Haben gebildete Menschen mehr Probleme mit dem Gla

Hallo zusammen!

Mich interessiert die Meinung hier im Brett, ob Menschen ab einem bestimmten Grad von schulischer oder auch akademischer Bildung weniger Schwierigkeiten mit dem Glauben an Gott haben. Mir ist der Gedanke gekommen, weil man in der Kirche doch hauptsächlich die ältere Generation sieht, die nicht die Möglichkeiten der jüngeren von heute hatte, sich umfassend ausbilden zu lassen oder gar zu studieren (weniger Geld, Krieg, die gesellschaftlichen Vorstellungen früher). Viele Leute, die studiert haben, sind eher geneigt, alles zu hinterfragen, was ich im Prinzip nicht schlecht finde, aber manchmal fehlt mir doch etwas. Ich selbst habe nicht studiert, aber Abitur gemacht und der Kinderglaube ist mir dabei ein wenig abhanden gekommen. Ob es wünschenswert wäre, dass der zurückkommt, steht ja auf einem anderen Blatt. Aber wie kommt es, dass es meiner Meinung nach zumindest in der christlichen Welt drei verschiedene Gattungen Mensch gibt:

  1. Menschen, die die Bibel bis an ihr Lebensende wörtlich nehmen,

  2. Menschen, die die Bibel zwar nicht wörtlich nehmen, aber gläu-
    big sind,

  3. Menschen, die Glauben für baren Unsinn und für überflüssig
    ten.

Ich würde mich eher in die zweite Kategorie einordnen.

Also noch mal zu der Kernfrage: Wovon hängt es ab, was und wie stark ein Mensch glaubt? Gibt es da wichtigere Faktoren, als den Grad der Schulbildung (die ja über die Herzensbildung und die Intelligenz gar nichts aussagt)?

Gruß

Christoph

Aber wie kommt

es, dass es meiner Meinung nach zumindest in der christlichen
Welt drei verschiedene Gattungen Mensch gibt:

  1. Menschen, die die Bibel bis an ihr Lebensende wörtlich
    nehmen,

  2. Menschen, die die Bibel zwar nicht wörtlich nehmen, aber
    gläu-
    big sind,

  3. Menschen, die Glauben für baren Unsinn und für überflüssig
    ten.

  1. Menschen die weder die Bibel, noch Nitsche, noch andere
    Aufklärer gelesen haben und sich von daher gar nicht
    100 % festlegen „können“, d.h. Menschen, die zumindest
    nicht voreilig urteilen (was das Leben aber doch so
    schön einfach macht) über Dinge von denen sie, auf gut
    Deutsch gesagt, keine Ahnung haben.
  2. Menschen, die glauben das einzig richtige zu glauben
  3. Menschen, die das glauben was sie kennen, bzw. der Meinung
    sind, dass sie die Dinge an die Sie glauben kennen.
    Das sind dann auch oft solche Menschen, welche nichts
    anderes kennen oder vor dem Unbekannten die Augen schließen.
  4. Auch sehr häufig: "Menschen die aus traditionellen
    Verpflichtungen heraus glauben (meist freiwillig, weil mit
    Elternliebe verbunden).
  5. Selten, oder gar nicht vorhanden:
    Menschen, die sich wissenschaftlich und persöhnlich
    völlig objektiv mit dem Thema intensiv befassen und sich
    damit einer Einstellung oder Meinung nähern.
    Ist denke ich, genau so unmöglich, wie der Versuch einer
    100 % ehrlichen Autobiographie.
  6. Leute ohne Bildung mit sozialistischer Erziehung, welche
    nicht gläubig aber von einfacher Natur sind :wink:
  7. Leute mit hohem Bildungsgrad, die in bestimmten Regionen
    (z.B. Bayern, Italien, etc.) Karriere machen wollen,
    sind oft gläubig…
    … das ist ein Auszug von den Dingen, welche ich zu wissen
    glaube…
    …we walk arround the Ring and suppose,
    the secret sits in the middle and knows…

schön’ Abend noch,
Erik

Hallo Christoph

Mich interessiert die Meinung hier im Brett, ob Menschen ab
einem bestimmten Grad von schulischer oder auch akademischer
Bildung weniger Schwierigkeiten mit dem Glauben an Gott haben.

Der Glaube wird meiner Meinung nach weniger von Bildungsgrad, sondern eher vom kulturellen Hintergrund bestimmt. Die Menschen nähern sich in grundlegenden Ansichten häufig der allgemeinen Meinung an.

Bis zum Anfang des 20.ten Jahrhundert glaubte auch die große Mehrheit der gebildeten Menschen an einen Gott. (berühmtes Beispiel Albert Einstein). Es gab keinen markanten Unterschied zwischen den Bevölkerungsschichten.

Im 20ten Jahrhundert fand dann ein Paradigmenwechsel statt. Die Religion wurde durch Ideologien (Kapitalismus, Sozialismus, Kommunismus usw.) und durch den Glauben an die Wissenschaft ersetzt.

Mittlerweile ist von den Ideologien nicht mehr viel übrig geblieben. Der frei gewordene Raum scheint durch etwas Esoterik und vor allem durch den ICH-Kult ersetzt worden zu sein.

Bei den jungen Menschen sehe ich keine großen Unterschiede im Glauben im Bezug auf die Bildung. Die 20jährige Friseuse glaubt genauso wenig, wie die 20jährige Studentin.
Der Unterschied findet sich allenfalls in der Begründung der eigenen Ansichten.

Gläubige Menschen finden sich weiterhin in allen Bevölkerungschichten. Bei gebildeten Menschen ist aber eher damit zu rechnen, dass sie sich nicht mit einem naiven Kinderglauben zufrieden geben.
Menschen die ihren Glauben auf ein solides Fundament gebaut haben und begründen können, warum sie glauben, finden sich nicht nur bei den hoch gebildeten, sondern in allen Bevölkerungsschichten. Nur sind solche Menschen nicht häufig anzutreffen.

Mir ist der Gedanke gekommen, weil man in der Kirche doch
hauptsächlich die ältere Generation sieht, die nicht die
Möglichkeiten der jüngeren von heute hatte, sich umfassend
ausbilden zu lassen oder gar zu studieren.

Der entscheidende Unterschied ist nicht die Bildung, sondern die Zeit, in der diese Menschen aufwuchsen., Der Glauben an einen Gott war für diese Menschen selbstverständlich. Menschen werfen ihre Grundwerte und Überzeugungen nicht einfach über Bord.

Also noch mal zu der Kernfrage: Wovon hängt es ab, was und wie
stark ein Mensch glaubt? Gibt es da wichtigere Faktoren, als
den Grad der Schulbildung (die ja über die Herzensbildung und
die Intelligenz gar nichts aussagt)?

Ich behaupte mal folgendes:

  • Die Häufigkeit des Glaubens hängt von der Umgebung ab, an dem Menschen aufwachsen. In einem bayrischen Dorf wird man mehr Gläubige treffen ais in einer brandenburgischen Stadt.
  • Die Qualität des Glaubens (ob der Glauben sich auch unter Prüfung bewährt) hängt vom Herzen ab. Sowohl Paulus (hoch gebildet) als auch Petrus (wenig gebildet) sind Beispiele für bewährten Glauben.

Und was die Bildung betrifft:
1.Korinther 1:26,27
26 Denn ihr seht eure Berufung, Brüder, daß nicht viele, die dem Fleische nach Weise sind, berufen wurden, nicht viele Mächtige, nicht viele von vornehmer Geburt; 27 sondern Gott hat das Törichte der Welt auserwählt, damit er die Weisen beschäme; und Gott hat das Schwache der Welt auserwählt, damit er das Starke beschäme;

Gruß
Carlos

Gulp und hallo,

nehmen wir einfach mal folgenden Gedanken auf:
Viele (nicht alle, vielleicht nicht die meisten, aber viele) glauben, bzw. glauben nicht, ohne jemals so richtig darüber nachgedacht zu haben.
Von denen trifft man ebenso viele bei den Evangelen, wie bei den Katholiken, wie bei den Atheisten.
Und hier liegt vielleicht die Erklärung. Wieso sind hauptsächlich alte Leute in der Kirche? Weil früher die Leute mit christl. Glauben aufgewachsen sind. Dann kam die Teilung Deutschlands. In der ehem. DDR findet man heute wesentlich weniger Gläubige als im ehem. Westen.
Ist halt sehr kulturell Bedingt.
Mit dem Bildungstand hat das wahrscheilich insofern was zu tun, als dass vielleicht die Menschen, die eine höhere Bildungsstufe erreicht haben, vielleicht etwas mehr Zeit investierien konnten und ggf. auch haben, den richtigen Glauben zu finden.

Niemand kommt nach einem harten Tag voller Arbeit nach Hause, setzt sich hin und denkt. (Niemand, den ich kenne)
Wenn man aber den ganzen Tag in der Klasse, der Gruppe zusammen sitzt und über alle möglichen Probleme diskutiert, dann fällt das Thema auch mal auf Gott. Und dann fangen vielleicht die eigenen Gedanken mal an und nicht nur das Nachplappern der Eltern.

Und wenn man anfängt über den Glauben nachzudenken und dann kommt man manchmal auch zu einem Schluss.
Ich denke schon, dass der Glaube was mit der Intelligenz einer Person zu tun hat, aber das ist nicht zu verallgemeinern.
Schon gar nicht kann man sagen: „der ist nun dumm, weil er an Gott glaubt“, oder „der ist dumm, weil er es nicht tut.“
Vielmehr geht es darum, wie man glaubt/nicht glaubt. Ob man sich selbst Gedanken gemacht hat.
Will damit aber auch nicht sagen, dass Menschen dumm sind, die noch die über Gott nachgedacht haben. Aber ich behaupte mal, sie haben was verpasst.

Gruß,
Zwergenbrot

Hallo

Spontan hätte ich Dir zugestimmt bei der Aussage, daß gebildete Menschen mehr Probleme mit dem Glauben haben, weil sie mit erheblich mehr ideen und Vorstellungen in berührung kommen und sich vielleicht stark auf die eigene Weisheit verlassen, die ihnen dann in dem Erkennen von Gott im Weg steht.

Aber dann dachte ich an all die wenig gebildeten Menschen, die einfach in den Tag hineinleben, ihren Spaß haben wollen und nicht über das, was sie Tun und dessen Sinn nachdenken (können oder wollen). Für solche Menschen ist Glaube ein Hinderniss und in der heutigen Kultur des Individualismus werden diese Menschen öfter den bequemen Weg nehmen. Früher wurden diese Menschen durch eine staatliche und/oder kirchliche Obrigkeit gegängelt und hatten daher sehr viel öfter einen Bezug zum Glaube.

insofern meine ich, daß jeder seine individuellen Probleme und Vorteile hat und jeder unabhängig von Herkunft und Verstand vor Gott gleich da steht.

Gruß
Thomas

Hallo Christoph,
eigentlich hast Du ja zwei Fragen gestellt, nämlich einmal die Frage nach dem Glauben an Gott (und Deine Aufzählung läßt mich vermuten, Du meinst den, so wie Christen ihn bekennen), und zum anderen die Frage nach dem Glauben allgemein.

Ich finde Deine Fragestellung wirklich interessant, möchte aber vor allem darauf eingehen, ob es denn stimmt, daß jemand, umso gebildeter er ist, desto weniger glaubt, wie nicht Du, aber einige andere behaupten.

Luther sagt, daß, an was Dein Herz hängt, Dein Gott ist. Das ist also das, woran man glaubt. Das Lieblingsbeispiel eines jeden Theologen ist dann natürlich der schnöde Mammon:wink:

Ich habe aber eher den Eindruck, daß die so manche „Intellektuelle“, die sich über der primitiven, irrationalen, kindlichen Stufe des Glaubens wähnen, selber auf einer solchen stehen: Sie glauben felsenfest an die Wahrheit ihres eigenen Denkens. Das heißt jetzt nicht, daß ich der Ansicht bin, daß derjenige, der nicht an Gott glaubt, eigentlich dumm ist. Es geht mir vielmehr darum, daß man oft erlebt, daß gerade die Ablehnung des christlichen Glaubens von denen, die sicherlich gebildet sind, von einer erschreckenden Basis der Unwissenheit her geführt wird. Es findet keine Reflexion über das statt, was Glaube eigentlich bedeutet, Glaube wird mit Dogmatik (und die meist auch nur als das, was man sich so vorstellt, nach dem Motto: Dogmatik ist böse) verwechselt oder man meint, die Tatsache, daß die Auferstehung Jesu historisch nicht beweisbar ist, wäre nun ein Argument für die Falschheit des christlichen Glaubens. Gerade einem Intellektuellen sollte m.E. nicht entgehen, daß christlicher Glaube sich auf mehr erstreckt als nur, daß es einen Gott gibt (wie wohl keine Religion), sondern daß Glauben immer auch Denken bedeutet. Die Auseinandersetzung mit dem hinter dem Glauben stehenden Denken wird aber nicht geführt. Dies hat sicherlich auch etwas damit zu tun, daß unsere Gesellschaft nicht mehr soviel Wissen über das Christentum kulturell vermittelt (und auch das ist Bildung) wie sie es noch vor 40 Jahren getan hat.
Was ich bei vielen Gebildeten vermisse, ist eine Auseinandersetzung mit dem Glauben (so sie denn meinen, ihre Meinung dazu öffentlich zu machen, sonst kann jeder machen, was er will), die auf einem Niveau stattfindet, der ihrer Bildung nun wirklich gerecht wird.
Jedenfalls sehe ich in dem Glauben an die eigene Ratio und die völlige Verkennung auch deren Vorläufigkeit nicht einen Beweis darin, daß Bildung vor irrationalem Glauben schützt.

Nichts macht mehr Spaß als die Auseinandersetzung mit einem gut informierten Atheisten!

Gruß,
Taju

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wohl eher mehr Probleme …
Hallo Christoph,

… ob Menschen ab einem bestimmten Grad von schulischer
oder auch akademischer Bildung weniger Schwierigkeiten
mit dem Glauben an Gott haben.

Sie haben wohl eher mehr Schwierigkeiten mit dem Glauben an Gott. Ob das generell gilt, weiss ich nicht, zumindest gilt es für amerikanische Naturwissenschaftler. So eine Studie, die in „Spektrum der Wissenschaft“, Nov. 1999 veröffentlicht wurde. Danach glauben man gerade 40% an einen persönlichen Gott und eine Existenz nach dem Tode. Bei Spitzenwissenschaftlern (Mitglieder der National Academy of Sience) finden sich nur noch sehr wenige Gläubige: Biologen sind zu 95% ungläubig, Mathematiker zu 83%. Und das Besondere daran: Es hat sich gegenüber einer Untersuchung von 1914 kaum geändert!
Im Übrigen gab/gibt es viele große Geister, die zumindest mit dem Christentum Schwierigkeiten hatten: Goethe, Lessing, Darwin und viele andere. Wie Albert Einstein an Gott geglaubt hat (siehe Carlos weiter unten) weiss ich nicht, zumindest sagte er, dass man die „Doktrin eines persönlichen Gottes wohl aufgeben müsse“. Auch zeigt die Studie, das es im Gegensatz zu Carlos’ Aussage sehr wohl „markante Unterschiede zwischen den Bevölkerungsschichten“ gab und gibt.

Noch ein Wort zu Carlos’ Aussagen, er schreibt:
„Die Religion wurde (im 20. Jhdt.) durch Ideologien (Kapitalismus, Sozialismus, Kommunismus usw.) und durch den Glauben an die Wissenschaft ersetzt.“
Das ist doch ganz ausserordentlich bemerkenswert: Warum ließ sich die 1500 Jahre alte christliche Tradition so schnell „ersetzen“? Da muss doch wohl was schief gelaufen sein! Schliesslich wurden die Ideologien (vom relativ kurzlebigen Kommunismus in Osteuropa abgesehen) den Menschen nicht aufgezwungen!

Gruss, Stucki

Hallo Carlos,
habe mir erlaubt einige Deiner Aussagen in der Antwort an Christoph zu kommentieren.
Gruss, Stucki

Hallo Stucki,

eine Studie, die in „Spektrum der Wissenschaft“, Nov. 1999
veröffentlicht wurde.

Diese Studie wäre für mich wirklich interessant. Gibt es eine Möglichkeit sie online zu lesen?

Noch ein Wort zu Carlos’ Aussagen, er schreibt:
„Die Religion wurde (im 20. Jhdt.) durch Ideologien
(Kapitalismus, Sozialismus, Kommunismus usw.) und durch den
Glauben an die Wissenschaft ersetzt.“
Das ist doch ganz ausserordentlich bemerkenswert: Warum ließ
sich die 1500 Jahre alte christliche Tradition so schnell
„ersetzen“? Da muss doch wohl was schief gelaufen sein!

Stimmt! Aber was?

Natürlich spielt die Organisationsform des Glaubens ein Rolle. Viele Menschen lehnen es wegen der Verbrechen der Kirchen ab, an einen Gott zu glauben. Sie verwechseln die Lehren und Taten der Kirchen mit dem Glauben.

Ich bezweifle auch, dass geringer werdende bedeutung des Christentums daran liegt, dass alle gebildete Menschen sich über Glaubensinhalte zu informieren und nach intensiven Nachdenken zu einem persönlichen Schluß kommen.

Ich behaupte, dass die Menschen sich in ihren Werten und Überzeugungen der Masse anschließen.

Ein Beispiel ist z.B. ist z.B. die weit verbreitete Überzeugung, dass es irgendwo außerhalb der Erde intelligentes Leben gibt.
Wenn man sich die nackten wissenschaftliche Fakten ansieht, so sind seit den 50er Jahren die Erkenntnisse, die dafür sprechen nicht gewachsen. Im Gegenteil, man hat neue Faktoren gefunden, die die Sonderstellung der Erde herausheben.

Letzendlich ist weder die Existenz noch die Nichtexistenz von intelligenten extraterrestrischen Leben beweisbar.
Dennoch ist die Überzeugung deutlich gewachsen.

Die Erklärung findet sich hier in der Thematisierung von Auserirdischen in den Medien und der Unterhaltungsindustrie.
(Wie ein Astronom über das Thema denkt, findet sich hier: http://www.br-online.de/alpha/centauri )

Auf diese Weise endsteht ein Glauben. (Die ersten relgiösen Gruppierungen sind auch schon entstanden :wink: )

Schliesslich wurden die Ideologien (vom relativ kurzlebigen
Kommunismus in Osteuropa abgesehen) den Menschen nicht
aufgezwungen!

Wo sind die ganzen Sozialisten geblieben, die in den 70er Jahren die Unis füllten.
Wo kamen in den 50er und 60er Jahren die ganzen Demokraten her?
Es gibt unzählige Beispiele dafür, dass sich ganze Wertsysteme mit den Jahrzehnten verändern.

Ich glaube nicht, dass dies ein Zeichen für eine „ethische Weiterentwicklung“ ist.

Gruß
Carlos

Nichts macht mehr Spaß als die Auseinandersetzung mit einem
gut informierten Atheisten!

Gulp und hallo,

wollte nur sagen, dass das stimmt.

Gruß,
Zwergenbrot

  1. Menschen, die die Bibel bis an ihr Lebensende wörtlich
    nehmen,

  2. Menschen, die die Bibel zwar nicht wörtlich nehmen, aber
    gläubig sind,

  3. Menschen, die Glauben für baren Unsinn und für überflüssig
    halten

Hallo Christoph,

das Spektrum wird wohl noch bunter sein. Es gibt Menschen, die man nach landläufiger Begrifflichkeit als Atheisten bezeichnen würde, keiner ideologieschen Richtung zuzuordnen, keiner Kirche, sonstigen Glaubensgemeinschaft oder Sekte angehörend und auch keine Esoteriker. Und dennoch können es in einem Glauben verwurzelte Menschen sein, sozusagen ein „selbstgeschnitztes“ Weltbild mit eigenen ethischen Vorstellungen.

Um auf Deine Frage zurück zu kommen: Ich denke, daß es tatsächlich eine umgekehrte Proportionalität zwischen Bildungsniveau und Verwurzelung in der traditionellen Kirche gibt. Dabei ist es sicher unzulässig, für jedes Individuum den zwingenden Zusammenhang zu konstruieren, also etwa geringe intellektuelle Möglichkeiten = gläubiger Christ. Einfache Beobachtung zeigt, daß das so nicht zutrifft.

Gruß
Wolfgang

Hallo Carlos,

Das ist doch ganz ausserordentlich bemerkenswert: Warum
ließ sich die 1500 Jahre alte christliche Tradition so schnell
„ersetzen“? Da muss doch wohl was schief gelaufen sein!

Stimmt! Aber was?

Gib mir mal ne Idee. Du hast dazu doch sicher eine Meinung!

… die weit verbreitete Überzeugung, dass es irgendwo
außerhalb der Erde intelligentes Leben gibt.
Wenn man sich die nackten wissenschaftliche Fakten
ansieht, so sind seit den 50er Jahren die Erkenntnisse, die
dafür sprechen nicht gewachsen. Im Gegenteil, man hat
neue Faktoren gefunden, die die Sonderstellung der Erde
herausheben.

Nenn mal welche. Ich finde das ein sehr spannendes Gebiet! Ein sehr gläubiger Christ sagte mir mal, dass die Bibel nichts gegen ausserirdisches (intelligentes) Leben sagt!

Letzendlich ist weder die Existenz noch die Nichtexistenz
von intelligenten extraterrestrischen Leben beweisbar.
Dennoch ist die Überzeugung deutlich gewachsen.
Die Erklärung findet sich hier in der Thematisierung von
Auserirdischen in den Medien und der Unterhaltungsindustrie.

Aber jeder weiss, dass das z.Zt. pure Glaubenssache ist!

(Wie ein Astronom über das Thema denkt, findet sich
hier: http://www.br-online.de/alpha/centauri )

Muss ich mal rein gucken. Sprechen die dafür oder dagegen, dass es ETn gibt?

Wo kamen in den 50er und 60er Jahren die ganzen
Demokraten her?

Aus dem dritten Reich. Z.B. ein lutheranischer Pastor namens Biberstein, der die Kanzel verließ und sich der SS anschloss. Nach dem Krieg wurde ihm in Nürnberg nachgewiesen, den Befehl für die Ermordung von 65 Menschen gegeben und die Ausführung selbst überwacht zu haben. Er erklärte dem Gericht, „sich vor Gott und seinem Gewissen nicht schuldig zu fühlen“. Er wurde zum Tode verurteilt, dass dann in lebenslänglich umgewandelt wurde.
Zugegeben, nur ein Fall und auch ein extremer. Jedoch …

… Die Amtskirche setzte sich für Biberstein ein, nach gut 10 Jahren wurde er freigelassen und unter Bereitstellung von insgesamt 4500 DM wieder bei der Kirche beschäftigt. „Er habe seine Haft in vorbildlicher Weise durchgestanden, … gehalten durch Gottes Wort und … seinen in der Tiefe gereiften lebendigen Christusglauben“.
Nachzulesen in DIE ZEIT Nr. 16, 13.April 2000.
Schön, dass die Kirche sich um ihre reuigen, gefallenen Schäfchen kümmert. Auch Hitler kann, wenn er echt bereut in den Himmel kommen: Gab hier ja eine lange Diskussion dazu vor einer Weile - siehe Archiv.
Aber wir kommen ab vom Thema!

Es gibt unzählige Beispiele dafür, dass sich ganze
Wertsysteme mit den Jahrzehnten verändern.
Ich glaube nicht, dass dies ein Zeichen für eine
„ethische Weiterentwicklung“ ist.

Wohl wahr, siehe vorstehender Text …

Gruß, Stucki

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Hallo Christoph!
Das, was du hier ansprichst, ist tatsächlich ein heikles Thema, unter anderem auch, weil es die Notwendigkeit einschließt, den Begriff „Glauben“ zu definieren. Da ich mich nicht für fähig halte, das zu tun, versuche ich, ausachließlich aus meinem Blickwinkel zu antworten.
Etwas, was in die persönliche Glaubensfrage hineinspielt, ist zweifellos die Fähigkeit, auf äußere Lebensumstände und auf innere, geistige Vorgänge zu reagieren.
Ich möchte hier nur zwei Menschen kurz beschreiben, mit denen ich gut bekannt bin. Beide verfügen über einen beachtlichen und weitgefächerten Wissensstand und beweglichen Geist(gegen das Wort Intelligenz hab ich was).
Der eine befindet sich seit langer Zeit in einem suchenden Qualzustand; er ist nur zu bereit, alles, was ihm begegnet, einer gründlichen Analyse zu unterziehen. Er läßt sich auf nichts ein; was er im Moment nicht fähig ist, zu „lösen“, schiebt er zur späteren Bearbeitung zunächst aus seinem nahesten Blickfeld. Er steht auf einem Punkt und beißt sich durch alles, was auf ihn einströmt. ohne sich fortzubewegen.
Der andere hat einen Weg eingeschlagen, auf dem er zwar nicht unangefochten wandelt, der ihn aber ständig seinem Ziel näherbringt. Welches das ist, könnte er wohl nicht genau benennen, das stört ihn aber nicht weiter. In seiner Fähigkeit, die Dinge klar zu durchschauen und zu erkennen, steht er der ersten Person in nichts nach, aber er tut es ohne jede Voreingenommenheit oder Aggressivität. Die Unzulänglichkeit des menschlichen Intellekts hat er akzeptiert und ist immer dabei, in sich selbst Tore zu öffnen, indem er als Ursache für spontane Ablehnungsbereitschaft angstvolle Untergrundahnung erkennt.
Jetzt habe ich viel geredet, aber worauf ich hinauswollte, ist: Es gibt ganz sicher viel mehr Möglichkeiten, sich zu Begriffen wie Gott und Glauben zu verhalten, aber insgesamt würde ich sagen, daß die fruchtbarste Weise, damit umzugehen sowohl eine Bereitschaft einschließt, sich damit auseinanderzusetzen, als auch die Fähigkeit, die inneren Augen zu öffnen und sich kritiklos hingeben zu können, wenn man die Wahrheit nicht mehr definieren kann.
Für diese Haltung sind umfangreiches Wissen und Bildung sehr nützlich, können aber auch destruktiv wirken und in Sackgassen führen.
Ich hoffe, du kannst damit ein bißchen was anfangen und hast vielleicht sogar eine Anregung erhalten. Grüße,
Laura

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo Laura!

Hallo zusammen!

Mich interessiert die Meinung hier im Brett, ob Menschen ab
einem bestimmten Grad von schulischer oder auch akademischer
Bildung weniger Schwierigkeiten mit dem Glauben an Gott haben.
Mir ist der Gedanke gekommen, weil man in der Kirche doch
hauptsächlich die ältere Generation sieht, die nicht die
Möglichkeiten der jüngeren von heute hatte, sich umfassend
ausbilden zu lassen oder gar zu studieren (weniger Geld,
Krieg, die gesellschaftlichen Vorstellungen früher). Viele
Leute, die studiert haben, sind eher geneigt, alles zu
hinterfragen, was ich im Prinzip nicht schlecht finde, aber
manchmal fehlt mir doch etwas. Ich selbst habe nicht studiert,
aber Abitur gemacht und der Kinderglaube ist mir dabei ein
wenig abhanden gekommen. Ob es wünschenswert wäre, dass der
zurückkommt, steht ja auf einem anderen Blatt. Aber wie kommt
es, dass es meiner Meinung nach zumindest in der christlichen
Welt drei verschiedene Gattungen Mensch gibt:

  1. Menschen, die die Bibel bis an ihr Lebensende wörtlich
    nehmen,

  2. Menschen, die die Bibel zwar nicht wörtlich nehmen, aber
    gläu-
    big sind,

  3. Menschen, die Glauben für baren Unsinn und für überflüssig
    ten.

Ich würde mich eher in die zweite Kategorie einordnen.

Also noch mal zu der Kernfrage: Wovon hängt es ab, was und wie
stark ein Mensch glaubt? Gibt es da wichtigere Faktoren, als
den Grad der Schulbildung (die ja über die Herzensbildung und
die Intelligenz gar nichts aussagt)?

Gruß

Christoph

Hallo Christoph!
Das, was du hier ansprichst, ist tatsächlich ein heikles
Thema, unter anderem auch, weil es die Notwendigkeit
einschließt, den Begriff „Glauben“ zu definieren. Da ich mich
nicht für fähig halte, das zu tun,

Ich auch nicht!

versuche ich,

ausachließlich aus meinem Blickwinkel zu antworten.
Etwas, was in die persönliche Glaubensfrage hineinspielt, ist
zweifellos die Fähigkeit, auf äußere Lebensumstände und auf
innere, geistige Vorgänge zu reagieren.
Ich möchte hier nur zwei Menschen kurz beschreiben, mit denen
ich gut bekannt bin. Beide verfügen über einen beachtlichen
und weitgefächerten Wissensstand und beweglichen Geist(gegen
das Wort Intelligenz hab ich was).
Der eine befindet sich seit langer Zeit in einem suchenden
Qualzustand; er ist nur zu bereit, alles, was ihm begegnet,
einer gründlichen Analyse zu unterziehen.Kenne ich von mir!

Er läßt sich auf

nichts ein; was er im Moment nicht fähig ist, zu „lösen“,
schiebt er zur späteren Bearbeitung zunächst aus seinem
nahesten Blickfeld. Er steht auf einem Punkt und beißt sich
durch alles, was auf ihn einströmt. ohne sich fortzubewegen.
Der andere hat einen Weg eingeschlagen, auf dem er zwar nicht
unangefochten wandelt, der ihn aber ständig seinem Ziel
näherbringt. Welches das ist, könnte er wohl nicht genau
benennen, das stört ihn aber nicht weiter. Beneidenswert!

In seiner

Fähigkeit, die Dinge klar zu durchschauen und zu erkennen,
steht er der ersten Person in nichts nach, aber er tut es ohne
jede Voreingenommenheit oder Aggressivität. Die
Unzulänglichkeit des menschlichen Intellekts hat er akzeptiert
und ist immer dabei, in sich selbst Tore zu öffnen, indem er
als Ursache für spontane Ablehnungsbereitschaft angstvolle
Untergrundahnung erkennt.
Jetzt habe ich viel geredet, aber worauf ich hinauswollte,
ist: Es gibt ganz sicher viel mehr Möglichkeiten, sich zu
Begriffen wie Gott und Glauben zu verhalten, aber insgesamt
würde ich sagen, daß die fruchtbarste Weise, damit umzugehen
sowohl eine Bereitschaft einschließt, sich damit
auseinanderzusetzen, als auch die Fähigkeit, die inneren Augen
zu öffnen und sich kritiklos hingeben zu können, wenn man die
Wahrheit nicht mehr definieren kann.

Ich glaube, dass es nur sehr wenige Menschen gibt, die beides gleichzeitig können.

Für diese Haltung sind umfangreiches Wissen und Bildung sehr
nützlich, können aber auch destruktiv wirken und in Sackgassen
führen.
Ich hoffe, du kannst damit ein bißchen was anfangen und hast
vielleicht sogar eine Anregung erhalten. Grüße,
Laura

Ja, darüber lohnt es sich, nachzudenken!

Gruß

Christoph

Hallo Stucki,

Das ist doch ganz ausserordentlich bemerkenswert: Warum
ließ sich die 1500 Jahre alte christliche Tradition so schnell
„ersetzen“? Da muss doch wohl was schief gelaufen sein!

Stimmt! Aber was?

Gib mir mal ne Idee. Du hast dazu doch sicher eine Meinung!

Eigentlich nicht, höchstens einige äußerst vage Vermutungen mit denen ich dann wahrscheinlich wieder mal falsch liege.

… die weit verbreitete Überzeugung, dass es irgendwo
außerhalb der Erde intelligentes Leben gibt.
Wenn man sich die nackten wissenschaftliche Fakten
ansieht, so sind seit den 50er Jahren die Erkenntnisse, die
dafür sprechen nicht gewachsen. Im Gegenteil, man hat
neue Faktoren gefunden, die die Sonderstellung der Erde
herausheben.

Nenn mal welche. Ich finde das ein sehr spannendes Gebiet!

Was mir einfällt, z.B.

  • der Standort der Erde in einem sternenarmen Gebiet der Milchstraße mit sehr geringer Wahrscheinlichkeit von Supernovae.
  • ein großer Mond, wie er einem Planeten wie der Erde gar nicht zusteht.
  • einen großen Gasriesen im Sonnensystem (Jupiter) mit Schutzfunktion für die Erde.
  • Ein ungewöhnlich starkes Magnetfeld, welches vor dem Sonnenwind schützt.

Ein
sehr gläubiger Christ sagte mir mal, dass die Bibel nichts
gegen ausserirdisches (intelligentes) Leben sagt!

Zumindenstens eine Form von ausserirdischen intelligentem Leben wird erwähnt. Wenn man Engel dazuzählt. :wink:
Ansonsten macht sie zu dem Thema keine Aussagen. Somit bleibt es einem Christen selber überlassen, wie er über das Thema denkt.

Mir ging es darum ein Beispiel für eine moderne Form des Glaubens zu nennen.

Letzendlich ist weder die Existenz noch die Nichtexistenz
von intelligenten extraterrestrischen Leben beweisbar.
Dennoch ist die Überzeugung deutlich gewachsen.
Die Erklärung findet sich hier in der Thematisierung von
Auserirdischen in den Medien und der Unterhaltungsindustrie.

Aber jeder weiss, dass das z.Zt. pure Glaubenssache ist!

Bist du dir da so sicher?? Da war doch noch der spektakuläre NASA-Fund mit dem Mars-Meteorit und den angeblichen Mars-Bakterien darauf. Der Fall ging ja durch die Medien. (Mittlerweile hat die NASA das mit den Mars-Bakterien revidiert, was nicht ganz so intensiv von den Medien verbreitet wurde.)

Muss ich mal rein gucken. Sprechen die dafür oder dagegen,
dass es ETn gibt?

Ja das muss du wirklich! Der Mann bleibt zum Thema neutral. Er nennt aber gelegentlich Beispiele (siehe oben), die die Besonderheit der Erde und des Sonnensystems herausstellen.


Dein Beispiel mit dem Pastor hat mir sehr zum Denken gegeben.

Als Zeichen der Hoffnung ist zu werten, dass es in dieser unseligen Zeit sogar in den Amtskirchen, die ja mit dem Regime paktierten, Menschen gab, die aufgrund ihres Glaubens keine Kompromisse machten.

Gruß
Carlos

Hallo stucki!

Muss ich jetzt trotz Abitur an den fehlerteufel glauben? Ich meinte natürlich nicht mehr Probleme, sondern mehr Probleme.

Gruß

Christoph

Hallo Christoph,
eigentlich hast Du ja zwei Fragen gestellt, nämlich einmal die
Frage nach dem Glauben an Gott (und Deine Aufzählung läßt mich
vermuten, Du meinst den, so wie Christen ihn bekennen), und
zum anderen die Frage nach dem Glauben allgemein.

So war es gemeint. Über die anderen Religionen weiß ich zu wenig, um das beurteilen zu können.

Ich finde Deine Fragestellung wirklich interessant, möchte
aber vor allem darauf eingehen, ob es denn stimmt, daß jemand,
umso gebildeter er ist, desto weniger glaubt, wie nicht Du,
aber einige andere behaupten.

Das war zwar keine Behauptung von mir. Ich wollte aber etwas, was ich beobachtet habe, anhand der Meinung anderer überprüfen.

Luther sagt, daß, an was Dein Herz hängt, Dein Gott ist. Das
ist also das, woran man glaubt. Das Lieblingsbeispiel eines
jeden Theologen ist dann natürlich der schnöde Mammon:wink:

Ich habe aber eher den Eindruck, daß die so manche
„Intellektuelle“, die sich über der primitiven, irrationalen,
kindlichen Stufe des Glaubens wähnen, selber auf einer solchen
stehen: Sie glauben felsenfest an die Wahrheit ihres eigenen
Denkens.

Jeder schafft sich halt seinen eigenen Götzen.

Das heißt jetzt nicht, daß ich der Ansicht bin, daß

derjenige, der nicht an Gott glaubt, eigentlich dumm ist. Es
geht mir vielmehr darum, daß man oft erlebt, daß gerade die
Ablehnung des christlichen Glaubens von denen, die sicherlich
gebildet sind, von einer erschreckenden Basis der Unwissenheit
her geführt wird. Es findet keine Reflexion über das statt,
was Glaube eigentlich bedeutet, Glaube wird mit Dogmatik (und
die meist auch nur als das, was man sich so vorstellt, nach
dem Motto: Dogmatik ist böse) verwechselt oder man meint, die
Tatsache, daß die Auferstehung Jesu historisch nicht beweisbar
ist, wäre nun ein Argument für die Falschheit des christlichen
Glaubens. Gerade einem Intellektuellen sollte m.E. nicht
entgehen, daß christlicher Glaube sich auf mehr erstreckt als
nur, daß es einen Gott gibt (wie wohl keine Religion), sondern
daß Glauben immer auch Denken bedeutet. Die Auseinandersetzung
mit dem hinter dem Glauben stehenden Denken wird aber nicht
geführt. Dies hat sicherlich auch etwas damit zu tun, daß
unsere Gesellschaft nicht mehr soviel Wissen über das
Christentum kulturell vermittelt (und auch das ist Bildung)
wie sie es noch vor 40 Jahren getan hat.

Warum ist das so?

Was ich bei vielen Gebildeten vermisse, ist eine
Auseinandersetzung mit dem Glauben (so sie denn meinen, ihre
Meinung dazu öffentlich zu machen, sonst kann jeder machen,
was er will), die auf einem Niveau stattfindet, der ihrer
Bildung nun wirklich gerecht wird.
Jedenfalls sehe ich in dem Glauben an die eigene Ratio und die
völlige Verkennung auch deren Vorläufigkeit nicht einen Beweis
darin, daß Bildung vor irrationalem Glauben schützt.

Nichts macht mehr Spaß als die Auseinandersetzung mit einem
gut informierten Atheisten!

Das denke ich auch. Die meisten, die sich als nichtgläubig bezeichnen, sind eigentlich gar keine Atheisten. Ein echter Atheist setzt sich mit Gott mindestens so ernsthaft auseinander wie ein Theologie-Student. Die anderen denken einfach nicht über das Thema nach. Für diese Intellektuellen war die Welt gestern da, ist sie heute da und wird sie morgen da sein. Warum ist ja egal.

Gruß,
Taju

Gruß

Christoph

Hallo zusammen!

Mich interessiert die Meinung hier im Brett, ob Menschen ab
einem bestimmten Grad von schulischer oder auch akademischer
Bildung weniger Schwierigkeiten mit dem Glauben an Gott haben.
Mir ist der Gedanke gekommen, weil man in der Kirche doch
hauptsächlich die ältere Generation sieht, die nicht die
Möglichkeiten der jüngeren von heute hatte, sich umfassend
ausbilden zu lassen oder gar zu studieren (weniger Geld,
Krieg, die gesellschaftlichen Vorstellungen früher). Viele
Leute, die studiert haben, sind eher geneigt, alles zu
hinterfragen, was ich im Prinzip nicht schlecht finde, aber
manchmal fehlt mir doch etwas. Ich selbst habe nicht studiert,
aber Abitur gemacht und der Kinderglaube ist mir dabei ein
wenig abhanden gekommen. Ob es wünschenswert wäre, dass der
zurückkommt, steht ja auf einem anderen Blatt. Aber wie kommt
es, dass es meiner Meinung nach zumindest in der christlichen
Welt drei verschiedene Gattungen Mensch gibt:

  1. Menschen, die die Bibel bis an ihr Lebensende wörtlich
    nehmen,

  2. Menschen, die die Bibel zwar nicht wörtlich nehmen, aber
    gläu-
    big sind,

  3. Menschen, die Glauben für baren Unsinn und für überflüssig
    ten.

Ich würde mich eher in die zweite Kategorie einordnen.

Also noch mal zu der Kernfrage: Wovon hängt es ab, was und wie
stark ein Mensch glaubt? Gibt es da wichtigere Faktoren, als
den Grad der Schulbildung (die ja über die Herzensbildung und
die Intelligenz gar nichts aussagt)?

Gruß

Christoph

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Hallo Carlos,
da wir hier im Brett „Religion“ sind, möchte ich auf Deine Argumente bezüglich „intelligentes Leben im Universum“ nicht weiter eingehen, dafür gibt es das Astronomiebrett. Die Frage ist dort sicher schon ausführlich diskutiert worden, habe jetzt keine Lust, im Archiv zu suchen.
Nur kurz zwei Dinge :

  1. Bezüglich Deiner Argumente zur „Sonderstellung der Erde“ kann man wissenschaftlich nur sagen, „dass man nichts sagen kann“. Soll heißen: Über die Wahrscheinlichkeit, dass solche Konstellationen bei anderen Sternen mit Planetensystemen auftreten, weiss man nichts - die Forschung ist im vollen Gang. Sterne mit Riesenplaneten hat man übrigens schon viele gefunden, und nur solche, Planeten von der Größe der Erde lassen sich mit heutigen Mitteln nicht entdecken
    Ich halte absolut nichts von einer Argumentation nach dem Muster „wir sind einzigartig!“ Das riecht mir zu sehr nach „Krone der Schöpfung“, „Gottes Ebenbild“ u.ä. Damit ist schon genug Schindluder getrieben worden!
  2. Der von Dir zitierte Alpha-Centauri-Professor Lesch hat seine Meinung auf wissenschaftlicher Grundlage gebildet, und nicht auf religiös/ideologischer. Wenn er die Wahrscheinlichkeit, dass es extraterrestrisches intelligentes Leben in der Milchsttrasse (!) gibt, für gering hält, so u.a. wegen des berühmten „Fermi-Paradoxons“.

Noch was zu meinem Beispiel mit dem Pastor:
Da ist ja z.B. auch noch den protestantischen Pastor Paisley in Nordirland, Dir sicher bestens bekannt.
Aber Du hast recht, es gibt auch viele Gegenbeispiele, z.B. Bonhoefer. ABER, und das ist immer wieder der Haken, an dem ich hängen bleibe: Das waren überwiegend „Einzelkämpfer“, die Amtskirche hat sich meist sehr zurück gehalten, ums mal vorsichtig auszudrücken. Meines Wissens hat man Bonhoefer jahrelang nach dem Krieg fast totgeschwiegen!

Gruss, Stucki

PS: Eine Online-Möglichkeit, die von mir genannte Studie im „Spektrum der Wissenschaft“ zu lesen, kenne ich leider nicht? Vielleicht findest Du was auf den „Spektrum“-Internetseiten (habe leider keine Adresse), ggf. mithilfe einer Suchmaschine.

außerirdische intelligenz in der bibel

Zumindenstens eine Form von ausserirdischen intelligentem
Leben wird erwähnt. Wenn man Engel dazuzählt. :wink:

und was ist mit gott? der ist ja wohl außerirdisch und
intelligent. die frage ist, ob er lebt im sinne eines
stoffwechsels. :smile:

Hallo lehitraot,

und was ist mit gott? der ist ja wohl außerirdisch und
intelligent. die frage ist, ob er lebt im sinne eines
stoffwechsels. :smile:

Du hast Recht. Immerhin ist er der lebendige G’tt.

Gruß
Carlos