Haare im Magen, Rapunzelsyndrom?

Guten Tag,

möchte gerne eure Ansichten zu meiner (soeben bewusst gewordenen) psychischen Impulsstörung „Trichophagie“ (Haare essen) hören, ob dies gesundheitliche Auswirkungen auf mich haben könnte.

Ablauf:
Mit dem Auszupfen von Unter-Arm-Haaren fing es an.
Die nachwachsenden 1 - 2 mm Härchen „nage“/„beiße“ ich nun seit nunmehr 12 Jahren (!) ein paar Mal die Woche ab/aus.
Gesamtzeit je Woche ~ 1 Stunde in der ich ca. 100 Härchen entferne.
Die blonden Härchen sind recht dünn und kurz.
Ich versuche das abgebnissene Härchen in den Raum zu pusten.
Wahrscheinlicher ist: ich verschlucke es.

Zeitpunkte:
Passieren tut dies meist abends in Ruhe wenn ich allein aufm Sofa sitze, oder am Schreibtisch etwas schreibe, es passiert aber auch ab und zu im Büro wenn ich mich unbeobachtet fühle.

Bis auf diesen Quatsch bin ich ein gesunder junger Mann. Auch Magenprobleme gibts nicht.
Daher hab ich bisher keinen Arzt aufgesucht und blauäugig gedacht, dass Haare im Magen keine Probleme verursachen können und mein Zwang ein kleiner Tick ist.

Meine Frage hinsichtlich des dadurch vorkommenden RAPUNZELSYNDROMS (lange Haare im Magen verwuseln sich zum Wollknäul):

Können selbst solche kleinen ~ 2 mm Härchen sich im Magen verfangen?
oder werden diese kleinen Härchen im Kot mit ausgeschieden? Oder sogar verdaut?

Eure Ansichten und Meinungen sind mir wichtig, wäre sehr dankbar wenn ihr mir etwas postet.

Merci !

Hi,

ich denke bei einer Gesamtzeit von 1h pro Woche, in der du (insgesamt? oder pro „Session“?) 100 Härchen isst, die vl eine Gesamtmasse von ein paar Hundertstel Gramm haben, sind keine Störungen des Verdauungstraktes zu befürchten, Magensäure ist doch recht heftig :wink:
Aber nachdem ich nur Physik- und kein Medizinstudent bin, lass ich andere gern Ihre qualifizierte Meinung kundtun =)

MfG

Hallo,

eher ist es eine Trichotillomanie mit damit verbundener Trichophagie (da du ganz gut im Googlen zu sein scheinst, bleibe ich dir die Erklärung mit Absicht schuldig).
Da das Auftreten des Rapunzelsyndroms eng mit der Länge und Menge der Haare, der Dauer des Verschluckens, sowie der Beschaffenheit der Oberfläche des Magen-Darm-Traktes und der Verdauungssäfte verknüpft ist, sehe ich - obwohl ich dir nicht in den Gastrointestinaltrakt schauen kann - ein eher geringes Risiko.
Vielmehr würde ich diese Zwangshandlung mal psychologisch oder psychiatrisch abklären lassen.

Hier wieder der allgemeine Hinweis: Wir sind im Internet, eine Ferndiagnose ersetzt im Zweifel niemals den Gang zum Arzt usw.

Grüße
Liete

Danke ihr beiden für die schnellen Meinungen.
Beruhigt mich, dass die Wahrscheinlichkeit eines gesundheitlichen Problems aus eurer Sicht nicht sehr hoch ist.
Das lässt mich heute mit gutem Gewissen einschlafen.

„Trichotillomanie“ -> Trift es voll und ganz, danke für den Wink.

Schönen Abend noch!

Also ich finde es durchaus mechanisch interessant, wie man mit den Zähnen an mm-kurze Haare an den Achseln herankommt (und das auch noch im Büro, da muss man doch unters Hemd abtauchen für???)
Faszinierend, aber sicher nicht gesundheitsschädlich
Allenfalls etwas was man sich mit professioneller Hilfe abgewöhnen sollte, da es doch irgendwie nicht ganz normal ist (eher als soziales Problem und um ggf. eine Ursache herauszufinden)
Gruß B

OT: Tja, so(u)nderBAR ist es sicher *SCNR* ^^

ein anderer Gesichtspunkt
Hallo!

Zu evtl. Schäden des Magen-Darm-Traktes hat Liete Dir schon ausführlich geschrieben.
Mir geht aber noch etwas anderes durch den Kopf.

Nämlich der Grund, warum Du das machst.

Wenn Du jede Woche 1 Stunde darauf verwendest die Haare mit den Zähnen auszurupfen, scheint ja eine gewisse Zwanghaftigkeit dahinter zu stecken.

Daher meine Idee, dass Du vielleicht mit einem Fachmann über die Ursache des Haare-Essens sprechen könntest

Angelika

Hey du,

Trich ist leider kaum behandelbar - mit viel Selbstdisziplin aber durchaus in den Griff zu kriegen.
Weiterer Austausch gerne per Mail.

LG von Suse