aussetze? Woran mache ich fest, ob ich gehen kann oder nicht,
schließlich gibt es keine offiziellen Fälle mehr? Ist es nicht
genauso gefährlich mich woanders anzustecken. Mein Mann
arbeitet z.B. im Krankenhaus und hat mit
"schweinegrippen"patienten zu tun. Ist das dann nciht auch
gefährlich?
Vielen Dank für Ihre Antworten.
Katja
M. E. ist eine Infektion in der Schwangerschaft nicht problematischer als eine Inf. mit der saisonalen Grippe und die verläuft in aller Regel harmlos. Einige Tage Fieber und Grippe. Anstecken kann man sich überall. Die Impfung wurde nicht zum Schutz des Kindes empfohlen, sondern unter der Annahme, dass Schwangere auf Grund ihres geringeren Immunschutzes eher kompliziertere Verläufe der Grippe haben. Dieses scheint sich bei „gesunden“ Schwangeren nicht zu bestätigen. Der für Schwangere empfohlene Impfstoff ohne Verstärker wird nicht vor Mitte Dezember zur Verfügung stehen. Man muss selbst entscheiden, ob man sich impfen lässt.
Alles Gute
Dr. Walter Brinker
www.brinker-wehren.de
Hallo, liebe Katja,
ich stimme Ihren Überlegungen prinzipiell zu. Eine Ansteckung kann man nur durch totale Isolation versuchen zu vermeiden. Das ist natürlich nicht möglich.
Andererseits ist ein Mensch, der Büroarbeit tut und wenig Kundenverkehr hat, wesentlich weniger dem Ansteckungsrisiko ausgesetzt. Das ist sicher auch die Überlegung Ihrer Frauenärztin. Das Arbeitsverbot ist aber nur sinnvoll, wenn Sie in der Zeit auf Einkaufsbummel, Schwimmbadbesuche etc verzichten.
Wenn Sie als Schwangere der Empfehlung gefolgt sind, sich impfen zu lassen, brauchen Sie sich überhaupt keine Gedanken mehr zu machen.
Alles Gute!
Mit freundlichem Gruß
Antje
Hallo Katja,
ich bin völlig Ihrer Meinung: Anstecken können Sie sich überall.
Ist dies Ihre erste Schwangerschaft? Nehmen wir mal an sie haben als Schwangere ein Kind im Kindergarten. Was lauert da nicht alles:
Mumps, Masern, Ringelröteln, Läuse, Grippe, Rotarvirus etc… Trotzdem können Sie das Kind nicht einfach für Monate daheim lassen und
von Freunden isolieren, weil es Ihnen wer weiss was ins Haus schleppen kann. Ich spreche da aus Erfahrung!
Liebe Katja, jedes Jahr grassieren Grippeviren in der Bevölkerung und jedes Jahr sterben Menschen daran. Bedauerlicherweise, haben wir
der diesjährigen Grippe einen Namen gegeben: Schweinegrippe. Immer wenn eine Grippe einen aussprechbaren Namen hat, verfallen die Menschen
in Panik und Hysterie (siehe Vogelgrippe).
Natürlich können sie sich anstecken, mit der Schweinegrippe und mit ganz vielen anderen fiesen Sachen. Aber wollen sie sich in den nächsten
20 Wochen isolieren, ihren Mann im Hotel einquartieren und keinerlei soziale Kontakte mehr pflegen?
Ihre psychische Verfassung ist mindestens genauso wichtig wie ihre physische! Geniessen Sie Ihre Schwangerschaft und
leben sie unter Einhaltung gebotener Vorsichts- und Hygienemassnahmen ihr Leben, so wie sie es für richtig halten.
Das kleine Wesen, das sie unter Ihrem Herzen tragen, ist stärker als sie glauben und wird noch mit ganz anderen Schwierigkeiten konfrontiert werden,
die es meistern wird.
Geniessen Sie Ihre Schwangerschaft, und freuen sie sich auf die Zeit danach. Eltern zu werden ist das tollste, was einem zu Teil werden kann, doch die Sorgen werden
nicht weniger. Heute ist es die Schweingrippe, morgen etwas anderes. Doch es lohnt sich!
Alles Gute für Sie und Ihr Baby,
Melanie
P.S. Gerne stehe ich für weitere Fragen zur Verfügung.