Gysi folgt, der Bundestag bald ausgestorben?

Hallo zusammen,

Gysi hat die Konsequenzen gezogen und tritt als Wirtschaftssenator, Bürgermeister und Abgeordneter in Berlin zurück (wird eben an mehreren Stellen gemeldet). Damit haben es zwei vorgemacht, und diejenigen, die morgen auf der Liste stehen, die die Lufthansa an Thierse schicken soll, werden folgen müssen.

Frage: Ab wieviel zurückgetretenen Volksvertretern wird eigentlich der Bundestag wegen gähnender Leere geschlossen?

Fragt sich
Christian,
völlig ohne Meilen, dienstlich oder privat

Die Meldungen:
Berlin (dpa) - Berlins PDS-Wirtschaftssenator Gregor Gysi ist wegen seiner Verwicklung in die Bonusmeilen-Affäre zurückgetreten. Er haben seinen Rücktritt erklärt als Senator und Bürgermeister und habe sein Mandat im Abgeordnetenhaus niedergelegt, teilte Gysi mit. Veröffentlicht von RZ-Online am 31.07.2002 18:17

Thierse stellt Lufthansa Ultimatum bis morgen 14.00 Uhr
Berlin (dpa) - Bundestagspräsident Wolfgang Thierse hat der Lufthansa in der Freiflug-Affäre um mehrere Bundestagsabgeordnete ein Ultimatum gestellt. Er forderte die Airline auf, bis morgen 14.00 Uhr eine Liste derjenigen Abgeordneten zu übermitteln, die innerhalb ihres Bonus-Programms „Miles&More“ Bonusflüge wahrgenommen hätten. Die „Bild“-Zeitung hatte heute Daten über betroffene Abgeordnete veröffentlicht. Thierse meint in seiner Mitteilung an die Lufthansa, dass diese Daten „nur aus Ihrem Haus“ kommen können. Veröffentlicht von RZ-Online am 31.07.2002 16:21

Hallo Chris,

in diversen Nachrichten war von einem Gerücht die Rede, wonach etwa 100 Abgeordnete aller Parteien dienstliche Bonusmeilen privat verjuxt hätten.

Na ja, Kavaliersdelikt würde ich dazu nicht sagen, immerhin käme man als Angestellter mit solchem Tun gegenüber dem Arbeitgeber in arge Nöte und müßte wohl um den Job bangen.

Trotzdem finde ich es überhaupt nicht witzig, daß über so einen Mist Politiker stolpern. So schlecht werden die Herrschaften doch auch wieder nicht bezahlt, daß sie es nötig hätten, sich auf diese kleinkarierte Weise eine Blöße zu geben, indem sie kostenlose Privatflüge ergattern. Was sind das nur für Krämerseelen. Jeder Angestellte weiß, daß er Reisekostenabrechnungen peinlich korrekt zu machen hat, will er sich keinem Betrugsverdacht aussetzen.

Wenn sich jemand wegen zig Millionen in die Nesseln setzt, kann ich das noch irgendwie nachvollziehen. Geht die Sache gut, hat es sich wenigstens gelohnt. Wer aber als einigermaßen ordentlich verdienender Mensch wegen solchem Pillepalle Kopf und Kragen riskiert, kann mit meinem Verständnis nicht rechnen. Ich habe den Eindruck, die betreffenden Herrschaften beschäftigen sich mit Peanuts und stolpern über Peanuts. Es ist irgendwie unwürdig. Die Sache hat für mich die Ebene, als würden sich Mitglieder des Hohen Hauses beim Schwarzfahren oder beim Ladendiebstahl erwischen lassen. Es fehlt an Format.

Gruß
Wolfgang

Krämerseelen oder gedankenlose Politiker
Hallo Wolfgang,

daß sie es nötig
hätten, sich auf diese kleinkarierte Weise eine Blöße zu
geben, indem sie kostenlose Privatflüge ergattern. Was sind
das nur für Krämerseelen.

ich glaube nicht, daß da das finanzielle Interesse im Vordergrund lag oder bewußt eine Rolle spielte. Vielmehr sehe ich da Gedankenlosigkeit und vor allem mangelndes Unrechtsbewußtsein. Mein Flug, meine Meilen, mein Flug.

Übrigens dürfte der Rücktritt als solcher für den Steuerzahler teurer werden, als die eigentliche Verfehlung. Abgesehen von diversen Pensionen, die nun anfallen, findet morgen deswegen eine außerordentliche Senatssitzung statt, für die der ein oder andere Abgeordnete auf unsere Kosten aus dem Urlaub zurückgeholt wird. Möglicherweise reist da auch jemand mit Lufthansa an :wink:

Gruß
Christian

Frage: Ab wieviel zurückgetretenen Volksvertretern wird
eigentlich der Bundestag wegen gähnender Leere geschlossen?

Wenn man sich so die eine oder andere Sitzung mal anschaut, muß man feststellen, daß der Bundestag eh meistens schon vor Leere gähnt - Also, effektiv ändert sich nix!

Gruß,

Doc „Anwesenheitspflicht für Abgeordnete!“ Valde.

Hi!

Na ja, Kavaliersdelikt würde ich dazu nicht sagen, immerhin
käme man als Angestellter mit solchem Tun gegenüber dem
Arbeitgeber in arge Nöte und müßte wohl um den Job bangen.

[…]

Wer aber als einigermaßen
ordentlich verdienender Mensch wegen solchem Pillepalle Kopf
und Kragen riskiert, kann mit meinem Verständnis nicht
rechnen. Ich habe den Eindruck, die betreffenden Herrschaften
beschäftigen sich mit Peanuts und stolpern über Peanuts. Es
ist irgendwie unwürdig. Die Sache hat für mich die Ebene, als
würden sich Mitglieder des Hohen Hauses beim Schwarzfahren
oder beim Ladendiebstahl erwischen lassen. Es fehlt an Format.

Da lach ich mich doch tot! :wink:

Pillepalle!
Peanuts!

Was’n Quark!

Es geht hier um eine blitzsaubere Steuerhinterziehung!

Die Herrschaften Vielflieger bekommen ihre Bonusmeilen aufgrund ihrer Arbeitstätigkeit (read my lips: Arbeitstätigkeit!) und von daher fällt die private Nutzung von Bonusmeilen unter den steuerlichen Begriff des „Geldwerten Vorteils“.

Und Steuerhinterziehung ist ein (read again my lips!) Straftatbestand!

Von daher: weg mit dem ganzen politischen Selbstbedienungsgesockse!!!

Grüße
Heinrich

Hi!

Da lach ich mich doch tot! :wink:

Ich auch, weil Gysi wech ist…

Von daher: weg mit dem ganzen politischen
Selbstbedienungsgesockse!!!

Recht hast Du!

-)

Grüße
hd

Hi,

Von daher: weg mit dem ganzen politischen
Selbstbedienungsgesockse!!!

genau, wir sollten ihnen es so geben, dann muessen sie sich nicht selbst bedienen.

freak

Hi!

Auf welcher rechtlichen Grundlage stellt Thierse das Ultimatum an LH?
Ist es um Gysi wirklich so schade?
Ist es nicht überflüssig, sich über Bonusmeilen aufzuregen?

Grüße,

Mathias

Guten Morgen,

Auf welcher rechtlichen Grundlage stellt Thierse das Ultimatum
an LH?

das Recht der beleidigten Leberweurs. Der zweithöchste Mann im Staate läßt sich nunmal nicht gerne sagen, daß er sich seine Anfrege sonstwohin stecken kann.

Ist es um Gysi wirklich so schade?

Zu dem Menschen und Politiker Gysi kann man stehen wie man will, der sonstige Schaden, der angerichtet wurde, ist allerdings in jedem Falle zu bedauern.

Ist es nicht überflüssig, sich über Bonusmeilen aufzuregen?

Du meinst, ob es überflüssig ist, sich darüber aufzuregen, daß „Arbeitnehmer“ ihren „Arbeitgeber“ um Dinge beklaut haben, die letztendlich bares Geld wert sind?

Mal zur Info: Nach dem, was ich gestern gelesen habe, hat die Bundestagsverwaltung in 2001 über 330.000 Euro durch Bonusmeilen gespart.

Gruß
Christian

nicht ganz

Es geht hier um eine blitzsaubere Steuerhinterziehung!

Es mag an Dir vorübergegangen sein, aber die Besteuerung der Meilen ist nicht das Problem. Die Besteuerung wird oberhalb eines Freibetrages pauschal von der Lufthansa vorgenommen.

Das Problem heißt „Unterschlagung“ und ist auch ein Straftatbestand.

Gruß
Christian

Pillepalle!
Peanuts!
Was’n Quark!
Es geht hier um eine blitzsaubere Steuerhinterziehung!

Hallo Heinrich,

mich macht es so betroffen, daß sich Leute, die zumindest nicht am Hungertuch nagen, wegen lächerlich geringfügiger Beträge angreifbar machen.

Die Bonusmeilen eines Durchschnitts-Abgeordneten - laß es einen Gegenwert von ein paar hundert Euro sein, jedenfalls ein Betrag, den Du und ich und wahrscheinlich auch jeder Abgeordnete aus der Portokasse bezahlt. Diese kleinkarierte Vorteilsnahme an einer Stelle, an der man mit etwas Verstand das private Portemonnaie zückt, statt unsinnige Angriffspunkte zu produzieren, macht mich so betroffen. Solches Verhalten zeigen Leute, die Dich und mich auch anderweitig um ihrers kleinen Vorteils willen übers Ohr hauen, wenn man ihnen nicht dauernd auf die Finger sieht.

Daß damit eine Steuerhinterziehung verbunden ist - wenn es denn eine solche ist - interessiert mich dagegen herzlich wenig. Am Rande sei angemerkt, daß ich von wenigen Ausnahmen abgesehen in Steuerhinterziehung kein besonders verwerfliches Delikt erkennen kann. Das begründe ich auch gerne, aber es wäre ein anderes Thema.

Für unser Land sind Entscheidungen zu fällen, die von den Entscheidern verlangen, über den Tellerrand zu sehen. Es sind Köpfe gefragt, die Entwicklungen sehen, Zukunft gestalten und auch bereit sind, unbequeme Beschlüsse zu fassen. Dabei geht mein Vertrauen gegen Null, wenn solche Dinge in den Händen von Kleinkrämern liegen, die schon für den persönlichen Vorteil im Gegenwert von wenigen Euro die Ehrlichkeit über Bord schmeißen.

Gruß
Wolfgang

Hallo Mathias,

eine rechtliche Grundlage hat Thierse nicht, Unterlagen der LH zu fordern.

Auf welcher rechtlichen Grundlage stellt Thierse das Ultimatum
an LH?
Ist es um Gysi wirklich so schade?
Ist es nicht überflüssig, sich über Bonusmeilen aufzuregen?

Nein. Schon gar nicht, wenn Thierse den Vorgang als Nebensache einstuft. Jeder kleine Ladendieb, jeder Schwarzfahrer, der mehrfach erwischt wird, wird als jemand mit kriminellen Neigungen tituliert. Thierse verteidigt den zwar rechtlich nicht zulässigen Vorgang als Kleinigkeit, obwohl er weiss, dass hier Gelder des Steuerzahlers für private Zwecke verwendet werden. Man merkt eben, dass Thierse das Denken, der Staat regelt alles, offenbar nicht ganz ablegen konnte. Der Mann ist zwar wichtig, aber nicht so wichtig, wie er sich selbst nimmt.

Ich bin für Aufklärung in allen Parteien. Mich stört auch, wenn Stoiber erklärt, man solle den Vorgang nicht überziehen. Richtig ist dies schon, aber es kann nicht sein, dass Politiker sich ihre Gesetze selbst zimmern und der Bundestagspräsident Thierse diese Selbstbedienung auch noch verniedlicht.

Gruss Günter

hallo Günter,
was passiert, wenn sagen wir mal 50 % der Wahlkandidaten einer Partei nun erwischt werden und, es bleibt ihnen ja nach Özdemir und Ghysi nichts anderes übrig, zurücktreten?
Nehmen wir weiter an, die 4 Parteien: SPD, CDU/CSU, FDP, Grüne, bluten so stark aus, dass ein vernünftiger Wahlkampf nicht mehr machbar ist.
wird die Wahl verschoben?
Was ich erst als relative Kleinigkeit ansah, weitet sich zur bundesrepublkanischen Katastrophe aus.
Wäre hier nicht ein Großreinemachen in allen Parteien angebracht? Z.B. auch solche gleich ausgekehrt, die sich im Anwesenheitsbuch eintragen und dann Shopping gehen oder gar heimfliegen.
Fragt
Raimund

hallo Raimund,

was passiert, wenn sagen wir mal 50 % der Wahlkandidaten einer
Partei nun erwischt werden und, es bleibt ihnen ja nach
Özdemir und Ghysi nichts anderes übrig, zurücktreten?

Weshalb sollen sie zurücktreten ? Der Rücktritt von Özdemir und Gysi verpflichtet den Rest nicht. Da geht auch keiner mehr.

Nehmen wir weiter an, die 4 Parteien: SPD, CDU/CSU, FDP,
Grüne, bluten so stark aus, dass ein vernünftiger Wahlkampf
nicht mehr machbar ist.
wird die Wahl verschoben?

Nein, alle Parteien haben ja neben ihren Erstkandidaten die Landeslisten noch. Also kann hier - im Ausnahmefall, der aber nie kommen wird - jeder nachrücken, der noch nie eine Chance hatte.

Was ich erst als relative Kleinigkeit ansah, weitet sich zur
bundesrepublkanischen Katastrophe aus.

Nein, ich sehe mit Sorge, dass neben der SPD auch Stoiber sich dafür ausspricht, die Angelegenheit nicht so streng zu sehen. Wie willst Du einen „kleinen Angestellten“ erklären, dass er sein Unternehmen nicht betrügen darf, wenn der Bundestagspräsident und die beiden Kanzlerkandidaten den Umgang mit Steuergeldern zum persönlichen Vorteil als „geringe Probleme“ bezeichnen.

Wäre hier nicht ein Großreinemachen in allen Parteien
angebracht?

Regeln sind notwendig, aber bevor die Regel geschaffen sind, haben alle Parteien neue Löcher gefunden. Ein Großreinemachen ist von keiner Partei gewollt. Die Einzigen, denen man bisher zugetraut hat, dass sie aufklären wollen, waren die Grünen. Sie sind aber offensichtlich jene, die in knapp vier Jahren schneller sich mit fremden Federn angefreundet haben als CDU, SPD und FDP gemeinsam seit Bestehen der Republik. Selbst die PDS muss ruhig sein, nachdem auch Gysi erwischt wurde.

Mich erstaunt hier, dass eine bestimmte Frage nie gestellt wird und zwar von allen Parteien im Fall Hunzinger.

Handelt es sich um verdeckte Parteispenden ? Ist Hunzinger für alle Parteien eine Geldwaschanlage ? Denn wie kommt es, dass an Fischer genau 19.999,99 DM gezahlt werden, an Künast auch gerade der Betrag, der nicht zu veröffentlichen ist, offenbar auch bei Schlauch.

Bei den Flugreisen stellst sich die Frage, weshalb bis heute der Bundestagspräsident zwar für die Reisen mit der LH die Reise- Kostenabrechnungen vorliegen hat, aber es soll niemand aufgefallen sein, dass offenbar seit Regierungsübernahme die Grünen besonders hartnäckig selbst bei Vollmer sein Sohn auf Dienstreise schickte. Ich glaube, dass wir bis zur Wahl noch ganz andere Dinge möglicherweise erfahren.

Das System BILD, das Schröder angreift, wobei BILD bis vor kurzer Zeit eines der Sprachorgane des Herrn Schröer und seiner Ehefrau gewesen ist, mit den täglichen neuen Hinweisen ist mit Vorsicht zu betrachten. Wre normalerweise Häppchenweise seine Infos verteilt, hat meist in der Hinterhand den großen Schlag.

Z.B. auch solche gleich ausgekehrt, die sich im

Anwesenheitsbuch eintragen und dann Shopping gehen oder gar
heimfliegen.

Die Liste wird geführt, weil der Abgeordnete, der nicht eingetragen ist, nach meiner Kenntnis auch kein Sitzungsgeld erhält, sofern er nicht durch Ausschussarbeit entschuldigt ist.

GRuss Günter

Hallo,

eine rechtliche Grundlage hat Thierse nicht, Unterlagen der LH
zu fordern.

Das dachte ich mir.
Interessant ist ja nun auch, dass Thierse sich nun einerseits über die „Indiskretionen“ bei Lufthansa echauffiert, andererseits das Unternehmen aber zwingen möchte, ebendiese Daten herauszugeben.

Auf welcher rechtlichen Grundlage stellt Thierse das Ultimatum
an LH?
Ist es um Gysi wirklich so schade?
Ist es nicht überflüssig, sich über Bonusmeilen aufzuregen?

Nein. Schon gar nicht, wenn Thierse den Vorgang als Nebensache
einstuft. Jeder kleine Ladendieb, jeder Schwarzfahrer, der
mehrfach erwischt wird, wird als jemand mit kriminellen
Neigungen tituliert. Thierse verteidigt den zwar rechtlich
nicht zulässigen Vorgang als Kleinigkeit, obwohl er weiss,
dass hier Gelder des Steuerzahlers für private Zwecke
verwendet werden.

Ich denke, dass im Falle von Bonusmeilen die Sache differenzierter zu sehen ist.
Auch ich möchte nicht, dass ein Politnik auf meine Kosten in den Urlaub fliegt, aber andererseits sind Bonusmeilen m.W. personalisiert, d.h. entweder sie verfallen, oder man lässt sie sich eben gutschreiben.
Weshalb regelt man das nicht so, dass für Politiker immer die günstigste Flugverbindung gebucht werden muss, will er „upgraden“, kann er seine Meilen einsetzen?
Wir haben dieses Problem in der Firma so gelöst.

Man merkt eben, dass Thierse das Denken, der
Staat regelt alles, offenbar nicht ganz ablegen konnte. Der
Mann ist zwar wichtig, aber nicht so wichtig, wie er sich
selbst nimmt.

Das stimmt.
Der Altkommunist kommt bei Thierse immer wieder durch.

Ich bin für Aufklärung in allen Parteien. Mich stört auch,
wenn Stoiber erklärt, man solle den Vorgang nicht überziehen.
Richtig ist dies schon, aber es kann nicht sein, dass
Politiker sich ihre Gesetze selbst zimmern und der
Bundestagspräsident Thierse diese Selbstbedienung auch noch
verniedlicht.

Ich denke, das Thema Bonusmeilen ist nur die Spitze des Eisberges.
Sich isoliert über diesen Punkt aufzuregen bringt nichts.

Diese Sache ist sypmtomatisch für die Einstellung der Politik zum Volke, es gibt jedoch deutlich teurere „Erbhöfe“ (z.B. Pensionen/Übergangsgelder), welche man zuerst angreifen sollte.

Grüße,

Mathias

Hallo Christian!

Auf welcher rechtlichen Grundlage stellt Thierse das Ultimatum
an LH?

das Recht der beleidigten Leberweurs. Der zweithöchste Mann im
Staate läßt sich nunmal nicht gerne sagen, daß er sich seine
Anfrege sonstwohin stecken kann.

Einverstanden.

Ist es um Gysi wirklich so schade?

Zu dem Menschen und Politiker Gysi kann man stehen wie man
will, der sonstige Schaden, der angerichtet wurde, ist
allerdings in jedem Falle zu bedauern.

Der größere Schaden wird m.E. dadurch angerichtet, dass aus einer Wahlkampfente nun ein fraktionsübergreifendes Schmierentheater geworden ist.
Leute, die sowieso nicht fliegen, spucken große Töne, obwohl sie es genauso gemacht hätten, würde man sich in anderen Städten als ihren eigenen Wahlkreisen für sie interessieren.

Ist es nicht überflüssig, sich über Bonusmeilen aufzuregen?

Du meinst, ob es überflüssig ist, sich darüber aufzuregen, daß
„Arbeitnehmer“ ihren „Arbeitgeber“ um Dinge beklaut haben, die
letztendlich bares Geld wert sind?

Hier muss zunächst einmal geklärt werden, wie Bonusmeilen zu werten sind.
Mein Infostand ist, dass sie nur auf die natürliche Person, die auf dem Ticket eingetragen ist, ausgestellt werden können.
Also nicht auf eine Firma oder den Bundestag o.ä.
Somit sind die Meilen ein nettes Beiwerk für den Privatmann, welches er jedoch als geldwerten Vorteil bei Nutzung versteuern sollte.
In meiner Firma haben wir die Regelung, dass immer nur die billigst mögliche Flugverbindung von der Firma bezahlt wird. Wer Business-Class fliegen möchte, muss seine Meilen für den „Upgrade“ einsetzen. Tut er das nicht und nimmt den billigen Flug, kann er seine Meilen privat verjuxen.
So kenne ich das ebenfalls von großunternehmen wie HP, Apple, Microsoft, IBM und Siemens.
Es ist also usus.

Mal zur Info: Nach dem, was ich gestern gelesen habe, hat die
Bundestagsverwaltung in 2001 über 330.000 Euro durch
Bonusmeilen gespart.

Das ist eine rein moralische Frage.
Eine eindeutige Schuldzuweisung sehe ich hier nur bei denjenigen Politikern als möglich an, die die private Nutzung von Bonusmeilen nicht als geldwerten Vorteil versteuert haben.

Grüße,

Mathias

Guten Morgen,

Hier muss zunächst einmal geklärt werden, wie Bonusmeilen zu
werten sind.

ganz einfach: Die Mitglieder des Bundestages sind gemäß Vereinbarung zw. BT und LH „Senatoren“ mit den dazugehörigen Vorzügen. Die gesammelten Meilen sind gem. Beschluß der Bundestagsverwaltung dienstlich einzusetzen. Diese Bestimmung hat bisher jedes BT-Mitglied unterschreiben müssen und zwar mehrfach (jährlich).

Eine eindeutige Schuldzuweisung sehe ich hier nur bei
denjenigen Politikern als möglich an, die die private Nutzung
von Bonusmeilen nicht als geldwerten Vorteil versteuert haben.

Die Meilen müssen bei privater Verwendung nicht als geldwerter Vorteil versteuert werden. Es gibt da eine Regelung mit Freibeträgen und Pauschalversteuerung. In den letzten Tagen habe ich hier mal einen Link dazu abgesetzt (nicht von der Steuer *g*), bin jetzt zu faul zum Suchen.

Gruß
Christian

Nachtrag

Die Meilen müssen bei privater Verwendung nicht als geldwerter
Vorteil versteuert werden. Es gibt da eine Regelung mit
Freibeträgen und Pauschalversteuerung. In den letzten Tagen
habe ich hier mal einen Link dazu abgesetzt (nicht von der
Steuer *g*), bin jetzt zu faul zum Suchen.

Ein Link:
http://www.welt.de/daten/1997/04/14/0414wi87952.htx

Hi,

Frage: Ab wieviel zurückgetretenen Volksvertretern wird
eigentlich der Bundestag wegen gähnender Leere geschlossen?

ich hab gehört, am 22.September sind deswegen Neuwahlen *grins*

Gruß,
Micha

Hi!

Hier muss zunächst einmal geklärt werden, wie Bonusmeilen zu
werten sind.

ganz einfach: Die Mitglieder des Bundestages sind gemäß
Vereinbarung zw. BT und LH „Senatoren“ mit den dazugehörigen
Vorzügen. Die gesammelten Meilen sind gem. Beschluß der
Bundestagsverwaltung dienstlich einzusetzen. Diese Bestimmung
hat bisher jedes BT-Mitglied unterschreiben müssen und zwar
mehrfach (jährlich).

Ich habe hingegen gelesen (in der SZ, denke ich), dass die dienstliche Verwendung von Bonusmeilen lediglich ein Beschluß des Ältestenrates ohne Rechtverbindlichkeit ist.
Daher würde ich das gerne genauer wissen.

Eine eindeutige Schuldzuweisung sehe ich hier nur bei
denjenigen Politikern als möglich an, die die private Nutzung
von Bonusmeilen nicht als geldwerten Vorteil versteuert haben.

Die Meilen müssen bei privater Verwendung nicht als geldwerter
Vorteil versteuert werden. Es gibt da eine Regelung mit
Freibeträgen und Pauschalversteuerung. In den letzten Tagen
habe ich hier mal einen Link dazu abgesetzt (nicht von der
Steuer *g*), bin jetzt zu faul zum Suchen.

Interessant. Danke für die Info.

Grüße,

Mathias