Haardt

Hallo,

immer wieder mal sehe ich Orts- (teil) bezeichnungen wie Haardt, Hardt, Hard und alle möglichen Kombinationen.

Was bedeutet das?

Gruß Antal

Hallo, Antal,

Haardt, Hardt, Hard und alle möglichen Kombinationen.

haben die Bedeutung „Wald“ und genauer „Bergwald“.

Waldbezeichnungen in Ortsnamen sind auch:

-ach, -aich(en), -buch(en), -busch, -holz, -loh-

Ein Büchlein dazu: Wolf-Henning Petershagen, Die Wahrheit über Deppenhausen, ISBN 3-8062-1442-5 Buch anschauen. Das Buch beschränkt sich aber auf Baden-Württemberg.

Gruß Fritz

ach=Wasser?
Hallo Fritz und andere,

Waldbezeichnungen in Ortsnamen sind auch:

-ach, -aich(en), -buch(en), -busch, -holz, -loh-

Ist der Namensteil -ach nicht gleichbedeutend mit Wasser? So
dachte ich bis jetzt immer (ich denke auch an die Tiroler Ache,
die Salzach und andere Achen, alles Flüsse).

Gruß
Bolo2L

Hallo Bolo2L,

du hast Recht. Aber „ach“ kann dreierlei bedeuten:

  1. fließendes Wasser, von althochdeutsch aha; z. B. Brigach, Stockacher Aach (hier gleich zweimal Wasser), etc.

  2. „-ach“ kann auch eine Nachsilbe sein, mit dem man Sammelbegriffe gebildet hat (Kollektivsuffix), etwa in Haslach = Ansammlung von Haselbüschen, also Siedlung beim Haselgebüsch. Eibach = Ansammlung von Eiben, Siedlung beim Eibenwäldchen.

  3. kann „-ach“ auch von der lateinischen Adjektivendung -acum kommen, die an Personalnamen gehängt wurde, etwa in Breisach vom gallischen Namen „Brisios“, also: dem Brisios seine Stadt.

Alles aus den genannten Büchlein: Die Wahrheit über Deppendorf.

Gruß Fritz

2 „Gefällt mir“

Hallo Fritz und Co.

  1. „-ach“ kann auch eine Nachsilbe sein, mit dem man
    Sammelbegriffe gebildet hat (Kollektivsuffix), etwa in
    Haslach = Ansammlung von Haselbüschen, also Siedlung
    beim Haselgebüsch. Eibach = Ansammlung von Eiben, Siedlung
    beim Eibenwäldchen.

Ist das nicht urspruenglich eine jiddische Pluralform? Ich denke an Jinglach und Kindlach und so…

Gruesse

Tom

Ist das nicht urspruenglich eine jiddische Pluralform? Ich
denke an Jinglach und Kindlach und so…

Oder die jiddische Pluralform ist das althochdeutsche Kollektivsuffix!

Fritz

Hallo Fritz,

Alles aus den genannten Büchlein: Die Wahrheit über
Deppendorf.

oder: „Wie man aus einem Deppen einen Wissenden macht“ …
Vielen Dank, Fritz! Deine Antworten sind immer noch ein bisschen
mehr, als man eigentlich als Antwort erwartet hatte. Unser Fritz
ersetzt eine Privat-Uni (Volkshochschule wäre jetzt eine
Beleidigung gewesen). Selten so viel gelernt wie auf dieser
Seite!
Bis bald wieder
Bolo2L

Dies ist richtig: Eine kleine Privat-Uni. Vielleicht bin ich HIER ja richtig mit einer weiteren Frage, was eigentlcih meint man (wissen tu ich´s, aber erklären kann ich´s nicht), mit dem Ausdruck: Das ist ja eine Treppenwitz…

Aber Achtung: Diese Frage habe ich hier in www schon mal gestellt, und darauf mehrfach einen Schmöker zitiert erhalten (den ich kenne, und der das Papier nicht wert ist, auf dem er gedruckt ist), der das einfach falsch zu erklären versucht. Nach dem Motto: Wenn man von irgendeinem Treffen kommt, dann fällt einem oft beim Weggehen, also etwa beim Runtergehen auf der Treppe, die richtige Antwort ein. Aber jetzt ist es dann halt leider zu spät. Und das nenne man einen „Treppenwitz“.

M.E. vollkommener Quatsch. Der Autor konstruiert sich was zurecht. „Reim dich oder ich freß dich…“ Ein Treppenwitz ist z.B., und ich denke, da wird mir jeder zustimmen, daß der Gysi jetzt Wirtschaftssenator in Berlin wird. DAS ist ein Treppenwitz. Oder etwa nicht? Und was hat das damit zu tun, daß einem zu spät was einfällt?

Hat jemand die richtige Erklärung? Ich lechze danach. Antal

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Treppenwitz
Hallo, Antal,
nach meinem Verständnis greift diese Erklärung wirklich zu kurz.
Ein „Treppenwitz“ ist wohl eher ein lustig/lächerlich/albernes Mißverständnis, das eine Kaskade anderer, daraus resultierender Mißverständnisse zur Folge hat.
Ein Beispiel: „Der Treppenwitz besteht also darin, dass eine geometrische Länge die Zeitmessung vorgibt und die Zeitmessung wiederum die Längenmessung bestimmt“ (Zitat aus http://www.s-line.de/homepages/keppler/tamarack.html )
oder hier: „Da rufen Politiker und Wirtschaftsvertreter im vereinten Chor lautstark nach mehr IT- und Ingenieurstudenten und -absolventen, und gleichzeitig wird die Einführung eines Numerus Clausus für Informatik vorbereitet.“ (aus http://www.unicum.de/beruf/b-07-01/ea1-0701.htm )

Gruß Eckard.

Treppenwitz
Hallo Antal,

die Süddeutsche Zeitung wagte in ihrem aktuellen Lexikon einen Erklärungsversuch für diesen Begriff:

Treppenwitz

Kritiker nennen die rot-rote Koalition in Berlin gern einen „Treppenwitz“ und liegen damit wahrscheinlich insofern richtig, als das Wort einen „Vorfall“ meint, „der wie ein schlechter Scherz wirkt“ (Duden). Lutz Röhrichs Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten leitet es von esprit d’escalier her. Darunter versteht man eine Entgegnung, die man in einem zurückliegenden Gespräch hätte anbringen sollen, die einem aber erst nachträglich einfällt, auf der Treppe sozusagen. Nietzsche deutete den Terminus auf seine Art und weitete ihn aufs Glück aus: „Wie der Witz mancher Menschen nicht mit der Gelegenheit gleichen Schritt hält, so dass die Gelegenheit schon durch die Türe hindurch ist, während der Witz noch auf der Treppe steht: so gibt es bei anderen eine Art Treppen-Glück, welches zu langsam läuft, um der schnellfüßigen Zeit immer zur Seite zu sein… .“ Zu Ruhm gelangte der Treppenwitz durch William Lewis Hertslets Buch „Der Treppenwitz der Weltgeschichte“ (1882), das als Treppenwitz alles gelten ließ, was die Historie an Irrtümern, Entstellungen, Missdeutungen und im weitesten Sinn kuriosen Geschichten hervorgebracht hat. Hertslet zufolge prägt sich die Geschichte selbst bei Gebildeten hauptsächlich durch Treppenwitze ein, die „um die gemeine Deutlichkeit der Dinge den goldnen Duft der Morgenröte“ weben. Ob die rot-rote Koalition dazu in der Lage ist, wird sich zeigen müssen.

geklaut hier:
http://www.sueddeutsche.de/aktuell/sz/artikel111464.php

Gruß
Uschi