ist mir da eine sprachliche Neuerung entgangen? Aus dem Spiegel (Kulturteil): …das habe gerade einige ihrer Hamburger Professoren erst einmal verdutzt. Bislang war ich der Meinung, ich könne wohl verdutzt sein, aber nicht jemanden verdutzen, im Gegensatz zum „verblüfft“, das ja auch als Verb fungiert. Nebenbei: Wie nenne ich Wörter, die kein Verb sein können? Mir fehlt leider oft das grammatikalische Vokabular.
Nebenbei: Wie nenne ich Wörter, die kein
Verb sein können? Mir fehlt leider oft das grammatikalische
Vokabular.
AFAIK gibt es kein Wort für Wörter, die „nur“ Adjektive sind. Allerdings gibt es ein Wort dafür Nomen und Adjektive zu Verben „umzubauen“, zumindest im Englischen (aus dem dieser Trend auch kommt):
Calvin: „I like to verb words.“
Hobbes: „What?“
Calvin: „I take nouns and adjectives and use them as verbs.
Remember when `access’ was a thing? Now it’s
something you do . It got verbed.“
Calvin: „Verbing weirds language.“
Hobbes: „Maybe we can eventually make language a complete impediment to understanding.“
mein Sohn hat als Volksschüler anstatt „geirrt“ - „verdacht“ verwendet. Mittlerweile ist ist es im Sprachgebrauch der ganzen Familie, dass wir sagen „oh, da habe ich mich verdacht“ (
Das nur nebenbei zum Thema sprachliche Neuerungen,
Gruß,
Claudia
Hallo, Ralf,
ich stelle mal hier rein, was der „Kluge“ zu diesem Wort zu sagen hat:
" verdutztAdjPP std (18.Jh.) Ursprünglich niederdteutsch, zu mndd vordutten »verwirren«. Im Oberdeutschen vermischt sich das Wort mit vertuzen »vor den Kopf stoßen«, zu einem älteren tuz »Stoß«. vermutlich ist beides lautmalend."
In neuerer Zeit wird es gelegentlich fälschlicher Weise wie das Verb „verblüffen“ verwendet, dabei kommt „verdutzt“ eben nur als Partizip Perfekt und damit in adjektivischer Verwendung vor.