Hallo, ZaubermQaus,
sei stolz d´rauf! Sind schön. Nur pass´ auf Deine haut auf. Sie verzeiht nichts!
grüße
Raimund
Ein paar Gedanken zum Thema
Hi
ein Vorschlag zur Güte:
Zeige mir eine Mutation, die man als Krankheit bezeichnen kann
(lassen wir mal unser Streitobjekt zur Seite)
Bluter, Sichelzelanämie, manche Krebsarten, … Erbkrankheiten halt.
Aber ehrlich gesagt finde ich die Diskussion ziemlich müßig.
Durch die Wahl eines schönen und politisch korrekten Euphemismus ändert sich an der Situation „Ablehnung durch die Umwelt“ nichts.
Vor dem Hintergrund, dass in der Öffentlichkeit heute fast schon ein (widersinniger) Konsens besteht, dass Krankheiten durch den Kranken selbst verusacht sind, kann ich deine Argumentation verstehen. Heute bist du ein Versager, wenn du eine Krankheit hast. Entweder es kommt durch falsche Ernährung, falschen Lebenswandel, durch Karma (Versagen in einem früheren Leben), oder wie immer auch, aber als Kranker hast du das Dir selbst ausgesucht. Hier gehen esoterisch-religiös verbrämte Reinheits-Ideologien mit einem medizinischen Machbarkeitswahn vergangener Jahre einen unseeligen Pakt ein.
Für den Esoteriker hat der Kranke versagt, weil er sich z.B. psychischen Stress macht und nicht im Einklang mit sich ist; für den Schulmedizin-Gläubigen ist der Kranke selbst schuld, weil er den falschen Arzt hat
Man glaubte lange Zeit, man könne irgendwann kann man alle Krankheiten „wegmachen“. Pocken gibt es fast nicht mehr usw. usf. Es wurden auch große Hoffnungen in die Gentherapie gesetzt, die heute zerstoben sind.
Was jedoch blieb, ist das Stigma der Krankheit.
Und hier steckt der eigentliche Denkfehler. In unserer Gesellschaft können wir mit „anderen“, die nicht in unser Normenschema passen, nicht umgehen.
Bei Erbkrankheiten versucht man nun das Stigma der Krankheit (der Patient ist selbst schuld) zu vermeiden, indem man schönklingende Euphemismen für die Situation verwendet.
Gesellschaftlich ändert sich durch die Wortklauberei rein gar nichts. Welchen Namen der Grund für die Ablehnung durch die Mitmenschen hat, ist für das Opfer unerheblich.
Vielmehr geht diese Diskussion zu Lasten der Kranken, die ihre Krankheit oft nicht wegdiskutieren können. Sie sind und bleiben Versager.
Das kann so nicht richtig sein. Deshalb möchte ich dich bitten, dein Konzept von „Krankheit“ zu überdenken. Eine Krankheit ist nicht Folge eines wie auch immer gearteten Versagens des Kranken. Vielmehr sind Krankheiten ein Bestandteil unserer menschlichen Existenz. Wir können (Erb-)Krankheiten genausowenig wegdiskutieren, wie den Tod, den man versucht hat in Intensivstationen zu verbannen.
Das Sterben hat heute viele, zum Teil auch schöne Namen. Verbessert hat sich die Situation für den Sterbenden, alleingelassen zwischen Maschinen, nicht. Nur wir anderen, die im Moment davon nicht betroffen sind, brauchen uns bei einem „der ist nicht mehr bei uns“ nicht zu gruseln.
Genausowenig wird die Diskussion, wie man nun politisch korrekt Erbkrankheiten sprachlich sprachlich zu fassen habe, die Situation der Betroffenen verändern. Es bleibt lediglich ein wohliges Gefühl etwas „Gutes“ getan zu haben bei den Diskutiereden…
Schönen Abend noch
Rossi
???
Rote Haare tun das wohl nicht
Selbstverständlich ist „Rote Haare“ eine negative Mutation
(die die natur gerade rückgängig macht: dunkel ist dominant)!
Denn diese armen Menschen haben fast immer Probleme mit der
Haut. Geht so ein Mensch in die Sonne, bekommt er Sonnenbrand.
Du hast ja vielleicht komische Ansichten…
Es ist sicherlich keine negative Mutation. Wenn man bedenkt, daß rothaarige mit Irland in verbindung gebracht werden. Dort war wohl mal ein anderes Klima…
Was sind schwarzhaarige? eine positive Mutation? Blonde? Blauäugige? oder gar grünäugige?
Oder nur alles, was aus Deiner Wertung herausfällt?
Kopfschüttelnd Zauberm@us
Das hat mit meinem Geschmack nichts zu tun. Unser Aussehen und unsere Fähigkeiten sind ein langer Evolutionsprozess. Immer wieder hat die natur neue Wege versucht… und verworfen. Rote haare (auch blonde) sind am Aussterben. Die Dunklen Haare sind in der Vererbung dominant.
Ich finde es zwar im wahrsten Sinn des Wortes Haarspalterei, wenn wir uns in das Thema rote Haare verbeißen, doch wenn Du willst: dass rote Haare (und der damit einhergehende Haut) für die Art Mensch nicht von Vorteil sind (außer dem Aussehen, also Gefühl), wirst Du ja vermutlich einverstanden sein, oder? Oder anders gesagt: die dunkelhaarigen sind den hellhaarigen von der „Überlebensfähigkkeit“ überlegen. Hat nichts mit Intelligenz zu tun, nichts mit Kraft und nichts mit Schönheit. Dank an Deine vermutlich extrem empfindliche Haut.
Grüße
Raimund
…Bluter, Sichelzelanämie, manche Krebsarten, …
Erbkrankheiten halt.
Ok, gewonnen! Trotzdem will ich das Down Syndrom nicht als „Krankheit“ ansehen. Übrigen: Krebs ist so viel ich weiss grundsätzlich durch Viren verursacht. Aber bitte keine neue diskussion darüber.
Aber ehrlich gesagt finde ich die Diskussion ziemlich müßig.
Durch die Wahl eines schönen und politisch korrekten
Euphemismus ändert sich an der Situation „Ablehnung durch die
Umwelt“ nichts.
Leider! Statt Verständnis und hilfe (so benötigt) wird versucht, das nicht korrekte zu negieren, zu verstecken. Oder als krank zu verteufeln. Das hat vor nicht allzulanger Zeit zur Eutanasie geführt. Oder zum Spruch: in einem gesunden Körper wohnt ein gesunder Geist! Umkehrschluss: in einem kranken Körper wohnt ein kranker Geist!
Vor dem Hintergrund, dass in der Öffentlichkeit heute fast
schon ein (widersinniger) Konsens besteht, dass Krankheiten
durch den Kranken selbst verusacht sind, kann ich deine
Argumentation verstehen.
Heute bist du ein Versager, wenn du
eine Krankheit hast. Entweder es kommt durch falsche
Ernährung, falschen Lebenswandel, durch Karma (Versagen in
einem früheren Leben), oder wie immer auch, aber als Kranker
hast du das Dir selbst ausgesucht. Hier gehen
esoterisch-religiös verbrämte Reinheits-Ideologien mit einem
medizinischen Machbarkeitswahn vergangener Jahre einen
unseeligen Pakt ein.
Ich gebe Dir Recht, dass diese Tendenz vorherrscht. Doch genau dagegen will ich mich wehren.
Für den Esoteriker hat der Kranke versagt, weil er sich z.B.
psychischen Stress macht und nicht im Einklang mit sich ist;
für den Schulmedizin-Gläubigen ist der Kranke selbst schuld,
weil er den falschen Arzt hat
Man glaubte lange Zeit, man könne irgendwann kann man alle
Krankheiten „wegmachen“. Pocken gibt es fast nicht mehr usw.
usf. Es wurden auch große Hoffnungen in die Gentherapie
gesetzt, die heute zerstoben sind.
Nein, das Gegenteil ist der Fall. Erst jetzt sieht man, was man mit Gentherapie (-forschung) alles erreichen kann, bzw. könnte. Wir stehen erst am Anfang dieser Entwicklung. Es ist die Zukunft.
Und hier steckt der eigentliche Denkfehler. In unserer
Gesellschaft können wir mit „anderen“, die nicht in unser
Normenschema passen, nicht umgehen.
Ich schon! Ich habe einen Freund, der Contergangeschädigt ist. Ich weiß, dass er nur körperlich anders aussieht als wir „normale“ menschen. Geistig „hat er einiges auf dem Kasten“
Bei Erbkrankheiten versucht man nun das Stigma der Krankheit
(der Patient ist selbst schuld) zu vermeiden, indem man
schönklingende Euphemismen für die Situation verwendet.
Gesellschaftlich ändert sich durch die Wortklauberei rein gar
nichts. Welchen Namen der Grund für die Ablehnung durch die
Mitmenschen hat, ist für das Opfer unerheblich.
Nicht ganz: einen Mongoloiden, dem ich sage, er wäre krank, tue ich weh, weil ich ihn ausgrenze.
…brauchen uns bei einem
„der ist nicht mehr bei uns“ nicht zu gruseln.
Wenn Du meine Postings und Antworten zum Thema Tod und Sterben gelesen hättest, wüsstest Du, dass ich ein Befürwortet des Todes bin. Er ist absolut notwendig. So paradox es sich anhört: der Tod ist das Leben! Aber ich will nicht noch einmal darauf eingehen.
Genausowenig wird die Diskussion, wie man nun politisch
korrekt Erbkrankheiten sprachlich sprachlich zu fassen habe,
die Situation der Betroffenen verändern. Es bleibt lediglich
ein wohliges Gefühl etwas „Gutes“ getan zu haben bei den
Diskutiereden…
Da verstehst Du mich gänzlich falsch. Das hat mit politischert Korrektheit, mit wohligem Gefühl nichts zu tun. Auch mit mongolismus habe ich etwas Erfahrung. Ich weiss, dass das meist liebe , verträgliche Menschen sind. Und dass sie Hilfe brauchen, in unserer kalten Welt sich zurecht zu finden.
Grüße
Raimund
Hallo,
Trotzdem will ich das Down Syndrom nicht als
„Krankheit“ ansehen.
Du hast insofern Recht, als man im Umgang mit den Mitmenschen auf deren Gefühle Rücksicht nimmt.
Aber das grundsätzliche Problem, um das es mir geht, bleibt:
Nachdem man erkannt hat, dass man wohl nie alle Krankheiten besiegen kann, wird es sprachlich versucht.
Oder zum Spruch: in einem gesunden
Körper wohnt ein gesunder Geist! Umkehrschluss: in einem
kranken Körper wohnt ein kranker Geist!
Das ist der Punkt. Lass es mich als Frage formulieren:
Sind wir nicht schon selbst Opfer des Jugendlichkeits- und Reinheits-Wahnes, wenn wir den Begriff ablehnen, weil wir oder unsere Umwelt mit der Sache selbst (die Krankheit) nicht umgehen können?
[…]
Ich gebe Dir Recht, dass diese Tendenz vorherrscht. Doch genau
dagegen will ich mich wehren.
Da sind wir uns einig 
[…]
Nein, das Gegenteil ist der Fall. Erst jetzt sieht man, was
man mit Gentherapie (-forschung) alles erreichen kann, bzw.
könnte. Wir stehen erst am Anfang dieser Entwicklung. Es ist
die Zukunft.
Ich arbeite selbst in einem Randgebiet der Genforschung und sehe laufend, wie laufend Seifenblasen platzen und neue geboren werden. Man wird einiges tun können, aber es wird vielfach zuwenig sein. Hier hilft es nicht, sich auf Fortschritte in der Forschung zu verlassen, sondern wir (=die Gesellschaft) müssen unsere Einstellung zu uns selbst und unseren Mitmenschen ändern. Die Welt ist nicht perfekt und wird es nie sein.
Nicht ganz: einen Mongoloiden, dem ich sage, er wäre krank,
tue ich weh, weil ich ihn ausgrenze.
Richtig. Nur ist das nicht eine Folge der Denke, die in unserem Land vorherrscht? (Ist es gar noch ein Rest der Ideologie des 3. Reichs, wie du in deinem Posting geschrieben hast?) Krank = minderwertig = ablehnenswert?
Natürlich spüren auch mongoloide Menschen, ob wir sie lieben oder ablehnen. Und oft genug haben sie wohl das „du bist krank, hau ab“ gehört. Das wir unsere Grundsatzdiskussion nicht an unseren Mitmenschen auslassen, die sich nicht wehren können, sollte deshalb selbstverständlich sein.
…brauchen uns bei einem
„der ist nicht mehr bei uns“ nicht zu gruseln.Wenn Du meine Postings und Antworten zum Thema Tod und Sterben
gelesen hättest, wüsstest Du, dass ich ein Befürwortet des
Todes bin. Er ist absolut notwendig. So paradox es sich
anhört: der Tod ist das Leben! Aber ich will nicht noch einmal
darauf eingehen.
Ich habe einen Teil davon gelesen. Ich wollte dich nur darauf stoßen, daß Krankheiten eben genauso wie der Tod zu uns gehören. Vielleicht haben wir uns hier einfach mißverstanden.
… Und dass sie
Hilfe brauchen, in unserer kalten Welt sich zurecht zu finden.
Ein schönes Schlußwort
In diesem Sinne
Rossi
Ein sehr interessanter Artikel, hat mir gut gefallen.
Vielleicht ist so ein Denken auch Ausfluß einer Rationalisierung des Lebens.
Mit der Abwendung von der Religion, die in solchen Situationen einen Halt bot, ist man in einen Erklärungsnotstand gekommen.
Wenn nicht mehr Gott verantwortlich ist, sondern der Mensch, fehlt die Akzeptanz für Grundeinsichten, die früher selbstverständlich waren, daß eben nicht Alles machbar ist und nicht Alles heilbar.
Ein recht peinlicher Versuch, solche Unzulänglichkeiten zu übertünchen, ist die political correctness.
Man meint, wenn man einen Behinderten nicht mehr Krüppel nennt, hätte man seine Schuldigkeit getan.
Daß man ihm Aufmerksamkeit, Zuwendung und Hilfe entgegenbringen soll, weil er ein besonders hartes Schicksal hat, also ganz altmodisch Nächstenliebe praktiziert, ist wohl eher lästig.
Ich habe aber das Gefühl, es kündigt sich da eine Wende an, ganz offenbar sind die alten traditionellen Werte gar nicht so schlecht.
Sie treffen die Bedürfnisse der Menschen immer noch, die haben sich ja auch nicht geändert, nur weil man Computer hat oder Gene katalogisiert.
Gruß
Rainer
Gruß
Rainer
Betroffene bei Down kaum älter als 30?
Hallo Rainer,
ist zwar ein bisschen off-topic, aber 30 Jahre sind bei unserer heutigen medizinischen Versorgung für Menschen mit Down-Syndrom eigentlich nicht mehr das Ende der Fahnenstange.
HastaLavista *dessenamDownSyndromleidendeSchwestergeradestracksaufdiedreissigzugeht-undihmhoffentlichnochlangedarüberhinauserhaltenbleibt*
PS: Bezüglich der Benennung als Krankheit stimme ich Dir voll zu. Wer behauptet, Down-Syndrom sei keine Krankheit, hat meiner Meinung nach wenig Ahnung von der Materie. Der ganze Komplex von Beeinträchtigungen, Leiden, Stoffwechsel- und Organfunktionsstörungen und größeren und kleineren Wehwehchen, der aus diesem „Syndrom“ resultiert, ist aber wohl nur Menschen bewusst, die in engem Kontakt mit Menschen mit Down-Syndrom leben.
Hallo Rainer,
ist zwar ein bisschen off-topic, aber 30 Jahre sind bei
unserer heutigen medizinischen Versorgung für Menschen mit
Down-Syndrom eigentlich nicht mehr das Ende der Fahnenstange.HastaLavista
*dessenamDownSyndromleidendeSchwestergeradestracksaufdiedreissigzugeht-undihmhoffentlichnochlangedarüberhinauserhaltenbleibt*
Das hoffe ich auch, drück Dir fest die Däumchen 
Liebe Grüße
Rainer
Hallo,
Was haltet ihr von der Aussage des operierenden Arztes, der
der Meinung war, daß er die Entscheidung ganz in die Hände der
Eltern gebe. Er hätte nicht das Recht zu hinterfragen und sehe
sich nur als werkzeug. (es ging um die operation eines
3-jährigen mädchens)?
Zunaechst ist eine negative Haltung in unserer Gesellschaft, dass dem Aeusseren zu viel Wert gegeben wird. Nicht das das aeussere nicht wichtig waere, aber das innere ist wichtiger. Mit anderen Worten, wozu versuchen eine Krankheit zu verstecken, die nicht zu verbergen ist?
Nun, die Aussage des Artztes ist mir auf jeden Fall suspekt, denn schliesslich verdient er ja an der Operation. Der freut sich doch ueber jeden KUNDEN !!! Klar dass er nichts dagegen hat…
Er sieht sich nur als Werkzeug! Kling ja wirklich demuetig…
Ich denke er hat nicht das Recht zu hinterfragen, sondern die PFLICHT zu hinterfragen…
Mir ist das ganze nicht geheuer…
Abraham Lincoln
gut!
Hallo Abraham,
ja! genauso sehe ich es auch. Ich glaube, daß ein Arzt den Anstand haben sollte, den Eltern eines Kindes das an Down-Syndrom leidet (?) klar zu machen, daß diese leichte korrektur an der Situation des Kindes nichts ändern wird. Der rein äußerliche Unterschied wird nur wenig bis gar nicht abgeändert und das Down-Syndrom an sich bleibt.
Daniel Scholdei