Hallo Uwi,
so langsam habe ich den Eindruck, Du liest in meinen Postings nur das, was Du darin lesen willst und widersprichst Dir dann auch noch selbst.
Nur weil Katzen nicht wie Hunde in einem Rudel leben und ein
dem Rudelleben entsprechendes hierarchisches Sozialverhalten
an den Tag legen, heißt das noch lange nicht, dass sie kein
Sozialleben haben.Daß Katzen kein Sozialleben haben, habe ich nie behauptet.
Nur daß sie so ein „üppiges Sozialleben“ haben sollen und vor
allem, daß sie ein enges Zusammenleben „im Rudel“ zum allg.
Wohlbefinden nötig hätten, dem widerspreche ich hier allemal.
Du hast in Deinen vorangegangenen Postings behauptet, dass Katzen Einzelgänger seien und artgerechterweise in Einzelrevieren lebten (ein Gerücht, das sich hartnäckig hält - und für dessen Richtigkeit Du im Übrigen auch keinen Nachweis erbracht hast). Ich wiederum habe nie (s.o.) behauptet, dass Katzen im Rudel zusammenleben. Aus mir unerfindlichen Gründen scheinst Du auf dieses Bild vom Rudel festgelegt - dabei ist doch nicht jede Form des sozialen Zusammenlebens mit einem Rudel gleichzusetzen; ein Rudel zeichnet sich z.B. durch hierarische Strukturen aus. Zwischen Einzelgängertum und Rudel gibt es noch viele, viele andere Möglichkeiten, wie das Leben organisiert sein kann.
In ländlichen Gebieten mit aufgelockerter Siedlungsstruktur
sieht das wohl schon ganz anders aus.
Hier würden die meisten streunenden Katzen bei gleicher
Besatzdichte
zunächst zum akuten Problem und müßten über kurz oder lang
verhungern. Kaum ein Stück einigermaßen normale Natur (meint
bei
uns sowieso Kulturlandschaft) hat täglich hunderte Mäuse und
andere
Kleinnager zu bieten, so das ganze Katzenkolonien davon leben
könnten.
Daß hier troztdem recht viele Katzen vorkommen, liegt
eindeutig
wieder daran, daß diese mehr als ausreichend gefüttert werden.
Ich kann Dir versichern, dass ich mehr als ländlich wohne und nur ein geringer Teil der hiesigen Katzenpopulation von Menschen zugefüttert wird. Die Zahl der Katzen bleibt auf hohem Niveau konstant. Trotzdem wären diese Katzen nicht gezwungen, auf engem Raum mit einander zu leben - es gibt hier sehr viele leerstehende Gebäude. In einem Teil davon lebt jeweils eine große Zahl von Katzen, in anderen dagegen keine - wie erklärst Du Dir das?
Was die Seite wirklich soll, habe kann ich nicht genaus sagen,
aber z.B. Katzenhoroskop und Werbung für allerlei Katzenkramm
an jeder Ecke kommen nicht wissenschaftlich und seriös rüber.
Nun, ich habe diese Seite gewählt, weil sie eine Kurzbeschreibung bot und ich den Eindruck hatte, dass Du nicht wirklich sehr viel Erfahrung mit dem tatsächlichen Zusammenlben mit Katzen gemacht hast.
Was typisch kätzische Lebensweise ist, stelle ich eben in
Frage.
Dann nenn mir doch bitte Belege dafür, dass Katzen so leben, wie Du behauptest.
Die bei uns, durch den allg. Wohlstand der letzten Jahrzehnte,
geschaffenen Verhältnisse sind keinesfalls als Basis für
angebliche jahrtausende alte evolutionäre Anpassung zu nennen.
Katzen leben so, seit sie in die Kornspeicher der alten Ägypter eingezogen sind; sie sind nun einmal Kulturfolger.
Es geht eben um die angeblichen „üppigen Sozialkontakte“.
Überschneidungen von Revieren und Wahrnehmung sowie
Tolerierung von Nachbarn sind zwar auch Sozialverhalten,
aber doch wohl nicht in dem Sinne, wie es hier meist
publiziert
wird. Daß Kontakte und Kenntnis über Artgenossen nötig sind,
um sich fortzupflanzen ist ja wohl logisch. Daraus jetzt aber
unter halbwegs natürlichen Umständen Freundschaften zu
konstruieren
ist wohl etwas übertrieben.
Sozialverhalten ist nicht nur dann Sozialverhalten, wenn es in einem Rudel vorkommt. Und wenn Kätzinnen sich gegenseitig um ihren Nachwuchs kümmern, ist das doch wohl etwas mehr, als nur eine Revierüberschneidung.
Auch die Katzen, die zu meinem Haushalt gehören,
sind fest in diese Katzengemeinschaft integriert. Natürlich
versteht sich nicht jede Katze mit jeder anderen gleich gut
(Katzen verfügen über sehr ausgeprägte und sehr
unterschiedliche Persönlichkeiten) - es sind aber sogar feste
‚Freundschaften‘ möglich.Das ist so eine Urban Legend, wie ich sie meine.
Was heißt schon „fest integriert in einer Katzenpopulation“
Typische Umsetzung menschlichen Sozialverhaltens auf Tiere.
Fest integriert heißt: regelmäßige soziale Interaktion mit anderen Katzen, die nicht zum eigenen Haushalt gehören (und zwar nicht in Form von Kämpfen), und dies in weitläufigem Gelände, so dass ausgeschlossen werden kann, dass diese Kontakte aufgrund menschlicher Einflussnahme zustande kommen.
Bloß weil sich Katzen, unter oben ausführlich genannten
Verhältnissen sich gegenseitig ertragen, sind das noch lange
keine „Freundschaften“.
Dies wird immer wieder - nicht nur von mir - beobachtet, auch und gerade unter freilaufenden Katzen, die sich nicht begegnen müssten, wenn sie nicht wollten.
Allein schon die Benutzung dieses Wortes ist
„Vermenschlichung“
auf höchter Stufe.
Nun, einen Begriff muss man für dieses Phänomen doch wählen - nenne es doch meinetwegen ‚enge soziale Bindung‘, wenn Dir das besser gefällt.
Mein alter Kater lädt mitunter eine Nachbarskatze zu uns zum
Essen ein!Allein die Tatsache, daß Kater ihr Essen täglich in
reichlicher
Menge serviert bekommt, ist schon Grund genug, daß der Kater
nix gegen die Gesellschaft hat und sie duldet oder dulden muß,
weil er in der Hirachie niedriger steht
.
Ob „Einladen“ hier das richtige Wort ist oder es her so ist,
daß der Nachbarkater einfach einfach schlau genug ist, sich
jede
erdenkliche Futterquelle zu sichern …
Das ist mitnichten so, wie Du Dir das vorstellst. Zum einen ist es nicht zwingend, dass Katzen, die über einen wohlgefüllten Napf verfügen, diesen mit jedem Artgenossen teilen. Auch mein Kater duldet noch nicht einmal jede Hausgenossin in der Nähe seines Futterplatzes.
Zum anderen ist es nicht etwa so, dass außerhalb unseres Haushaltes lebende Katzen so einfach Zugang zu den Näpfen haben. Wenn mein Kater sein Futter mit dieser einen speziellen Nachbarskatze teilt ( mit der er auch öfter zusammen in den Gärten zu sehen ist), geschieht dies folgendermaßen: beide Katzen betreten gemeinsam das Haus durch den Heizungskeller, durchqueren das Bad, den Flur und Küche, fressen gemeinsam und verlassen das Haus wieder gemeinsam. Nur bei diesen Gelegenheiten tolerieren unsere anderen Katzen die Nachbarskatze im Haus - als sie einmal alleine im Keller angetroffen wurde, haben die anderen sie verjagt.
Diese Form der sozialen Interaktion ist vielleicht nicht ganz so häufig, haben aber auch schon vor mir andere Katzenhalter beobachtet.
Fast jedes noch so blöde Vieh ist schnell in der Lage zu
erkennen,
wo und wann irgendwo leicht Futter abzustauben ist.
Kann es sein, dass Du persönlich keine allzu hohe Meinung von Katzen hast?
Der Tierliebhaber interpretiert es als „Einladung“ und „Liebe
zu Ihm“ und gibt dem eh schon fetten Nachbarkater noch die
3. und die 4. Portion obendrauf (wo der sich vorher schon
durchgefressen hat weißt du ja auch nicht und auch wo dein
eigener
Kater sich sonst noch verpflegen läßt, ist wahrscheinlich
unbekannt.
Da muß sich der Eigentümer gar keine Gedanken mehr
ums Futter machen, weil ja die ach so netten Nachbarn reihum
alle mitfüttern.
Wie gesagt, ich füttere nur unsere eigenen Katzen und nur drinnen - es gibt keine Extraportionen sonstwo. Aber es gibt sehr viel Interpretation von Deiner Seite… Versuch doch bitte einmal, das zu lesen, was ich auch tatsächlich geschrieben habe.
Dagegen kann eine gesunde Katze als Freigänger
Kleine begriffliche Klärung: Ein Freigänger ist eine Katze, die im Haushalt von Menschen lebt, aber auch hinaus kann.
fast jederzeit
in freier Wildbahn (ohne menschl. Zutun ) gut überleben.
Eine Katze, die ohne menschlichen Bezug lebt, ist verwildert.
Sie wird da allerdings sicher nicht 15 jahre alt.
Wohnungskatzen und überfütterte rudelkatzen können das eher
nicht.
Noch einmal: Katzen leben nicht im Rudel, und ich habe gerade das auch nie behauptet - aber sie leben durchaus in Sozialverbänden.
Ich habe sogar das
Vergnügen, kolonienübergreifendes Sozialverhalten mitzuerleben
- Katzen aus verschiedenen Ecken des Dorfes treffen sich
häufig nächtlicherweise auf 'neutralem Boden; dieser neutrale
Boden ist zufälligerweise mein Dachboden…![]()
Zumindest in der Paarungszeit ist dieses Verhalten schon sehr
normal.
Dies geschieht nicht nur zur Paarungszeit ( die im Übrigen sehr viel weniger jahreszeitenfixiert ist, als die meisten Leute annehmen) - glaube mir, ich erkenne eine rollige Katze, wenn ich eine höre!
Nö, z.B. unsere Katze (kein Kater!) hat einfach andere Katzen
oder
Kater aus ihrem Revier vertrieben. Da geht’s recht heftig zur
Sache.
Nicht jeder Kampf, der beobachtet werden kann, ist ein ‚Revierkampf‘. Da wird von menschlicher Seite sehr viel hineininterpretiert… 
Man kann gelesenes auch beliebig interpretieren und man kann
vor allem das Wesentliche einfach übersehen.
Man kann eher unnatürliche Zustände auch einfach als „normal“
hinstellen.
So wie Du? Wenn Du doch so sehr darauf beharrst, dass Deine Sicht der Dinge richtig ist, wo bleiben Deine Fakten, Fakten, Fakten?!
Unsere Hauskatzen sind die am allerwenigsten domestizierten
Haustiere. Gerade das macht aber oft auch den Reiz aus.
Wenn von „ausgeprägtem Charakter“ oder „Eigensinn“ gesprochen
wird, ist das in aller erster Linie das typische Verhalten
des Einzelgängers gemeint.
Wer mit Katzen zusammenlebt, wird feststellen, dass keine der anderen in der Persönlichkeit gleicht - und von ‚Eigensinn‘ spricht in der Regel nur, wer sich nicht mit dem Verhalten von Katzen auskennt.
Wer das nicht will, schafft sich
besser eine Hund an.
Sag mal, redest Du eigentlich mit mir? Schau doch mal, wie ich mein Posting übertitelt habe!
In dieser Dissertation wird folgender Schluss gezogen: „Da bei
den verwilderten Katzen im Untersuchungsgebiet durch die
Fütterung von Anwohnern Nahrungsmangel nicht vorkam … , war
von einem großen Einfluß des Sozialverhaltens auf die
Populationsdichte auszugehen.“Das ist erstmal auch nur eine Hypothese.
Zumindest wurde diese Hypothese im Rahmen einer wissenschaftlichen Untersuchung aufgestellt. Weche Grundlage hat denn Deine Hypothese?
Außerdem wird ein eher unnatürlichen Zustand beschrieben,
Wo genau kann man den Katzen in diesem ‚Naturzustand‘ antreffen, den Du postulierst? Selbst im australischen Outback leben Katzen in Sozialverbänden (von mir selbst beobachtet)!
den man gerade abändern will.
Überschrift … Maßnahmen zur Reproduktionskontrolle
In diesem Fall können wir also getrost davon ausgehen, dass diese Arbeit nicht von jemandem verfasst wurde, der einen esoterisch verklärten Blick auf Katzen hat.
Es gibt vielfältige Arten von Sozialverhalten, und in einem
Rudel zu leben ist nur eine davon. Und das stimmt - Katzen
sind keine Hunde und leben nicht im Rudel. Aber eben auch
nicht losgelöst von Artgenossen.Sonst könnten sie sich ja nicht vermehren.
Da dies aber bei der Katzenhaltung eh meist nicht erwünscht
ist
-> Kastration), bleibt davon nicht viel übrig.
Noch einmal: zwischen Weiß und Schwarz gibt es viele Stufen von Grau. Zwischen Einzelgänger und Rudel gibt es vielfältige Möglichkeiten der sozialen Strukturen.
Was du gerade aber hier propagierst ist die erzwungene
Rudelhaltung von Katzen z.B. in einer Wohnung.
Wo genau soll ich das gesagt haben? Ich habe gesagt, dass Katzen nur in begründeten Einzelfällen alleine in der Wohnung gehalten werden sollten - falls Du schon andere meiner Postings zu Katzenthemen gelesen haben solltest, dann weißt Du, dass ich grundsätzlich Wohnungshaltung (egal von wievielen Katzen) äußerst kritisch sehe. Auch die Katzen meines Haushaltes können jederzeit nach Belieben kommen und gehen.
Wirklich mit anderen unverträgliche Einzelkatzen sind in der
Regel durch schlechte Haltung dazu gemacht worden.Logische Schlussfolgerung deiner Hypothesen.
Das dieses Verhalten eher artgerechte sein könnte, darauf
kommtst du dann natürlich nicht. Wer den unormalen Zustand
zum Normal erklärt, kann nicht bessere Schlußfolgerungen
ziehen.
Befrage zu diesem Thema doch einmal Mitarbeiter eines Tierheims, die mit den Folgen schlechter Haltung gerade auch auf das Sozialverhalten tagtäglich konfrontiert werden.
Dann denke mal über Prägung im Frühstadium nach.
Katzen, die ohne frühen Kontakt zu Menschen aufwachsen, sind
extrem scheu und werden in der Regel nie zu Schmusekatzen.
Ich habe sowas gelegentlich erlebt.
Das stimmt auch.
Das hat eben nicht primär mit Temperament zu tun.
Ist aber auch nur ein Teilaspekt der ganzen Sache.
Rudel- und Herdentiere leben immer gut zusammen, völlig
unabhängig vom Temperament.
Ja, aber Katzen sind ja eben auch keine Rudel- oder Herdentiere!
Auch Wurfgeschwister verstehen sich nicht
zwingendermaßen, und wenn eine neu hinzugekommene Katze von
Charakter her zu den bereits vorhandenen Hausgenossen passt,
wird sie in der Regel auch ohne größere Probleme akzeptiert.Wieder typische esoterische Vermenschlichung von
Tierverhalten.
Nein, immer wieder von Katzenhaltern beobachtete tatsächliche Begebenheiten.
die Katze komplett zum Hund zu machen ist eher
Tierquälerei und zeugt von einer sehr verklärtem
Tierliebhaberei.
Nun, ich kann Dir versichern, dass ich dies nicht tue. Nicht nur habe ich auch Hundeerfahrung, sondern ich schätze an Katzen gerade ihre Andersartigkeit, ihr hohes Maß an Individualität - und ihr immer wieder überraschendes Sozialverhalten. Und trotz der Gestaltung meiner Vika bin ich äußerst rational gestrickt und alles andere als esoterisch angehaucht!!!
Allerdings habe ich von Dir den Eindruck gewonnen, dass Du über keine sehr großen Erfahrungen im Zusammenleben mit Katzen verfügst bzw. sehr hundegeprägt bist. Wie sieht es denn in Deinem Leben mit Tieren aller Art aus (von der einen erwähnten Katze einmal abgesehen)?
Grüße
Katze